Bindung zwischen Eltern und Kind

    • (1) 18.02.17 - 15:42
      Normalität

      Der Beitrag unter mir hat mich nachdenklich gemacht.

      Was glaubt ihr, wie häufig ist es tatsächlich dass Eltern kein Interesse an ihrem Kind haben und keine Bindung entsteht?

      Wenn ich mal selbst überlege, muss ich sagen dass ich selbst auch nicht die innigste Bindung zu meinen Kindern habe.
      Ich hab kaum mit ihnen gespielt und hatte auch nie das Bedürfnis sie zu trösten oder hin zu gehe wenn sie im Bett geweint haben.
      Gemacht habe ich es trotzdem aus Verantwortungsgefühl aber nicht weil es mir ein Bedürfnis war.
      Erst jetzt wo die Kinder in der Pubertät sind, spüre ich durch die Möglichkeit sich intensiver auszutauschen eine innige Verbundenheit.
      In meinem Umfeld kenne ich einige Väter, die sich wenig bis gar nicht um ihre Kinder kümmern und der Mutter oft die komplette Betreuung überlassen.

      Aber auch einige Mütter, die ich kenne, haben die Kinder bis 18.00 in der Schulbetreuung angemeldet weil sie kein großes Interesse daran haben nachmittags den Nachwuchs zu bespaßen oder bei den Hausaufgaben zu helfen.

      Ich finde das durchaus legitim, denn in der Betreuung werden die Hausaufgaben ja kontrolliert, warum sich den Stress selbst antun?
      Kennt ihr nur Eltern die das auch gerne sind? Und engagierte Väter?

      Würde mich interessieren, da ich auch einige kenne dir wenig Interesse am Nachwuchs zeigen...Frauen und Männer.

          • Ist bei uns auch so.. die Familien die wir kennen machen gern etwas mit ihren Kindern und interessieren sich.

            Wenn sie in Wahrheit wenig mit Ihnen anfangen können merkt man es zumindest nicht. Gemeinsame Familienausflüge, Spielplatzbesuche, kindgerechte Urlaube usw. sind Normalität.

            (6) 18.02.17 - 16:38

            Keine Ahnung aber man merkt das ja am verhalten der Eltern ihrer Kinder und anderen gegenüber.

        Nie begegnet ?Vielleicht bist du nicht die beste Beobachterin oder etwas naiv.
        Man schaut keinem hinter die Stirn.
        Natürlich stellt sich nicht immer eine tiefe Bindung ein.Viele quengelnde oder Dauer schreiende Babys spüren diese Leere oder Spannungen in der Familie.
        Ich vermute es manchmal,wenn Kinder kein Gehör finden z.B. und 10 mal das selbe fragen und es kommt keine Reaktion.Irgendwie spürt man, das es für das Kind normal ist.Und in vielen anderen Situationen im Supermarkt, Schwimmbad, Hotel u.s.w.

    Nur Herzens - Menschen sollten Kinder bekommen. Stimmt mich unglaublich traurig!!!!
    Ich liebe mein Kind so endlos und natürlich ist es mir immer ein Herzenswunsch es zu trösten, zu helfen etc. Wie kann man sich immer vorne anstellen. Keine Lust, wenn ich das höre...
    Wieso bekommt man dann Kinder. Es ist mir unbegreiflich. Jedes einzelne Kind tut mir echt leid. Man kann die Welt nicht verbessern...
    Traurig

    (9) 19.02.17 - 10:30

    Da ich als Sozialpädagogin im stationären Bereich (Kinderheim) arbeite, sind mir solche Eltern bestens bekannt.
    Ich persönlich kann es überhaupt nicht verstehen. Kinder regelrecht "abzuschieben", nur weil man keinen Bock auf sie hat? In der heutigen Zeit gibt es genug Verhütungsmittel. Wenn man keine gute Mutter / kein guter Vater sein kann oder will, sollte man auch keine Kinder bekommen. Denn glaub mir, ich sehe im Job täglich wie sehr die Kinder leiden....
    Es ist furchtbar grausam und traurig für ein Kind zu spüren (und sie spüren es IMMER!) dass es nicht wirklich geliebt wird.

    Ich muss oft aufpassen, professionell zu bleiben und die Wut, die ich sehr wohl innerlich verspüre, nicht nach außen dringen zu lassen. Denn spräche ich als reine Privatperson, würde ich fast sagen dass auch Vernachlässigung von Kindern gesetzlich bestraft werden sollte, denn es hinterlässt oft viel schlimmere Narben als so manche Ohrfeige....

    • (10) 19.02.17 - 12:23

      Ich kenne Fälle von Misshandlung und Vernachlässigung auch aus beruflichen Gründen.

      Aber anscheinend sind die Frauen hier bei Urbia auf einer Insel der Glückseligkeit, wo man so was nicht kennt, nicht sehen will und wo alle Eltern ihre Kinder voller Fürsorge begegnen.

      Die Realität sieht anders aus und jeder der nicht total dämlich ist, wird das auch mitbekommen.

      Es gibt viele Eltern, die ihre Kinder nicht lieben, zu behaupten das Gegenteil wäre normal würde ich bestreiten.

      Es ist wünschenswert, aber in sehr vielen Familien nicht der Fall.

      • Ich kenne in meinem persönlichen Umfeld tatsächlich niemanden, der sich nicht für sein interessiert. Ich denke, dass liegt einfach daran, dass Menschen sich nur mit anderen umgeben, die ihnen sympathisch sind und emotionslose Egoisten sind nun nicht die größten Sympathieträger.Daher denke ich schon, dass die wenigsten solchen Menschen kennen.

        Mein Partner ist auch nicht der emotionale Typ und auch schneller genervt von unserem Sohn als ich, aber dennoch kümmert er sich um ihn, kuschelt mit ihm und tröstet ihn.

        Ich bin auch nicht gerade die sich selbst opfernde Supermama, die ihr Leben nur auf die Bedürfnisse des Kindes ausrichtet und dennoch liebe ich meinen Knirps und bin gerne für ihn da und es ist mir ein Bedürfnis, dass es ihm gut geht und er meine Liebe spürt.
        Hätte ich keinen Bock auf ein Kind und wäre mir selbst der Nächste so hätte ich kein Kind bekommen.

        Ich verstehe nicht warum Leute Kinder bekommen, wenn sie eigentlich gar keine wollen und diese nur als Last empfinden. Niemand muss Kinder bekommen. Es gibt genug bewusst kinderlose Paare.

>>Ich hab kaum mit ihnen gespielt und hatte auch nie das Bedürfnis sie zu trösten oder hin zu gehe wenn sie im Bett geweint haben.<<

Das hat für mich nicht mal etwas mit einer Bindung zwischen Eltern und Kindern zu tun. Das hat was für mich mit allgemeiner Empathie und Mitgefühl zu tun! Manchen Menschen fehlt das einfach... Vielen Serienkillern z. B. (ohne hier jetzt eine Verbindung zum TE herstellen zu wollen!!)

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