An wen würdet ihr euch wenden, wenn ihr ein Messi Problem hättet?

    • (1) 24.02.17 - 11:25
      Chaoshochdrei

      Hallo,

      wegen der Möglichkeit anonym zu bleiben schreibe ich lieber hier.

      Da wir ein großes Haus haben ist mein Problem lange nicht aufgefallen.
      Im unteren Wohnbereich ist alles in Ordnung und auch die Kinderzimmer und das Schlafzimmer gehen noch.
      Aber wir haben ein Arbeitszimmer, einen dachboden und ein Gästezimmer und da genau ist mein Problem.

      Diese Räume sind voll von Dingen, die ich nicht entsorgen kann. Weil sie noch gut sind, weil sie nur ein bisschen repariert werden müssten, weil irgendwann irgendjemand sie brauchen könnte.:-(

      Regelmäßig nehme ich mir vor das Chaos zu beseitigen. Es geht nicht. Selbst die kleinen kisten mit Krimskrams kann ich nicht entfernen. Was, wenn ich eine Büroklammer brauche oder einen Radierer? Ganz zu schweigen von den sachen, die die kinder malen oder basteln. Darf man das auch wegwerfen?

      Ich horte keinen Müll und es stinkt auch nicht. Mein Problem ist, dass ich moralische Bedenken habe. Z.B. Spielzeug. Zum verkaufen zu ramponiert, zum wegschmeißen zu gut. Also aufheben für die Kinder meiner Kinder #klatsch

      Ich wünschte, ich hätte jemanden der mir sagt dies und jenes bringst du hierhin oder dorthin, dieses wird weggeschmissen und hierdas muss du für später aufbewahren.

      An wen würdet ihr euch wenden oder habt ihr einen Rat?

      • Geh zu einem Therapeuten, dahinter stecken meist versteckte Verlustängste.

        Das Problem wird mit den Jahren nicht besser, sondern eher schlimmer werden. Lass Dir helfen.

        Hallo,

        wenn du dich selbst bereits als Mensch mit Messi-Problem betrachtest, empfehle ich dir das Messi-Info-Telefon in München (kannst du googlen). Hier nennt man dir Beratungsstellen in deinem Umkreis und kann dir auch Therapeuten empfehlen, die sich mit dem Messi-Syndrom auskennen.

        LG deichbrise

        Ich kenne dies Problem. Vornehmlich herrscht bei mir "Schrankalarm" und die Sache mit den Spielzeugen der Kinder. Bei mir kommt Faul- und Betriebsblindheit erschwerend hinzu. Ich verhafte dann tatsächlich meine Schwester für ein WoE und lass mich von der in den Allerwertesten treten.

        Möglicherweise stehen sowas wie Verlustängste dahinter, doch wenn ich wegen jedes Falladas zum Therapeuten dackeln würde, würde sich wahrscheinlich noch mehr anhäufen. Abgesehen davon kostet sowas Geld und ich denke nicht, daß die Kasse so etwas übernehmen würde. Dieses stört mich ohnehin an diesem doch recht schnell erteilten Rat. Die Kosten-/Nutzen-Rechnung geht in der Regel nicht auf. Etwas Selbstdisziplin und Hilfe der Familie oder von Freunden ersetzt so manche Therapie.

        • Dochdoch, die Kassen zahlen bei psychischen Problemen genauso, wie bei körperlichen. Vorhergehend sind die kostenlosen Sitzungen (kann man bei einem beliebigen Kassentherapeuten auf Karte machen) und dann kommt ein Antrag. Der wird i.d.R. bewilligt und beinhaltet dann eine gewisse Anzahl weitere Sitzungen. Danach kann man einen Folgeantrag stellen usw.

          Es gibt aber verschiedene Schweregrade der Desorganisation. Manche können sich alleine helfen, manche nicht mehr. Manche sind nur faul, manche sind wirklich nicht fähig, irgend etwas zu entsorgen. Wenn man unter der Urodnung leidet, kann man sich schon professionell helfen lassen. Es gibt natürlich für die TE auch die Möglichkeit, sich Literatur zu besorgen oder in eine Selbsthilfegruppe (online oder offline) zu gehen.

          Ich kenn das selber auch, ich gehöre zur Kategorie "faul", aber ich habe auch engsten Kontakt mit richtigen Messies. #schein

          • Du trägst gerade Eulen nach Athen. Ich weiß sehr genau wie so etwas funktioniert. Bei "i. d. R. bewilligt" sehe ich Einschränkungen, da eine Glaubhaftmachung der Diagnose von Nöten ist - abgesehen von der Vergabe von Terminen für Kassenpatienten. Privat Versicherte kommen hier deutlich besser weg.

            • Naja, ich habs noch nicht selbst miterlebt, dass ein Antrag nicht bewilligt wurde. Die Therapeuten sind ja entweder professionell genug, bei einem gesunden Menschen erst gar keinen Antrag auszufüllen oder die Erkrankung so zu diagnostizieren, dass der Antrag auch durchgeht. Und ich denke mal, in sechs Sitzungen kann man schon feststellen, ob jemand ein behandlungsbedürftiger Messie ist.

              Was meinst Du mit Terminen? Sechs Monate Wartezeit ist bei uns so der Durchschnitt bis zum Ersttermin, aber wenn man direkt den richtigen Gesprächspartner gefunden hat, bekommt man eigentlich problemlos auch die Folgetermine. Privatpatienten haben ja den Sofortzahlbonus, das ist ja immer so. ;-)

      Hallo,

      hm -ich denke das dieses Problem viele Leute kennen. Solange Platz vorhanden ist, hebt man Sachen erst mal auf - da geht es vielen so.

      Du solltest mal anfangen, auseinander zu sortieren. Gemaltes, gebasteltes von deinen Kindern kannst du erstmal in einen Karton packen und aufbewahren: Für jedes Kind einen eigenen Karton, wenn da aber z. B. ein Kind dabei ist, welches täglich bastelt und malt, dann solltest du wirklich nur die "wichtigen" Dinge aufbewahren, also etwa Bilder, Bastelarbeiten, die als Geburtstags- Muttertags- oder WEihnachtsgeschenk etc. gedacht waren.

      Spielzeug: Ich weiß nun nicht wie alt deine Kinder sind. Hole das Spielzeug, welches sie wohl wirklich nicht mehr bespielen werden, hervor. Die wirklich schönen, hochwertigen Sachen, kannst du erst mal in Kisten verpacken (z. B. eine Kiste für Lego, eine Kiste für Playmobil etc.)

      All die Sachen, die du dann in der Hand hast, wo du dir denkst "Zu schade zum wegwerfen, aber eigentlich brauchen wir es nicht mehr" sammelst du und bringst weg, am besten an eine Stelle wo es wieder Abnehmer findet: Hier bei uns gibt es eine Hausratsammelstelle der Caritas, die nehmen ALLES - und dort sind auch immer viele Bedürftige am Schauen, was sie sich dann für einen Obulus leisten können. Außerdem haben wir hier z. B. ein Sammelstelle vom BRK - die diese Dinge sortieren und an Flüchtlinge oder Bedürftige weitergeben (egal ob Kleidung, Spielzeug, Bettwäsche etc.) Außerdem fährt hier Weihnachten immer ein Hilfskonvoi nach Rumänien...

      Solche Sammelstellen gibt es nahezu überall - die sind teilweise froh um alles, damit hast du dann wirklich jemanden eine Freude bereitet und bei dir wird es gleichzeitig weniger.

      Wenn dir wirklich etwas hochwertig erscheint, kannst du es z. B. in ebay einstellen.

      Oder gibt es in deinem Familien- oder näheren Bekanntenkreis Leute mit kleinen KIndern, die manches brauchen können.

      Und manches solltest du einfach in einen Müllsack packen und wegwerfen. Was die letzten 5 Jahre keiner angeschaut oder gebraucht hat, wird wohl auch in den nächsten 5 Jahren keiner anschauen oder brauchen.

      Büroklammer, Radiergummi etc. das sind Kleinigkeiten. Habt ihr keinen Schreibtisch oder kleines Büro? Alle Büroklammern in ein Glas, bei den Radiergummis zwei, drei gute aufbewahren - die zerpflückten weg!

      Fang einfach mal an (vlt. brauchst du dafür einen etwas guten Tag) und bring die erste Tüte oder Kiste weg... bzw. den ersten Müllbeutel in die Tonne.
      LG

      Hallo!

      Ganz grundsätzlich kann ich Dich gut verstehen, Sachen weg werfen ist auch nicht gerade meine Stärke.

      Aber es gibt Möglichkeiten sich zu orientieren. Klar braucht man mal eine Büroklammer - aber die Wahrscheinlichkeit, mehr als 30 Stück in einem Privathaushalt zu brauchen, ist gering, und eine ganze Packung kostet im Laden 99 Cent. Ebenso wie man nur einen Radiergummi braucht, keine 10.

      Bei Spielsachen: Lego und Playmobil kann man sicher aufheben, das wird ja nicht schlecht und auch das Design bleibt kompatibel. Barbie dagegen lohnt nicht zum aufheben, weil die seit meiner Kindheit drastisch dünner geworden ist, da passen also die 30 Jahre alten Puppen nicht zu den neuen, das ist dann doof. Sachen die nicht wirklich Markenware sind, kannst Du Samt und Sonders weg werfen, ebenso beschädigte Sachen. Das will später keiner mehr, weil sich eben Moden verändern. Heute hat jeder Spielzeugfön einen kleinen Motor drin und pustet ein wenig Luft - meinst du der aus Deiner eigenen Kindheit ohne so einen Schnickschnack wäre noch beliebt?

      Bei Büchern gibt es auch Modeerscheinungen, den ollen Kram aus den 70ern liest heute auch keiner mehr, und wo vor 20 Jahren noch jeder einen Grisham nach dem anderen gelesen hat, ist das heute nicht mehr interessant - also kann man auch das durchaus entsorgen. Außerdem ist ein E-Book-Reader Gold wert, da nimmt das keinen Platz mehr weg. Ob da jetzt 20 oder 200 Bücher drauf sind stört also nicht mehr.

      Zeitschriften sollte man auch grundsätzlich weg werfen. Selbst komplete Sammlungen haben später keinen Wert mehr. Mein Vater hatte alle "Geo" hefte von Nummer 1 durchgehend gesammelt - wollte keiner kaufen, und wir hatten da viele Anzeigen geschrieben. Weg damit.

      Von den Kunstwerken der Kinder kannst Du Mappen machen mit besonders tollen Sachen - aber eben nicht ALLES. Ich habe mich gefreut, als ich in den Sachen von meinem Vater da einen Ordner gefunden habe, aber es waren eben nur ein paar Sachen drin, in die ich auch wirklich Zeit und Mühe investiert hatte, nicht nur Kritzeleien auf die Schnelle. Bei irgendwelchen Laternen vom Laternenzug etc. - mach lieber Fotos davon. Am besten am Tag des Einsatzes.

      Klamotten lohnen auch nicht aufzuheben, zu sehr ändern sich die Moden, Und auch wenn heute manche Leute wieder Leggings tragen - die haben auch nicht mehr dieselbe Größe wie in den 90ern. Also: ab zur Altkleidersammlung.

      Alles, was billiger neu zu kaufen ist, als es die Miete für den Platz, den es belegt wert wäre, kann sicher immer weg. Man braucht kein ganzes Zimmer voller alter Spanplatten von irgendwelchen Schränken, weil ja das Zimmer auch Miete kosten wrde. Ja, ich habe auch schon was weg geworfen, was ich später nochmal gebraucht hätte. aber das dafür Jahrelang das winzige Kellerabteil verstopfen lassen und es über 2 Umzüge mit schleppen? Nein.

      Ich mach sowas u.a. auch beruflich - das "in den Hintern treten" und sortieren helfen.
      Zwar nicht bei "richtigen" Messies aber eben bei den Vorstufen. Da würde ich Dich auch ansiedeln, wärest Du ein klassischer Messie hätte das sicher noch eine andere Ausprägung,
      für therapiewürdig halte ich das nun nicht.

      Ich habe dafür ein System mit dem sich die Menschen nach einiger Zeit dann auch selbst helfen können. Und ich verstehe das auch sehr gut, weil ich selbst lange kaum etwas wegschmeissen/weggeben konnte.

      Eine Maßnahme in Kurzform: Je nach Ausgangslage mit einem Raum anfangen, erst Mal drei Haufen machen:
      Wegwerfen, noch aufheben, definitiv aufheben.
      Anfangs sind die "Wegwerf-Haufen" immer sehr klein, aber mit der Zeit kann man das lernen.
      Für den "Definitiv-Aufheben-Haufen" braucht es gute Gründe, z.B. das erste (!) Bild des Kindes, das Unikat von Oma etc.pp.
      Und den "Noch-Aufheben-Haufen" muss man gesondert wegpacken und sich nach einem Jahr nochmals ansehen, meist sieht man dann ein wie viel davon auch wirklich weg kann.

      Viel Erfolg,
      katzz

      Ich bin ähnlich gestrickt und habe mir einen Container in die Einfahrt stellen lassen.

      Am besten funktioniert bei mir das System: Wann hast du es zuletzt gebraucht, Wirst du es jemals wieder brauchen und ja es gibt Dinge die dürfen bleiben. Was kaputt ist, ist Müll und wenn es nicht innerhalb von x Tagen repariert und einem Zweck zugeführt wird ist es ebenfalls Müll.

      Allerdings war es bei mir wirklich so das als ich angefangen habe etwas wegzuwerfen es mir zwar schwergefallen ist aber es sich irgendwie auch erleichternd angefühlt hat.
      Ich habe mich tausendmal bei meiner toten Oma entschuldigt weil ich ich ihre Schachteln und Bilder entsorgt habe mit lauter Dingen und Menschen die ich weder kenne noch einen Bezug dazu habe. Aber sie gehörten meiner Oma und waren ihr wichtig deswegen mein Gebetsmühlenartiges "es tut mir leid"

      Es ist in Ordnung sich von Dingen zu trennen und dir ist das auch klar. Wenn du es nicht alleine schaffst wende dich an jemanden der dich kennt und dem du Vertraust.

      LG
      Corinna

      Hallo

      Ich kann eigentlich Ordnung halten aber mein mann und die Kinder nicht. Irgendwann konnte ich nicht mehr. War dann in reha und seid dem ist es hier schlimmer geworden.

      Ich habe weniger gemacht und mann und Kinder auch.

      Ich werde jetzt mit mann und Kindern jeden Tag ein zwei Räume machen. Und so wenig stauraum und Schubladen und Möbel wie nötig. Mein Sohn hat ads und wir vermuten mein mann auch.

      Hier türmen sich gerade der PapierKram in der Küche.

      Lg

      Hallo

      wenn du noch kein richtiger Messie bist empfehle ich auch dir

      <<<https://www.rowohlt.de/autorin/karen-kingston.html<<<;

      Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags.#

      Ansonsten frage eine Freundin.Wir haben mal vor Jahren zu dritt bei einer Freundin, zwei Wochenenden ausgemistet.
      Bis heute läuft es gut bei ihr.

      L.G.

      Für mich hört sich das noch nicht nach einem massiven Messi-Problem an. Ich kenne viele Menschen, denen es so geht - mich eingeschlossen. Bei mir ist es allerdings in den letzten Jahren besser geworden. Ich habe sonst auch alles ewig gehortet, nicht nur im Keller und auf dem Dachboden, sondern auch im Schlafzimmer und Wohnzimmer. Ich habe immer noch mehr Chaos als viele, die ich kenne, aber ich habe auch viel ausgemistet in den letzten Jahren. Mir fallen aber gerade spontan 3 Personen aus meinem nahen Umfeld ein, bei denen das auch sehr extrem ausgeprägt ist. Was bei allen hilft - wissen, das die aussortierten Sachen noch irgendwo gebraucht werden. Ich stelle z. B. häufig Dinge an die Straße mit einem Schild "zu verschenken". Das ist viel einfacher als wegwerfen! Eine Freundin von mir lädt gelegentlich alle ihre Freundinnen ein und baut überflüssiges wie einen Flohmarkt in der Wohnung auf. Jeder darf dann mitnehmen, was gefällt. Sie freut sich sehr darüber, wenn sie die verschenkten Dinge bei ihren Freundinnen wiedersieht.

      Es hilft auch, gemeinsam mit einer Person auszumisten, die keinen Bezug zu den Sachen hat, an denen man hängt. Eine gute Freundin, eine Schwester - ich kann es sehr gut mit meinem Mann. Mich nerven seine überflüssigen Sachen und ich teile ihm emotionslos mit, welche meiner Meinung nach weg können. Im Gegenzug fühle ich mich verpflichtet, dann auch Sachen von mir wegzugeben.

      Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, als ich Niemanden in meine Wohnung gelassen habe, weil dort immer Chaos war und ich mich dafür zu sehr geschämt habe.

      Auch heute ist es noch so, dass ich keinen unangekündigten Besuch will (ausser von Kindern)...meine Wohnung versinkt zwar nicht im Chaos, aber ordentlich bin ich auch nicht wirklich.

      Ich habe immernoch ein Schubladen-Problem...da wird dann einfach reingeworfen.

      Meistens kriege ich so 1-2 mal im Jahr dann meinen "Anfall" und laufe mit einem großen Müllsack durch die Wohnung und leere solche Schubladen wieder.

      Tipps zum Aussortieren hast du ja schon viele bekommen.

      An wen du dich für Hilfe wenden könntest..nun...falls du einen Partner hast, dann an ihn würde ich sagen. Ansonsten an eine Person der du am meisten vertraust...denn man gibt solche "Macken" ja nicht gerne von sich preis.

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