Auslandseinsatz

    • (1) 25.02.17 - 21:26
      Muggel 01

      Hallo,

      Mein Mann möchte für Ärzte ohne Grenzen für 3 Monate nach Afghanistan.

      Ich bin da grundsätzlich aufgeschlossen und sehe auch dass diese Tätigkeit sehr sinngebend und erfüllend sein kann.

      Eben ein Kontrastprogramm zu der Arbeit in Deutschland.
      Ich selbst wollte vor 2 Jahren auch für 2 Monate in den Sudan.
      Mein Mann hat es mir quasi " verboten " ich solle an die Kinder denken, zwei Monate ohne Mutter usw...
      Er selbst meint dass ein Vater durchaus entbehrlicher sei und das eine ganz andere Situation sei.
      Wenn mir als Mutter was passiert, sei das für die Kinder dramatischer....ich sehe daa überhaupt nicht so und finde ihn da sehr selbstgerecht.

      Ich hab vorgeschlagen, dass ich dann gerne 2018 einen Auslandseinsatz mitmachen möchte.

      Da ist er wieder damit gekommen dass ich mir das als Mutter nicht erlauben könnte.
      Ich könnte platzen, das ist doch Schwachsinn.

      Wie seht ihr das?

      • (2) 25.02.17 - 22:21

        Hallo,

        wie alt sind denn eure Kinder?

        Ich würde meinen Mann gehen lassen, aber mit dem Versprechen, dass er mir 2018 nicht im Weg stehen wird.

        Wenn eure Kids noch klein sind, verstehe ich, dass er dich vor 2 Jahren nicht gehen lassen wollte. Aber ich denke, grundsätzlich solltr gleiches Recht für Mutter und Vater bestehen! Mit sehr kleinen Kids, sagen wir mal vor Schularten, würde es mir persönlich aber schon schwer fallen.

        Natürlich sind solche Aktionen nicht für jeden etwas, wahrscheinlich bekommst du einige Antworten, wie man als Mutter das Risiko auf such nehmen kann etc...

        Aber ich kann dich verstehen. In einigen Jahren werde ich sicher auch für ein paar Wochen ins Ausland gehen und die Kids beim Papa lassen. Und das würde ich ihm auch zugestehen, so fern es sich ergibt und bzgl. Kinderbetreuung irgendwie möglich ist.

        Ich hoffe, ihr einigt euch ohne großen Streit!

        Viele Grüße!

        Im Prinzip hast Du Recht
        Er darf/Du nicht= ungerecht

        Aber sehe es bitte aus den Augen der Kinder! Die würden mehr leiden, wenn Du fehlst.

        Mein Mann verreist auch ca 1-2x jährlich für ne Woche (mal privat, mal beruflich) und damit kommen meine jüngeren Kids gut klar, auch wenn die Kleinste ihn vermisst.

        Wäre ich eine Woche oder nur paar Tage weg, würden meine 2 jüngsten Kinder (Mädchen) extrem leiden. Sie würden dauernd weinen, mich extrem vermissen.

        Daher könnte ich wegen dieser emotionalen Bindung nicht weg.

        Sind sie älter so ab 14 aufwärts wäre es kein Thema mehr.

        Aber gerade jüngere Kinder brauchen Mamas Umgang.

        Da das naturell so gegeben ist, wäre ich nicht so egoistisch mich da durchzusetzen.

        Oft ist ein Vater einfach entbehrlicher.

        • Ich habe immer Vollzeit gearbeitet, mein Mann war jeweils 2 Jahre in Elternzeit, er ist angestellt ich selbstständig, unsre Kinder sind 14 und 8. Ich bin nach 6 Wochen wieder in meine Praxis zurück.
          Wir haben eine Kinderfrau die nachmittags für die Kinder da ist und sie seit Geburt kennt.
          Ich bin regelmäßig 1-2 Wochen beruflich unterwegs, mein Mann verbringt mehr Zeit mit den Kindern, ich sehe sie meist nur zum gute Nacht sagen und am Wochenende.
          Was bewegt dich zu der Vermutung, dass der Vater entbehrlicher ist? Meine Kinder haben zu mir keineswegs eine engere Bindung als zu ihrem Vater.
          Und woher willst du wissen, dass die Mutter, so wie in deiner Familie, die engere Bindung haben muss? Konntest du das meiner Schilderung entnehmen oder sind das deine subjektiven Einschätzungen?
          Meine Kinder weinen nicht wenn ich nicht da bin, sie sind doch bei Papa genauso gut aufgehoben. Er ist auch zur Zeit bei meiner Tochter im KH und übernachtet dort, sie will unbedingt den Papa da heben und nicht mich.
          Er hat auch die ersten beiden Jahre hauptsächlich die Betreuung übernommen und er hat das super gemacht.
          Hier ist das nicht so eindeutig wie du meinst.

          • Subjektiv und ganz klar aus Beobachtungen in allen freundschaftlichen oder familiären Umkreisen.
            Du schilderst jetzt auch nur Eure Situation.
            Im Prinzip zu 99% ist es so, dass die Mutter doch Hauptpart ist für Kinder.

            • Das ist bei uns nicht so.
              Und auch bei uns im Umkreis und bei Freunden nicht.
              Ich arbeite Schichtdienst, weshalb mein Mann alle Dinge tut, die ich auch mache mit den Kindern, angefangen vom Frühstück bis hin zu den Hausaufgaben - je nachdem, wer gerade da ist.

              So pauschal kann man das also gar nicht sagen.

              LG

              a79

      Da ich von meiner Bundeswehrzeit her sehr gut weiß, was alles passieren kann in Afghanistan, bin ich eigentlich auch dafür, dass die Mütter wenigstens solange bei ihren Kindern zuhause bleiben, bis man ihnen schlüssig erklären kann, was man tut. Skype ist nicht für alles Ersatz.
      Ein größeres Schulkind reagiert besser auf die Abwesenheit als z.B. ein Dreijähriges, welches ziemliche Verlustängste entwickeln kann.
      Und nein, es ist auch nicht toll, wenn Vater/Mutter nach ein paar Monaten heimkommt und das Kind sich wegdreht..... Habe ich in der Nachbarschaft erlebt.
      Dabei denke ich nicht nur allein an Todesfälle die passieren können, sondern an die vielen (teils togeschwiegenen) Fälle von PTBS - Du weißt nicht, was Du dort erleben kannst, als Frau sowieso in den Ländern, in denen eine Frau null Stellenwert hat.
      LG Moni

      Das kann man doch so pauschal gar nicht sagen.

      Wie alt sind die Kinder? Wer ist die hauptbezugsperson bis jetzt? Wie gehen sie allgemein mit Trennungen von euch um? Dein Mann ist Arzt? Ist die Betreuung gewährleistet wenn du weg bist und er Nachtschicht hat? (Gleiches gilt natürlich wenn er weg ist und du auch nachts arbeiten musst)

      Ich finde nicht das grundsätzlich die Mutter mehr vermisst wird...ich fand als Kind Trennungen von meinem Vater weitaus schlimmer. Und natürlich gilt gleiches Recht für beide - wenn es denn für die Kinder ok ist.

      Persönlich finde ich gehören solche Selbstfindungstrips entweder in die Zeit vor die Kinder oder wenn diese bereits erwachsen sind. Während man die Hauptverantwortung trägt muss das nun wirklich nicht sein....aber das ist eure Entscheidung.

      Hallo!

      Ich finde, solange die Kinder klein sind, sollten BEIDE Elternteile bei ihnen bleiben und keine gefährlichen Regionen für mehrere Monate besuchen.

      Kinder brauchen beide Eltern, der Tod eines Vaters ist nicht weniger traumatisch als dere iner Mutter, und mal eben freiwillig für mehrere Monate weg gehen kommt einfach gar nicht in Frage. Punkt.

    Ich sehe keinen Unterschied zwischen Mutter und Vater. Worauf es ankommt ist eher, wie man organisiert ist. Wenn beispielsweise der Vater bislang nur in Teilzeit gearbeitet hat und vermehrt in die Kinderbetreuung eingebunden gewesen ist, muss natürlich eine neue Regelung gefunden werden.

    Allerdings finde ich es nicht so gut, Kinder monatelang nicht täglich miterleben zu können, weil manchmal viele auch unvorhersehbare Dinge passieren können. Bei uns war es so, dass mein Sohn als 17jähriger einen Unfall hatte, der Vater (für 3 Monate tausende km entfernt) auf Wunsch meines Sohnes nichts davon erfahren sollte - und letztendlich hat mein Sohn seinem Vater diese Abwesenheit in einer Zeit, in der er ihn gebraucht hätte, innerlich vorgeworfen. Das hat ihre Beziehung sehr belastet und wurde nie aus dem Weg geräumt. Unlogisch? Ja. Aber ein mögliches Szenario.

    (13) 26.02.17 - 12:28

    Hallo,

    wir hatten das Thema auch schon, denn mein Mann ist Berufssoldat - es betrifft aber immer nur ihn, dafür sind es dann mehr als 3 Monate, letztes Mal (ist aber schon 8 Jahre her), waren es 4 Monate in meiner zweiten Schwangerschaft. Das war schwierig und sehr kräftezehrend. Für uns alle, besonders für meinen Sohn, der damals 2,5 Jahre alt war.

    Darüber sollte man sich vorher wirklich im Klaren sein.

    Ansonsten finde ich es egal, wer von den Elternteilen nicht da ist - den Kindern wird etwas fehlen, so oder so.
    Wir hatten z.B. ein Bonbonglas, in das ich so viele Bonbons gefüllt hatte, wie Tage, die mein Mann im EInsatz war. Jeden Tag durfte mein Sohn eines rausnehmen und konnte so sehen, wie das Glas leerer wurde und der Tag "an dem Papa wiederkommt" näher rückte. Das war gut für ihn - und für mich irgendwie auch.

    Das ist auf jeden Fall eine Entscheidung, die man nicht leichtfertig treffen sollte und gut vorbereiten.

    LG

    a79

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