Was mach ich mit ihm???

    • (1) 26.02.17 - 18:06
      Soratlos

      Hallo an alle,

      Beim seit fast 4 Jahren mit meinem Freund zusammen. Er ist 49, ich 35. Er hatte um die 30.000 Euro Schulden, wegen seiner ex Frau. (Geschichte wäre zu lang, er muss halt das abbezahlen, hatte aber nie was vom Geld,naja...) er muss nur noch 2 Jahre lang abbezahlen. Er muss noch Unterhalt für 1 Kind zahlen. Wegen diesen 2 Sachen gehen im Monat schon 1100 Euro weg. Dann Miete, dies und das, ihm bleiben am Monatsende nix. Er hat nix gespartes, obwohl er fast 20 Jahre ein Haus abbezahlt hat mit deiner ex Frau. Er hatte vor etwa 6 Jahren einen burnout. Er nimmt AD. Bis vor paar Monaten war seine Stimmung ganz ok. Ab und zu Tiefs aber war auszuhalten. Er half im Haushalt viel mit, passt auf mein Kind auf, wenn ich arbeiten bin. Seit ein paar Monaten ist es echt unerträglich geworden. Er macht echt gar nix mehr. Er hat einen wichtigen Job auf Arbeit nicht bekommen (er bekommt ganz normal Gehalt, wäre nur eine Herausforderung gewesen) und seit dem geht es Berg ab. Er schläft nur noch. Er sagt dauernd, er ist ein versager, er hat mit 50 nix. (Ist ja nicht deine Schuld, ...die ex... die viel zu lange Geschichte) er hat jetzt 2 Wochen Urlaub genommen. Er schläft nun 20 Stunden am Tag, ab und zu kocht er was, lässt dann aber alles liegen, auf meinem Kind passt er zwar auf, aber es interessiert ihn nicht, wenn es hier aussieht als wäre ne Bombe explodiert, Kind ernährt sich nur von Kakao und Chips, wenn er aufpasst. (1x die Woche)

      Seine AD-s nimmt er seit gut 6 Jahren, schreibt mittlerweile die Assistentin vom HA auf wie Vitamine. Er will nicht zum Arzt deswegen, er sagt, der kann auch nicht helfen, er ist ein versager, er hat nix blablabla. Was soll ich machen? Entweder hat er wieder ein burnout oder schwer depressiv. Er lässt sich nicht helfen. Alle paar Tage hat er mal ganz gute Laune, wo wir uns auch gut unterhalten können. Darauf ansprechen geht nicht, ziehe ihn sofort runter.

      Habt ihr Ideen?

      Er will sich nicht helfen lassen, weil das Mühe und Arbeit bedeutet. Für jemanden mit Depressionen ist es viel bequemer und einfacher, so weiter zu machen, wie bisher.. schlafen. Das wird von alleine nicht besser, das ist Dir doch klar?

    • Du kannst nichts machen.

      Der Gedanke, mit 50 Jahren nichts erreicht, nichts geschaffen zu haben, kann jeden Menschen runterziehen und dein Freund leidet ja sowieso schon an Depressionen.
      Solange er sich nicht helfen lässt, würde mein Mitleid sich in Grenzen halten, Pillen schlucken allein hilft ja nicht.

      Du bist noch relativ jung und solltest dir überlegen, ob so ein Jammerlappen eine Perspektive für dich ist.

      (6) 26.02.17 - 20:26

      du kannst ihm nicht helfen... das musst du dir ganz klar und deutlich vor Augen führen...

      kannst du ihn aus der Verantwortung, sich um dien Kind zu kümmern entbinden?

      Ich würde ihm sagen, dass er sich erst mal um sein Leben kümmern muss, dass du das nicht leisten kannst und ihm da auch nichts abnehmen kannst. dass du gerne (sofern es für dich machbar ist) im Hintergrund bleibst und für ihn da bist - aber er muss sich für eine Therapie entscheiden und diese machen... er wird auf sonst der Straße landen, und das kannst du nicht verhindern...
      du musst dich in erster Linie um dein Kind und um dich sorgen!

    • Hi,
      Er hat eine behandlungsbedürftige Depression. 20 Stunden schlafen am Tag, alles-egal-Haltung? Wann kommen die Selbstmordgedanken? Wenn er die äußert, kannst du ihn einweisen lassen. Vorher "nur" an seine Vernunft appellieren, dass er doch mal zum Arzt geht, am besten zu einem Psychiater. Ein Medikamentenwechsel wäre auch angezeigt. Was ist mit Psychotherapie? Nach zwei Wochen "Urlaub" wird sein Zustand garantiert nicht besser. Viel Glück!

      • (8) 27.02.17 - 17:56

        Danke für eure Antworten. Heute ging er auf Arbeit und kam wieder heim. Er sagt endlich, er braucht Hilfe. Er geht morgen zum Arzt. Ich werde euch berichten.

    .......oder schwer depressiv...........

    Natürlich IST er depressiv!! Hast du dich in den 4 Jahren mal mit der Krankheit beschäftigt? Er nimmt durchgängig Medikamente ein - warum wohl? Er ist krank und wird es vermutlich auch bleiben in mehr oder weniger schwerer Ausprägung. Du schreibst selbst, dass es immer mal Tiefs gab. Die hast du (und er) so ausgesessen, weil es euer Leben nicht besonders durcheinander gebracht hat. Es kann sich soweit verschlimmern bis hin zum Suizid. Aber helfen kann er sich nur selbst (lassen). Denk mal an den Fußballer Robert Enke. Die Frau wusste davon, er hatte ein gutes soziales Umfeld, Familie, einen Job und hat sich dennoch vor den Zug geworfen. Ein guter Freund meiner Kollegin hat sich im letzten oder vorletzten Jahr trotz Behandlung aus dem Fenster gestürzt und der Ex-Schwiegervater meiner Schwester hat sich in der eigenen Garage erhängt. Das haben sie sicher alle nicht getan, weil sich die jeweilige Familie zu wenig gekümmert hat.

    An deiner Stelle würde ich erstmal an das Kind denken. Als Betreuer oder Babysitter taugt er kein Stück. Mich wundert es, ehrlich gesagt, dass du ihn noch in Anspruch nehmen willst. Er hat genug mit sich und seinem Leben zu tun und braucht keine weitere Belastung, der er nicht gerecht werden kann.

    Wohnt ihr zusammen? Das wäre natürlich tragisch. DU kannst dich nur abgrenzen und hoffen, dass er sich helfen lässt. Aber so lange er keine Gefahr für andere und insbesondere sich selbst darstellt, wird ihm niemand zwangsweise helfen. Erst wenn er Suizidgedanken äußert oder -Versuche unternimmt, kannst du den Notruf wählen. Aber auch dann können sie ihn nicht einfach wochenlang gegen seinen willen wegsperren.

    Meine Schwester ist Dipl. Sozialpädagogin und hat hauptsächlich mit solchen Menschen in deren Umfeld und deren Alltag zu tun.

    Den einzigen Rat, den sie gibt, ist: LAUF!!!

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