Ständig aggressiv gegenüber meinen Partner

    • (1) 02.03.17 - 19:26

      Hallo alle zusammen!

      Da ich im Moment nicht so wirklich weiter weiß, möchte ich mich mal an Euch wenden.

      Im November 2015 ist mein Papa gestorben. Das hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen. Der verlust war bzw ist für mich wirklich schlimm.

      Ich habe einen Freund seit zwei Jahren. Er kommt aus Tunesien. Ich arbeite in der Animation und habe ihn dadurch kennen gelernt. Am Anfang stand ich der Beziehung sehr misstrauisch gegenüber. Aber dann war es so das ich in der Türkei arbeiten musste. Und er ist mir ohne zu zögern gefolgt. Er hatte keine Arbeit, keine Wohnung, keine Freunde. Er ist gekommen und hat dann vor Ort Arbeit gesucht. Damit hat er mir bewiesen wie ernst es ihm ist.

      Meine Schwester und auch ein paar Bekannte haben sehr Vorurteile gegen ihn. Obwohl sie ihn gar nicht kennen. Meine Schwester beschimpf ihn sogar als Kanacke und alles.

      Mein Problem ist jetzt. das ich meinen Freund gegenüber immer sehr aggressiv werde. Das geht jetzt schon seit einem Jahr so. Er kann es mir nicht recht machen. Egal was er macht oder sagt, es ist alles falsch. Wenn ich ihn sage was ich nicht so mag versucht er es direkt zu ändern, wenn er mir was sagt werde ich direkt pampig. Es sind immer Kleinigkeiten. Wenn er mal etwas länger schlafen will oder mal nicht gleich macht was ich will, wenn er mal ne andere Meinung hat oder mir einfach die Wahrheit sagt die ich nicht hören will. Es ist ständig, und es wird immer schlimmer. Im Januar war ich bei ihm. Ein paar Freunde waren da, alles war gut, wir hatten viel Spaß. Von der einen auf die andere Minute war ich total angepisst und wollte nicht mehr mit ihn reden und hab ihn weggestoßen. ich werde dann sehr verletzend und beleidigend. Dabei ist er so gut zu mir. Er versucht mir über die Trauer von meinen Papa hinweg zu helfen, er ist für mich da wenn ich ihn brauche, er war bereit für mich umzuziehen, er kocht für mich, wenn ich krank bin steht er nachts auf um mir einen Tee zu holen, wenn alle gegen mich sind, steht er trotzdem zu mir. Ich weiß wirklich was ich an ihm habe und liebe ihn sehr.
      Aber ich weiß nicht mehr was ich machen soll um das Problem im Griff zu bekommen. Am Sonntag gab es einen großen Streit. Ich hab zu ihm gesagt das ich hoffe das mein papa weiß das ich ihn nie vergessen werde. Er hat nur geantwortet, Verstorbene denken das nur wenn man sie nicht auf den Friedhof besucht. Ich hab das dann gleich wieder so gedreht das er mir Vorwürfe machen will weil ich gerade in Ägypten bin und nicht zu ihn kann. Aber er hat das gar nicht so gemeint, er hat es nur so allgemein gesagt. Aber alle versuche mir zu erklären das ich das falsch verstanden habe gingen nach hinten los. Irgendwann hat er dann gesagt, das es so nicht mehr weitergehen kann. Er versucht mir zu helfen wo ich kann, ich es aber nie sehe. Er hat dann gesagt er will erstmal eine Woche keinen Kontakt um zu gucken wie oder ob überhaupt es weitergehen soll. Hatte das erste mal richtig Angst ihn zu verlieren. Und da hat es einfach Klick gemacht, das ich das Problem in den Griff bekommen muss.
      Haben uns gestern zum Glück vertragen. Hab ihn auch gesagt das ich wirklich Angst hatte. Er hat gemeint brauche ich nicht und das er immer hinter mir steht wenn ich ihn brauche und mich nicht gleich aufgibt. Dennoch hab ich begriffen das ich was ändern muss, weil ich mir nicht vorstellen kann das er mein Theater ewig mitmacht.

      Ich weiß nicht woran das liegt. ob es daran liegt das ich den Tod von meinen Papa noch nicht verarbeitet habe. Oder weil viele so negativ von ihn reden, das ich mich da mit beeinflussen lassen hab, oder das ich vor ihn viele komische Männer hatte , das ich einfach jetzt die Fehler suche. Ich weiß es wirklich nicht.

      Hat den jemand von Euch ähnliche Erfahrungen? Und kann mir jemand sagen was ich machen kann um meine Wut zu unterdrücken?

      Vielen Dank schonmal.
      Liebe Grüße

      • >>>Und kann mir jemand sagen was ich machen kann um meine Wut zu unterdrücken?<<<

        Deine Wut permanent zu unterdrücken, bringt dich nicht weiter, im Gegenteil, das wird auf lange Sicht schlimmer.
        Du solltest herausfinden, woher deine Wut kommt, auf wen oder was du wütend bist.

        • gh1954, ja da hast du wahrscheinlich recht. ich will auch eine therapy machen. Aber ich bin jetzt erstmal bis november im Ausland. Deswegen dachte ich vielleicht kann mir jemand nen tipp geben wie ich mich besser kontrollieren kann.

      "Oder weil viele so negativ von ihn reden, das ich mich da mit beeinflussen lassen hab,"

      Das hat definitiv Wirkung. Da du ja deinerseits "gesellschaftlich" nicht ausgegrenzt werden willst.

      Des Weiteren denke ich, dass er dir in irgendeiner Form unterlegen ist. Wirtschaftlich, Bildungsmäßig, was auch immer. Vielleicht missfällt dir ja auch genau das Unterwürfige. Sein wir mal ehrlich, du willst ein Partner und keinen Dackel. In diesem Fall sehe ich da wenig Hoffnung, das geht selten gut.

      Was für Partner hattest du denn vorher?

      Dennoch solltest du dich von deinen Freunden nicht distanzieren, denn wenn es scheitert, warum auch immer stehst du allein auf weiter Flur.

    • irgendwie kann ich gerade nicht ganz folgen wie du das meinst ich brauche einen partner und keinen dackel. Nur weil er immer hinter mir steht heißt es doch nicht das er mir seine meinung nicht sagen tut. und für mich stellt sich auch gar nicht die frage ob ich die beziehung beende oder nicht. ich bin keine die irgendwas hinwirft nur weil es nen paar probleme gibt. ich denke auch das das problem bei mir liegt. da ich einige familiäre probleme habe, und mein freund halt der ist mit dem ich am meisten zu tun hab, der alles abkriegt. Und ich hab mich einfach an Euch gewant, weil ich hoffe mir kann da vielleicht jemand helfen.
      Ich hab mich von niemanden distanziert.

      Meine Freunde davor waren sehr gemischt. Der eine war Macho, der andere nen Egoist, der andere hat alles gemacht was ich wollte. Joar war schon sehr unterschiedlich.

      • Sorry, kam bei mir so an, als versuchte er dir alles Recht zu machen. Und es hätte sein können, dass dich das misstrauisch macht und du demzufolge versuchst ihn unbewusst aus der Reserve zu locken. War eine Spekulation.

        Ich denke eher, dass der Tod deines Vaters durchaus der Auslöser sein kann. Aber bin mir nicht sicher, ob es die richtige Ursache ist.
        Wenn es das wäre, Trauer etc. könntest du es vermutlich händeln in diesen Situationen. Das ja schon der Gedanke käme, dass es eine unpassende Reaktion zum Gefühl Trauer/Verlust ist. Weiß nicht, ob du weißt, was ich meine.
        Du hast aber keine Kontrolle drüber. vielleicht suchst du noch mal in dir. Vielleicht hilft es drüber nach zu denken, welche Funktion das in dem Moment für dich hat. Was passiert danach in aller Regel?(brauchst du mir nicht schreiben)

        • Achso ja kein problem. Nee das macht er nicht. Er lässt mich eigentlich immer spüren wenn ich mich daneben verhalte und versucht mich wieder runter zu holen.

          Ja ich glaube es gibt einige Faktoren. Der Tod meines Papas, dann hatte ich mein ganzes Leben lang damit zu kämpfen es immer meiner Schwester Recht zu machen. Sie hatte immer überall was auszusetzen.
          Bei meinen Männern, meine Freunde mochte sie nicht, meine Arbeit, meine Klamotten. Immer war irgendwas, das hat mich auch sehr runtergezogen, weil sie für mich immer so ein Vorbild war. Dann das viele ständig versuchen in meiner Beziehung reinzureden. Ich glaub das spielt alles irgendwie mit rein. Wahrscheinlich hab ich alles in mich reingefressen und jetzt kommt alles raus.
          Ist unterschiedlich was danach passiert. Also ich werde halt immer sehr beleidigend und unverschämt meinen Freund gegenüber, knalle ihn da wirklich harte sachen an kopf. Meistens ist es so das ich dann nach ner halben stunde merke wie albern ich mich verhalte. Ab und zu kommt es aber auch vor das meine laune mal ein Tag andauert. Letztens waren wir auch feiern. Und von der ein auf die ander minute fang ich einfach an mit heulen und will mit kein mehr reden. Das ist doch nicht normal. Ich hab das Gefühl ich werd langsam wahnsinnig. Eigentlich läuft es bei uns so ganz gut. Aber durch mein ständiges Theater ist er natürlich dann auch immer sauer und enttäuscht.
          Jetzt muss ich halt nur irgendwie herausfinden, wie ich das alles irgendwie steuern kann. Das ist eine gute idee. Vielleicht sollte ich mir eine Liste machen. Aus welchem Grund sich meine Laune ändert, also was der Auslöser ist. Das wäre zumindest schonmal ein Anfang.

          Danke dafür.

          • Ich meinte nicht, dass du es steuern sollst, das wäre ja Quatsch, das würdest du ja tun, wenn du es könntest. Aber richtig ist, dass du mal aufschreibst, wie du dich vorher fühlst und hinterher. Und was passiert.

            Dein Verhalten hat eine Funktion für dich!

            was könnte das sein?

            Falls du sehr darunter leidest und es schlimmer wird, suche dir professionelle Hilfe.

Hallo!

Ehrlich gesagt finde ich es schon außergewöhnlich, dass Dich der Tod Deines Vaters immer noch so sehr belastet. Ein paar Monate, ja. Aber über ein Jahr?

Vielleicht liegt da der eigentliche Auslöser, aber was das genau ist, musst Du wohl selbst heraus finden.

Aber der Vater ist eben der erste Mann im Leben jeder Frau, und kann damit auch das Verhältnis zu allen anderen Männern beeinflussen, möglicherweise musst Du mehr in dem Verhältnis zu Deinem Vater suchen,gar nicht so sehr bei Deinem Freund.

  • Ja na weißt du ich hatte ein sehr iniges Vehältnis zu meinem Papa. Er war der einzige aus meiner Familie der immer für mich da war und hinter mir stand. Umso schwerer viel mir der Verlust. Ich merke auch selber das ich noch nicht drüber weg bin. Ich brauch mir nur Fotos anzuschauen und schon laufen mir wieder die Tränen.

    Seit seinem Tod hab ich auch mit, Bluthochdruck, Rückenschmerzen und Gewichtsproblemen zu kämpfen. Das mit dem Gewicht habe ich wieder hinbekommen, aber den Rest nicht. Meine Ärztin meint das das alles Stress bedingt sein kann und ich mit der Vergangenheit abschließen muss. Aber irgendwie geht das nicht, weil ich meinen Papa auch nicht vergessen möchte.

    Was meinst du genau damit, das ich mehr in dem Verhältnis meines Vaters suchen sollte?

    Liebe Grüße

    • Hallo!

      Aber Du vergisst Deinen Vater doch auch nicht, wenn Du nicht alle paar Tage Fotos anschaust. Damit reißt Du doch nur dauernd Wunden auf, die noch gar keine Zeit hatten, zu heilen. Du musst auch nicht jede Woche zum Friedhof oder ständig über ihn sprechen.

      Mein Vater ist vor 3 Jahren gestorben, ja, auch ich vermisse meinen Vater. Aber er spielt in meinem Alltag keine Rolle mehr. Er war ein wichtiger Mensch in meinem Leben, aber er ist tot.

      Klar kommt die Trauer jedes mal hoch, wenn Du Fotos raus holst, auf den Friedhof gehst oder pber ihn redest, aber das sollst Du ja auch nicht, solange Du die Trauer nicht verarbeitet hast. Damit machst Du es Dir doch nur unnötig schwer. Die Fotoalben kannst Du dann wieder raus holen, wenn Du an ihn denken kannst, ohne mit den Tränen zu kämpfen. Und hör auf dauernd über ihn zu reden oder an ihn zu denken.

      Was mutest Du Deiner Seele denn zu, wenn Du so wenig loslassen kannst? Kein Wunder, dass Du Bluthochdruck hast, wenn Du das machst. Ende damit, fang endlich wieder an zu leben - oder geh zurück nach Deutschland und da sofort in eine psychiatrische Klinik, bevor Du ganz kaputt gehst mit Deiner kranken Erinnerungswut.

      • Ja vielleicht hast du schon Recht. Aber ganz so leicht wie es bei Dir war wird es sicher nicht werden. Und ich kann da nichts dagegen machen das ich ständig an ihn denken muss. Ich habe da keinen Einfluss drauf.
        Im Moment gehe ich nicht zum Friedhof, da ich im Ausland arbeite. Der Job tut mir ganz gut und lenkt mich wenigstens ein bisschen ab.
        Ich glaube jeder verarbeitet seinen Verlust anders. Manche brauchen ein paar Monate und manche Jahre. Da hat man leider nicht so Einfluss drauf.

        • Du steckst einfach schon längst in einer Depression drin.

          Da kommst Du aber nicht alleine raus, da brauchst Du ärztliche Hilfe. Einfach nur "zusammen reißen" bringt da nichts mehr, weil das einfach schwerer wiegt.

          Aber das heißt auch, dass Du nach Hause kommen musst, damit Dir geholfen werden kann. Du kannst das nicht ewig vor Dir her schieben.

          Wenn Du absolut nicht nach Hause willst, dann kümmer Dich wenigstens jetzt schon um einen Termin bei einem Facharzt, gleich wenn Du wieder in Deutschland bist.

Versuch einer Ferndiagnose:
Du thematisiert hier deine Aggressionen deinem Freund gegenüber und erklärst eingangs deine Situation gegenüber deiner Familie und erwähnst den Tod deines Vaters bzw die Auswirkungen auf dich.

Damit hast du dir die Antwort schon selbst gegeben: du bist aufgrund dieser Ereignisse depressiv geworden, was sich in Aggressionen gegenüber deinem Partner äußert.

Aber bitte befragen Sie, der Vollständigkeit halber, Ihren Arzt oder Apotheker :-)

  • Ja du hast ja recht. Ich weiß wo es her kommt. Auch hatte ich immer ein schwieriges Verhältnis mit meiner Schwester, was mich mein Leben lang immer sher belastet hat.

    Nur da ich wie gesagt erstmal eine Weile im Ausland bin, hatte ich gejofft auch hier eine Lösung zu finden.

Hey,

ich kenne dieses Problem was du schilderst nur zu gut...
Mein Exfreund K. war auch so wie du deinen Freund beschreibst. Er war seeehr liebevoll, verständnisvoll, auf mein Wohlergehen bedacht und hat sich sehr um mich bemüht - ja wirklich "die Sterne vom Himmel geholt". Wir waren nicht lange zusammen (3/4 Jahr), aber ich habe mich in der Zeit sehr in ihn verliebt, weil er mir einfach versucht hat alles zu geben und ich bei ihm gespürt habe wie sehr er mich braucht...

So wie du deinen Freund behandelst, so habe ich meinen Exfreund K. auch des öfteren behandelt und mir war das auch bewusst, mir tat es im Nachhinein auch sehr leid, weil ich ihn wirklich verletzt habe, das hat man ihm angesehen... Bei mir lag es allerdings unter anderem daran, dass ich vor ihm eine laaange Beziehung hatte, in der wirklich alles perfekt schien. Zum Ende hin hat es immer wieder gekriselt, weil mein damaliger Partner J. nach und nach sehr faul wurde und nicht arbeiten gehen wollte. Ende vom Lied war dann, dass er mich mit einer "Freundin" auf meiner eigenen Geburtstags- und Abschlussfeier betrogen hat. Das habe ich erst ein paar Wochen danach herausgefunden und mir hat es wirklich den Boden unter den Füßen weggerissen, weil ich niemals gedacht hätte, dass mir so etwas passiert, ich habe ihm wirklich zu 10000% vertraut.

Das war der größte Arschtritt meines Lebens und ich war anscheinend nicht dazu bereit mein Herz für jemand anderen zu öffnen, obwohl ich mich danach ja wirklich sehr sehr verliebt habe. Ich konnte ihn nur nicht richtig an mich heranlassen und daher habe ich ihn irgendwo vergrault - vielleicht aus Selbstschutz?! Ich weiß es nicht...
Noch dazu war ich diese extreme Art von Liebe, ja eine Art vergöttern, absolut nicht gewohnt und wusste nicht damit umzugehen... mein damaliger Partner J., mit dem ich so lange zusammen war, habe ich zwar sehr geliebt, aber einfach anders - ja irgendwie freundschaftlicher, zumindest vom Umgang her... wir haben uns nie liebestrunken mit voller Leidenschaft in die Augen gesehen und alles was dazu gehört. Da hätten wir wahrscheinlich beide angefangen zu lachen #rofl Vielleicht bin ich auch nicht so der Typ für diese extreme Romantik und dieses Vergöttern des Partners... Meine jetzige Beziehung ist zwar auch liebevoll und all das, aber auch mehr neckisch, freundschaftlich und sich auf eine liebevolle Art ärgern - und vorallem hat jeder noch sein Leben und seine Freiräume und das hat mir mein Ex K. nicht so gegeben, ging mir daher auch nach kurzer Zeit auf den Puffer... Finde es immer ganz wichtig, dass man noch eine eigenständige, unabhängige Person bleibt, die noch ihren Interessen nachgeht und eigene Freunde besucht usw... einfach dieses charakterstarke, eigene Ich, was auch ohne Partner gut zurecht kommt und dieses Gefühl hat mir mein Ex K. nicht gegeben, ich war für ihn die Welt und damit konnte ich nicht umgehen... Vielleicht habe ich ihn auch daher so behandelt, vielleicht ging mir das auch auf den Keks...?! Es spielen ja immer mehrere Faktoren zusammen...
Ich kenne ja dich und dein Leben nicht, meine "Geschichte" soll nur ein Denkanstoß für dich sein. Alles hat seinen Ursprung und seinen Grund... Ich kann mir nicht vorstellen, dass es bei dir an dem Tod deines Vaters liegt, das muss irgendwo anders herkommen... Wurdest du mal sehr verletzt? Kannst du dich und deine Gefühle deinem Partner zu 100% öffnen? Kannst du mit seiner liebevollen Art und seiner Liebe zu dir umgehen? Was für eine Art Beziehung willst du haben und entspricht die Art der Beziehung mit ihm deinen Vorstellungen? Oder aber du lässt dich unterbewusst doch von deiner Familien/deinen Freunden beeinflussen...?! Fragen über Fragen...

Alles Gute #klee

  • Hey! Danke das Du dir so viel zeit genommen hast.

    Das tut mir wirklich sehr leid was Dir passiert ist. Und auch das Dein Ex Freund durch seinen Betrug Dein Vertrauen so erschüttert hat, das du deinem nächsten Partner dann nicht vertrauen konntest. Ich finde es sehr traurig das ihr es nicht wieder hinbekommen habt. Ja ich denke auch das man dann oft aus Selbstschutz handelt, aus Angst nicht verletzt zu werden. Aber gut das du jetzt wieder jemanden gefunden hast mit dem alles passt.

    Ja da bin ich auch Deiner Meinung, das jeder auch seine eigenen Interessen verfolgen sollte und vor allem nicht seine Freunde vernachlässigen sollte. Und für mich ist es auch wichtig mit meinem Partner rumalbern zu können, auch wenn es manchmal kindisch ist Ich bin da auch nicht so der romantische Typ der immer klammert. Außer in gewissen Situationen.

    Ich fande Deine Geschichte auf jedem Fall sehr interessant. Danke dafür.

    Ja abgesehen davon das mich der Tod von meinem Papa so mitnimmt, gibt es noch zwei andere Sachen die mich sehr beschäftigen. Mein ganzes Leben lang war meine Schwester immer die Bessere. Ich hatte immer das Gefühl nicht gut genug zu sein. Sie war für mich immer ein Vorbild, doch hatte ich das Gefühl ihr das Wasser nicht reichen zu können. Letztes Jahr im Januar, zwei Monate nach den Tod meines Vaters, hatten wir Streit. Sie hatte mir dann am Kopf geknallt. Ich soll mal in den Spiegel gucken. So fett und häßlich wie ich bin, sowas wie mich kann man gar nicht lieben. Das war für mich ein Schock. Ich hatte nach Papas Tod 12 kilo zugenommen und hatte ihr das ein Tag vorher anvertraut. Und ein Tag später knallt sie mir das an Kopf. Meine Mom war natürlich auf Ihrer Seite wie immer. Hab dann zum Glück mit viel Disziplin wieder abgenommen. Hatte dann ein dreiviertel Jahr mit Ihr kein Kontakt mehr, erst seit November wieder. Ich bin nicht mehr sauer, aber ich hab es auch nicht vergessen können wie sehr sie mich hassen muss um der eigenen Schwester sowas an Kopf zu knallen.
    Desweiteren stimmt es auch das ich vorher mit Männern nicht so gute Erfahrungen hatte. Der eine hat mich geschlagen, der andere war mega egoistisch, der andere hat mich ausgenutzt, der andere betrogen. Ein einzigen gab es der wirklich korrekt zu mir war. Aber der war irgendwie zu nett. Er hatte nie seine eigene Meining und hat immer gemacht was ich wollte. Das ist am anfang zwar schön, aber auf Dauer nervt es.

    Ja ich rede immer sehr offen mit meinem Partner. Ja an sich läuft die Beziehung schon gut. Klar gibt es mal nen paar Meinungsverschiedenheiten. Alleine durch die Mentalität. Aber nichts schlimmes und die Entfernung macht mir etwas zu schaffen.

    Ich möchte einen Mann der mir Freiheiten lässt, mir sagt wenn ich mich scheiße verhalte, aber mich auch in Arm nimmt wenn es mir schlecht geht, mit dem ich über alles reden kann, der etwas Humor hat, mit dem man auch mal feiern gehen kann, der mich respektiert wie ich bin und den ich vertrauen kann. Und das trifft ja auch alles auf ihn zu. Deswegen verstehe ich das ja nicht, weil er echt ein korrekter Mann ist. Aber wahrscheinlich hat das wirklich nichts mit ihm zu tun, sondern liegt einfach an meiner Vergangenheit und familiären Problemen und lass das jetzt alles an ihm raus.

    Wie läuft es denn jetzt in Deiner Beziehung? Hast Du Deine schlechte Laune und Aggressionen in den Griff bekommen?

    Liebe Grüße

    • Hallo, Du,

      also für mich klingt das, was Du hier schreibst, vor allem die Behandlung durch Deine Mutter und Deine Schwester, als hättest Du sehr destruktive Familienverhältnisse (und Achtung, auch wenn Du Deinen Vater jetzt idealisierst, es sind nicht nur Deine Mutter und Deine Schwester die "Bösen", ich denke, Dein Vater hat es vermutlich zumindest so hingenommen und nichts dagegen unternommen).

      Aufgrund dieser Verhältnisse fühlst Du Dich insgesamt eher nicht geliebt (und derjenige, von dem Du Dich geliebt fühltest, Dein Vater, ist jetzt auch nicht mehr da), und solche Gefühle fühlen leider in Paarbeziehungen oft dazu, den anderen testen zu wollen, ob er einen wirklich liebt, indem man ihn schlecht behandelt.

      Vielleicht kommt auch noch dazu, dass Du Dich durch sein sehr liebes Verhalten mit Dir bei ihm sehr sicher fühlst und daher vielleicht schlechte Gefühle, Hass und Wut auslebst, die Du in Deiner Familie aus Angst, dass man Dich dann noch weniger liebt, nicht ausleben konntest. Du hast ja schon einige interessante Lösungsideen bekommen, aber ich würde auf jeden Fall auch nochmal zu einer Therapie raten, um Deine Kindheit aufzuarbeiten, sonst gehst Du das Risiko ein, mit Deinem Verhalten alles positive, was Dir geschieht, kaputtzumachen. Das wäre doch schade.

      Liebe Grüsse

      • hallo!
        Ja also meine Mom ist auch nicht die Böse. Ich weiß das Sie mich auch liebt. aber es war halt schon immer so. das mein dad und ich ein team waren und meine mom mit meiner schwester. Meine mom hat meiner schwester halt auch immer mehr geglaubt. Dann war mein papa nicht mehr da und ich kam mir unnütz in meiner familie vor. ich hatte keine rückendeckung mehr, sonst hat papa sich halt auf meine seite gestellt. er war die ruhe seele bei uns und hat die familie zusammen gehalten.

        Danke auch für Deinen Hinweis. Ich bin schon am gucken nach Therapymöglichkeiten, so kann es ja nicht weitergehen.

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