Keine Ziele mehr im Leben - schlimm?

    • (1) 03.03.17 - 15:10
      KeineZiele

      Ich schreibe hier, weil ich es hier anonym machen kann.

      Mein Partner hat sich gestern beklagt, dass wir keine gemeinsamen Ziele hätten.

      Hintergründe:
      Er ist sehr unglücklich in seinem Job, der ihn unterfordert und der schlecht bezahlt ist. Er hat Privatinsolvenz angemeldet vor 2 Jahren und verliert den Kontakt zu seinen erwachsenen Kindern immer mehr, weil die andere Interessen haben. Er würde sich wünschen, dass wir gemeinsam etwas beruflich (selbständig) auf die Beine stellen, um an einem Strang zu ziehen.

      Ich habe eine berufliche sehr erfolgreiche Vergangenheit hinter mir (selbständig) und muss nicht mehr arbeiten und verdiene dennoch ein gutes Gehalt - mehr als mein Partner, der arbeitet. Ich kann meinen Hobbies nachgehen, Mittags schlafen etc. Allerdings habe ich keine Ziele mehr im Leben, wie mir nach dieser Aussage aufgefallen ist. Weder gemeinsame noch für mich alleine. Ich lebe so in den Tag hinein. Und fühle mich gerade sehr schlecht deshalb.

      Was meint ihr: muss man unbedingt in jeder Lebensphase Ziele haben und ist man schon halb tot, wenn man keine hat bzw. man hat sich aufgegeben? Oder ist das gar nicht schlimm, wenn man dabei niemanden auf der Tasche liegt (erst recht nicht dem Partner)?

      • Wenn du glücklich bist, ist doch alles ok. Wobei ich mir nicht vorstellen kann, keine Ziele mehr im leben zu haben. Überlegen mal, wenn man dir sagen würde, du hättest nur noch 6 Monaten zu leben, fällt dir da nichts ein, was du gern noch sehen oder erleben möchtest bevor du stirbst? Wenn man sich das so vor Augen hält, gibt es doch sicher noch einiges im leben, was du erleben oder sehen möchtest, oder?

        • (3) 03.03.17 - 15:29

          Ich habe zumindest keine beruflichen Ziele mehr. Ich möchte noch reisen und einfach nur mein ruhiges Leben leben. Ich habe so viele Jahre gekämpft und alles gegeben, dass ich jetzt,Ende 40, mich zurückziehen will.

      Hallo

      ich finde das nicht schlimm.
      Dein Mann möchte gemeinsame berufliche Ziele verwirklichen.

      Es gibt aber auch noch andere gemeinsame Ziele.
      Habt ihr denn sonst keine gemeinsame Aktivitäten wie Reisen, Sport, Verein etc. ?
      Die berufliche Unzufriedenheit muss dein Partner selbst bearbeiten.
      Immerhin liegst du ihm nicht auf der Tasche.
      Vielleicht steckt dein Mann in einer Lebenskrise?
      Hat er Freunde, Hobbys?

      L.G.

      Dein Partner kriegt sein Leben allein nicht auf die Kette und schiebt dir jetzt eine Teilschuld zu. Da würde ich aber eckig werden.
      Was hält ihn allein davon ab, sich einen gut bezahlten Job zu suchen oder einen, der seinen Fähigkeiten gerecht wird? Er könnte sich weiter qualifizieren, einen anderen AG suchen etc., dann hätte ER ein Ziel, für das auch nur ER verantwortlich ist.

      Wieso muss er überhaupt Privatinsolvenz anmelden? Gab es unglückliche Umstände oder lebt er über seine Verhältnisse?

      Wenn ihr euch selbständig macht, braucht er deine finanzielle Unterstützung. Und das macht er dir schmackhaft, indem er dir Schuldgefühle vermittelt. Warum solltest du das finanzielle Risiko tragen und ihn mit durchschleppen, wenn am 'Ende bei ihm sowieso nix mehr zu holen ist, wenn es nicht funktioniert?

      Niemals im Leben würde ich mich beruflich mit Bekannten, Familie etc. verstricken. Du hast geackert, um jetzt dein Leben zu genießen und er fängt ganz, ganz unten wieder an. Das passt doch so schon nicht zusammen (auch privat finde ich das schwierig, wenn einer genügend Geld hat und der andere praktisch nichts). Und im Grunde wäre es deine Firma, weil er sowieso kein Geld für solche Unternehmungen bekommt und du damit auch das Sagen haben dürftest, wie es läuft. Ob er damit besser dran ist als anderswo als Angestellter? Du wirst ihn kennen...... ob er eine faule Socket ist, die gern selbständig wäre, weil es Chef spielen möchte oder ob er eine grandiose Idee hat, die wirklich Potential hat

    • Wieso will dein Mann sich mit dir gemeinsam beruflich etwas aufbauen? Du hast doch schon sehr viel geschafft und wenn du mit ende 40 genug Geld hast, dass du jetzt nicht mehr arbeiten musst, ist das doch super! Für mich liest sich das Ganze so, als sei dein Mann ohne deine Hilfe nicht in der Lage etwas zu schaffen. Er ist insolvent und hätte glaube ich gern, dass du seine beruflichen Pläne und Ideen finanzieren sollst. Dies machst du aber (zum Glück) nicht und jetzt versucht er dich zu verunsichern und dich irgendwie emotional zu erpressen. Das finde ich, geht gar nicht. Wenn du bisher glücklich warst, dann lass dich jetzt bloß nicht in irgendwas reinquatschen, nur weil er das gern so hätte. Übrigens üben doch die allermeisten Paare völlig unterschiedliche Berufe aus und haben da doch so gesehen auch nicht die gleichen Ziele und sind doch trotzdem glücklich zusammen!

      Hallo,

      ich sehe es nicht so, daß du keine Ziele mehr hast.

      Du weißt, daß du dich beruflich nicht mehr großartig verausgaben möchtest und musst und hast dann auch das Recht dazu, schließlich liegst du ja damit niemanden sonst auf der Tasche.

      Dein Mann scheint allgemein ein Problem zu haben derzeit...beruflich wie auch privat (Kinder).

      Da muss er wohl an sich arbeiten. Natürlich kannst du ihn dabei unterstützen, indem du ihm zuhörst, Ratschläge gibst, andere Sichtweisen aufzeigst, aber überwinden muß ER diese Krise eigenständig.

      Einen Job zu haben, der einem täglich Müh bereitet kann ein Stück weit wirklich "zerstörerisch" sein - da sollte er anfangen. Dennoch kann er nicht von dir erwarten oder verlangen, daß du mit ihm in die Selbständigkeit gehst. Es wird ja wohl noch andere Möglichkeiten geben.

      LG

      Das ist nicht dein erstes Beitrag, dass die Problematik betrifft, oder?

      Welche Ziele hast du denn, und welche von den Zielen teilt ihr als paar?

      Ich sehe eure Beziehung als sehr schwierig. Du musst nicht arbeiten, lebst du in den Tag hinein, scheinst nicht viele Verpflichtungen zu haben.

      Er hat finanziellen Stress, viel Arbeit, möchte gerne da rauskommen.

      Was verbindet euch...?

      K

      • (10) 04.03.17 - 00:20

        Welche Basis haben dann sogenannte Hausfrauen-Ehen ?Was verbindet wohl die Paare, bei denen nur einer berufstätig ist.
        Den finanziellen Stress hat er durch seine Insolvenz selbst verursacht.
        Mit seinem Job ist er unzufrieden.
        Wenn er da gerne raus kommen möchte, dann doch nicht durch finanzielle Risiken ,die seine Frau wegen ihm eingehen muss und soll!!

        Die TE möchte sich nicht mehr selbstständig machen.
        Sie war bereits erfolgreich und möchte jetzt ihr Leben genießen.
        Letztendlich wird er sicherlich, in irgendeiner Art von der finanziellen Unabhängigkeit der TE profitieren.

        • (11) 04.03.17 - 10:16

          Die hausfrauenehen (die ich persönlich schlimm finde) haben als Basis einen gemeinsamen Topf und die Aufteilung der aufgaben: der Mann verdient das Geld (für beide) die Frau putzt und kocht (für beide) und ist meistens auch für Nachkommenaufzucht verantwortlich.

          Vielleicht interpretiere ich es falsch, aber bei der TE hatte ich eher den Eindruck, sie verdient ihr Geld und macht ihr Ding, er verdient sein (kleines) Geld und muss damit klar kommen. Ich sage nicht dass sie sich mit ihm selbständig machen soll, aber wenn sie finanziell so weit auseinander sind, jeder macht sein Ding und es keine gemeinsamen Ziele gibt, dann kann es bestenfalls eine nette bettgeschichte sein, aber keine lebensgemeinschaft.

          K

    Was bringt dir unsere Meinung? "Was meint ihr: muss man unbedingt in jeder Lebensphase Ziele haben und ist man schon halb tot, wenn man keine hat bzw. man hat sich aufgegeben? Oder ist das gar nicht schlimm, wenn man dabei niemanden auf der Tasche liegt (erst recht nicht dem Partner)?" "Ich lebe so in den Tag hinein. Und fühle mich gerade sehr schlecht deshalb."

    Wenn du damit glücklich bist, paßt es doch...aber du bist es eigentlich nicht.

    Liebe Grüße

    Ks

    Man hat so ein bisschen das Gefühl, dass du dir gerade ein schlechtes Gewissen einreden lässt.
    Das ist wahrscheinlich bei eurer momentanen Situation auch nicht schwierig, da es dir eben damit um Einiges besser geht als deinem Partner.

    Ich würde schon sagen, dass du deinen Partner unterstützen solltest...aber deswegen solltest du nichts anfangen wohinter du nicht stehst und was du nicht wirklich möchtest (neue Selbständigkeit).

    Hilf ihm doch dabei einen neuen Job zu finden.

    Ich kenne das Gefühl mit dem Job unglücklich zu sein...bei mir ist es aber ein noch absehbarer Zeitraum in dem es eben noch nicht anders geht...also komme ich damit zurecht.

    Ich sehe nicht, warum du dir gerade neue berufliche Ziele setzen solltest...solange du mit deinem Tagesverlauf glücklich bist.

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