Mein Mann küßt nicht gerne

    • (1) 03.03.17 - 22:36
      Mirfehltwas

      Hallo,

      mein Mann und ich sind seit 15 Jahren zusammen und seit 10 Jahren verheiratet.
      Wir haben zwei Kinder (6 und 9)
      Ich merke immer mehr, dass ich nicht glücklich bin und am meisten fehlt mir das Gefühl, als Frau begehrt zu werden. Richtige Küsse, Sex...das normale halt.
      Wir schlafen eigentlich schon immer getrennt, weil er so schnarcht-das ist fürs Sexualleben natürlich sehr von Nachteil. Wir haben vielleicht vier Mal im Jahr Sex.

      Er küßt nicht gerne (Zungenküsse), außer beim Sex, da macht er es schon. Ich habe auch keine Lust mehr, es zu probieren, ihn richtig zu küssen, weil ich dann das Gefühl hätte, er macht nur wegen mir mit.
      Früher war es glaube ich etwas besser, sonst hätte ich ihn wohl nicht geheiratet.
      Aber mir wird eben immer bewußter, wie sehr mir das fehlt, das, was für andere ganz normal ist.
      Leider redet er auch nicht über seine Gefühle, da kommt nichts weiter, wenn ich nachfrage.

      Mir geht schon manchmal sonst was durch den Kopf, von schwul bis fremdgehen. Aber ich denke, das ist etwas was auch keine Paartherapie ändern könnte...immer öfter denke ich darüber nach, mich zu trennen, weil ich das Gefühl habe, meine besten Jahre gehen an mir vorbei...irgendwann bereue ich es sehr, meine Zeit nicht besser genutzt zu haben.

      Liebe Grüße

      w40

      • (2) 04.03.17 - 00:46
        Beziehung bedeutet reden

        Redet miteinander!

        Du von dir und deinen Gefühlen und Ängsten. Er von sich und seiner Wahrnehmung.
        Ohne Vorwürfe auch ohne versteckte Vorwürfe. Erst redet der eine und der andere hört zu. Dann er andere und der eine hört zu. Ohne Kommentar in respektvoller Aufmerksamkeit.

        Möglicherweise hat euere Körperlosigkeit ganz andere Gründe, als es scheint.
        Erst wenn man weiss, wo das Problem liegt kann man die Lösung erkennen.

        • (3) 04.03.17 - 09:18

          Es gab schon mal ein Gespräch. Das Problem ist, da kommt kaum was von ihm zurück.
          Es gab schon mehrere Gespräche - damals meinte er, dann müsse man da was ändern.
          Aber es ändert sich nicht. Er sucht schon immer bißchen körperkontakt, aber das ist das guten Morgen, gute Nacht, Tschüß und hallo-Bussi oder mal zwischendurch eine Umarmung.
          Das reicht mir aber nicht. Es gibt leider auch nichts, was dieses Fehlen ausgleicht.

          Keine Gespräche, keine gemeinsamen Unternehmungen. Wir haben keine Ehe, uns verbinden nur noch die Kinder. Er gibt sich keinerlei Mühe. Er arbeitet viel und denkt damit ist es getan.

          Materiell geht es uns gut, aber das macht nicht glücklich.

          Wenn ich ihn bitte, dass er einmal pro Woche früh mal den "Frühdienst" übernimmt, das heißt Frühstück für die Kinder machen u Brotzeit für die Schule, sagt er, dass er das nicht möchte / kann - wenn er so spät von der Arbeit kommt (manchmal wird es 20uhr, meist ist er aber zum Abendessen daheim 18.30-19.00) , dann muß er eben bis 7.00 oder 7.30 schlafen.

          Also Kinder, Haushalt, Versicherungen...alles bleibt komplett an mir hängen. Ich erwarte ja keine Wunder, aber bißchen <Unterstützung und aktives einbringen in den Alltag wäre schon schön. Ich fühle mich wie allein erziehend. Ich bin einsam und habe das Gefühl ich gehe ein.

          Ich bin ständig gereizt und habe schlechte Laune. "Du und deine Laune" sagt er immer nur. Aber er ist der Grund dafür, ich bin einfach unzufrieden, weil ich mich Einsam fühle...

          Liebe Grüße

          • Ich würde eine Trennung in Betracht ziehen. Letztlich hast du dabei ja nichts verloren sondern eher einen Klotz am Bein weniger. Er will nichts zum Familienleben beitragen, wenn du allein wärst, würde sich für euch ja nichts ändern außer dass du frei bist für die nächste liebe. Also viel verloren hättest du nicht, eher mehr dazu gewonnen.

      (6) 04.03.17 - 01:40

      Wir haben eine ähnliche Beziehung.
      Sind ebenfalls lange zusammen (14 Jahre) und schlafen auch getrennt, was hauptsächlich an seinem Schnarchen, aber auch am Tagesrythmus liegt (er geht früh ins Bett und steht früh auf, ich gehe spät ins Bett, schau gern noch TV im Bett.)
      Sex haben wir öfter als ihr, wobei die Initiative immer von ihm ausgeht.
      Er küsst nicht. Schon gar nicht mit Zunge. Leider.
      Raten kann ich Dir leider nicht viel, aber Du solltest Dir Fragen stellen, wie z.B. ob Du ihn (noch) liebst, ob Du aufs Küssen verzichten kannst, aber dafür möglicherweise eine gute Ehe hast....?

      • (7) 04.03.17 - 12:54

        Hat man eine gute Ehe, wenn einem das Körperliche fehlt?

        #kratz

        Ich denke du meinst, dass es so viele andere positive Dinge gibt, dass das ausgeglichen wird?

        • (8) 04.03.17 - 17:57
          krank und glücklich

          Ja, das gibt's. In meiner Ehe ist auch sexuelle Flaute, weil ich als Brustkrebspatientin meinen Hormonhaushalt medikamentös auf null fahren muss. Sprich ich bin so trocken, dass GV weh tut, und deshalb möchte mein Mann nicht mehr mit mir schlafen.

          Unser Zusammenhalt ist nicht weniger eng geworden. Klar fehlt uns manchmal die schnelle Nähe, die Sex mit sich bringt, wir müssen uns die durch Gespräche und andere Aktivitäten etwas aufwändiger schaffen. Aber beide stehen wir voll hinter unserer Ehe und sind glücklich miteinander.

    (9) 04.03.17 - 10:44

    Liebe w40,
    das hört sich nicht wirklich gut an. Ob es nur an den getrennten Schlafzimmern liegt, ich weiß nicht?

    Ich bin mit meinem Mann länger zusammen als du und bemerkte genau diese Veränderungen, wie du sie beschreibst vor zwei/drei Jahren - kaum mehr Sex, nur alltäglicher Körperkontakt und i-wann bemerkte ich auch das mit dem Küssen - ich konnte nicht mal sagen, ob es sich langssam eingeschlichen hat oder wie es früher war. Ich wusste aber, daß es früher anders war.

    Irgendwann kam dann die Ursache ans Licht: Er hatte eine Außenbeziehung, diese hatte begonnen mit monatelangen Umarmungen, Küssen bis dann halt irgendwann auch der Sex dazukam.

    Auch er war manchem Gesprächsversuch meinerseits ausgewichen, bis es eben nicht mehr anders ging.

    Heute frage ich mich immer noch oft: Warum habe ich das nicht früher gecheckt, alle Anzeichen sprachen dafür - wahrscheinlich deswegen, weil ich ihm das NIEMALS zugetraut hätte - vielleicht auch ein Selbstschutz meinerseits, weil ich ahnte wie verletzend die Wahrheit sein wird.

    Letztlich kommt man aber nicht um die Wahrheit rum.

    Ich würde ihn an deiner Stelle mal "gründlich beobachten"
    LG

    • (10) 04.03.17 - 12:51

      Und wann war dein Mann dann immer bei ihr?
      Welche Anzeichen hättest du bemerken können / sollen?
      Kannst mir auch gerne ne PN schreiben ????

      • (11) 04.03.17 - 12:52

        Oh, PN geht natürlich nicht, weil anonym

        (12) 04.03.17 - 19:24

        Wann war er bei ihr? Sie hat ihn beispielsweise mittags von der Arbeit abgeholt, sie haben den Nachmittag gemeinsam verbracht und er ist zur normalen Feierabendzeit mit dem Bus (wie immer) nach hause gekommen.

        Er ging zu ihr, als ich mal ein Wochenende mit einer Freundin wegfuhr - ihr Mann war arbeiten, die Kinder in der Schule.

        Er traf sich oft einfach auf einen Kaffee mit ihr, auf ein längeres GEspräch... (sie hatte hier nebenan ihr Pferd im Stall eingestellt) - gute Nachbarschaft... verstehst du
        Welche Anzeichen hätte ich bemerken sollen? Ja - eben dass er kaum mehr Berührungen zu mir suchte, daß er sich "sehr gut" mit ihr verstand, dass er beispielsweise beim Sonntagsspaziergang zwei Meter hinter mir oder vor mir herging, daß er beim Autofahren plötzlich massiv unaufmerksam war (da gab es gefährliche Situationen, wobei ich mir ernsthaft Sorgen machte und dachte, er wird in 15 Jahren nicht mehr fähig sind, am Straßenverkehr teilzunehmen). Der Blick mit dem er oft mir gegenüber am Tisch saß (zusammengepresste Lippen und "weit weg"..) ....Eigentlich kam das alles schleichend, darum habe ich es wohl auch nicht bemerkt. Der SEx war zuvor schon wenig geworden, da eben noch weniger....
        LG

        • (13) 04.03.17 - 19:27

          ... und er hat akribisch über sein Handy gewacht - es nicht mehr rumliegen lassen, immer bei sich getragen, obwohl er die Nachrichten alle umgehend immer gelöscht hat...
          Einer Bekannten passierte ähnliches - da war es eine Arbeitskollegin, die erst 4 Wochen in der Fa. ihres Mannes arbeitete....sie hat es auch nicht bemerkt, er hat immer vorgeschoben, in der Fa. gäbe es soviel zu tun... da kann mal locker mal eine Stunde dranhängen

(14) 04.03.17 - 13:32

Hallo w40,
gerade wenn du darunter leidest, solltest du das wirklich mit deinem Partner besprechen.
Es gibt auch Sexualtherapien, wenn beide etwas ändern möchten.

Ich muss zugeben, dass sich bei uns das leidenschaftliche "einfach nur so" Dauerknutschen auch mehr oder minder erledigt hat (ich glaube, das war schon nach 10 Jahren nicht mehr so Programm), das hatte mich aber nicht gestört.
Als dann 10 Jahre darauf im Alltag nur noch "Bussi" stattfanden, war das aber etwas anderes - ich brauche keine 20 Minuten Zungenküssen am Tag, aber zumindest "richtige" Küsse, keine lapidaren Bussi.
Also hab ich es angesprochen und mein Mann hat es verstanden- wir haben angefangen, uns als Paar wieder ernster zu nehmen.
Mein Mann ist auch Mitte 50 und tatsächlich nicht mehr so leidenschaftlich wie vor 25 Jahren. Aber ich auch nicht :-D
Von daher passt es schon für uns beide und ich muss zugeben, dass ich nichts vermisse.

Mein Rat: Frühzeitig sich um solche Ungleichgewichte kümmern, bevor sich ein emotionaler Berg auftürmt.
Abwarten macht nie etwas besser in diesen Bereichen, Verhalten verfestigt sich und wird dann zur Norm.

Lg,Emmi

Hallo!

Mein Mann küsst auch nicht gerne, das war schon immer so, aber es stört mich nicht, weil der Rest passt.

Ich denke, Du bist an der Situation nicht ganz unschuldig. Dein Mann sucht schon öfter Körperkontakt, aber warum kommt da von Dir nicht mehr zurück, damit mehr draus wird? Warum sagt ihr euch immer auf dem Flur gute Nacht mit Umarmung, und dann geht jeder in sein Zimmer? Was bricht Dir denn dabei ab, wenn Du einfach zu ihm mitgehst, noch ein wenig kuschelst oder etwas intensiver "kuschelst" und danach gehst Du auf Klo und in Dein Schlafzimmer?

Wartest Du darauf, dass ER Dich besuchen kommt? Was passiert denn, wenn Du ihn besuchst?

Ich denke, wenn es schon Körperkontakt von Deinem Mann ausgehend gibt, dann will er Dir damit vielleicht schon mitteilen, dass er gerne mehr wollen würde - und Du drehst Dich dann um, gehst in Dein Schlafzimmer und der Abend ist gelaufen. Ich würde Dir dann auch nicht hinterher rennen.

Und in Sachen Unternehmungen: wann hast Du das letzte Mal was vorgeschlagen? Auch da kann von Deiner Seite mehr Initiative kommen, als einfach nur abzuwarten. Und zwar nicht "wir könnten mal wieder ins Kino gehen" sondern "es läuft gerade Film XY, ich hab die Oma schon gefragt, die könnte Samstag Abend auf die Kids aufpassen, willst Du davor noch zum Italiener?"

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