Uneinig bei Betreuung - Erziehung - Arbeiten

    • (1) 07.03.17 - 19:21
      Kommt mir komisch vor

      Hallo,
      Mein Partner und ich denken über ein gemeinsames Kind nach, schon seit Jahren.

      Ich kann mich aber nicht mit seinen Vorstellungen von Familienleben und der zukünftigen Aufgabenverteilung anfreunden.

      Daher ist der Kinderwunsch bei mir im Moment einfach nicht mehr da.
      Das hab ich ihm am Wochenende gesagt und jetzt ist er eingeschnappt und wirft mir Verrat an unseren gemeinsamen Plänen vor.

      Wir hatten uns schon so oft über unsere Vorstellungen unterhalten, wie es mit Kind laufen soll und da scheitert es einfach an einer gemeinsamen Grundlage.
      Ich möchte nach 8 Wochen wieder arbeiten, das hab ich bei meinem ersten Kind mit meinem damaligen Mann auch gemacht.

      Ich bin selbständig und mir ist meine finanzielle Unabhängigkeit wichtig.
      Natürlich bin ich bereit, meine Arbeitszeiten anzupassen und würde sehen, dass ich am Nachmittag nach Hause komme.
      Mein Mann meint ich soll 3 Jahre zu Hause bleiben, er selbst ist aber weder bereit Elternzeit zu nehmen, z.b für 6 Monate, noch will er einen Antrag auf Teilzeit stellen. Er möchte aber auch keine frühe Betreuung in Kita oder bei der Tagesmutter.
      Er ist Beamter und das wäre kein Problem, er will einfach nicht.
      Mit seiner ersten Frau hat er zwei Kinder, sie hatten die klassische Rollenverteilung, sie zu Hause die ersten Jahre, danach Teilzeit, aber nachmittags war sie immer da.
      Ich vermisse seine Bereitschaft sich um unser Kind zu kümmern, insbesondere wenn ich nach 1 Jahr meine Tätigkeit mit langen Arbeitstagen und auch Reisen wieder aufnehmen werde.
      Er fand meine Unabhängigkeit und meinen Unternehmergeist immer toll, aber wenn es um die Rollenverteilung geht, sobald Kinder ins Spiel kommen, wird er zum Spießer, der die Frau zu Hause sieht während er das Geld verdient.

      Ich hab mir ein Geschäft aufgebaut mit 20 Angestellten das gebe ich nicht auf und das kann ich auch nicht jahrelang delegieren.
      Ich hab ihm gesagt, dass es für ihn doch viel einfacher wäre, als Beamter drei Jahre zu Hause zu bleiben, aber er sagt dann wäre seine Position weg.
      Es ist von Vorteil dass wir das jetzt ansprechen bevor wir ernsthaft an einem Kind arbeiten.

      Geht es nur uns so, oder werden bei der FamilienGründung die Rollen nochmal neu verhandelt?

      Ich hab es schon oft im Freundeskreis mit- bekommen, dass ehemals gleichberechtigte Beziehungen, wo beide Vollzeit arbeiten, annähernd gleich verdienen, sich den Haushalt teilen und beide sich ihre Freiräume gönnen, in Richtung traditionelle Rollenverteilung rücken wenn das erste Kind kommt und sich das mit jedem weiteren Kind noch mehr verfestigt.

      Auf einmal verdient der Mann das Geld für die Familie größtenteils alleine, sie übernimmt die Hausarbeit zum größten Teil und betreut auch die Kinder fast alleine. Ist das unausweichlich? Ein naturgegebener Automatismus?
      Meine Freundinnen finden das auch alle ok und fühlen sich offenbar wohl in dieser Konstellation.

      Aber ich möchte das nicht in der Form.

      Und das hab ich meinem Mann so gesagt.

      Er meint aber, dass das der normale Lauf sei und sobald Kinder kommen, die Frau in erster Linie für die Kinder sorgen sollte.

      Vorher wäre er sehr dafür, dass sie Karriere macht, gutes Geld verdient usw.
      Aber mit Kindern wären ihm bei einer Frau dann andere Dinge wichtig, also sie soll dann komplett umdenken, ihre vorher wichtige Berufstätigkeit soll ihr dann unwichtig sein und sie soll dann ihren Lebensmittelpunkt zu Hause sehen.
      Wie soll das funktionieren?
      Das käme ja einer kompletten Persönlichkeitsänderung gleich.
      Vor dem Kind: beruflich erfolgreich und karriereorientiert, damit der Mann das Frauchen stolz präsentieren kann.
      Und nach der Geburt: Vollblutmama deren wichtigster Lebensinhalt das Kind ist ..
      Ich komm da nicht mit...
      Ist es da verwunderlich wenn ich unter den Voraussetzungen kein Kind möchte?

      • Hey Du,

        da du bereits ein Kind hast, weißt Du wohl, was Du willst...

        Ich wär froh, wenn wir uns die klassische Rollenverteilung leisten könnten.... Ich wär absolut gern mehr für mein Kind da.... :(

        Ich hoffe ihr findet eine gute Lösung... Vielleicht ja jeder die gleiche Zeit zu Hause. Er 6 Monate und du auch 6 Monate....

        Alles gute für euch!

        Ja, man hört es leider öfter, dass die Rollen dann neu verhandelt werden.

        Wie stellt sich Dein Mann denn den weiteren Weg Deiner Firma vor? Mit 20 Mitarbeitern trägst Du jede Menge Verantwortung. Das kannst Du kaum 3 Jahre delegieren. Was wäre die Alternative? Die Firma schließen und alle Mitarbeiter entlassen? Wohl kaum.

        Bei mir war die Situation ähnlich. Ich selbständig, mehrere Mitarbeiter etc. Mein Mann - zwar nicht Beamter - aber Angestellter in einem großen Unternehmen. Und ja, mein Mann hat ganz selbstverständlich den großen Teil der Elternzeit übernommen. Und auch jetzt, wo wir beide wieder arbeiten kümmert er sich genauso um den Kleinen wie ich.

        Ich bin sehr froh, dass dies auch nie zur Debatte gestellt wurde durch meinen Mann. Und das obwohl seine Eltern auch die klassische Rollenverteilung vorgelebt haben. Sollten wir noch einmal Nachwuchs bekommen, würden wir voraussichtlich beide in Teilzeit gehen.

        Sollte Dein Mann uneinsichtig bleiben, wünsche ich Dir starke Nerven. Du wirst dann eine Entscheidung treffen müssen so oder so. Die Ansicht Deines Mannes erscheint mir jedenfalls antiquiert.

        Viele Grüße

        "Ich hab ihm gesagt, dass es für ihn doch viel einfacher wäre, als Beamter drei Jahre zu Hause zu bleiben, aber er sagt dann wäre seine Position weg."

        Da er offenbar einen großen Kinderwunsch hat, muss er in den sauren Apfel beißen oder auf Kind(er) verzichten.
        Er weiß doch, dass Du eine Firma hast und es wäre wirklich einfacher, wenn er zu Hause bleibt.

        Da er sich darauf nicht einlassen möchte, gibt es kein Kind. Ihr habt beide keine Zeit dafür, dann lasst es besser.

      • Lasst es, dem Kind zuliebe.

        Ihr wollt beide arbeiten und karriere, wieso muss denn dann noch ein Kind her.
        Und nein, die Rollenverteilung muss nicht so sein, aber einer von beiden wird zurückstecken müssen. Und vor allem auch wollen. Die Baby Zeit ist wunderschön in deinen Beitrag lese ich sie aber eher als last, die keiner von euch so tragen will
        Lass es, sonst schreibst du hier irgendwann den xten Thread, dass du unglücklich bist, ein Kind bekommen zu haben.
        Dein leben scheint für dich schön zu sein, geniesse es. Man kann nicht alles haben.

        Hallo!

        Zugeben muss man aber, dass viele Frauen durchaus ein wenig zum Glucken neigen. Sie wollen wenigstens einige Monate voll Stillen und schon alleine dafür ist ihre Anwesenheit beim Baby ja erforderlich. Und auch danach fällt vielen Frauen die Abgabe in die Fremdbetreuung schwer, insbesondere eine zeitlich lange Trennung von ihrem Kind.

        Du hast da offenbar einfach keine so extrem mütterliche Ader, bzw. vertraust darauf, dass sich der Vater oder eine Tagesmutter ebenso liebevoll kümmern kann wie Du - wenngleich das mit dem Stillen schwierig sein dürfte.

        Du hast da eben andere Prioritäten als viele andere Frauen, aber so bist Du und so hat er Dich auch als Partnerin ausgesucht. Du machst nicht den Eindruck, als ob Du mit der Hausfrauenrolle leben könntest. Also wird es bei euch besser keine gemeinsamen Kinder geben.

        • (7) 07.03.17 - 21:20
          Kommt mir komisch vor

          Ich habe meine große Tochter nicht gestillt und habe das auch nie gewollt und würde das auch nicht machen.

          Das ist ja etwas was kein Muss ist, man kann sich dafür und auch genauso dagegen entscheiden.

          Ich hatte nie ein Problem mein Kind dem Vater, der Tagesmutter oder der Oma zu überlassen.

          Auch nicht mit wenigen Wochen.
          Warum sollte ich auch nicht darauf vertrauen dass ein Vater sich genauso gut um sein Kind kümmern kann wie die Mutter? Das ist doch selbstverständlich, davon auszugehen und nichts Unmütterliches.
          Ich halte es nicht für notwendig, dass eine Mutter sich monatelang ausschließlich ums Kind kümmern soll bzw.habe auch gar nicht den Anspruch an mich das zu tun.
          Anscheinend hat es da in den 15 Jahren, die seit der Geburt meiner Tochter vergangen sind, eine Entwicklung gegeben, die sehr stark vorgibt was Mütter zu tun haben: Stillen wird heute vorausgesetzt?
          Vor 15 Jahren wurde ich im Kreisssaal gefragt ob ich stillen möchte und ein einfaches Nein hat ausgereicht.

          Ich bin 10 Tage nach der Geburt wieder zur Uni, meine Tochter war bei meinem Mann bzw. bei meiner Mutter.

          Niemand in meinem damaligen Umfeld hatte da den Eindruck geäußert, dass ich mich ungewöhnlich leicht trennen kann vom Kind oder dass ich wenig mütterlich sei. Das war genauso akzeptiert wie die Studenten die sich ein Semester Auszeit genommen haben nach der Geburt.

          Ich hatte in der Unikita, wo meine Tochter mit 4 Monaten hin gegangen ist, einige Kontakte zu Studentinnen die auch sofort weiter studiert haben und ihr Kind selbstverständlich ganztags in der Kita gelassen haben oder eben beim Vater oder der Oma/Opa.
          Irgendwie kommt es mir so vor, als wären die Grenzen dessen was heute von Müttern erwartet wird, viel dogmatischer und verbissener als früher.

          Stillen oder nicht: ist eine völlig freie Entscheidung der Mutter da heute noch erwünscht?

          Kita oder Tagesmutter : erst ab 1 oder 2 Jahren akzeptabel? Alles was früher ist, ist ungesund oder weißt auf mangelnde Muttergefühle hin? Oder auf mangelndes Interesse am Kind?
          Ist das so einfach?

          Ich denke, dass viele Frauen sich gar nicht mehr frei entscheiden können wie sie selbst ihr Leben mit Kind gestalten wollen weil diese Gestaltungsspielräume heute kaum noch vorhanden sind.
          Wenn man nicht stillt oder nach 8 Wochen wieder arbeiten will, wird einem ja schon mangelder Mutterinsinkt unterstellt. ...oder sehe ich das falsch?

          • Dass Stillen mit Abstand das Beste für das Kind ist, das Baby dabei Antikörper der Mutter übernimmt, die es vor Krankheiten schützen - und die man nicht in Pulvermilch nachbilden kann - das wusste man schon vor 20 Jahren. Nur hat es Dich offenbar nicht interessiert. Klar kann man Babys auch mit dem Fläschchen groß bekommen, aber es ist die schlechtere Alternative und nur ein Ersatz.

            Wenn eine Frau aber von Anfang an ganz klar nicht Stillen will, dann kann man sie aber auch nicht zwingen, es ist ihr Körper. Ebenso wie man sie nicht zwingen kann, mehr an ihrem Baby zu hängen. Klar ist auch der Vater oder eine Kita in der Lage, gut auf das Baby aufzupassen, aber doch, ein klein wenig Trennungsschmerz würde man schon erwarten.

            Meine Mutter ist auch nach dem Mutterschutz wieder arbeiten gegangen, aber es ist ihr immerhin schwer gefallen. Und das Stillen hat sie versucht, auch wenn es nicht geklappt hat. Merkst Du den Unterschied?

            Du bist eben kein besonders "mütterlicher" Typ sondern eher die toughe Sorte Frau, die ihren Weg geht ohne sich aufhalten zu lassen. Und Dein Umfeld wusste das auch und hat deswegen gar nicht erst diskutiert. Das ist ja auch durchaus ok, dass Du so bist, aber ich weiß nicht, ob das so die ideale Einstellung ist, um Kinder zu bekommen.

            Einfach weil es für die Kinder schade ist, wenn die eigenen Eltern sie eher als lästige Pflicht wahrnehmen, statt sie vorbehaltlos zu lieben.

            • (9) 08.03.17 - 08:43
              Kommt mir komisch vor

              Du unterstellst mir meine Tochter wäre eine lästige Pflicht? Und ich eürtde sie nicht vorbehaltlos lieben?
              Nur weil ich selbständig bin, viel arbeite und Erfolg habe?
              Das ist dann gleichzusetzen mit wenig mütterlich und lieblos.

              Alles klar.

              Ich kann das nicht ernst nehmen. Was stimmt mit dir nicht?
              Würdest du das auch schreiben, wenn mein Mann selbständig wäre mit einer Firma, langen Arbeitstagen usw.
              Dann dürften alle Unternehmer, Politiker, Ärzte und generell Menschen die Karriere machen, keine Kinder bekommen. Sigmar Gabriel ist jetzt noch mal Vater geworden und er ist in der derzeitigen politischen Lage als Aussenminister sicher überall nur nicht zu Hause...trotz neugeborenem Baby.
              In deinen Augen müssen Frauen also auf Kinder verzichten, wenn sie selbst wenig Zeit haben? Und Männer auch?
              Dann dürfen sich also nur noch die unambitionierten Frauen die gerne den Beruf hinten anstellen, vermehren.

              Ich stamme aus einee Familie wo beide Elteen beruflich sehr erfolgreich waren und sehe da keinen Widerspruch dass das eine das andere ausschließt.

              Komisch, in meinem Umfeld habe ich es fast nur mit Frauen zu tun, die beruflich was auf die Beine gestellt haben und die haben alle Kinder teilweise sogar drei und mehr.

              Darunter sind Anwältinnen, Ärztinnen, Selbständige , Vorstandsmitglieder, Geschäftsführerinnen.
              Alle sehen in ihrem Wunsch nach Karriere kein Hindernis für Kinder.
              Da zieht aber auch der Mann mit und betreut die Kinder zumindest teilweise zusätzlich zu Kinderfrau oder Au pair.
              Das wäre hier auch möglich, denn ich verdiene mehr als doppelt so viel wie mein Mann.
              Würde hier ein Mann schreiben, wären die Antworten sicher anders.

              • Hallo
                Keine Sorge, ich finde Väter die mehr ab- als anwesend sind genauso mies.

                Ich finde es einfach sehr wichtig, dass die ganze Familie mehrmals pro Woche zusammen zu Abend isst, dass die Eltern ihre Kinder ins Bett bringen und das keiner bezahlten Arbeitskraft überlassen.

                Eine gute Krippe sobald ein Kind laufen kann, gerne 7-8 Stunden am Tag - kein Thema. Aber das erste Jahr ist die Bindungsfaehigkeit noch schwierig, das Stillen ist wirklich sehr wichtig, und egal wie alt die Kinder sind, wenigstens an den Abenden sollten die Eltern da sein. Ideal beide. Auch bei älteren Kindern. Einmal pro Woche Babysitter OK, aber nicht jeden Tag.

                Das ist mein Ideal von Familie, und das finde ich auch für die Eltern durchaus zumutbar.

                Die wichtigste Bezugsperson sollte eben ein Elternteil sein, kein Au Pair, das nur ein Jahr da bleibt.

            Irgendwie stört mich an Deinem Posting gewaltig der große moralische Zeigefinger, den Du rausholst, weil die TE nicht stillen möchte. Klar, Du schreibst, dass es ihr Körper und ihre Entscheidung ist, aber warum hackst Du da so sehr drauf rum? Warum all die Anmerkungen, wie wichtig das stillen doch ist und das es die TE vor Jahren gar nicht versucht hat und sie der Krankheitsschutz nicht interessiert und dass es Deine Mutter wenigstens versucht hat?
            Kinder werden sehr gut auch ohne stillen groß! Man kann trotzdem ein "mütterlicher Typ" sein und sein Kind lieben, auch wenn man nicht stillt.
            Ich denke eher, dass Du ein großes Problem mit Frauen hast, die eine andere Einstellung zu diesem Thema als Du haben.
            Akzeptiere einfach deren Entscheidung und hör auf, Moralapostel zu sein.
            Man tut dem Kind nichts Schreckliches an, nur weil man sie nicht stillt!

            • Weil Stillen eben sehr wichtig ist. Der Schutz vor Krankheiten die im Säuglingsalter tödlich enden können ist unendlich wichtig, da brauchen wir einfach nicht drüber diskutieren.

              Und ich wäre sehr sauer mit meinem zahlreichen Allergien, wenn meine Mutter es nicht wenigstens versucht hätte.

              • (13) 08.03.17 - 17:10
                Kommt mir komisch vor

                Meine Entscheidung für oder gegen ein Kind hängt sicher nicht davon ab ob ich bereit bin zu stillen.
                Ich werde nicht stillen, einfach weil ich es nicht mag.
                Die nicht vorhandene Bereitschaft zu stillen, ist also für dich schon Grund genug einer Frau zu sagen sie sollte kein Kind bekommen. ..
                Stillen als Dogma: gute Muttee gleich Stillen.
                Da fehlt mir das Verständnis.

                Die Vorteile sind bekannt, trotzdem ist es kein Muss und sollte jeder Frau ohne negativ darüber zu urteilen, selbst überlassen werden.

                Wie ich schon schrieb, wäre ich ab nachmittags zu Hause im ersten Jahr.
                Tagsüber wäre dann nach meiner Vorstellung der Vater da.
                Danach würde ich eine Kita wählen, mein Mann kommt wenn er regulär arbeitet um 16.00 nach Hause.

                Nur ich halt nicht.
                In anderen Familien ist es doch auch so dass sich die Frau ab nachmittags kümmert und der Vater erst später nach Hause kommt, nicht mit zu Abend isst und auch unter der Woche nicht immer nach Hause kommt.
                Ich habe hier schon oft gelesen dass Frauen schreiben dass ihr Mann wocgen odee monatelang weg ist, oder erst soät abends nach Hause kommt.
                Es gibt sehr viele Berufe wo nicht abends um 18.00 Feierabend ist.
                Ärzte, Feuerwehr, die erwähnten Politiker, Köche, Restaurantbesitzer, Polizisten? Schichtarbeiter?
                Sollen die alle auf Kinder verzichten?

                Und wo wird dir dann nachts geholfen wenn du krank bist oder am Wochenende einen Unfall hast?
                Wer arbeitet nachts oder in Spätschicht in den Krankenhäusern und Fabriken.
                Meine Nachbarn arbeiten in drei Schichten, nur wer Frühschicht hat, ist abends zu Hause, alle drei Wochen Mama alle drei Wochen Papa...diese Leute haben meinen vollen Respekt, dass sie das hin bekommen.

                Wer schützt am Wochenende die Fußballspiele vor Randale? Arbeitet nachts, Weihnachten und Silvester?

                Mein Schwager ist Polizist.

                Er hat genau einen Sonntag im Monat frei, muss oft nachts arbeiten und hat noch nie Weihnachten komplett mit der Familie verbracht.
                Er muss entweder den 24.25. oder 26.12 arbeiten, manchmal auch 2 Tage.
                Das gleiche gilt für Silvester und Neujahr.

                Er kann nie feiern weil er einem der beiden Tage arbeiten muss.
                Dieses Jahr musste er die ganze Silversternacht Dienst schieben um Ausschreitungen wie letztes Jahr in Köln zu vermeiden. ..
                Du kannst ja deine Vorschläge mal dem Innenminister unterbreiten und da deine Vorstellung von einem Familieleben kund tun., wo beide Eltern abends zu Hause sein müssen. Deine Vorstellungen haben was von Bullerbü.
                Ich kenne keine Familie wo beide Eltern Jobs haben, die ihnen erlauben regelmäßig abends bei der Familie zu sein.

                • Mein Mann arbeitet selbst in Wechselschicht. Aber dafür hätte er eben nach der Früh- und Nachtschicht entsprechend mehr Zeit mit Kind. Und tagelange Abwesenheit für Eltern geht für mich einfach gar nicht, basta. Mit mir brauchst Du da nicht diskutieren, aber Du brauchst auch wirklich nicht meinen Segen für Deinen Kinderwunsch.

                  Ich finde einfach nur die Beziehung einer bezahlten Arbeitskraft zum Kind ist eben eine andere als die Bedingungslose Liebe von Eltern, und deswegen würde ich dem weniger Stellenwert einräumen.

                  Und nachdem Du das unternehmen mit einer Partnerin führst und offenbar gute Gewinne erzielt, erschließt sich mir nicht, warum Du nicht jemanden einstellen kannst für administrative Aufgaben oder den Vertrieb, und warum Deine Partnerin keinen größeren Anteil an Geschäftsführungsentscheidungen und Reisetätigkeiten übernehmen kann, solange Du ein Kleinkind hast. Auch als Unternehmerin musst Du wirklich nicht jeden Käse selbst machen, sondern kannst durchaus deligieren.

                  Ist alles richtig, was du schreibst. Aber einen Punkt (und zwar den wichtigsten von allen) hast du nicht aufgegriffen. Nämlich den, wie sich die Kinder all derer fühlen die so arbeiten (müssen). Denn darum geht es schließlich zu allererster. Ob es gut für das betreffende Kind ist. Und darum machst du dir einfach keine Gedanken. In all deinen Ausführungen kommt nicht ein einziges Mal der Gedanke an das Kind selbst vor. Wie sich das Kind fühlt, ob es dem Kind gut tut, was das Kind wohl lieber hätte. Und das ist doch der wichtigste Punkt bei der Familienplanung; ob es dem Kind mit welcher Entscheidung auch immer gut gehen würde. An das Kind, das es ausbaden müsste, kaum zeit mit seinen Eltern zu verbringen, denkst du gar nicht. Allein deshalb rate ich dir von einem weiteren Kind ab. Du bzw. Ihr beide seit nicht daran interessiert, zugunsten eines Kindes zurück zu stecken und genau das muss man aber zum wohl des Kindes in vielen Bereichen. Das wollt ihr aber nicht, also, warum dann ein Kind?

              Ich sehe definitiv die Vorteile des Stillens.
              Dennoch ist es eine höchstpersönliche Entscheidung der Mutter, ob sie stillen möchte oder nicht. Und niemand (!!!) hat dann den Zeigefinger rauszuholen und ihre Entscheidung anzufeinden. Es geht Dich schlicht nichts an, ob andere stillen oder nicht. Du kannst FÜR DICH diese Entscheidung treffen, aber akzeptiere bitte, dass andere Frauen das anders als Du entscheiden! Und ich verstehe echt nicht, warum einige Frauen hier in diesem Forum immer dazu neigen, den anderen Müttern vorzuschreiben, wie sie sich zu verhalten haben.

              Und mir ist sehr wohl bewußt, das stillen das Allergierisiko senken KANN. Dennoch ist es keine Garantie. Ich kenne mehrere Mütter (Schwester, Freundin, Arbeitskollegin, Tante), die alle sehr lange voll gestillt haben und alle Kinder haben Allergien bekommen. Und 3 Freundinnen von mir, die nicht oder kaum gestillt haben, haben Kinder, die keine Allergien entwickelt haben.

              Hallo

              Meine nicht oder fast nicht gestellte 7 jährige Tochter hat keine einzige Allergie und erfreut sich bester Gesundheit .

              Mein langzeitgestillter (bis zum 2. Geburtstag) 4 jähriger Sohn hat alle erdenklichen Allergien und dauernd Bronchitis.

              Ich war damals auch fix und fertig, weil ich meine Tochter nicht stillen konnte und freute mich umso mehr, als es bei meinem Sohn klappte. Damals war ich auch so eine stillbesessene Fanatikerin, die stillen für das Beste hielt.

              Tja... Hätte ich meinen Sohn nicht so lange Gestalt, wer weiß, vielleicht ginge es ihm heute genauso gut, wie der großen Schwester.

              Ich würde nie wieder stillen. Und das sage ich als ehemalige extreme Still Befürworterin.

              Lg

              • Hallo!

                Von dem ausgehend, was die Wissenschaft so sagt, ginge es Deinem Sohn ohne Stillen eher noch schlechter.

                Allergien sind ja vor allem auf genetische Veranlagung zurück zu führen - aber ob sie richtig heftig werden oder nur schwach ausgeprägt sind, das hängt vor allem von der Lebensweise ab.

                Man weiß, dass Kinder die auf einem Bauernhof aufgewachsen sind und praktisch schon als Kleinkinder im Kuhstall unterwegs waren, deutlich weniger heftige Allergien entwickeln, wie überaus steril aufgewachsene Kinder, deren Mütter ständig mit Sagrotan rumrennen. Und beim Stillen ist es ähnlich - klar kann das die genetische Veranlagung nicht ausgleichen, aber es kann Allergien milder ausfallen lassen.

                Ist halt schon ein Unterschied, ob sich kindliche Neurodermitis im Grundschulalter wieder verwächst, oder ob jemand das ganze Leben lang hochgradiger Neurodermitiker ist. Oder ob man ein paar Wochen im Jahr Heuschnupfen hat, oder mehrere Monate durch von Asthma geplagt wird.

                Für Deinen Sohn besteht durchaus große Hoffnung, dass die Allergien mit der Zeit deutlich nachlassen. Vor allem die Hormonumstellung in der Pubertät kann sehr hilfreich sein. Und die Haut wird auch dicker und robuster, daher lässt Neurodermitis oft deutlich nach.

                Deine Tochter hatte wohl einfach von den Genen her mehr Glück - oder es kommt erst in der Pubertät was. ich hoffe mal, dass sie ganz davon kommt, aber bei mir ging es auch erst mit 14 richtig los, und mit 18 war es dann so richtig schlimm.

(19) 07.03.17 - 20:23

Unter den Voraussetzungen würde ich kein Kind bekommen. Da sind so grundverschiedene Vorstellungen vom Familienkonstrukt, dass ich auch nicht darauf vertrauen würde, dass er etwaige Zusagen einhalten würde, wenn du erst mal schwanger bist.

Ich habe es übrigens aus genau dem Grund auch gelassen. Wir sind uns über die Modalitäten nicht einig geworden, also waren die Voraussetzungen für Elternschaft nicht da.

Ich finde, das sollte man sich nüchtern eingestehen.

LG

Hallo,
ja, es gibt sogar Studien dazu, daß das erste Kind der größte "Traditionalisierer" ist.

Ich nehme das in meinem Freundes- und Bekanntenkreis auch mit Befremden wahr - merke aber auch am eigenen (beruflich selbständigen) Leib, daß es manchmal nicht einfach ist, das ganz zu unterbinden.

Ich habe lange gestillt und wir hatten das Glück, daß ich unsere Tochter als Baby einfach überall hin problemlos mitnehmen konnte. Jetzt als Kleinkind mit Kita-Ferien etc. ist plötzlich viel mehr Organisation gefragt und jeder von uns muß da mal zurückstecken und sich kümmern.
Meinem Partner war von vornherein klar, daß ich meinen Job nicht aufgeben will und werde - da er auch selbständig ist, hatte er dafür auch Verständnis. Für mich wäre die plötzliche Wandlung zur Vollzeitmutter mit evtl. in 3 Jahren mal 'ner Teilzeitstelle der absolute Horror. Ich verstehe Dich da vollkommen.

Ich genieße jede Sekunde mit unserem Kind, aber das tut der Freude an meinem Beruf keinen Abbruch. Erst die Kombination aus beidem läßt mich wirklich erfüllt fühlen.
Alles Gute, ich würde den Kiwu mit Deinem Partner auch nochmal gründlichst überdenken.

Liebe Grüße, tatzel #winke

  • (21) 07.03.17 - 21:32
    Kommt mir komisch vor

    Ich hatte vor 15 Jahren den Eindruck, dass wir das endlich hinter und gelassen haben. Vielleicht aber auch nur in studentischen Kreisen und daher nicht allgemein gültig.
    Ist es nur mein Eindruck, oder hat sich da in den letzten 15 Jahren wieder einiges Richtung traditionelle Rollenverteilung entwickelt, anstatt die Gleichberechtigung weiter fortschreitet?
    Woran liegt das?
    Wollen Frauen das am Ende selbst?

    Wieder versorgt werden? Einen Mann der die Familie ernähren kann.
    Ich finde das bedauerlich.

    • Wieso heute hat man doch die freie Wahl man muss nur eben überzeugt von seinem Modell sein. Dann ist dir auch egal wenn eine Mutti im Internet oder in der Kita die Nase rümpft weil man nicht stillt, früh arbeiten geht usw.

      Hier sprechen sich zB gefühlt mehr Mütter für eine "frühe" Fremdbetreuung aus. 1 Jahr Elternzeit hat für mich jetzt nichts mit traditionellen Rollenbild zu tun. Viele finden es dann völlig selbstverständlich wieder arbeiten zu gehen.

      Da bekommt man eher komische Kommentare wenn man 3 Jahre pro Kind zu Hause bleibt eine ich :-D allerdings ist mir das Wurst weil ich dieses Modell so gewählt habe und es für uns perfekt ist.

      Wenn man sich als Paar nicht einig wird dann muss man entweder auf das Kind verzichten oder sich trennen. Ich bin sicher es gibt für beide Einstellungen einen passenden Partner. Nur seid ihr das vllt nicht füreinander. Man kann aber ja auch ohne gemeinsame Kinder glücklich sein.

      Ich habe zuletzt 10 Jahre beim Berufsförderungsdienst der Bundeswehr gearbeitet und ja, es ist erschreckend gewesen, wieviele junge Soldatinnen vor uns saßen und auf die wirklich gute Berufsförderung nach der Dienstzeit verzichteten mit der Begründung "ich heirate und wir möchten schnell ein Kind. Ich will beim Kind bleiben, da brauch ich keinen Beruf...." Viele hatten tatsächlich auch vor dem Bund noch keine Lehre abgeschlossen.
      Wie dumm, wie blauäugig - keine Ausbildung, kein adäquater Job, wenn das Kind größer ist und von der späteren Rente auf Grundsicherungsniveau (falls es das da noch gibt) ganz zu schweigen. Und keine einzige war dem Argument zugänglich, dass der Mann alleine keine lebenslange Versorgung darstellt.

      Ich habe den Eindruck, ja, viele Frauen wollen nicht mehr arbeiten, wenn ein Kind da ist, auch wenn sie hier jammern, wie öde es zuhause ist und der Mann bildungs- und erfolgsmäßig davonzieht.
      Da war meine Oma vor 60 Jahren schon fortschrittlicher, sie arbeitete lebenslang, um nicht abhängig vom Mann zu sein. So wie ich auch ;-)
      Es ist nicht nur bedauerlich, sondern ein Rückschritt ins letzte Jahrhundert. Nur, die Frauen mit dieser Einstellung überlegen nicht, dass Ehen heute schneller geschieden werden als damals - und die Männer eben nicht mehr lebenslang für sie zahlen müssen.

      LG Moni

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