Unterschiedliche Ansichten in der Erziehung

    • (1) 10.03.17 - 10:44

      Hallo

      ich wollte fragen wie ihr mit unterschiedlichen Ansichten in der Erziehung umgeht. Gibt dann immer einer nach, oder abwechselnd oder macht jeder so wie er denkt? Ich bin immer eher ängstlich und überbesorgt, mein Freund ist da viel cooler und entspannt. Darum geraten wir oft aneinander und streiten dann und er nennt mich Glucke oder Spießerin und ich nenne ihn verantwortungslos. Soll ich ihn einfach machen lassen? Es sind oft Kleinigkeiten die mich sehr stören und er lacht sich darüber kaputt. Letztes Wochenende hatten wir Besuch und wir saßen alle gemütlich zusammen und unsere Tochter wuselte dazwischen herum. Die Männer hatten Bier getrunken und da standen noch die leeren Flaschen. Meine Tochter hat sich eine Flasche geschnappt und daran getrunken. Sie war natürlich leer, trotzdem bin ich sofort zu ihr gegangen habe sie ihr aus der Hand genommen und ihr gesagt nein, das ist nicht für Kinder. Er meinte dann das sei doch süß und ich soll nicht übertreiben die ist doch leer. Dann war ich ca. 20 Minuten später in der Küche, komme wieder zurück und sehe gerade wie sie schon wieder eine Flasche in der Hand hat und trinkt, er mit dem Handy davor und macht auch noch ein Foto. So etwas nervt mich sehr weil er sich darüber hinweg setzt was ich sage. Oder wenn wir unterwegs sind und sie klettert irgendwo hoch, ich sage nein, es ist gefährlich sie soll runter kommen und er sagt ist doch nicht so schlimm. Lass sie doch. Wie soll ich damit umgehen wenn er alles so locker sieht? Es gibt noch 100 andere Beispiele. Klar man ist nicht immer einer Meinung aber trotzdem wurmt mich das. Danke fürs lesen.

      • Kinder können ganz gut damit umgehen, dass Eltern unterschiedliche Ansichten und Charaktere haben. Das einzige, was nicht geht, ist, dass das eine Elternteil die Entscheidung des anderen Elternteils aufhebt. Hat ein Elternteil "nein" gesagt, bleibt es auch beim "nein". Der andere Elternteil hat das dann zu akzeptieren. Darüber können die beiden dann am Abend, wenn die Kinder schlafen, diskutieren.

        Ihr solltet euch vielleicht mal zusammen setzen und gewisse Grundsätze in der Erziehung gemeinsam aufstellen, die für euch beide vertretbar und unbedingt notwendig sind. Jeder von euch nennt 2 oder 3 absolute "No-gos". An denen wird dann auch nicht gerüttelt. Alles andere entscheidet jeder für sich nach bestem Wissen und Gewissen.

        Alkohol wäre für mich persönlich ein "No-go". Irgendwo hochklettern dagegen nicht.

        • Es ist einfach so schwierig bei jeder Situation zu diskutieren. Es ist auch schon so viel passiert, sie hat sich einmal den Arm gebrochen weil sie über die Treppe gefallen ist weil er meint sie liebt Treppen so sehr also lässt er sich klettern. Und ich kann das immer nicht sehen, weil sie auf Stühle, Tische, Kommoden usw. klettert. Oder wenn er sie alleine spielen lässt wenn er draußen raucht, sie ist unbeaufsichtigt in der Wohnung 10 Minuten, ich finde es schrecklich :-(

          • Nein, da hast Du mich mißverstanden. Du sollst ja eben nicht bei jeder Situation anfangen, zu diskutieren. Sowas klärt man vorher grundsätzlich oder dann in Ruhe später.

            Ich finde Deine Beispiele schwer zu beurteilen. Grundsätzlich können Unfälle natürlich leider passieren. Trotzdem kann man sein Kind ja nicht in Watte packen und gar nichts mehr machen lassen.
            Allerdings vermittelst Du bei dem, was Du schreibst, schon so langsam das Gefühl, Dein Mann sei ein ziemlich verantwortungsloser Raucher und Biertrinker. Ob das stimmt, vermag ich nicht zu beurteilen. WENN es so wäre, wäre das niemand, mit dem ich ein Kind aufziehen wollen würde. Gewisse Vorsichtsmaßnahmen sollte man bei so kleinen Kindern schon einhalten.

      Das Handy hätte ich ihm wohl um die Ohren gehaun, wenn er sein Kind mit Bierflasche fotografieren....und womöglich auch noch irgendwo einstellen oder verschicken will.

      Aber bei vielem anderen ist es einfach so, dass Mütter vorsichtiger sind als Väter, die vieles spielerisch abtun. Mir wird oft ganz schlecht, wie Väter Babys in die Luft schmeißen - einmal danebengegriffen und dann #zitter
      Auch im Hallenbad hab ich schon beobachtet, wie Väter Babys tatsächlich ohne jeden Sitzreifen oder Flügelchen usw. mit ins große Becken nahmen - und habe da auch was gesagt.
      Rede mit ihm mal in einer ruhigen Minute, dass es so nicht geht. ALLES durchgehen lassen ist genauso falsch wie vor allem beschützen wollen.
      Aber z.B. Restalkohol austrinken geht garnicht, beim Klettern darf sich das Kind ruhig erproben, aber ich stand bei meiner Enkelin auch immer parat - zugriffsbereit #schwitz
      Ist Dein Mann jünger als Du bzw. noch sehr "jungenhaft"? Anders kann ich mir sein Getue nicht vorstellen. Aber das geht so nicht.
      LG Moni

      • ich stehe auch immer dahinter und bin griffbereit, aber oft bin ich auch in der Küche oder beschäftigt, denke er ist bei ihr und dann komme ich hin und sie ist alleine #aerger nein er ist 28 aber er sieht alles sehr locker und als sie sich den Arm gebrochen hatte meinte er nur das kann ja passieren

    • "Auch im Hallenbad hab ich schon beobachtet, wie Väter Babys tatsächlich ohne jeden Sitzreifen oder Flügelchen usw. mit ins große Becken nahmen - "

      #kratz Öhm und was genau ist dagegen einzuwenden? Ich habe allein 2 verschiedene Babyschwimmkurse mit meinen Kindern gemacht und da waren alle Eltern mit ihren Babys im Schwimmbecken ohne Flügelchen oder Schwimmringe. Ich habe ehrlich gesagt noch nie einen Babyschwimmkurs erlebt, in dem die Babys mit mehr als mit bloßen Händen gehalten wurden. #kratz Ich nehme meine Kleine auch mit ins Schwimmbad und dabei hatte sie noch nie irgendwelche Schwimmhilfen um. Verstehe auch gar nicht, wozu das nötig ist?

      • Das war kein Babyschwimmkurs in einem kleinen Becken sondern der Vater war mit dem Baby im großen Becken eines Wellenbades bei Wellenbetrieb! Er konnte gerade noch stehen. Da haut es selbst Erwachsenen mal die Füße weg, dann fällt das Baby runter und dann?
        Ich bin nicht päpstlicher als der Papst, habe aber in meinen Zeiten bei der DLRG Dinge erlebt, die man nicht erleben möchte.
        Jeder kann mit seinem Kind machen, was er will. Wenn ich aber zusehen soll, wie ein Mensch so gedankenlos sein Baby in Gefahr bringt, schweige ich nicht.
        LG

        • OK, von Wellenbetrieb und "kaum noch stehen können" hast Du oben nichts geschrieben. Das ist dann natürlich nochmal etwas anderes.
          Aber die Babyschwimmkurse finden bei uns auch in einem ganz normalen Spaßbad statt. Man kann allerdings "gut" stehen und nicht "gerade noch so". Wellenbetrieb gibt es auch nicht.

          Hallo!

          Ganz grundsätzlich finde ich es besser, wenn Kinder KEINE Schwimmhilfen haben. Die Eltern sind dann einfach deutlich aufmerksamer, passen wirklich auf, haben die Hände immer einsatzbereit am Kind.

          Schwimmflügel vermitteln dagegen eine trügerische Sicherheit, teilweise ist nur ein Erwachsener mit mehreren Kindern mit Schwimmflügeln im Becken, vielleicht ist eines auch noch einige Meter weit weg - das ist viel gefährlicher, Kinder können auch mit Schwimmflügeln ertrinken. In einer Therme in der näge gibt es mehrere kleinere Becken, da passiert es durchaus, dass Mama und Kind 1 im einen Becken sind, während Kind 2 mit Schwimmflügeln alleine im anderen Becken planscht - geht gar nicht.

          Bei Wellenbetrieb ist es natürlich was anderes, da sollten die Kleinen alle raus aus dem Wasser.

Man kann in einer Partnerschaft durchaus unterschiedlicher Meinung sein, und dennoch den Standpunkt des anderen respektieren.....oder wenigstens ernst nehmen.... letzteres MUSS drin sein.

Kinder müssen zwar eigene Erfahrungen machen, und das ist heutzutage bei vielen Müttern/Eltern die ihre/n Junior/ine überbehüten rel. schwer.....dennoch müssen waghalsige Dinge- oder schlicht und ergreifend irgendwelcher Blödsinn den Papa oder Mama lustig finden, alle anderen aber den Kopf schütteln nicht unbedingt sein.

Versuche Du ein wenig lockerer zu werden, und nicht mehr wegen jeder Kleinigkeit los zu wettern....schon gar nicht vor versammelter Mannschaft (dann schaltet ER nämlich erst recht auf Durchzug)....und er soll verdammt noch mal lernen, Deine Sorgen und Bedenken ernst zu nehmen. Vielleicht findet ihr dann einen Mittelweg, mit dem ihr Beide leben könnt....bzw. klar kommt, ohne dass es jeden Tag kracht.

Einer Partnerin die alles was ich sage und denke ins Lächerliche zieht so wie Dein Kerl das tut, hätte ich vermutlich schon längst in den Wind geschossen....oder zumindest sehr bedauert, dass ein paar links und rechts auf die Backen leider auch keine Lösung ist....selbst wenn es für den Moment evtl. gut tun würde.

Mütter sind eher für die Sicherheit zuständig, Väter für die Risiken. Beides ist wichtig, deswegen profitieren Kinder mit dem besten aus beiden Welten.

Irgendjemand hat mal gesagt, Männer reagieren in brenzligen Situationen rationaler und versuchen das Risiko beherrschbar zu machen. Frauen dagegen, bringen sich erst gar nicht in solche Situationen.

Sowohl Vermeidung von Risiko aber auch seine Beherrschung sind letztlich bedeutsam für die weitere Lebensentwicklung.

Daher solltet Ihr Euch nicht kritisieren sondern Euch als Ergänzung des anderen sehen.

Und das mit der Bierflasche ist nun wirklich lächerlich. Wovor hast Du denn da Angst?

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