Noch ein kinderwunschpost

    • (1) 17.03.17 - 20:34
      EineTraurige

      Guten Abend,

      ist der Mensch eigentlich nie zufrieden?

      Wir, also unser Kind mein Ehemann und ich, könnten so glücklich sein. Also wir sind glücklich. Unser Kind ist zauberhaft, wir haben ein schönes Heim, unsere Jobs. Und doch bin ich traurig.

      Unserem Kind ging eine unschöne, sehr emotionale, ewig unerfüllter kinderwunschzeit voraus. Waren auch kinderwunschklinik.

      Als ich endlich schwanger war, schien es perfekt. Endlich endlich.

      Nun ist schon ein bisschen Zeit vergangen. Die Zeit mit Kind vergeht ja plötzlich noch 8x schneller?! Echt Wahnsinn. Unser Kind ist 14 Monate.

      Ich fühle mich noch nicht komplett, hätte gern noch ein zweites Kind. Mein Partner sagt eins reicht. Einfach aus dem Grund, dass er sich diesen Stress nicht noch mal antun will. Also wir wussten damals wir gehen den Weg auch über die kinderwunschklinik um zu unserem Baby zu kommen. Da war er sogar der treibende Part zu Beginn. Ich wußte erst nicht ob ich diesen Weg gehen kann/möchte. Sind wir es dann aber angegangen.
      Trotzdem war es echt eine harte Zeit. Also auf unserer Beziehungsebene. Wir wussten immer, nicht aufgeben, wir schaffen das irgendwann. Haben nie an uns als Paar gezweifelt und am Ende hat es sich ja gelohnt.

      Ich kann meinen Mann schon irgendwie verstehen, dass er sich so eine Zeit nicht noch mal zumuten will. Er war damals mehr Fels in der Brandung. Trotzdem, ich will das alles mit Baby nicht nur einmal erleben :( mir kommen die Tränen wenn ich unser Kind ansehe und denke: alles nur einmal erleben dürfen? :(

      Ich habe auch vorgeschlagen, dass es jetzt ja auch nicht entschieden werden muss. Doch er ist durch damit. Oder hab ich gesagt, wir setzen uns ein Zeitfenster x und wenn es klappt, schön. Wenn nicht soll es nicht sein. Der große Druck ist ja raus weil wir ein Kind haben. Da meinte er, ich brauch ihm sowas nicht sagen. Selbst wenn ich es ihm schriftlich gebe, weiß er 100 pro dass ich da nicht locker rangehen kann. Vermutlich hat er recht.

      Wie schaffe ich es, mit dem Glück dass wir jetzt haben, für mich zufrieden zu sein und mich komplett zu fühlen...? Ich fange schon wieder an zu weinen...

      Traurige grüße

      • Ich finde es egoistisch, dir und dem Kind ein weiteres Kind vorzuenthalten. Viele Männer sind so. Auch ohne Kinderwunschbehandlung. Ich glaube, viele haben die Einstellung: na gut, dann eins und dann soll die Frau Ruhe geben.

        Hallo!

        geht es nur drum, dass er keine Kinderwunschbehandlung mehr will? Das ist ja irgendwo verständlich, oder? So wirklich ein Spaziergang ist das ja nun nicht. Vor allem für Dich nicht, und diesmal hast Du während der Hormonbehandlungen ein Kleinkind zu versorgen, das ist was anderes, als wenn man im Büro mal einen Durchhänger hat.

        Hast Du mal mit ihm geredet, wie er die Zeit empfunden hat? Ob Du oft zickig, schwierig und hormongesteuert warst?

        Wisst ihr, welche Teile ihr abkürzen könnt - also wenn es letztes mal schon nur mit IVF geklappt hat, würde ich die Sache mit Clomifen und Insemination etwa gleich weg lassen. Sondern gleich zur IVF übergehen, um euch so einen ewigen Leidensweg zu ersparen, sondern das ganze auf wenige Monate zu verkürzen.

        Wie sieht es bei Dir jetzt schon mit Folgeschäden aus? Sind Deine Knochen noch ok nach der langen Kinderwunschzeit?

        • (4) 18.03.17 - 09:58

          Ja hauptsächlich geht es ihn um den damit verbundenen Stress was die Behandlung betrifft. Denke sonst wäre das kein Thema. Die Ursache liegt bei ihm. Wobei ich da nie ein Thema draus gemacht habe. Es war unser gemeinsames "Problem", was wir angehen wollten. Trotzdem bin ich so oft eingeknickt und er war stark. Wenn ich es jetzt überlege war er wahrscheinlich hauptsächlich so tapfer weil er sich "schuldig" fühlte. Wahrscheinlich hat er sich von mal zu mal weniger als Mann gefühlt...? :( es war oft nicht wirklich was brauchbares bei, bei seinen Proben die er abgeben musste, zu finden. Die Kumpels wollten einfach nicht. Zum Ende hin, erholte es sich aber etwas bei ihm und es klappte ja dann auch. Wir hatten dann auch Klinik gewechselt und in dieser Pause besserte es sich. Ja das ist das nächste Problem, die Klinik ist 180 km entfernt. Ja das war schon alles stressig damals. Hab ich diesen Punkt bisher gar nicht so beachtet, auch da jetzt unser Kind ja da ist.

          Ich hab auch vorgeschlagen es jetzt so drauf ankommen zu lassen. Wenn sich die Spermien damals erholt haben, vielleicht bekommen wir es ja auf natürlichem Weg hin. Aber er ist nicht von dem Standpunkt weg zugekommen, dass ich doch wieder durchhängen werde von Mal zu Mal wenn es nicht klappt.

          • Hallo!

            naja, Verhütung macht in eurem Fall ja irgendwo sowieso keinen Sinn, oder? Aber ebenso wenig sinnvoll wäre es, großartige Eisprungkurven zu führen, weil ja selbst bei einer Punktlandung zum richtigen Tag die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft nicht gerade überzeugend ist. Wenn Du dann bei jedem Mal wenn Deine Tage kommen todtraurig bist, dann wird Dich das auf die Dauer nur kaputt machen, da solltest Du schon von weg kommen.

            Mit einem Kleinkind im Schlepptau in eine so weit entfernte Kinderwunschklinik ist schon ein Problem. Das sind ja jetzt auch nicht unbedingt die Praxen mit großartiger Spielecke. Allerdings wisst ihr diesmal Bescheid, dass es wohl auf eine ICSI hinaus laufen dürfte, ist eher die Frage, ob die Hormonbehandlung vorab auch dein Frauenarzt zu Hause machen könnte, und dann nur Eizellentnahme und wieder einsetzen in der Klinik nötig wäre?

            Mein Mann hat auch ein grottiges Spermiogramm, ich bin in 13 Jahren nicht einmal schwanger geworden. Allerdings bin ich deswegen auch nicht ständig ein heulendes Elend und nachdem klar war, wie schlecht das Spermiogramm ist, habe ich die Temperaturkurven und Hibbelei auch sofort eingestellt, das hilft ja nun wirklich nicht weiter.

      Hallo,

      ich kann dich sehr gut verstehen. Auch wir haben damals nach einer ICSI eeendlich ein Baby bekommen. Zunächst war ich damit ausgelastet. Aber dann kam der Wunsch nach einem zweiten Kind und der war um kein bisschen schwächer als der Wunsch nach dem ersten Kind. Ich war auch überrascht, dass sich die Sehnsucht genau so stark anfühlt, obwohl - oder gerade weil man doch zumindest schon ein Kind hat Aber warum sollte sie auch weniger gering sein, wenn man sich nicht komplett fühlt.
      Ich denke, auch uns hätte der Stress einer erneuten Kinderwunschbehandlung abgeschreckt, wir sind auch nicht richtig in die Gänge gekommen, hatten aber das Glück, dass sich unsere Tochter auf natürlichem Wege in unser Leben schlich, so dass uns die Entscheidung abgenommen wurde.

      Es ist schwer, etwas zu raten. Wie du mit deinem Mann am besten zu einem übereinstimmenden Weg für euch kommen kannst, weißt nur du allein.

      Aber ich wollte dir sagen, dass ich dich gut verstehe.

      LG Sabine

    • Also ich würde zumindest versuchen ihn umzustimmen nicht zu verhüten!!! Dann hat das Schicksal wenigstens eine Chance.
      Das du natürlich genauso mitfieberst und jeden Monat enttäuscht sein wirst wird wohl leider nicht ausbleiben, aber vielleicht kannst du es jetzt besser vor deinem Mann verbergen oder unterdrücken?

      Ich kann dich gut verstehen, mein Mann wollte ewig keine Kinder - endlich nach 11Jahren Beziehung legten wir los- da war meine Geduld leider schon am Ende und zum Glück hat es mit ovus, clomifen, pree seed, tempikurve usw. im 4.Zyklus geklappt. Aber die Laune war da schon dahin. Es war nur Stress, kein Spaß. Mein Mann fand es furchtbar.

      Um beim zweiten Kind (das wir beide wollten) nicht den gleichen Stress zu haben haben wir zum Glück seit der Geburt nicht verhütet (meine Idee).
      Trotzdem wurde ich immer ungeduldiger, aber nach 12Monaten klappte es endlich (leider FG) und zwei Monate später aber zum Glück wieder!

      Also ich würde unbedingt vorschlagen dass ihr zumindest nicht verhütet. So hast du die Chance schwanger zu werden und wer weiß, falls sich in einem Jahr nix getan hat ist der Wunsch in deinem Mann evtl auch wieder erwacht?
      Mich hat es sehr getröstet, dass ich immer dachte evtl. werde ich ja trotzdem schwanger (auch wenn ich wegen sehr langem stillen lange keinen Eisprung hatte).
      Lg lattemachiatto

      • Sorry, aber damit schürst Du Hoffnungen, die der TE nicht helfen. Wenn das Spermiogramm so schlecht war, wie sie es andeutet, also eher stark gegen Null, ist eine Schwangerschaft nahezu ausgeschlossen, Es braucht schon eher ein paar Millionen fitter Spermien, damit wenigstens eine davon bis zur Ankunft an der Eizelle noch fit genug ist, um die wirklich zu befruchten. Da sind schon 100.000 Spermien zu wenige, und auch wenn mehr vorhanden, aber schlecht beweglich sind, schaffen die es einfach nicht weit genug. Das meint jetzt ausdrücklich niemanden, der meint mit Coitus Interruptus verhüten zu können, ausgerechnet da kann es durchaus sein, dass schon bei einem kleinen Tropfen vor dem eigentlichen Erguss gleich mal 3.000.000 Topfitte Schwimmer drin sind, aber wenn bei dem betreffenden Mann gleich mehrere Spermiogramme gemacht wurden, die alle eher grottig waren, macht sie sich da echt nur von Zyklus zu Zyklus verrückt.

        • (9) 20.03.17 - 08:04

          Manchmal wünsch ich mir, das alles so glasklar vor Augen zu haben wie du. Klar ist mir das auch alles bewusst und in der Theorie einleuchtend. Trotzdem ist in mir immer so kleiner Funken Hoffnung der aufflimmert. Es wäre halt zu schön. Und der (unsinnige) Funken Hoffnung macht es sehr schwer sich zu sagen: hör auf dich daran festzuhalten.

          Damit mach ich es wirklich nicht besser und mein Mann hat recht wenn er meint ich brauch ihm nicht zu kommen mit: ich bleibe entspannt.

          Es ist nur so schwer und man liest doch immer mal wieder von so Wundern

          • Hallo!

            Ich habe ja auch ein paar Jahre mehr Erfahrung mit der Situation. Ich habe seit 13 Jahren nicht mehr verhütet. Nix mit Wunder, vielleicht sind meine Tage mal ein wenig verspätet gekommen, aber das war es auch schon. Wegen 4-5 Tagen mache ich nicht mal mehr einen Schwangerschaftstest.

            Bei den Leuten, bei denen ein "Wunder" passiert, ist die Ausgangslage meistens eine andere. Das Spermiogramm ist nur so mittelschlecht-untermittelprächtig, aber nicht komplett grottig, und vielleicht durch äußere Faktoren noch schlechter ausgefallen - etwa weil der Mann 2x pro Woche nach dem Sport bei 95 Grad in der Sauna seine Schwimmer gut abkocht, oder weil er jeden Tag 30km sich auf dem Fahrrad die Hoden quetscht. Wenn ein Mann sowas macht, und dann mal ein paar Wochen eben nichts tut, was den Schwimmern schadet, sondern brav nur lauwarm duscht, weite Hosen und Boxershorts trägt, sich gesund ernährt und aufs Rauchen verzichtet, dann kann das schon reichen um aus einem mittelmäßigen Spermiogramm ein recht gutes zu machen. Und bei den Frauen mit diesen Wundern sind halt auch grundsätzlich regelmäßige Eisprünge vorhanden und die Eileiter gut durchgängig. Da treffen dann relativ fitte Schwimmer und ein guter Eisprung mit Sex auf den richtigen Tag zusammen, das Gelbkörperhormon klappt auch überaus gut, und zack, schwanger. Aber wenn das Spermiogramm eben nicht nur mittelschlecht, sondern RICHTIG schlecht ist, die Eisprünge nicht wie aus dem Bilderbuch klappen, und selbst wenn dann eine Eizelle wundersamerweise doch befruchtet sein sollte, das Gelbkörperhormon nicht ausreicht für eine Einnistung, dann wird das ganz sicher nichts mit Wundern.

            Damit tust Du Dir doch nur selber weh, wenn Du immer am hoffen und bangen bist. Und da hat Dein Mann auch recht, wenn er das nicht will. Du kannst nicht immer als heulendes Elend rumlaufen, wenn Deine Tage kommen, Du hast schließlich die Verantwortung für ein Kind.

            Vielleicht wäre es besser, wenn Du Dir statt einem Kinderwunschmediziner einen Psychologen suchen würdest, um mit Hilfe zu lernen, mit den Tatsachen zu leben.

Top Diskussionen anzeigen