Grabenkämpfe wegen Job

    • (1) 19.03.17 - 10:13
      Lotticarotti

      Hallo,
      Mein Mann und ich streiten eigentlich seit wir Kinder haben um unsere beruflichen Ziele.
      Wir sind beide engagiert und arbeiten gerne und durchaus viel.

      Was immer wieder zu Stress führt, ist seine Einstellung, dass er als Mann Vorrechte hat wenn es um Karriere oder berufliche Weiterentwicklung geht.
      Wenn er also lange Arbeitstage hat oder eine Fortbildung wahrnimmt, sieht er es so dass ich ijn da unterstützen sollte, so nach dem Motto : hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine loyale Ehefrau , die stolz auf die Erfolge ihres Mannes ist.

      Soll heißen, ich soll immer die familienfreundlichen Jobs behalten, wo ich um 17.00 zu Hause bin, damit er durchstarten kann.
      Ich bin damit aber zunehmend unzufrieden, da es in meinem Job so ist, dass man auch mal bestimmte Projekte übernehmen muss um weiter zu kommen.

      Das bedeutet aber Dienstreisen, Besprechungen am Abend und generell längere Arbeitstage für 1- 2 Jahre und danach ist man dann natürlich durch mehr Verantwortung auch besser bezahlt.

      Ich komme einfach nicht vorwärts, weil ich da nicht mit machen kann.
      Auch eine Weiterbildung wäre wichtig für mich was bedeuten würde, dass ich abends zu Seminaren muss und dann 3mal die Woche erst um 21.00 nach Hause käme.

      Mein Mann hat das alles gemacht, hat jetzt entsprechend Verantwortung und sagt dass er in seiner Position nicht mehr einfach um 17.00 Feierabend machen kann.
      Ich würde ihn unter Druck setzen seinen erreichten Status zu riskieren wenn er jetzt zurück stecken müsste damit ich meine beruflichen Ziele umsetzen kann.
      Auch mein Vorschlag ein Au pair aufzunehmen, was die Kinder dann abends betreut, wenn wir beide nicht da sind, lehnt er ab.
      Ich bin mittlerweile so sauer und gefrustet, dass ich ständig schlechte Laune habe.
      Ich frage mich manchmal sogar ob ich mich durch die Tatsache dass ich Kinder habe, da in eine Lage gebracht habe die mir nicht behagt.
      Wir hatten das vorher so besprochen dass wir beide gleichberechtigt sind was berufliche Ziele angeht.
      Davon ist nichts mehr übrig.

      Ich frage mich , ob ich an irgendeinem Punkt hätte merken müssen dass wir da in Rollenmustee verfallen, die ich zumindest nie wollte also dass der Mann letzten Endes auf Kosten der Frau Karriere macht.
      Das wollte ich so nie.
      Wie komme ich da raus?

      • Ich wäre da knallhart. Ein Au - Pair halte ich für eine durchaus vernünftige Idee und würde mir da auch nicht reinreden lassen. Wenn es ihm nicht passt, dass jemand "fremdes" eure Kinder betreut, kann er ja gerne selbst beruflich etwas kürzer treten.

        • (3) 19.03.17 - 11:22

          Mein Mann hat mittlerweile einen beruflichen Status erreicht, der es ihm nicht mehr erlaubt, weniger zu arbeiten.

          Es ist also so, dass wenn ich jetzt auch an meiner Karriere arbeite, noch weniger Zeit für die Kinder bleibt, die sind 7 und 4.
          Ich bin aber seit 7 Jahren in der Warteschleife und sehe zu wie er Erfolge verbucht, glücklich damit ist und ich immer noch in der gleichen Position bin die ich hatte als ich das erste Kind bekam.
          Ich arbeite zwar Vollzeit aber völlig unambtioiert.
          Ich habe zwei Naturwissenschaften studiert, promoviert und mittlerweile sind 10 Jahre jüngere Kollegen, die auch Kinder haben und schlechter ausgebildet sind, an mir vorbei gezogen und schnappen mir die interessanten Aufgaben weg.
          Da ist dann natürlich die Frau zu Hause, was ja auch ok ist, wenn die beiden sich so geeinigt haben und zufrieden sind.
          Ich merke nur, dass mir der Verzicht auf eine eigene Karriere sehr schwer fällt.

          Ich dachte die letzten Jahre? dass ich doch dafür Familie habe und gerne verzichten müsste.

          Aber das bin ich nicht.
          Ich musste einsehen dass ich eben nicht bereit bin wegen der Kinder berufliche Ziele zu begraben, anfangs dachte ich noch ich mache das gerne, aber über die Jahre macht es mich wahnsinnig.

          Oftmals sehe ich andere Mütter die zufrieden sind mit ihren Teilzeitjobs, nachmittags zu Hause sind und durchaus glücklich damit sind.
          Ich beneide sie um ihre Einstellung, die aber nicht meine ist.

          Ich bin ehrgeizig und auf meinem Gebiet richtig gut und auch gefragt.

          Meine Projekte kann ich mir aussuchen, Angebote hab ich genug.

          Alle muss ich absagen, gestern erst wieder hab ich mit einer Kollegin die mit mir studiert hat gesprochen, sie hat mir ein super Angebot gemacht mit einem Spitzen Gehalt und einer Top Position.

          Sie selbst hat auch ein Kind und bekommt das anscheinend problemlos hin, da steht der Mann aber voll dahinter.

          Ich beneide die Frau die trotz kleiner Kinder zu ISS fliegen möchte so um.ihren Mann der sofort gesagt hat : mach das, diese Chance kannst du dir nicht entgehen lassen. .ich hab vielleicht einfach den falschen Mann geheiratet und muss sagen dass meine Gefühle für ihn mittlerweile merklich abgekühlt sind...

      Wieso lehnt er ein Au Pair ab? Was sind seine Gründe?

      Ich sehe es wie meine Vorschreiberin: durchziehen.

    • Na ja, dass nicht beide gleichzeitig Karriere machen können, wenn man Kinder hat (gerade wenn sie noch recht klein sind), müsste einem doch klar sein, wenn man Kinder plant. Einer muss immer erstmal zurück stecken sonst bleibt das kind/die Kinder auf der Strecke. Wie alt sind die Kinder denn? Ein aupair könnte Abhilfe schaffen, dafür müssen aber die Rahmenbedingungen klar sein. Ein aupair ist KEINE ersatzfamilie sondern zur Unterstützung da. Sie braucht ein eigenes Zimmer, hat freie Tage und Feierabend. Falls ein aupair in Frage kommt, lasst euch durch eine Agentur beraten, was gegeben sein muss um eine zu bekommen. Aber nochmal, es funktioniert nicht, wenn beide Elternteile gleichzeitig karriere machen. Darunter leidet immer das Kind. Einer muss erstmal zurück stecken und weniger arbeiten als der andere. Man könnte es auch so lesen, dass der eine jetzt voll beruflich durchstarten der andere aber dann, wenn die Kinder größer sind und dafür der erste dann zurück steckt. Familie bedeutet, dass alle glücklich sind, nicht nur Papa oder Mama sondern natürlich auch die Kinder.

        • Als ich das schrieb, war noch nicht klar, wie alt die Kinder sind. Trotzdem ist es so, dass es nicht funktioniert, wenn beide gleichzeitig sehr viel arbeiten. Einer von beiden muss kürzer treten als der andere. Wer, ist erstmal zweitrangig. Aber dass beide gleichzeitig Karriere machen geht zu Lasten der Kinder.

          • " ...Aber dass beide gleichzeitig Karriere machen geht zu Lasten der Kinder. "

            Okay - sagt wer?

            Nicht böse gemeint - aber ich hasse solche Aussagen.

            Ich musste extrem viel arbeiten in der Zeit, als ich alleinerziehend war.
            Da war nix mit "beide" - da gabs nur mich und ich musste nunmal "Karriere machen" - bzw mich weiter - und uns durchbringen.

            Das heißt also - wer Kinder bekommt, darf nicht trotzdem durchstarten?

            Im übrigen führen viele Wege nach Rom.

            Es gibt genügend Menschen , die von zu Hause aus Karriere machen , und /oder selbstständig arbeiten, was sich nicht schlecht mit Kindern vereinbaren lässt.

            Oder so wie ich das Glück haben , die Kinder auch mal mit zur Arbeit nehmen zu können.

            Ich kenne -allein schon beruflich - genügend Mütter die durchgehend zu Hause sind - das ist noch lange kein Garant für zufriedene, geliebte, nicht (emotional) vernachlässigte und gut versorgte Kinder - absolut gar nicht.

            Und ich kenne Eltern , die Karriere machen - viel Arbeiten - und zwar beide.
            Und deren Kinder MÜSSEN per se zu kurz kommen?

            Sorry -nee.

            Ich kann die TE verstehen.

            Männer können in diesem Punkt sehr ätzend sein - oder werden - selbst , wenn sie vorher (also vor Kind und Kegel) nicht so waren.

            Und manche Frauen übrigens auch , indem an irgendwelchen Rollen -und Familienstereotypen festhalten und sie anderen Menschen suggerieren , dass Karriere und Kinder sich sowieso ausschließen müssen.

            Natürlich ist es nicht leicht , Kinder zu bekommen und beruflich durchzustarten , aber ich denke jedes gewählte Modell hat seine Stärken und Schwächen und bedarf individueller Lösungsansätze - und jede einzelne Familie dieser Welt hat - egal wie sie auch strukturiert und versorgt ist - manchmal so ihre Krisen und Baustellen.

            Und zwar "traditionelle" Familien genauso wie andere.

            LG
            Lulu

            • Du bist aber in einer komplett anderen Situation als die te. Bei der te gibt es aber beide Elternteile und das kann man mit jemand, der alleinerziehend ist gar nicht vergleichen. Es SIND nunmal beide da, aber trotzdem geht es zu Lasten von Kindern, wenn ihre Eltern keine zeit mehr für sie haben, weil ihnen ihr berufliches vorankommen (und hier geht es auch nicht ums müssen, so wie bei dir sondern ums können) wichtiger ist als ihre Kinder. Es ist ein Unterschied ob man 60 Stunden plus arbeiten MUSS oder es macht, weil man es WILL.

              • (10) 19.03.17 - 18:47

                Naja ,

                aber selbst wenn man "nur" arbeitet , weil man es WILL muss dass doch nicht automatisch zu Lasten der Kinder gehen?

                Ganz im Gegenteil - als ich Arbeiten "musste" ging es mir viel schlechter , im Vergleich zu der Zeit , wo ich nicht mehr unbedingt musste - aber wollte.
                Ich war viel glücklicher und entspannter - und das wirkt sich unmittelbar auf die Kinder aus.

                Btw - die TE scheint eh ein Troll zu sein der provozieren will, oder zumindest ein Extrembeispiel. Ich glaube kaum , dass diese Beiträge echt sind - und selbst wenn - dann ist diese Frau ein Einzelfall und extrem gefühlskalt.
                Das sagt was über ihren Charakter aus , und die Kinder tun mir eher leid, eine Mutter solchen Charakters zu haben...

                Aber genau das sind es -Einzelfälle. Und als solche sollte man so etwas auch betrachten , und nicht solche Pauschalaussagen raushauen....

                Nur weil man arbeitet , weil man es möchte , ist einem der Job nicht wichtiger als die Kinder.

                Das hieße ja das Müttern oder Vätern in Partnerschaften , die nicht oder nur sehr wenig berufstätig sind , ihre Kinder per se wichtiger sind , als Kinder von Eltern , die Karriere machen.

                Das ist mMn nicht so , und ich fühle mich echt angegriffen , wenn ich sowas lese.
                Auch wenn du das wahrscheinlich gar nicht böse meinst.

                Auch Eltern mit "klassischem" Familien- und Berufsleben können an ihre Grenzen kommen , Probleme mit ihren Kindern haben , vernachlässigen oder wenig Bindung aufbauen.
                Überlastet oder überfordert sein.

                Und Karriere Eltern eben auch - oder eben auch nicht...die Welt ist bunt....

                Lulu

                • (11) 19.03.17 - 18:57

                  Ich wollte dich wirklich nicht angreifen. Und ich meinte damit auch nicht, dass Kinder oder Eltern oder beide glücklicher finden, wenn Mama nur Hausfrau ist. Was ich meinte ist lediglich, dass ein Kind zwangsweise darunter leidet, wenn die Eltern keine zeit mit ihnen verbringen, weil sie immer nur arbeiten. Was hat ein Kind von Eltern, die von 8-19/20/21 Uhr arbeiten und am Wochenende auch arbeiten? Da tun mir die Kinder immer leid weil ihre Eltern einfach gar nichts von ihrem Alltag, ihren sorgen und Problemen mit bekommen, sie kennen ihre Kinder ja gar nicht. Ein Kind braucht Zuwendung von seinen Eltern. Und zwar in erster Linie von den Eltern und nicht von einem aupair oder sonstigen Personen. Für Kinder sind die Eltern einfach extrem wichtig und deshalb müssen sie eben auch präsent sein. Sind Sie das nicht, leidet die Seele eines Kindes. Es bekommt das Gefühl vermittelt, unwichtig zu sein, ein Störfaktor für die Eltern zu sein. Und das sollte kein kind denken.

                  • (12) 19.03.17 - 20:38

                    Weißt du ,ich denke,dass wir absolut unterschiedliche Sichtweisen haben.

                    Für mich ist der Berufsstatus der Eltern nur 1 Aspekt.

                    Aber viel wichtiger für ein Kind sind doch ganz andere Werte- was sind die Eltern für Menschen?

                    Was vermitteln sie, was strahlen sie aus, was haben sie für einen Charakter usw....

                    Ich war beruflich teilweise wochenlang weg und mein Jüngster war noch recht klein...aber er hatte tolle Menschen um sich in dieser Zeit.

                    Er ist ein offenes,freundliches Kind.

                    Er liebt mich und ich liebe ihn,und bestimmt nicht weniger weil ich oft arbeite.

                    Natürlich sind mein Mann und ich manchmal am Ende,überarbeitet,überfordert und müde.

                    Aber wer ist das nicht manchmal?

                    Mein Vater ist relativ jung an Krebs erkrankt,er ist vor kurzem leider verstorben.

                    Meine Mutter hätte es,wäre das noch früher passiert,ein riesen Problem gehabt.

                    Das kann jeden treffen- oder Trennung,Berufsunfähigkeit oder oder oder.

                    Ich möchte im Ernstfall auch meine Kinder ( oder auch meinen Mann) und mich versorgen können- und zwar gut versorgen,ich möchte in diesem Maße absolut nicht abhängig machen.

                    "Für Kinder sind die Eltern einfach extrem wichtig und deshalb müssen sie eben auch präsent sein. Sind Sie das nicht, leidet die Seele eines Kindes. Es bekommt das Gefühl vermittelt, unwichtig zu sein, ein Störfaktor für die Eltern zu sein. Und das sollte kein kind denken."

                    Sorry- aber das stimmt einfach nicht immer.

                    Das "Wie" und "Womit" ist 1000x wichtiger als das "Wieviel".

                    Ein Kind kann auch mit beiden Elternteilen pausenlos vereint sein,und trotzdem vernachlässigt werden.

                    Ich arbeite ständig mit Kindern,die überhaupt nur wg guter Fremdbetreuung eine Chance hatten,sich einigermaßen "normal" zu entwickeln...

                    Ein Kind fühlt sich bestimmt nicht wie ein Störfaktor,weil Mutti und Vati arbeiten.

                    Eher,weil Mutti und Vati sich zB mit der PS 4,dem Käffchen, Frauentausch und dem Pc beschäftigen,und es anblaffen,sobald es mal spielen will...

                    Ich weiß,dass du das nicht böse meinst.

                    Aber nicht alle "klassischen" Eltern sind solche Bilderbucheltern wie du es dir vorstellst.

                    Nicht jedes Kind braucht grundsätzlich seine Eltern,sondern jedes Kind braucht liebevolle Zuwendung.

                    LG
                    Lulu

                    (13) 19.03.17 - 21:46

                    Als ich klein war,hab ich meine Familie vermisst wenn ich in einer fremden Umgebung war mit fremden Menschen. Ich musste mal früher aus einem Ferienlager abgeholt werden,weil ich so Sehnsucht hatte. Und als ich mit 6 alleine im Krankenhaus war hab furchtbar vor allem meine Ma vermisst. Aber wehe ich durfte in den großen Ferien zu meinen Verwandten auf den Bauernhof. Da war ich von mich liebenden Menschen umgeben-Oma,Opa,Tante,Onkel,jüngere Cousinen. Da habe ich meine Eltern 0 vermisst. Ich denke,es kann für ein Kind mehrere Bezugspersonen geben. Und die Kinder wissen,dass Mama und Papa nur zeitlich begrenzt fehlen. Wenn sie da sind,soll die Zeit umso besser genutzt werden und das Interesse am Kind muss gezeigt werden

                    • (14) 19.03.17 - 21:50

                      Ich rede doch gar nicht davon, dass Kinder keine anderen bezugspersonen neben den Eltern haben sollten. Das ist sogar sehr wichtig, das sogenannte soziale Netzwerk. Aber Eltern, die einfach GAR KEINE Zeit mit ihren Kindern verbringen und JEGLICHE Betreuung auf ANDERE übertragen, wie die te es vor hat, DAS geht zu Lasten von Kindern. Und nur das sage und meine ich.

                      • (15) 19.03.17 - 22:02

                        Das meinte ich mit Einzelfällen.

                        Und auch wenn du es jetzt anders schreibst,viele Antworten vorher waren leider sehr pauschal von dir formuliert.

                        Es ist ein großer Unterschied ob du schreibst

                        "Kinder leiden wenn man Karriere macht" oder

                        "Die Kinder der TE leiden..."

                        Wobei es selbst in diesem Fall nicht auszuschließen ist,dass es den Kindern mit Fremdbetreuung besser gehen würde,als mit dieser Mutter....

          (16) 22.03.17 - 08:41

          Sorry, aber "dass beide gleichzeitig Karriere machen geht zu Lasten der Kinder" ist eine viel zu pauschale und simplifizierende Aussage. Das würde ja bedeuten, dass Karriere nur auf eine Art gemacht werden kann - indem man quasi ausschließlich abwesend ist.

          Von Eltern, die den ganzen Tag zuhause sind und dabei putzen, kochen, überm Handy oder vorm TV sitzen, mit Freunden quatschen oder sich anderweitig ablenken, haben Kinder sicher nicht automatisch mehr als von Eltern, die arbeiten, aber die Zeit mit ihren Kindern bewusst und aufmerksam gestalten.

          Es muss auch nicht ZWANGSWEISE einer beruflich kürzer treten als der andere, um "gute Eltern" zu sein. Man kann sich die Elternschaft tatsächlich auch TEILEN und nicht immer einen in die Hauptbetreuer-Rolle zwängen.

          Versteh mich nicht falsch - auch meinem Idealbild entspricht es, dass - vor allem mit kleinen Kindern - mehr Zeit für Familie bleibt als erst ab 17h und am Wochenende (wobei für mich das auch für Väter gilt). Aber ich hasse einfach solche Pauschalaussagen, die an der Realität einfach vorbeigehen.

    (17) 19.03.17 - 18:16

    <<<a ja, dass nicht beide gleichzeitig Karriere machen können, wenn man Kinder hat (gerade wenn sie noch recht klein sind), müsste einem doch klar sein, wenn man Kinder plant. Einer muss immer erstmal zurück stecken sonst bleibt das kind/die Kinder auf der Strecke.<<<

    Sagt wer?
    Immer die selbe Leier von dir.
    Ob du es glaubst oder nicht ich kenne einige Paare ( nicht nur in der Generation meiner Tochter )bei denen das problemlos klappt, geklappt hat.
    Auch meine Tochter wird sicherlich nicht umsonst zwei naturwissenschaftliche Fächer studieren, ihr Partner sieht das genau so.Sie werden sich Elternzeit und Betreuung teilen,für den Haushalt gibt es Personal.
    Eine Freundin von mir hat zu Studienzeiten drei Kinder bekommen, das hat natürlich etwas länger gedauert und danach ging es los. Das macht nicht automatisch vernachlässigte Kinder sondern ist eine Frage der Organisation und der persönlichen Belastbarkeit.

    <<<Aber nochmal, es funktioniert nicht, wenn beide Elternteile gleichzeitig karriere machen. Darunter leidet immer das Kind<<<

    Schade das du offensichtlich diesbezüglich keine gelungenen Partnerschaften kennst, das würde vielleicht deinen Horizont erweitern.
    Ich beobachte doch so einige Familien seit Jahrzehnten.Je besser die Frau ausgebildet, um so wahrscheinlicher macht sie Karriere.

(18) 19.03.17 - 11:16

Hallo liebe Lotti,

du rechtfertigst dich noch und argumentierst in dem Bereich, warum es dir auch zustünde.

Du darfst dich auf ein "ob" und "warum" gar nicht mehr einlassen, die Frage ist nur noch "wie".
Ich würde mich auf keinerlei Diskussionen mehr einlassen!
Fakt ist, es geht nicht darum, ob du deine Karriere vorantreiben "darfst"(herrje, allein die Formulierung macht mich sauer!) sondern WIE doe Kinderbetreuung geregelt wird.
Und das würde ich genau so mitteilen!
Punkt!
Und er hat die Wahl, konstruktiv an einem Entwurf mitzuarbeiten oder das hinzunehmen und zu unterstützen, was du entwickelst (Au Pair etc.)
Ich kann nur von mir reden:
Mein Mann kommt auch aus der Kategorie "wer will findet Wege, wer nicht will findet Gründe", d.h wenn es um ihn geht, sieht er die Wege, wenn es um mich geht sieht er nur Gründe.

Das habe ich ihm wirklich abgewöhnen müssen, indem ich nicht mehr freiwillig zurückstecke (jo, mein Fehler, ich hatte eh das Problem, meine Bedürfnisse mehr als Wünsche und Anfragen zu sehen) sondern ganz klar sage, das ist wichtig für mich, das MUSS sein--- es geht nur noch um das WIE!
Und nach einigen Anlaufschwierigkeiten klappt das so gut, dass ich mir immer in den Hintern treten könnte, dass nicht früher gemacht zu haben!
Klar sind gemeinsame Überlegungen wichtig im Partnerschaftsbereich, aber meine Karriere ist so ein Punkt, wo ich mich auf keine Debatte einlasse, vor allem, weil ich seine Karriere auch ermöglicht habe, wie du bei deinem Mann!
Da ist die Gegenseitigkeit selbstverständlich!

Lg und lass dich nicht unterbuttern!

Hi,
wir arbeiten auch beide und ich könnte mir für mich auch nicht vorstellen, das nicht zu tun. Ein Hausfrau- und Mutterdasein würde mich nicht erfüllen. Ich habe also ganz viel Verständnis für deine beruflichen Ambitionen.

Wenn du diese aber verwirklichen kannst und voll durchstartest, ein Au-Pair verfügbar und die Betreuung gewährleistet ist, bleibt immer noch die Frage, wie es euren Kindern damit gehen wird.

Keines der Elternteile ist bereit zum Wohle der Kinder auf berufliche Erfolge zu verzichten und wie es sich liest, würdest du dann auch sehr lange außer Haus sein. Das ist doch total scheiße für die Kinder.

Ich kann auch den Brass auf deinen Mann verstehen und finde seine Einstellung DIR ggü. nicht in Ordnung, aber vllt. hat er, trotz vorheriger Absprache, als Vater gemerkt, dass es für die Kinder nicht gut ist, wenn beide Elternteile voll durchstarten und nur wenig für sie da sein können. Er hat dabei ziemlich arschig deinen Ausfall während der Elternzeit genutzt, um seine Schäfchen ins Trockene zu bringen, dennoch haben die Kinder zumindest momentan wenigstens ein Elternteil, das etwas mehr Zeit für sie hat.
Keine Ahnung wie ihr da rauskommen könnt, als Außenstehende finde ich für deine Kinder den aktuellen Status noch das geringste Übel, und um die sollte es ja in allererster Linie gehen.

vlg tina

  • (20) 19.03.17 - 11:52

    Ich habe das Gefühl dass er mein schlechtes Gewissen wegen der Kinder zu seinem Vorteil nutzt...er scheint ja da wenig Probleme mit zu haben dass er kaum da is.
    Elternzeit hatten wir beide je 6 Monate daa war also fair.

    • Klar, er hat sich ja die Einstellung angeeignet, dass du ihm gefälligst den Rücken frei halten und kinderfreundlich arbeiten sollst. Ein Stück weit kann ich das nachvollziehen und zwar deshalb, weil ich auch gemerkt habe, dass man nicht alles im Vorfeld planen kann, auch wenn man die Familienplanung noch so rational angehen mag. Auch die eigene Einstellung nicht. Ihm scheint es wichtig zu sein, dass ein Elternteil mehr Zeit für die Kinder hat, auch wenn er es nicht sein will.

      Aber bei deiner ganzen Wut auf deinen Mann, die ich verstehe, solltet ihr eure Kinder nicht vergessen. Vielleicht bin ich auch total gestrig, wenn ich davon überzeugt bin, dass es für die Kinder nicht gut sein kann, wenn beide Eltern beruflich so durchstarten, dass sie kaum Zeit für sie haben wollen. Pädagogenkrankheit.

      Vlg tina

Kann es sein, dass dein Mann Probleme damit hat, dass du an ihm beruflich vorbeiziehen könntest?
Denn anders kann ich mir sein störrisches Verhalten und das Machtspielchen, dich kleinzuhalten, nicht erklären.

Im Grunde ist es ein Armutszeugnis, dass man darüber überhaupt diskutieren muss und du in einer erpressbaren Position bist. Wenn du jetzt einfach losgehen würdest, ohne dir um die Kinder Gedanken zu machen, würde er seelenruhig dabei zusehen und seine Karriere auf dem Rücken der Kinder vorantreiben, weil er sich in der exponierten Position sieht?

Da würde ich aber eckig werden. Wenn er das will, hätte er ein Hausmütterchen heiraten müssen.

Ich würde die Kinderbetreuung extern organisieren und mit den Kindern absprechen, was sie in Ordnung finden und womit sie sich noch wohl fühlen und dann machen.

  • HI,
    die Kinder sind 4 und 7. Auch wenn es Akademikerkinder sind, denke ich nicht, dass sie klar artikulieren können, wie viel Elternabwesenheit für sie erträglich ist.

    vlg tina

    • Ich sehe das anders. Ein -Grundschulkind kann schon zum Ausdruck bringen, ob es Mama vermisst, ob es mit einem Au Pair z. B. gut funktioniert und sie sich mögen.

      Außerdem kenn man seine Kinder sehr gut. Wenn man abends beim Zubettgehen den Tag oder die Woche bespricht, können Kinder in dem Alter auch mitteilen, wie sie die Zeit verbracht und empfunden haben.

      • Wenn die te aber beruflich durchstarten, wäre sie abends abe9 erst oft gegen 21 Uhr zu hause. Da sind die Kinder schon längst im Bett und Gespräche wären nicht mehr möglich.

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