Vorher war alles besser....

    • (1) 25.03.17 - 22:13
      lieber nicht

      Hallo alle miteinander,

      ich bin 36 Jahre alt, habe 2 Söhne im Alter von 12 und 14, bin seit 15 Jahren verheiratet und wir haben ein Haus.

      Mein Mann war sehr lange Zeit Lastwagenfahrer, ich war zwar oft alleine mit den Kindern, aber das war für mich nicht schlimm. Wir hatten, wenn wir zum Beispiel miteinander fortgingen, gemeinsam den größten Spaß, unsere "Insider", wir konnten wirklich viel lachen. Der Sex war noch nie der Hammer, aber auch das konnte ich verkraften. Vor ein paar Jahren hatten wir schreckliche Sachen erlebt, die wir auch gemeinsam und mit aller Kraft durchstanden. Wir sind in dieser Zeit noch mehr zusammengewachsen....dachte ich......

      Seit Herbst 2013 haben wir beide einen neuen Job, ich bin sehr glücklich mit meiner Arbeit. Mein Mann fährt nicht mehr mit dem Lastwagen,er hat eine andere Arbeit gefunden, die ihm Spaß macht. Er ist auch mehr daheim als vorher. Anfangs dachte ich "Super!", aber nach und nach veränderte er sich. Ich weiß, dass wir beide stärker geworden sind durch die schwierige Zeit vor ein paar Jahren, aber mir fällt immer wieder auf, dass er, seit er die neue Arbeit hat (eine "ranghöhere", oder wie soll ich sagen?), eingebildet geworden ist, manchmal fast davonschwebt. Ich wünschte sooo sehr, daß alles so wie früher wäre...ich habe ein großes Problem damit, dass er sich öfter machohaft und hochnäsig verhält. Ich hab ihm schon mehrmals gesagt, inwiefern er sich verändert hat. Dazu sagt er, dass er schon stolz ist auf seinen Job und dass ihm eine Veränderung an sich nicht auffällt.

      Wir lachen nicht mehr, es ist alles so "kalt" geworden, Sex interessiert mich weniger denn je. Er würde schon wollen, aber hat es inzwischen aufgegeben, weil ich immer abblocke.

      Jetzt wollte ich euch fragen, ob das jemand von euch kennt: dass sich der Partner charakterlich sehr verändert aufgrund eines Berufswechsels und wie ihr damit umgegangen seid. Es ist kein Prickeln mehr da, kein unbeschwertes Lachen, ....nichts....

      Ich trauere wirklich sehr unserem "alten Leben" nach, auch, wenn ich sehe, dass die neue Arbeit prinzipiell gut zu ihm passt. Aber früher war alles schöner #schmoll

      Vielleicht kennt das wer und will darüber schreiben? Ich würde mich freuen

      LG
      liebernicht

      • (2) 25.03.17 - 22:56

        Mein erster Gedanke war: Warum beziehst du die Veränderungen so auf seinen Beruf?
        Ihr habt beide einige Veränderungen erlebt:
        - die schwere Krise hat euch sicherlich BEIDE beeinflusst, dich und ihn.
        - Ihr seid BEIDE älter geworden und in einer neuen Lebensphase, die Kinder beginnen sich abzunabeln.
        - auch DU hast einen neuen Beruf.
        - Ihr verbringt vermutlich mehr Zeit miteinander als in den Lastfahrer-Zeiten - weniger Vorfreude auf Gemeinsames, mehr gemeinsamer Alltag

        - "keine Erdung der Beziehung mehr" durch sexuelle Nähe

        Es kann also auch an was ganz anderem liegen als seinem Beruf, dass ihr euch wieder finden müsst. (Ich persönlich würde auf die durchgestandene Krise und den ausgeweiteten gemeinsamen Alltag tippen).

        Ich würde mich bewußt wieder auf Sex einlassen, um zu fühlen, ob er Euch Nähe gibt. Zumindest ein paar Mal, vielleicht erwächst ja daraus wieder was Schönes. Dann (bei großen Kindern kein Problem) wieder regelmäßig ausgehen, einen Abend pro Woche. Schönes gemeinsam erleben statt nur im Alltag zu funktionieren. Von dir reden (nicht über ihn und seine "Fehler") und ihm zuhören, wenn er von sich redet. Und dir bewußt sein: auch du hast dich verändert, ebenso wie er. Ihr wollt wieder eine gemeinsame, schöne Basis finden. Gemeinsamkeiten in der jetzt-Zeit, denn zur Vergangenheit kann man nicht zurück kehren (und sie wird oft auch verklärt)...

        • (3) 25.03.17 - 23:03

          "Warum beziehst du die Veränderungen so auf seinen Beruf?"
          Hat sie doch erklärt.
          "aber mir fällt immer wieder auf, dass er, seit er die neue Arbeit hat (eine "ranghöhere", oder wie soll ich sagen?), eingebildet geworden ist, manchmal fast davonschwebt. Ich wünschte sooo sehr, daß alles so wie früher wäre...ich habe ein großes Problem damit, dass er sich öfter machohaft und hochnäsig verhält."

          • (4) 25.03.17 - 23:21

            Zwar war meine Antwort an die TE gerichtet, aber trotzdem ein par "Ideen" zum obigen Zitat:

            Vielleicht hat er eine Midlife-Crisis?
            Vielleicht ist er machohaft/eingebildet/ distanziert, weil er denkt den "Mann" rauskehren zu müssen, da er spürt, dass sie ihn kritischer sieht als früher?
            Sie findet sein neues Selbstbewusstsein als "hochnäsig" (ihre Wortwahl), er ist "stolz auf seine Arbeit" (seine Wortwahl) - welcher Außenstehende kann sagen, welche "subjektive Wahrheit" näher an der Wirklichkeit liegt?

            Dass die TE ihre Beziehungsprobleme auf seinen Beruf bezieht habe ich schon verstanden - aber vielleicht gibt's ja auch andere Einflüsse? Ich habe nur vorgeschlagen, das in Erwägung zu ziehen. Nicht mehr und nicht weniger.

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