Beleidigungen/Beschimpfungen dulden?

    • (1) 27.03.17 - 13:14

      Hallo zusammen,
      ich hätte gerne einmal die Meinung von unbeteiligten Personen zu meiner jetzigen Situation.
      Ich bin mir nämlich nicht sicher ob ich vielleicht wirklich eine falsche Sichtweise habe.
      Tja wo fange ich an?
      Mein Mann und ich sind dieses Jahr 5 Jahre zusammen, davon 4 verheiratet und haben eine bald 3 jährige Tochter.
      Kennengelernt habe ich ihn beim Auszug von meinem Exmann (der ein Kontrollfreak war und mich auch verbal nicht nett behandelt hat zeitweise). An dem Tag des Auszuges hat er geholfen weil er ein Kumpel meiner Freundin ist.
      Wir haben uns super verstanden und es kam (viel zu schnell weiss ich heute) das wir nach 4 Wochen zusammen waren. Auch recht zügig zusammen gezogen sind und uns ein Haus gekauft haben (das aber auf mich alleine läuft, genauso wie auch die Schulden - also ich habe die Kredite für das Haus und den Umbau übernommen und stehe alleine im Grundbuch)
      Das 1 Jahr war wirklich schön, wir haben uns gut verstanden und bis auf ein paar leine Streits war alles gut. Nichts unnatürliches also. Aber irgendwann fing es an immer schlechter zu werden. Er wurde immer gereizter, ging bei jeder Kleinigkeit an die Decke, schrie rum etc. Ok, dachte das ist ne Phase und legt sich wieder. Wir hatten einige Probleme zu meistern, zudem wurde ich schwanger. Nach der Geburt unserer Tochter wurde es ganz schlimm. Mir ging es nach der Geburt nicht so gut, da ich mir das Steißbein geprellt hatte und kaum sitzen oder gut laufen konnte. Außerdem hatte ich eine Brustentzündung nach der anderen und meine Brustwarzen waren so wund das sie mittig durchgerissen waren.
      Aber ich wurde angemeckert das ich nichts kochen würde, das der Haushalt nicht lief und ich überhaupt nichts auf die Reihe bekommen würde.

      Die Ausraster mit dem Anschreien wurden immer öfter und immer schlimmer und dann kamen noch Beleidigungen dazu. Immer im Beisein des Kindes. Ich bat immer darum das nicht zu tun. Aber das interessierte ihn überhaupt nicht. Das würde das Kind garnicht mitbekommen.
      Mittlerweile ist es so das die Kleine schon sagt: Papa laut. Aber auch das ist ihm egal. Und wenn die Kleine sagt: Papa sei nicht so laut, dann poltert er sie an: Halt du dich da raus.
      Geht's noch? So behandelt man doch kein Kind.
      Früher hat mich das alles sehr fertig gemacht und ich habe viel geweint und immer wieder nachgegeben. Heute wehre ich mich und mache den Mund auf.
      Streitpunkt ist immer wieder der Haushalt den ich nicht hinbekomme, das Büro und den Papierkram habe ich nicht im Griff, ich habe es in den 3 Jahren nicht einmal geschafft den Dachboden zu sortieren und aufzuräumen etc.
      Ich gehe aber auch seit die Kleine 15 Mon. alt ist 60 % Arbeiten. Wir haben Hunde und Pferde die auch versorgt werden müssen. Das alles ist mein Job weil er ja arbeiten geht und das meiste Geld heim bringt um mein Hobby zu finanzieren. Er steckt Geld ins Haus und hat nix davon. Ich würde ihm immer Versprechungen machen (Haushalt besser im Griff, Papiere sortieren) und würde sie dann nicht halten. Ich würde ihn somit anlügen.

      Ich sage ihm oft das ich das einfach zeitlich nicht schaffen würde. Er meint dazu nur das ich zu dämlich bin mich zu organisieren.
      Also sein Job ist von Mo. - Fr. von 07:00 aus dem Haus und 17:30 nach Hause (Bürojob) und Samstags Nebenjob auf selbst und meiner ist Morgens mit aufstehen, seine Brote machen, Tiere versorgen, Waschmaschine anwerfen und ggf. Wäsche in den Trockner. Kind wecken, anziehen und fertig machen für den Kiga. Danach auf die Arbeit bis 14 Uhr. Dann nach Hause, Haushalt machen (alles was anfällt halt) dann Kind abholen, Stall misten und Pferde versorgen und dann nach Hause kochen, damit um halb 6 das Essen fertig ist. Bis dato hatte ich noch keine Zeit um mit der Kleinen was zu spielen oder unternehmen noch Zeit für mich. Er kommt heim, isst und geht vor den Laptop. Ich räume dann auf mache die Kleine Fertig für das Bett und gehe dann um halb 8 mit ihr ins Bett. Ich bin dann fertig. Samstags versuche ich zu putzen und alles gründlich zu machen und gebe Nachmittags noch Unterricht. Tja und Sonntags habe ich auch meistens die Kleine da er Fernsieht oder schläft.
      Aber wehe wenn die Wäsche nicht immer gemacht ist, oder es unordentlich ist oder oder oder. Dann heißt es immer ich bin eine faule Drecksau die zu doof ist sich zu organisieren.
      Wenn ich mich wehre schreit er nur und rastet komplett aus, was ich doch für ein doofes Stück Scheiße bin, eine Fotze, eine Hure, eine dreckige Missgeburt. Frecken soll ich. Und alles vor dem Kind. In letzter Zeit fällt es mir immer schwerer ruhig zu bleiben und ich habe ihn auch mal beschimpft da hat er mir die Butter nachgeworfen und mir eine kleine Plastikflasche übergeworfen. Er hat mir auch schon vor die Füße gespuckt.
      Ich sage ihm immer das ich nicht will das er mich so behandelt und es auch nicht mehr lange dulden werde. Das wäre ihm doch scheiß egal. Ich könnte mich ja trennen. Die Kleine würde er mitnehmen, ich wäre ja nicht fähig sie zu erziehen, dann würde sie so doof wie ich werden. Ich würde ihr ja auch nur Schrott zu fressen geben (weil ich nicht immer im Bioladen einkaufe sondern auch bei anderen). Sie ist viel Obst und ich koche immer frisch ohne Fixtüten oder ähnliches. Und ich bin überzeugt eine gute Mutter zu sein.
      Ich glaube wenn ich nicht Angst hätte vor dem Schritt zu gehen, wäre ich schon weg. Aber ich habe auch Angst das er mir die Kleine wegnimmt, einfach mit ihr durchbrennt oder mir danach sonst irgendwie das leben schwer macht (er meinte er würde mir das leben dann zur hölle machen wenn ich ihm ans bein pissen würde)
      Außerdem wie soll ich das machen mit dem ganzen finanziellen? Die 3 Hunde, die 3 Pferde, das Haus, der Kredit und die Konten überzogen? Ich verdiene nicht schlecht aber es würde dafür nicht reichen und ich möchte das Haus und die Tiere nicht aufgeben, da auch meine Tochter sehr daran hängt.
      Er sagt ja immer wenn ich mich ändern würde und mich besser organisieren würde und die Dinge im Griff hätte das er sich auf mich verlassen kann, dann müsste er sich ja nicht aufregen. Ich sagte das ist nicht allein meine Schuld und wie er sich aufregt ist allein seine Entscheidung. Und die Art geht garnicht.
      Er sagt dann immer wie ich was machen soll oder das ich mir Pläne machen soll wo ich mich dran halte, aber das funktioniert auch nicht. Er würde das alles ja nicht böse meinen, sondern er wollte mir damit ja nur helfen. Ich bräuchte ja auch meine Freitzeit, wo ich ja jetzt keine Zeit zu hätte. Aber das wäre ich alles selber schuld.
      Ist das so? Sehe ich das einfach falsch und bin wirklich so ungeschickt in der Alltagseinteilung? Mit zu einer Beratung kommen will er allerdings auch nicht.
      Wie seht ihr das? Mich würden Eure Meinungen wirklich interessieren.
      Danke im Voraus

      • (2) 27.03.17 - 13:19

        es gehören immer zwei dazu. Einer der es macht und einer der es mit sich machen lässt. Tut mir leid, aber du bist selbst Schuld wenn du dir das gefallen lässt und bei ihm bleibst.

        • (3) 27.03.17 - 13:22

          Da hast du nicht Unrecht, danke für deine ehrliche Meinung. Aber schmeißt man mit Haus, Kind und Kegel am bein einfach alles so hin. Wenn man keine Verantwortung und Verpflichtungen hat außer sich selbst gegenüber ist das leicht zu gehen.....

          • (4) 27.03.17 - 13:25

            du hast die Verpflichtung für dich und das kind. Und wenn es dir nicht gut geht, dann musst du es ändern, denn Kinder bekommen alles mit. Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

          • >> schmeißt man mit Haus, Kind und Kegel am bein einfach alles so hin. <<

            Nein, "einfach so" macht man das sicherlich nicht.

            Aber dein Mann beleidigt dich und wird dabei laut - dein Kind bekommt das alles mit und glaube mal, Kinder haben sehr feine Antennen.

            Du gehst arbeiten, kümmerst dich um das Kind, sollst den Haushalt und das Büro alleine schmeißen und ihm bitte jeden Tag ein warmes Essen hinstellen. Abends darfst du dann noch für seinen Spaß sorgen. Ganz ehrlich - du bist sein Hausmütterchen, dass er sich schön klein hält, damit es ja nicht auf die Idee kommt aufzumucken.

            Und nein, wie es bei euch läuft ist NICHT normal.

            Einfach alles hinwerfen???

            Das ist so was von unangebracht.
            Du erduldest das doch schon viel zu lange!

            Rücken grade machen, Wohnung suchen, Haus verkaufen, alles einpacken und tschüss.
            Ganz echt,du willst doch nicht so weitermachen???

            Alles Gute
            Marina

      Hallo,

      da Du das Haus zum Glück allein hast und er nichts davon in Anspruch nehmen kann, würde ich schleunist sehen, ihn vor die Tür zu setzen. Das wird nicht besser, merkst Du ja und Eurem Kind tut es mit zunehmendem Alter auch nicht besser. Nein, mit so Jemandem würde ich nicht leben wollen.

      LG

      • Ich weiß aber nicht ob ich das Haus halten könnte. Er sagt dann immer, das ich dem Kind dann nichts bieten könnte. Und später keine Unterstützung geben kann wenn es mal studieren will oder so

        • Überlege vielleicht mal ernsthaft, ob es eine Möglichkeit gibt, was zu vermieten vom Haus, dann käme Geld rein.
          Wenn ihr Pferde habt und Ställe, Stall vermieten?

          Lichtchen

          • Hm vielleicht könnte ich ein Zimmer vermieten, das würde bestimmt irgendwie gehen. Wir haben ca. 120 qm.
            Und von der Scheune oder dem Nebengebäude könnte man evtl. auch was als Lager vermieten.
            Stall haben wir keinen. Ich muss die Pferde noch in Pension einstellen, das kostet im Monat natürlich auch viel Geld.

            Wir hätten zu Hause aber Platz genug sie zu halten. Ich müsste nur dafür umbauen in der Scheune und dafür fehlt das Geld...

        (12) 27.03.17 - 13:36

        Dann rechne es doch mal durch bzw. lass es durchrechnen.

        Du kannst dir berechnen lassen, was er für Unterhalt zahlen muss, deine eigenen Einnahmen kennst du.
        Dann könntest du schauen wie du noch an Geld kommst.

        Werfen die Pferde denn auch noch ein bisschen Geld ab? Gäbe es da nicht die Möglichkeit über Reitbeteiligungen oder so?
        Wie ist das Haus geschnitten? Kannst du da etwas untervermieten? Vielleicht eine WG gründen?

        Wie groß ist das Loch?

        Ist das Konto überzogen oder meinst du nur die Kredite?

        Zu dem Rest brauch ich nix zu sagen. Das weißt du alles selbst.

        Ich würde mich vor dem Schritt der Trennung mit allen möglichen Stellen (Beratungsstelle, Jugendamt, Anwalt o.ä.) in Verbindung setzen und herausfinden wie du dich absichern kannst.

        • (13) 27.03.17 - 13:48

          Vielleicht sollte ich mir mal einen Beratungstermin machen und alles versuchen zu klären.
          Das Konto ist auch überzogen.
          Die Pferde haben keine RB. Könnte aber versuchen welche zu bekommen, aber das wird nicht so leicht, sind nämlich 2 Winzlinge dabei. Da müsste dann eher Mutter-Kind RB hin. Das ist nicht so leicht zu finden. Aber versuch macht klug gell?
          Ja eine Absicherung wäre mir schon sehr wichtig. Ich bin nicht so der blauäugige Typ bei sowas. Ich muss immer irgendwie eine gewisse Sicherheit haben. Alles was ungewiss ist macht mir sorgen. Vielleicht ist es auch das was mich zurückhält

      (14) 27.03.17 - 16:55

      Aber er ist Dir ja nun auch zu Unterhalt verpflichtet, bzw. dem Kind. Andererseits nur dem Haus wegen mit einem Menschen zusammen zu leben, der einem das Leben zur Hölle macht? Wenn Du dem Kind etwas bieten möchtest, dann such das Weite!

Hallo,

"Er würde das alles ja nicht böse meinen, sondern er wollte mir damit ja nur helfen. "

Er behandelt dich wie Dreck, weil er die ja nur helfen möchte. Ah ja!
Dein Kind bekommt diese schrecklichen Worte, mit denen er dich respektlos betitelt bereits mit. Ich würde dem zeigen, wo der Zimmermann das Loch gelassen hat.
Notfalls musst du das Haus verkaufen und dich von deinen Pferden trennen. Alles in allem besser als dir, und vor allem eurer Tochter, diesen unterirdischen respektlosen Umgangston und die damit verbundene Demütigung noch weiter zuzumuten.

"Die Kleine würde er mitnehmen, ich wäre ja nicht fähig sie zu erziehen, dann würde sie so doof wie ich werden..." Wie kommt er darauf, dass er dir das Kind einfach so wegnehmen kann? Der will dir nur Angst machen, damit du nicht wirklich auf die Idee kommst, dich zu trennen.

Alles Gute und triff die richtige Entscheidung.

Nici

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