Partner mit psychischen Problemen

    • (1) 30.03.17 - 20:57

      Hallo Ihr Lieben.
      Ich lebe in einer langen Partnerschaft und vorab möchte ich sagen, dass ich meinen Partner über alles liebe.
      Leider geht es ihm psychisch seit geraumer Zeit nicht gut. Es gibt konkrete Auslöser und Verluste und es ist mehr als nachvollziehbar, dass das nicht ohne Wirkung an ihm vorbei ging.
      Mittlerweile ist sein Verhalten aber nicht mehr hinnehmbar. Es schränkt mein Leben so sehr ein und macht mich total unglücklich. Zwischendurch blitzt mal wieder ein Schatten des alten Menschen durch und ich schöpfe Hoffnung, unterstütze, fördere. Aber dann kommt das nächste Tief.
      Er nimmt selbst wahr, dass er in irgendeiner Form Probleme hat, weigert sich aber, sich helfen zu lassen.
      Seit zwei Jahren übernehme ich fast alles, was unseren Haushalt betrifft und die Zukunftsplanung wird immer wieder auf Eis gelegt.
      Wenn ich ihn darauf anspreche verlässt er den Raum und blockiert völlig.
      Ich weiß einfach keinen Ausweg mehr.

      • (2) 30.03.17 - 21:04

        Auch wenn es schwer fällt, weil du ihn liebst; lass ihn fallen. Menschen, die Hilfe brauchen aber sie sich nicht suchen müssen erst ganz am Boden sein um zu erkennen, dass sie Hilfe brauchen. Er hat ja keinen Grund, sich Hilfe zu suchen, denn du managt sein Leben ja. Ohne dich und deine Unterstützung käme er gar nicht mehr klar und genau deshalb lässt er sich nicht helfen, weil er dich hat. Lass ihn fallen, geh, verlass ihn, dann ist er bald am Boden und erst dann kann er erkennen, daß er Hilfe braucht, die du nicht geben kannst. Er muss erst ganz unten ankommen um zu erkennen, dass er sich helfen lassen muss. Verlässt du ihn nicht, zieht er dich immer weiter mit in seinen Abgrund. Du endet als co-abhängige und bräuchtest dann selbst Hilde. Lass ihn gehen, so schwer es auch ist, es ist der einzige Weg um ihm dauerhaft h3lfen zu können.

        (3) 30.03.17 - 21:11

        "Er nimmt selbst wahr, dass er in irgendeiner Form Probleme hat, weigert sich aber, sich helfen zu lassen."

        Daran bist Du nicht ganz unbeteiligt. Du machst sein Leben so bequem, dass er keine Hilfe suchen muss, denn Du fängst ihn ja auf.

        Das ist hart, aber wahr und darüber musst Du dringend intensiv nachdenken.

        (4) 30.03.17 - 21:59

        Er nimmt selbst wahr, dass er in irgendeiner Form Probleme hat, weigert sich aber, sich helfen zu lassen.
        ----------------------

        Trennung und Gehen...sonst gehst Du kaputt! Wer keine Hilfe will, denn muss man lassen....fallen lassen, vielleicht wird ihm dann etwas bewußt oder eben auch nicht, aber das ist dann nicht mehr dein Problem.

      • Ich sehe es anders als meine Vorredner. Ich finde, man sollte auch in schlechten Zeiten zu seinem Partner stehen und ihn unterstützen. Die Frage ist, was hat er für psychische Probleme? Klingt für mich im ersten Moment wie eine Depression? Hatte er das früher schon einmal? Wie lange bestehen die Probleme aktuell? Was hatte er für Verluste zu ertragen?

        Ich selbst hatte nach dem Tod meines Vaters auch eine schwere Depression, bis ich irgendann kaum noch für mich sorgen konnte. Komischerweise hab ich in der Zeit irgendwie noch meine Meisterprüfung bestanden.(Wie auch immer ich das hinbekommen habe) Mein damaliger Partner hat immer zu mir gehalten und mich unterstützt. Und genau das habe ich auch gebraucht. Ich hab mich nach der Meisterschule dann entschlossen in ein Krankenhaus zu gehen und danach war ich wieder berappelt. Natürlich muss er den Willen aufbringen,sich helfen zu lassen. Aber das ist manchmal gar nicht so einfach,weil man funktionieren will. Hätte mein Partner mich fallengelassen,wüsste ich nicht was passiert wäre. Versuch nochmal in Ruhe ohne Druck mit ihm zu sprechen. Frag ihn,wie er sich seine Zukunft momentan vorstellt und wie er meint,wie es weiter gehen soll.

        Ich wünsche euch alles Gute. Liebe Grüße

        • <<<<Ich hab mich nach der Meisterschule dann entschlossen in ein Krankenhaus zu gehen und danach war ich wieder berappelt. Natürlich muss er den Willen aufbringen,sich helfen zu lassen<<<

          Du hast doch weiter funktioniert und dir fachliche Hilfe gesucht.Das ist eine Krise, die durch deine Entscheidung und Tatkraft überwunden wurde.

      • Ja, ich sehe das ähnlich. In guten wie in schlechten Zeiten. Und ich frage mich auch, was passieren würde, wenn ich nicht mehr da wäre. Und wie es sich wohl anfühlen würde, auch noch mich zu verlieren, nachdem er innerhalb eines halben Jahres fast seine ganze Familie beerdigen musste.
        ABER: so geht es halt auch nicht weiter. Wenn ich an ihn ran käme wäre das was anderes. Stattdessen läuft er wie ein geprügelter Hund durchs Haus und redet kaum ein Wort mit mir, Körperkontakt wird in jeglicher Form gemieden. Und nur falls jemand sich fragt: nein, unsere Beziehung ist nicht der Auslöser für das Verhalten.
        Ihn fallen zu lassen wie es einige geraten haben geht gehen alle meine Grundsätze. Ich bin ein sehr loyaler Mensch. Aber ich verstehe was ihr meint und bin ha selbst am Ende mit meinem Latein. Es fühlt sich gerade leider so an, als ob ich mich aufopfere.

        • (9) 31.03.17 - 08:16
          auch betroffen

          Ich bin im Moment in einer ähnlichen Situation, nur dass mein Partner zumindest Ansätze macht sich helfen zu lassen. Habe ihn aber kürzlich auch einmal kräftig auf den Pott gesetzt und gesagt, dass das im Endeffekt SEIN Problem ist. Ich kann ihn unterstützen und werde das auch, aber um da rauszukommen muss ER was tun, das kann ich nicht.
          Falls es sich nicht bessert steht für mich auch im Raum, dass ich lieber die Reissleine ziehe als selber kaputt zu gehen. Unterstützung ist ja eine Sache, aber ich werde mich nicht verantwortlich dafür machen lassen, wenn es dadurch nicht besser wird.

          Mein Rat: such Dir Hilfe von außen. Caritas oder so, mit denen kann man ganz unverbindlich sprechen, die können Dir sicher weiterhelfen. Schau vor allem erst mal auf Dich, hilft ja nix wenn Du auch kaputt gehst.

          (10) 31.03.17 - 23:44

          Hallo Me. Ich verstehe dich total. Vielleicht war mir die Situation nach deinem ersten Post auch nicht so ganz klar. Deine Einstellung finde ich auf jeden Fall toll.Du möchtest ihn nich hängen lassen. Wenn er natürlich bei allem abblockt,wird es schwierig. Ich hab da eine Frage,dich nicht beuteilend ist, aber wie trittst Du ihm gegenüber? Sprich:So geht das nicht? So funktioniert das nicht! Andere haben es viel schlechter als Du! Krieg deinen Arsch mal hoch!" Mich würde die Kommunikation interessieren. Wie gehst Du an ihn ran? Die genannten Sätze waren die,die man immer hört und die einen eher tiefer vergraben lassen. Deswegen frage ich. Heißt nicht,dass es bei euch so ist.

          Liebe Grüße

      Es ist aber ein RIESIGER Unterschied ob man als Betroffene/r selbst erkennt was da gerade läuft, und von sich aus den Popo hoch bekommt um etwas dagegen zu tun, bzw. fachlich versierte Hilfe in Anspruch zu nehmen, und der Partner einem DABEI den Rücken stärkt, oder aber ob man zu Hause jemanden hat, der völlig uneinsichtig ist, seine Launen Tag für Tag an der Familie auslässt, alle im Umkreis mit runter zieht, Hilfe nicht annimmt weil er/sie denkt, dass das nicht nötig ist weil ja "kein Problem da ist".....und man als Partner/in völlig hilflos daneben steht und irgendwann trotz (oder vielleicht auch wegen) aller Bemühungen die Kraft ausgeht, und man selbst nicht mehr kann.

      Ohne das was Du für Dich selbst erreicht hast in irgendeiner Form auch nur ansatzweise herabwürdigen zu wollen, muss ich dennoch sagen, dass man das eine nicht mit dem anderen vergleichen kann.

      LG
      Tomm

      • Ja da gebe ich dir Recht. Wenn Du das natürlich so sagst, klingt das schon wieder anders. Auch wenn es dür mich schwer war, hab ich die Hilfe ja schon angenommen. Auch von meinem Partner. Hm.... was man machen soll, wenn sich jemand total verweigert wüsste ich auch nicht weiter. Vielleicht setzt man eine Frist? Erst mal etwas Abstand um sich selbst zu erholen. Ich glaube,ich würde noch mehrere Register ziehen, bevor ich aufgebe.

        LG

(13) 31.03.17 - 07:30

Im letzten "Stern" war ein Artikel darüber, wie Angehörige von Depresiven Hilfe finden. Vielleicht ist das online, oder bei Deinem Arzt/Friseur liegt noch eine Ausgabe rum.

Ich fand das ganz interessant.

(14) 31.03.17 - 09:41

Hallo .me.,

fahre mal ein Wochenende oder eine Woche weg, falls möglich?

Dann wird sich zeigen, wie er ohne deine Unterstützung zurecht kommt.

Setze ihm ein Ultimatum, damit er zu einem Psychologen/Psychiater oder in eine Selbsthilfegruppe geht.

Frag ihn, was du tun kannst, damit es ihm besser geht.

Natürlich gibt es schwere Phasen, doch irgendwann sind das Verständnis und die Kraft aufgebraucht. Leider kann man bei psychischen Erkrankungen nicht fest machen, ob der Erkrankte immer noch tief in einem Loch sitzt, oder einfach bequem geworden ist.

Meine Mutter machte das bei meinem Vater über viele Jahre hinweg mit. Mein Vater bekam in seinen Therapien eingetrichtert, "zuerst komme ICH, dann komme wieder ICH und dann irgendwann kommen die anderen" Oder er hat sich nur das heraus gepickt oder falsch aufgenommen. Jedenfalls lebt er seit dem nach diesem Motto. Er ist kein schlechter Mensch, jedoch zu 70% seit dem sehr ungeduldig, manchmal sehr verletzend, jähzornig und egozentrisch.

Meine Mutter hat ihn irgendwann verlassen, weil sie sein Verhalten und die Belastungen nicht mehr aushielt. Sie kümmerte sich, wie du, um ALLES und war am Ende. Und siehe da, er kommt super allein zurecht. Was vorher unmöglich schien, ist für ihn ein Klacks. Er musste sich ja auch zusammen reißen, weil keiner mehr da war, der ihm alles erledigte. Wäre er noch so sehr in der Depression gewesen, wie wir vorher dachten, hätte er das nicht gepackt.

Damit will ich aber nur sagen, dass manche Leute einfach mal einen Tritt in den Hintern brauchen, oder eine ordentliche Standpauke, damit das Gewitter die Luft reinigt und sie manches vll wieder klarer sehen.

Ich wünsche euch alles Gute und hoffe, dass ihr noch lange GLÜCKLICH zusammen bleibt.

(15) 31.03.17 - 14:24

Hallo.me.,
es wäre hilfreich, wenn du noch etwas genauer beschreibst, was genau dein Freund für Probleme hat.

Es hört sich zwar ein bisschen nach einer Antriebslosigkeit an, aber das ist sehr in den Raum spekuliert.

Wenn du mehr preis gibst, kannst du mehr hilfreiche Antworten und Tipps erwarten.

Ziel sollte ja sein, dass dein Freund (was auch immer dahinter steckt), Hilfe annimmt und im besten Fall gesund wird.

Hast du ihm schon mal die Wahrheit vor Augen geführt?
Ist er arbeitsfähig?
Was ist nicht mehr tragbar?
Weiß er von deiner Hilflosigkeit?
Nimmt er Medikamente?
Usw

Gruß

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