Wer konnte nach einem Betrug verzeihen?

    • (1) 30.03.17 - 21:29

      Hallo, ich weiß so langsam nicht mehr weiter.
      Mein Mann hat mich betrogen, das hat mein Sohn leider herausgefunden, da auf einmal alle SMS von ihm auf den IPad meines Sohnes ankamen. "Mama wieso benutzt der Papa so komische Emoji s?"

      Die erste Information war, dass er sich mit einer anderen Frau zum Abendessen getroffen hat. Er war auf DR als ich ihn Anruf und danach fragte. Ich habe ihn erst nur gefragt, mit wem er denn Essen war, er hat mich angelogen. Dann hat er mir gesagt, dass er sich Bestätigung holen wollte, da er die von mir und bei der Arbeit nicht mehr bekommen hat. Er würde mich sehr lieben und könnte mich niemals betrügen.

      In einer SMS stand eine Email Adresse, die habe ich dann geknackt. Er war auf einem Sexforum unterwegs und hatte da auch schon mit einer geschlafen. Dafür hat er sich extra einen Tag frei genommen. (Zeit war bei uns immer ein Thema, ich habe mir immer Zeit von ihm gewünscht, er war aber immer zu beschäftigt). Als ich ihn darauf ansprach, wieder indirekt, hat er erst wieder gelogen. Ich habe ihn dann erst ganz besonnen vor die Wahl gestellt, Ehrlichkeit, Kontakte musste er an dem Tag davor schon versprechen abzubrechen etc.

      Das alles ist jetzt mehr als ein halbes Jahr her. Leider hat er immer erst Dinge (Details) zugegeben, als ich schon den Faktenbeweis in den Händen hielt und hat immer versucht zu lügen. Er meinte er würde sich jetzt selbst nicht mehr verstehen, hat sich geschämt und Angst mich zu verlieren. Darum wollte er nicht, dass ich die Details kenne. Neue Geschichten sind nicht mehr hochgekommen. Er bemüht sich jetzt sehr, verbringt viel Zeit mit mir. Hat auch verstanden, was in der Vergangenheit falsch lief, dass er nicht wirklich für mich da war, mir zugehört, unterstützt hat. Dies hat er extrem geändert. Er hat mir gesagt, er wisse, er habe nur diese Chance und er muss jeden Tag für mich da sein, um meine Wut und Ängste anzunehmen. Er würde mich nie wieder alleine lassen. Ich bekomme oft Angstattacken, jedes Mal ist er dann für mich da, teilweise bis in die Nacht hinein. Das wäre ich ihm wert. Nur ich kann ihm nicht verzeihen, er hat diesen Frauen Respekt gezeigt, viel telefoniert etc. sich um sie bemüht. Ich denke immer, dies hat er in der Zeit nicht für mich gemacht. Er meinte dies gehörte zum Spiel Sie ins Bett zu kriegen und er schäme sich dafür. Zwei Monate nachdem ich es herausgefunden hatte ist noch rausgekommen, dass er vor dieser Phase vier Mal bei Nutten war.

      Ich liebe ihn, weiss aber nicht mehr wer er eigentlich ist. Diese Ungewissheit dass dort doch noch mehr war, es noch früher angefangen hat, macht mich fertig. Dann wieder die Hoffnung die Ehe zu retten. Wir haben drei kleine Kinder. Ich möchte nicht einfach aus Stolz weglaufen. Es würde mir nicht besser gehen, denn ich weiss ich kann diese Geschichte besser mit ihm für mich verarbeiten.

      Er gibt mir jetzt auch täglich Einsicht in sein Handy/emails etc, aber dann kommt bei mir der Vorwurf, das bringe nichts, denn wenn hätte er ein zweites Händy... das Problem ist das Vertrauen und dass ich es nicht verzeihen kann, dass er für andere Frauen sich mehr interessiert und bemüht hat als für mich. Ich hatte ihm gesagt in der Phase ich würde ihn brauchen, aber damals hat er nicht zugehört.
      Noch kurz zur Erklärung für das warum, er hätte fast seinen Job verloren und ich hatte mich zurückgezogen, da er sich nicht um mich bemüht hatte und daher auch Sex abgelehnt.

      Ich hoffe die Geschichte ist Euch nicht zu lang! Also wer hat es geschafft darüber hinwegzukommen und zu verzeihen?

      • (2) 30.03.17 - 21:44

        Hallo,

        Ich. Aber es war "nur" ein einziges Mal und mit einer Prostituierten. Ich habe auch verstanden, wieso, weshalb, warum, das hatte in dem Fall nur sehr indirekt was mit mir zu tun.

        Wäre dies mehrmals vorgekommen, wäre ich weg gewesen und kommt es jemals wieder vor, bin ich weg.

        Das ganze ist jetzt 1 1/2 Jahre her - es hat ein gutes Jahr gebraucht, bis ich wieder ein gutes Vertrauen gefunden habe.

        Vorwürfe, Handy checken etc. gibt's hier nicht. Entweder ich habe verziehen oder nicht.

        Ich habe verziehen und somit ist das kein Thema mehr.

        Alles Gute dir.

        Ich möchte nicht einfach aus Stolz weglaufen.

        ---------------------------

        Du läufst doch nicht aus stolz weg, sondern weil Dein Mann Dich betrogen, belogen, hintergangen hat und Dich respektlos behandelt hat.
        Du mußt nicht verzeihen. Quäl Dich nicht zu lang, wenn es nicht geht, geht es nicht.

        (4) 30.03.17 - 23:47

        Hallo

        ich finde es kommt schon auf die Beweggründe zum Fremdgehen an.
        Mittlerweile lasse ich fehlende Bestätigung im Job ( also mangelndes Selbstvertrauen ) nicht mehr gelten.
        Hattest du dich damals wirklich grundlos zurückgezogen?
        Oder war er einfach kein liebevoller Partner in dieser Zeit ?
        Offensichtlich braucht dein Mann viel Bestätigung, wenn es für ihn nicht rund läuft.
        Meinst du er kann das künftig anders händeln ?
        Ich kenne einige Frauen die es geschafft haben, den Seitensprung zu verziehen, allerdings hat es keine vergessen und es dauerte Jahre.
        Ich wäre mittlerweile nicht mehr bereit dazu.
        Während meiner ersten Ehe habe ich es versucht, es hat nicht geklappt,auch weil es nur die Spitze des Eisberges war.
        Mein Mann kann auch nicht verstehen, warum man dann ( wenn sich einer anderweitig begeistert ) nicht kämpft.Vielleicht bin ich zu alt für diese Spielchen.Es würde für mich die Vertrauensbasis unwiderruflich zerstören.

        Versuche es doch einfach ( drei kleine Kinder sind auch ein Argument ) du liebst ihn ja noch. Zwei,drei Jahre kann es schon dauern, bis du wieder halbwegs vertrauen kannst.

        L.G.

      • (5) 31.03.17 - 00:06

        Mein Exmann hat mich auch betrogen, aber ich konnte ihm das nicht verzeihen und habe mich getrennt.
        Er bereut es heute noch, aber das hätte er sich vorher überlegen müssen.
        Ich habe die Trennung nie bereut und bin sehr glücklich allein.

        (6) 31.03.17 - 00:44

        Deine Geschichte tut mir sehr leid. Aber es hilft dir nichts, wenn du von anderen hörst, dass sie es verziehen haben. Du klammert dich da an einen Strohhalm und versuchst etwas krampfhaft zu erzwingen, was einfach Zeit braucht. Sofort zu gehen, ist relativ einfach (von Kindern, Finanzen etc. abgesehen natürlich), aber man ist relativ klar in seiner Entscheidung und Empfindung sonst würde man nicht so konsequent handeln.

        Zu bleiben ist viel, viel schwerer. Das wird ein langer Leidensweg mit guten und schlechten Tagen. Merkste ja selbst, dass du ihm nicht über den Weg traust, noch andere Geheimnisse vermutest die noch nicht auf den Tisch kamen und extrem klammerst.) Niemand kann dir vorhersagen, wie lange es dauert bis die Erinnerung verblasst oder ob sie es überhaupt tut. Manche kultivieren ihr Leiden und können sich nicht davon lösen. Die käuen das Thema nach Jahren noch wider und sind kilometerweit entfernt vom Verzeihen.

        Deine Angstattacken würde ich übrigens mal ärztlich behandeln lassen. Kann es sein, dass du damit seine Aufmerksamkeit forcieren willst (ist kein Vorwurf, sorry)? Er war nicht für dich da und du verzeiht es ihm nicht, das er sich um andere bemüht hat. Wenn du Angstzustände hast, kannst du sicher sein, dass er dich bis in die Nacht nicht aus den Augen lässt und dass du seine uneingeschränkte Aufmerksamkeit hast. Es könnte auch so was wie eine posttraumatischen Belastungsstörung sein, die man nach Traumata manchmal erleidet. Jedenfalls ist das nicht gesund für dich und du solltest auf dich achten. Dein Mann ist nicht dein Therapeut. Er hat grobe Fehler begangen, aber irgendwo sind auch ihm Grenzen gesetzt. Ist aber nur meine ganz persönliche Meinung.

        Bei mir hat es recht lange gedauert bis ich wieder klar denken konnte. Trotzdem gab es immer wieder schäbige Tage. Ich hatte eine Therapeutin für mich und habe Tagebuch geschrieben. Das war aber unabhängig vom Gehen oder Bleiben. Ich habe nur nach Gefühl entschieden und meinem Mann auch gesagt, dass ich vielleicht nach einigen Monaten feststelle, dass es doch nicht geht. Mir ist absolutes Vertrauen nicht so wichtig. Und zwar nicht in der form, dass ich meine, jeder könne tun was ihm beliebt und es sei mir komplett egal. Aber etwa 50 % der Bevölkerung gehen fremd. Also hat man eine 50 : 50 Chance, dass man irgendwann in so eine Situation gerät (sich selbst eingeschlossen). Vielleicht lebt es sich für viele Menschen einfach leichter, wenn sie dran glauben, dass sie für ihren Partner die Hand ins Feuer legen können. Aber aufhalten kann man es im Ernstfall nicht. Niemand denkt wahrscheinlich in einer reizvollen Situation, dass zuhause jemand ganz Vertrauensvoll sitzt und wartet. Das schlechte Gewissen ist dann vielleicht nur größer.

        Also kann ich auch die Zeit im Jetzt genießen und sehen, was die Zukunft bringt. Ohne mir Gedanken zu machen, ob der Partner nun fremdgehen könnte oder nicht. Wenn's passiert, dann ist das so und jetzt beim zweiten Mal wäre ich weg. Aber damit belastet ich mich nicht (mehr). Bringt nix und ändert an der Zukunft nichts. Ist ungefähr so, als würde man häufig daran denken, dass man an Krebs erkranken könnte (und die Chancen stehen auch nichts schlecht, denn jeder kennt mehrere Menschen, die daran erkrankten. Kommt in praktisch jeder Familie vor). Man kann sich vor Angst kirre und das Leben schwer machen oder einfach das Leben genießen so lange es geht. Und was es dazu braucht, um das zu können, liegt an jedem selbst und an den eigenen Ansprüchen an ein glückliches Leben.

      (8) 31.03.17 - 07:33

      Verzeihen geht, ist aber ein langer Weg.
      Bei uns ist es jetzt fast 3 Jahre her, war eine längere Affaire, sind unschöne Dinge gelaufen und ich war ernsthaft am überlegen, ob ich es noch länger ertrage. Dann ist ein sehr nahes Familienmitglied gestorben. Nicht nur, dass er da war - mir ist auch klar geworden, dass mich sein Ableben genauso zerstören würde, wie die Witwe am Boden zerstört war.

      Die Erkenntnis hat keine Probleme gelöst - aber mir die Kraft zum Kämpfen gegeben. Natürlich gab es gute und ganz beschissene Tage, viele Tränen, Wut, Zweifel... paranoides Stalking meinerseits und "boah ist jetzt endlich mal gut" seinerseits - seit zwei Jahren ist es aber richtig gut, besser als zuvor.

      Es gibt Menschen, die betrügen aus Spass an der Freude - ganz routiniert, so wie andere ihre Zähne putzen. Die meisten tun es aber aus "Gründen" - natürlich gäbe es immer bessere Lösungen, ehrlichere und fairere Lösungen - aber man nimmt nicht immer die bessere, ehrlichere und fairere Lösung. Insofern sehe ich es durchaus so, dass bei den meisten Betrügereien zwei dazu gehören - dabei in der Opferrolle zu sein ist kacke, ja. Aber für mich war vergeben der beste Weg. Vergessen geht nicht wirklich, es ist immer ein (doch mittlerweile recht positiv besetztes) Mahnmal, dass ich mir vor Augen führe, wenn ich drohe, in alte Verhaltensmuster zu fallen (er genauso) - nicht im Sinne von "ich muss, weil er sonst fremd fickt" sondern "ich will, damit wir weiterhin die schöne Zweisamkeit geniessen können".

      (9) 31.03.17 - 07:37

      Hallo,

      ja - ich wurde auch betrogen.

      Ich weiß sehr genau, wie es sich anfühlt zu erfahren, daß er für die andere alle Zeit aufbrachte, die man sich selber wünschte, daß er ihr die Zärtlichkeiten schenkte, die man zu dieser Zeit so sehr vermisste...

      Dennoch, wenn es soweit kommt, dann hing schon vorher etwas auf die falsche Seite. Klar, man könnte darüber reden und daran arbeiten, anstatt einfach zu einer anderen zu gehen. Ein absolutes Verständnis dafür gibt es wohl nicht. Da hilft im Laufe der Zeit nur, die Fehler ein Stück weit zu verzeihen.

      Du solltest versuchen, ein Stück weit mehr auf dich zu achten, dich davon zu lösen, daß es dir nur gut geht, wenn dein Mann sich um dich kümmert. Es wirkt nicht gerade anziehend auf den Partner, wenn man ihm immerzu unterschwellig ein schlechtes Gewissen macht, wenn er sich nicht voll und ganz um einen kümmert.

      Ich weiß, das Selbstwertgefühl liegt nach solchem Erleben völlig flach - aber du solltest dir wieder viel mehr wert sein!
      LG

      (10) 31.03.17 - 08:53

      Ich habe vor einigen Jahren erfahren dass meine Freundin, mit der ich fast 20 Jahre zusammen war, ein Haus gebaut und ein Kind gezeugt hatte, eine Affäre hatte. Das Ganze lief über fast 2 Jahre. Die Krönung: Durch Zufall bin ich dann in einer alten Kamera auf Liveaufnahmen ihrer Turnübungen gestoßen - aus einer Zeit wo wir alle Jubeljahre einmal Sex hatten.
      Es gab damal vielleicht Anzeichen dass etwas im Argen lag, ich war nur zu blind sie zu sehen. Das Fremdgehen bei ihr hatte einen, wenn nicht viele Gründe. Und ich weiß es hätte mir selbst genauso passieren können.

      Heute, Jahre später, werden wir heiraten - uns.

      Dass ich das verkraftet habe hat 2 Ursachen:

      Ich konnte mit dem Abstand der Wochen und Monate ihre Gründe nachvollziehen. Dass es passiert ist war nicht zwangsläufig aber erklärbar.

      Und ich habe - nach ihrer Beichte und während unserer vorübergehenden Trennung - zufällig dasselbe in umgekehrter Konstellation erlebt. Kein blödes Spiel oder Rache - gefühlstechnisch bitterer Ernst und eine Zeit die mir sowas wie Selbstwertgefühl wiedergegeben und verhindert hat dass ich in Selbstmitleid in einer Ecke vor mich hin verbittere.

      Wir haben damals beschlossen es nochmal miteinander zu probieren und einen echten Neuanfang hinbekommen. Kein "Weiter so" mit Herunterschlucken von Problemen mehr, stattdessen direkte Ansprache und Aufeinanderzugehen. Es gab davor Situationen da haben wir uns bei einem simplen Streit Dinge von vor 10 Jahren an den Kopf geschmissen, jetzt ist alles ausdiskutiert und abgeschlossen. Was mir extrem wichtig ist: Wir haben wieder sowas wie ein Liebesleben. Durch viele viele Kleinigkeiten, Aufmerksamkeiten, Geben und Nehmen habe ich die Affäre komplett aus meinem Kopf bekommen - und wenn ich an die Videos denke dann muss ich eher lachen.

      Was am längsten gedauert hat - Überraschung! - war das neue Vertrauen. Am Anfang habe ich alle paar Wochen in ihren Schränken gestöbert. Dann hab ich versucht mir gefühlstechnisch alle Optionen offen zu halten, um nicht komplett aus der Bahn geworfen zu werden falls es doch nicht mit uns klappt.

      Irgendwann hab ich den Schalter umgelegt und heute haben wir eine gefühlt völlig andere Beziehung als früher. Das hat lange gedauert und ein Neuanfang wäre vielleicht einfacher gewesen. Aber es hat funktioniert.

      (11) 31.03.17 - 09:36
      Würde ich nicht

      Selbst bei einmal Fremdgehen wäre ich weg, das ist für mich nicht verzeihbar.

      Sobald er sich heimlich mit einer anderen treffen würde, wäre der Ofen aus.

      Wenn er vorher mit mir darüber redet und die Rahmenbedingungen passen, dürfte er sich mit einer anderen treffen. Wir führen in dem Sinne keine offene Beziehung, aber sind da sehr locker und haben auch gemeinsam Sex mit anderen.
      Deswegen wäre für mich dieses heimliche wohl das schlimmste, da er es ja gar nicht heimlich machen müsste.

      (12) 31.03.17 - 10:40

      Hey,

      ich konnte meinem Mann verzeihen, zwar nicht ganz vergessen, aber verzeihen.

      Mein Mann hat mich letztes Jahr im Sommer betrogen, was ich kurz vor Weihnachten durch die Freundin seines Kumpels herausgefunden habe.

      Da war ich allerdings schon schwanger, daher konnte ich ihm 1x verzeihen unseres ungeborenen Kindeswillen.

      Allerdings war es "nur" ein Onenightstand und somit gab es keine Schreiberei oder so.

      Ihm tat/tut es wahnisnnig leid und er liebt mich und unser Baby. Wir haben nun einen Neuanfang gestartet, sind aus der Stadt gezogen, der sog. Kumpel, den gibt es für uns auch nicht mehr :-)

      Klar wenn wir uns mal streiten, dann kommt es wieder hoch und ich werf ihm das dann vor und gebe ihm zu verstehen, dass es mich ab und zu doch noch schmerzt. Aber der Neuanfang tat uns gut und wir genießen die Zeit viel mehr.

      Ich muss sagen ich war auch nicht ganz unschuldig, habe ihn auch viel verletzt ne Zeitlang u. ä. Nicht mit Fremdgehen, aber mit anderen Dingen und habe ihn quasi dahingetrieben. Daher fällt es mir vllt jetzt leichter und wir arbeiten an uns :-)

      Aber ob Du verzeihen kannst, ist allein Deine Entscheidung, kann Dir hier keiner sagen! :-/ Wenn er Dich liebt wird er bestimmt um Dich kämpfen und Dir das mitteilen, ansonsten sehe ich da auh keine Chance.

      Alles gute!

      Lg
      Easy

      Hallo
      Ich könnte es nicht.

      Ich bin da sehr eigen (für Urbianer)

      Aber hier ist eh alles anders als real.

      Klar liebst Du noch, das schaltet man ja nicht aus von jetzt auf gleich.

      Sicher hatte es auch Gründe, warum Dein Mann fremdging.

      Wenn ich aus meiner Perspektive schreibe, aus meiner Ehe, dh nicht in Deinem Fall, gäbe es kein Zurück.

      Mein Mann und ich würden uns nach Fremdgehen nicht mehr wollen.

      (18) 31.03.17 - 16:39

      Ich bin da sehr eigen (für Urbianer) Aber hier ist eh alles anders als real.
      -----

      Du kannst ja deine Meinung haben und dir vornehmen, sie auch umzusetzen im Ernstfall. (Ob das dann wirklich so sein wird, ist auch noch mal eine andere Sache).

      Woher hast du die Weisheit, dass hier alles anders ist, als im realen Leben? Hast du in so viele Beziehungen tiefste Einblicke, dass du weißt, ob dort jemand fremdging und man sich dennoch nicht trennt???

      In den letzten Jahrzehnten habe ich die Erfahrung gemacht, man erfährt erst von der Misere, wenn das Paar sich trennt. Da kommt oft wenigstens ein Teil der Gründe an die Öffentlichkeit. Ich wüsste aber nur von ganz wenigen Paaren (und das ist das engere Umfeld ), die davon freimütig erzählen. Warum sollte jemand rumtratschen, dass es den Betrug gab und man trotzdem aneinander festhält??? Ich weiß nicht, was es im Detail für Krisen bei unsren Nachbarn, Kollegen, Sportfreunden die Beziehungen an die Grenzen brachte. Das fällt eher unter die Kategorie Gerüchte.

      Wenn du an eurem Ort DIE Vertrauensperson für jeden rundherum bist, der man seine tiefsten Geheimnisse der Beziehung zuträgt, dann bist du sicher vielbeschäftig und auch nicht zu beneiden.

      (19) 01.04.17 - 11:32
      Leseverständnis 0,0

      Die TE fragt: Also wer hat es geschafft darüber hinwegzukommen und zu verzeihen?

      Antwort: "Wenn ich aus meiner Perspektive schreibe, aus meiner Ehe, dh nicht in Deinem Fall, gäbe es kein Zurück. Mein Mann und ich würden uns nach Fremdgehen nicht mehr wollen.

      DIE Top-Antwort. #klatsch Respekt! Zwar komplett am Thema vorbei und aufplustern tust du dich auch noch wenn's jemand bemerkt

(20) 31.03.17 - 14:01

Fremdgehen verzeihen ja. Ich denke Fehler können passieren. Auch da braucht es viel Zeit und es tut weh. Aber wenn er es mir von sich aus erzählt und mir den Respekt und die Ehrlichkeit entgegenbringt, dann kann ich das verzeihen, wenn auch nicht vergessen.

Aber der Vorsatz und das Verheimlichen, das belügen usw.. Das wäre für mich definitiv das Ende.

(21) 31.03.17 - 14:40

Hallo, ich kann nur indirekt aus meiner Erfahrung sprechen. Ich versuche auch zur Zeit alte Dinge zu verzeihen bzw. versuchen wir einen Neuanfang. Es ist viel passiert und ich war einige Male davor, zu gehen! Ich habe aber noch Hoffnung und diese hinderte mich bisher daran. Mein Mann hat mir sehr weh getan und es tut ihm leid. Er ist dabei an sich zu arbeiten aber nicht immer geht es vorwärts. Ich versuche das Positive zu sehen. Im Gehen liegt Silber, im bleiben das Gold. Ich denke jeder Mensch hat Fehler und seine Geschichte. Wichtig ist daran zu wachsen. Ich glaube nicht, dass man eine 40jahrige Ehe führen kann, in der alles immer rosig gewesen ist. Es ist hart eine Beziehung auf ewig zu führen. Menschen wollen das und sind eigentlich nicht dafür gemacht. Ich weiß nicht ob meiner Partner und ich es schaffen aber ich habe mir noch Zeit gegeben es zu versuchen. Habe Geduld und erlaube dir ruhig sauer und traurig zu sein. Kannst mir gerne eine PN schicken. Alles Liebe

(22) 31.03.17 - 21:05

Hallo,

ja tatsächlich ist mir das auch bereits passiert. Warscheinlich der Klassiker: Mein damaliger Partner war alleine auf einer Party und hat sich dermaßen betrunken, daß er schließlich bei einer anderen im Bett gelandet ist. So seine Aussage. Ich war danach noch lange mit ihm zusammen, er hat sich auch Mühe gegeben und war selbst über sich entsetzt, aber vergessen konnte ich das nie komplett. Das war am Ende nicht der Trennungsgrund, aber es ist auch nicht gerade förderlich, daß immer im Hinterkopf zu haben.

Dein Fall ist aber anders, wie ich finde. Wie reden hier nicht von einer Zufallsbekanntschaft, oder einer Freundin, oder was es da sonst noch geben könnte. Bei Dir hat Dein Mann aktiv Frauen kontaktiert. Er hat Prostituierte besucht. Mindestens 4 (!) Frauen bezahlt, war auf Sexhotlines unterwegs mit dem Vorsatz, Frauen ins Bett zu bekommen.
Vielleicht stehe ich damit allein, aber das empfinde als eine ganz andere Qualität. Das ist doch kein einmaliger Betrug. Ich persönlich könnte das nicht verzeihen. Für mich ist das auch keine Frage von Stolz, sondern von Vorleben, daß schlechtes Verhalten eine Konsequenz hat und das finde ich persönlich vor den Kindern mindestens genauso vorbildhaft.

Ich verstehe auch Deine Sichtweise - eine Ehe wirft man nicht einfach weg und da stimme ich Dir auch in den meisten Fällen zu, aber hier sehe ich das anders.
Übrigens, auch wenn es abgedroschen klingt: Selbst wenn Du Dich deshalb trennen würdest, bist trotzdem nicht Du es gewesen, der die Ehe weggeworfen hat.
Aber im Grunde hast Du ja schon entschieden, zusammen mit ihm an Eurer Beziehung zu arbeiten. Dafür wünsche ich Dir natürlich viel Erfolg, aber wie man das verzeiht, kannst nur Du für Dich selbst rausfinden. Da gibt es kein allgemeines Rezept.

Hi. Ich bin 50+, war 2x verheiratet, noch mit einem weiteren Mann fest liiert und keiner dieser Männer war treu. Vielleicht zog ich -warum auch immer- die Fremdgeher regelrecht an, aber eigentlich sehe ich ganz gut aus, mag Sex über alles und gebe eigentlich auch daher Männer keinen Grund fremd zu gehen, aber sie taten es doch. Bei meinem 1. Mann gehörte das Fremdgehen zu seinem Geschäftsmodell dazu und er landete regelmäßig mit seinen Klientinnen im Bett. Ich habe es damals aufgrund eines kleinen Kindes und wenn das Kind schlief mit viel Alkohol ertragen. Ich wollte verzeihen, aber mein damaliger Mann lies von seinem Geschäftsmodell nicht ab. Als ich dann eines Tages sogar einen fremden Ohrring in unserem Ehebett fand, war der Ofen aus. Ich zog aus. Total blank und zu dem noch arbeitslos, da ich bei meinem Mann angestellt war und er mir dann kündigte. Aber irgend wie habe ich das geschafft.

Mein 2. Partner, mit dem war ich nicht verheiratet, betrog mich nach 1,5 Jahren und ich zog sofort mit meinem kleinen Kind aus. Ich wollte das nicht noch einmal durch machen.

Einige Jahre lebte ich mit meinem Kind alleine, lernte dann wieder einen Mann kennen und wagte mit ihm die 2. Ehe. Wir bekamen 2 weitere Kinder, fast alles schien gut. Und eines Tages bekam ich mit, dass mein Mann im Internet nach Frauenkontakte suchte. Ich lies mir nichts anmerken, aber aufgrund meiner Vorgeschichte, war ich wachsam und bekam auch heraus, dass er sich mit anderen Frauen traf... Ich stellte ihn zur Rede, wollten auch der Kinder wegen verzeihen und das gelang mir durch viele Gespräche auch ganz gut. Ich vertraute ihm wieder, bis er dann eines Tages mir sagte, dass er eine andere Frau kennen gelernt hat und auszog....

Was mache ich heute? Heute lebe ich in einer offenen ! Beziehung, der 4. insgesamt, und in getrennten Wohnungen. Mein 4. Partner, dem ich meine Vorgeschichte erzählte, lachte mich aus, wenn ich anfangs über Treue und dauerhafte Liebe sprach. Niemals sagte er mir. Kein einziger "normaler" Mann ist sexuell treu. Vielleicht die, die überhaupt froh sind, eine Frau abbekommen zu haben. Bei den meisten Männer läuft das sehr heimlich und sehr geschickt ab.

Er nahm mich mit zu Sexparties, fuhr mit mir an diversen Bordellen vorbei und zeigte mir, wie viele Männer wirklich sind. Ca. 1 Mio Männer, in Zahlen 1000000 gehen täglich ins Bordell und das sind gewiss nicht immer die selben Männer.

Hier hat jemand geschrieben, dass 50 % fremd gehen. Heute sehe ich die Männer-Welt auch mit anderen Augen. Ich denke jedoch, dass im Verlauf von Beziehungen deutlich mehr als 50 % fremd gehen.

Das heißt nicht, dass es auch Männer geben wird, die treu sind. Wahrscheinlich will ich aber instinktiv solche Spießer nicht und ziehe daher die andere Sorte Männer an.

Zurück zu Dir. In meiner 2. Ehe habe ich das Vertrauen wieder über viele Gespräche zurück gefunden. Vergessen wirst Du es nie können, nur lernen damit umzugehen. Ich wollte heute gar nicht mehr in eine monogame Beziehung zurück, da ich inzwischen Monogamie für eine der größten Lügen unserer Gesellschaft halte.

  • (24) 05.04.17 - 23:48

    Ich gebe dir absolut recht. Es ist zwar traurig, aber leider sehr wahr. Man weiß, dass Monogamie eine Illusion ist. Zumindest bei den meisten Männern halte ich es für sehr unrealistisch aufgrund ihres starken Sexualtriebs.

    Muss dazu sagen, das ich zwar i.d.R. nicht wissentlich von einem Mann betrogen wurde, aber bei jedem ein ungutes Gefühl hatte bzw.mir unsicher war. Auch für meinen jetzigen Partner würde ich niemals die Hand ins Feuer legen und bin deswegen oft im Zwiespalt. Habe wahrs.auch während meiner Affairen-Single-Zeit zu viele einschlägige Erfahrungen mit Männern gemacht, die zwar fest liiert und bekindert sind, aber einen beflirten und umgarnen was das Zeug hält. Arschlöcher soweit das Auge reicht. Ich konnte immer kaum glauben, dass die Frauen zu Hause nicht mitbekommen, wie ihr feiner Herr (oft nach außen brave bzw.ganz nette Männer oder "Pappis") draußen so unterwegs ist. 2 Gesichter sag ich nur. Ich glaube, kaum ein Mann (keiner) würde "nein" sagen, bestünde die Aussicht auf eine irgendeine (!) attraktive Frau verbunden mit der Sicherheit, dass es nicht auffliegt.

    Es gibt im Prinzip nur eine Lösung, wenn man trotzdem nicht auf Männer verzichten kann: offene Beziehung, wie du es tust. Aber soweit bin ich noch nicht, meine Eifersucht bzw. verlustangst zu stark.

    Also für die TE: verzeihen in dem Sinne ist Quatsch. Er wird es mit großer Sicherheit wieder tun. Also entweder akzeptieren und offen ausleben oder trennen.

(25) 02.04.17 - 17:22
Eshatgedauert…

Hallo

Mein Freund trennte sich damals von mir und war 2 Tage später mit einer neuen zusammen…
Wir hatten trotzdem guten Kontakt, es hat zudem Zeitpunkt einfach auf Grund der Umstände nicht gepasst.

Als diese "Beziehung" vorbei war redeten wir über alles. Ja, er hatte vorher schon was mit ihr. Ja, er hat mich betrogen.

Wir redeten offen über die Gründe und auch darüber woran unsere Beziehung scheiterte, waren beide ehrlich und haben versucht den anderen ehrlich zu verstehen und auch unsere eigenen Schwächen einzugestehen.

Dann haben wir uns langsam wieder angenähert.

Das alles war ein langer, schwieriger Prozess, es hat nach diesem Gespräch noch ca ein halbes Jahr gedauert bis ich ihm wieder besingungslos vertrauen konnte.

Mittlerweile ist das ganze einige Jahre her und wir sind glücklicher als je zuvor.

Für mich war es wichtig zu wissen was lief, damit ich es verarbeiten konnte. Vorallem seine Gründe.

Und es war wichtig zu sehen das auch ich Fehler gemacht habe.

Ich wünsche dir alles gute

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