Trennung ???

    • (1) 03.04.17 - 17:20

      Hallo Zusammen,

      dies hier ist der erste "Forumbeitrag" meines Lebens und ich weiß auch nicht wirklich, ob ich hier richtig bin. Ich versuche euch mal zu beschreiben, was mich seit Tagen, Wochen und Monaten quält:

      Ich bin seit 6,5 Jahren mit meinem Freund zusammen. Er ist 4,5 Jahre jünger als ich, was bisher nie ein Problem war, doch in der letzten Zeit habe ich immer mehr Zweifel an unserer Beziehung! Er hat 2011 angefangen zu Studieren. Nach 2 Semestern brach er das Studium ab und jobbte mal hier und da, bis er 2014 eine Ausbildung anfing. Die brach er im 2 Jahr auch ab, was er mir erstmal verschwieg. Als ich es nach Wochen durch einen blöden Zufall erfahren habe, brach für mich eine Welt zusammen. Er hatte mir mehrfach eiskalt ins Gesicht gelogen! Ich versuchte Ihm seine Fehler zu verzeihen, da er eine mittelgeradige Depression hat und sich in psychologische Behandlung begab. Ich habe es ihm auch verziehen, dennoch bleibt seither der bittere Beigeschmack ihm kaum etwas glauben zu können. Bei allem was er mir sagt, habe ich eine kleine Stimme im Hinterkopf, die mir sagt "na stimmt das?".
      Er sagt mir z.b. dass er sich zur Zeit für einen neuen Ausbildungsplatz bewerbe. Bis heute habe ich aber keine einzige Bewerbung von ihm gesehen. Ich will ihn aber auch nicht drängen und mir seine Bewerbungen zeigen lassen. Er ist schließlich alt genug.

      Ich habe das Gefühl, dass ich mit ihm seit Jahren auf der Stelle trampel! Ich bin schon ewig im Beruf und wäre eigentlich bereit für die nächsten Schritte mit Hochzeit und Kindern. Allerding nicht mit einem Partner, auf den ich mich nicht verlassen kann.

      Glaubt ihr auch eine Trennung ist das einzig Richtige?

      Es tut so unglaublich weh, wenn man bedenkt, dass wir so viele Jahre zusammen waren! Und ich möchte ihn auch nicht verletzen. Habt ihr Tipps?

      Danke, dass ihr diesen unglaublich langen Text gelesen habt!

      • Hallo!

        Ist er denn aktuell noch in Behandlung bzw. weißt du mit Sicherheit, dass er dort auch regelmäßig hingeht? Mit welchem Erfolg? Hat er sich positiv verändert?

        Ich glaube, dass das schwierig zu beurteilen ist. Depression ist nicht gleich Depression in der Ausprägung und im Verlauf. Ist es nur eine depressive Phase bei ihm oder wird er dauerhaft in Behandlung bleiben müssen und evtl. Medikamente nehmen?

        Wie lange bist du bereit, noch zu warten und auf ihn Rücksicht zu nehmen? Wenn du Kinder für die Zukunft einplanst, wie soll die Betreuung und Finanzierung der Familie laufen? Er hat ja noch nicht einmal einen Beruf erlernt bzw. noch nichts in Aussicht. Könntest und wolltest du alles allein bewältigen, wenn es notwendig werden sollte?

        Im Grunde längst du in der Luft. Man wünscht sich vor solchen Schritten natürlich eine solide Basis und etwas Beständigkeit. Ob dein Freund das nun aufgrund einer Erkrankung nicht konnte oder ob er generell unbeständig ist in seiner Berufsausübung, weiß ja niemand hier. Bist du in eine Therapie mit eingebunden bzw. hast du Informationen bekommen? Dann könntest du vielleicht ansatzweise Informationen bekommen, was möglicherweise auf euch zukommen kann.

        Meine Schwester ist Sozialpädagogin und arbeitet mit Menschen, die aufgrund div. Erkrankungen wie Depressionen und vielen anderen Gemütserkrankungen und auch mit ehemaligen Suchterkrankungen im Alltagsleben Unterstützung benötigen. Sie sagt ganz klar: Käme für sie NIE in Frage als Partner. Klingt böse und hart. Aber für mich wäre das auch nichts. Was anderes wäre es, wenn man 20 Jahre zusammen ist, Kinder, Haus und Hof dranhängen und man eruieren muss, wie es gemeinsam weitergehen kann. Da überlegt man sicher lange, was man aufgibt und welche Kompromisse man einzugehen bereit ist. Aber so ganz am Anfang des Lebens......? Never

        • Danke für deine Antwort!

          Zu deinen Fragen: Er geht alle 2 Wochen zu einem Psychotherapeuten. Das stimmt auch, da Rechnungen von diesem Therapeuten Zuhause ankommen. Allerdings weiß ich nicht in wie weit diese Psychotherapie wirksam ist. Eingebunden in die Therapie bin ich nicht. Das will mein Freund nicht!

          So richtig etwas geändert -seit Beginn der Therapie- hat sich eigentlich nichts. Er war schon immer eher der Couchpotatoe, der den ganzen Tag vor seinen Videospielen sitzen kann.Da kann man seinen Gemütszustand gut verstecken. Wenn wir bei Freunden oder Familie sind, nimmt er sich durchs Rauchen vermehrt auszeiten.
          Psychopharmaka hatte er auch bekommen, die wurden aber schon wieder abgesetzt.

          Du hast absolut recht. Ich hänge völlig in der Luft. Ich hab absolut keine Ahnung, wie sich die ganzen Probleme noch entwickeln. Ich weiß nicht ob er sich wirklich um einen neuen Ausbildungsplatz bemüht. Und wenn er es tut, wer garantiert mir, dass er es diesmal auch durchzieht?

          Ich werde dieses Jahr 30! Ich kann nicht ewig warten.
          Natürlich Liebe ich ihn -irgendwie- ...aber dennnoch habe ich das Gefühl ich verschwende meine Zeit!

          Ich vertraue ihm nicht wirklich...wünschte ich könnte es, aber es geht nicht....habe gehofft, dass dieses Gefühl irgendwann vergeht. Kann es vergehen? Oder bleibt der Vertrauensbruch?

          Das ist doch keine Basis für eine Beziehung!

          • Ich vertraue ihm nicht wirklich...wünschte ich könnte es, aber es geht nicht....habe gehofft, dass dieses Gefühl irgendwann vergeht. Kann es vergehen? Oder bleibt der Vertrauensbruch?
            -----------

            Ich wundere mich, dass der Vertrauensbruch bei dir so im Fokus steht. Es kann tatsächlich ursächlich mit seiner Erkrankung zusammen gehangen haben - dann kann er nicht einmal etwas dafür. Und er hatte vielleicht Angst, dir die Wahrheit zu sagen. Ich kann mir nicht vorstellen ,dass er sich gut damit gefühlt hat.

            Aber bei euch fehlt so grundsätzlich viel an der Basis. Er sitzt vor der Konsole wie ein Teenager. Brauchst du so jemanden, wenn du Kinder hast und Unterstützung brauchst? Und mit Mitte 20 noch nichts beruflich auf die Beine gestellt zu haben, würde mich extrem abschrecken. Bei der Therapie hält er dich außen vor, was mir nicht gefallen würde, wenn man wirklich ein Paar ist. Dass du nicht bei den Sitzungen dabei bist, ist schon klar, aber wenigsten ein Gespräch oder irgendwas Informatives, greifbares, damit du weißt, woran du in etwa bist. Weil es eben auch ganz schwierig ist. Du kannst nicht zu einer Beratungsstelle gehen und sagen: "Mein Freund hat XY, was sagen sie dazu? Wie stehen die Chancen auf Genesung etc.? "

            Du schreibst ,dass du ihm nicht wehtun willst. Aber aus Angst davor kannst du auch keine Familie mit ihm gründen.

            Was hat ER denn für Vorstellungen? Du schreibst nur von dir. Will ER denn heiraten, Familie usw.? Er ist um einiges jünger. Welchen Zeitrahmen hat er im Auge? Wie stellt er sich die Zukunft vor? Bisher kann er ja monetär wenig dazu beitragen.

            • Und wenn du auch keine Bewerbung gesehen hast, muss es doch immerhin schriftliche Absagen geben, wenn er sich so fleißig bewirbt. Die könntest du dir zumindest zeigen lassen. Über so was spricht man doch normalerweise.

      Du allein musst wissen ob du bereit bist darauf zu warten, dass er seine Psyche in den Griff bekommt. Wird das überhaupt jemals der Fall sein?

      Ich denke er wird nie der verlässliche, solide Fels, den du dir wünschst. Ihr werdet nie auf Augenhöhe sein. Es klingt vielleicht hart... ja er ist krank und ja er kann nichts dafür, aber kannst du es ertragen in allen Belangen die Starke zu sein?

      Du weißt wo du hin möchtest und was du von deinem Leben erwartest. Mit ihm wirst du das nicht errreichen. Bedenke du hast nur ein Leben. Kannst oder willst du da Kompromisse eingehen?

      Auch, wenn du ihn nicht verletzen möchtest so finde ich es fair ihm das was dir durch den Kopf geht zu sagen.

      • Dankd auch füf deine Antwort!

        Nein! Ich möchte nicht immer die Starke sein! Ich brauche auch mal eine Schulter zum Anlehnen... jemand def mit Tipps geht oder auch einfach mal irgendeine Sache in die Hand nimmt....Kleinigkeiten, wie z.b. die Wochenendplanung. Aber selbst für soetwas babales bin ich verantwortlich- wenn ich nicht zuhause versauern will!

        Ja, ich muss ganz dringend mit ihm reden! Aber es ist so unglaublich schwer! Ich möchte ihn nicht verletzen! Er ist mir ja trotzdem wichtig und ich möchte, dass ex ihm gut geht!

        Aber ohne Verletzungen funktioniert soetwas nicht, stimmts?

        • Nein leider nicht, aber es ist besser du spielst jetzt mit offenen Karten, als später auszuflippen und glaub mir irgendwann würde es aus dir raus platzen. Wenn man irgendwann so weit ist, dass einem wirklich der Kragen platzt ist es wesentlich schlimmer als jetzt noch wohlwollend ihm gegenüber zu sein.

          Wenn dein Entschluss wirklich fest steht zieh es durch ohne Rücksicht auf seinen psychischen Zustand. Gerade, wenn einem der andre noch was bedeutet knickt man schnell ein wenn sich sein Zustand verschlimmert und man möchte nicht dran schuld sein

    Hallo!

    Was sind denn Deine Erwartungen und Hoffnungen?

    Dass er innerhalb absehbarer Zeit, sagen wir mal 3-6 Jahre, zum zuverlässigen Ernährer der Familie wird, damit Du in Ruhe Kinder bekommen und in Elternzeit gehen kannst, er Abends heim kommt und der liebevolle Papa ist, der die Kids ins Bett bringt, während Du noch die Küche aufräumst und mal ne halbe Stunde die Füße hoch legst?

    Sorry, aber die Aussichten stehen ehrlich gesagt schlecht. Dein Freund hat eben die letzten jahre bedingt durch seine Erkrankung so rein gar nichts auf die Reihe bekommen, und wenn er trotz Behandlung seit längerem keinen Schritt weiter gekommen ist, ist eher unwahrscheinlich, dass da jetzt eine Wunderheilung eintritt.

    Letzten Endes wärt ihr also von deinem Elterngeld abhängig, weil er dann immer noch nicht in Vollzeit arbeiten und ordentlich verdienen wird, und er wird wahrscheinlich auch nicht in der Lage sein, Kinder den ganzen Tag vernünftig zu versorgen. Bei dem schweregrad an Depressionen der seit Jahren jede Form von Arbeit oder Ausbildung verhindert kann er auch nicht Haushalt und Kinder versorgen.

    Tut mir echt leid, aber mit diesem Mann wird es wahrscheinlich schwer werden. selbst wenn er sich so weit in den Griff bekommt, dass er arbeiten kann, wird er seine Freizeit erst recht mit Zocken verbringen, um "runter zu kommen" aber denkbar wenig Unterstützung sein und auch Sonntags nicht mit in den Zoo gehen wollen.

    (10) 04.04.17 - 08:12

    HI,

    Du kannst doch arbeiten gehen und er bleibt zu Hause als Hausmann?
    Somit würde ihm das evtl. eher passen, als Karriere zu machen, einen geregelten Beruf nachzugehen, etc.

    Vielleicht gehört er zu den Menschen, die einfach krankheitsbedingt nicht Fuss fassen können oder er ist eine faule Socke.

    LG
    Lisa

    (11) 04.04.17 - 08:15

    Ich finde diesen Satz, dass man so und so viele jahre zusammen sei ja schon eh immer kein Argument, auch nicht bei 20 Jahren...aber bei mageren 6, 5 Jahren...oh man...was sind denn 6, 5 jahre wenn man bedent das du erst 30 bist und noch 50 vor dir hast und jetzt die besten anfangen?!
    Außerdem bis du die 6, 5 Jahre selber "Schuhld", denn das es nicht wirklich passt weißt du doch schon lange, nicht erst ab da wo er dich belogen hat.

    Wenn es nicht passt, passt es nicht.Du bist erst 30, dein ganzes Leben liegt vor dir und es ist verdammt schnell vorbei, du bist ruckzuck 50 und fragst dich warum hast du dich bloß nicht getrennt?!Warum hast du diese Jahre so vergeudet?!

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