Mein geliebter Mann, seine Depression und ich

    • (1) 07.04.17 - 20:12
      herbstblattfällt

      Hallo! Vorab Info über uns. Mein Mann, 29 - diagnostizierte Depression, ich, 26 - schwanger. Wir habrn einen 6 jährigen Sohn. Wir sind seit 7 Jahren verheiratet. Es ist in den letzten Jahren öfters zu schlimmen Auseinandersetzungen gekommen. Meist nachdem ich etwas sagte und er es als kritik auffasste. Wir hatten schon oft Gespräche in denen ich ihm versuchte klar zu machen, dass ich ihm keinesfalls schaden möchte oder ihn den ganzen Tag kritisieren will. Lange musst ich mir Vorwürfe und Beschuldigungen - auch Sätze wie "ich ertrage dich nicht mehr, ich kann dich nicht mehr leiden, dich nicht um mich haben" anhören ohne zu verstehen was ich falsch gemacht haben soll. Ich hab jedes Wort, jeden Satz mehrmals umgedreht, nur um nichts "verletzendes" zu sagen. Doch trotzdem wurde sogar der kleinste Fehler meinerseits dazu genutzt, mich zu beschimpfen. Er sagt ich gebe ihm keinen Freiraum allerdings bin ich es die ihm sagt, er solle seinen Freunden zur Abwechslung mal nicht absagen, er solle seinem Hobby ruhig nachgehen. Wenn er mal wieder für einige Tage unterwegs ist, zb wandern, dann bin ich verständlicherweise traurig, dass er geht, aber glücklich, dass er das macht was ihn glücklich macht - sieht er meine Traurigkeit, dann muss ich mir anhören, dass ich ihm nur ein schlechtes Gewissen machen möchte, auch wenn der Ursprüngliche Vorschlag von mir kam. Mittlerweile trau ich mich nicht mehr irgendwas zu sagen, aus Angst ich könnte ihn verletzen oder wütend machen. Ich hab ihm gesagt, dass ich für ihn da bin, egal wie sehr er mich verabscheut... er meidet jegliche Zuneigung und wenn etwas kommt, denk ich, dass er es tut um mich etwas glücklicher zu sehen, aber nicht weil es von Herzen kommt. Ich vermisse und liebe ihn. Obwohl er neben mir steht, hab ich das Gefühl, meilenweit weg zu sein. Ich verspüre seit Tagen keine Fröhlichkeit mehr und weiß nicht wie ich es ändern kann. Er sagt ich bin schuld an seiner Depression und ich fühle mich schuldig, hilflos und leer. Ich weiß einfach nicht mehr weiter - weiß nur, dass eine Trennung absolut nicht in Frage käme. Es gibt Tage da sagt er, er wäre nicht gut für uns und sollte lieber gehen. Eine Therapie hatte er schon - er sollte bloß Tabletten nehmen...

      Gibt es noch etwas das ich tun kann ausser zu sagen und zu zeigen, dass ich da bin?

      Danke fürs lesen...

      • Du kannst nichts tun. Da Trennung nicht in Frage kommt (warum eigentlich nicht? Ja, dein Mann ist krank, hat aber offensichtlich keinerlei Intresse daran, etwas an der Situation zu ändern) bleibt dir wohl nur zu ertragen.

        Was tut man, wenn nichts alternatives hilft. Reden, Therapie und Tabletten machens nicht besser....

        Du bist NICHT schuld an seiner Depression und bitte höre auf, einen Eiertanz wegen ihm zu veranstalten. Keine falsche Rücksichtnahme, sei du. Dein mann ist krank und braucht Hilfe. Und zwar in Form von einer andauernden Therapie oder einer Selbsthilfe Gruppe. Du lässt dich von ihm dafür verantwortlich machen, das weiß seelisch krank ist. Und das ist nicht wahr. Dafür ist NIEMAND verantwortlich. Aber es liegt in SEINER Verantwortung, mit deiner Krankheit umzugehen. Hör auf, den punchingball zu spielen. Nur weil er krank ist, hst er KEINEN freifahrtschein sich wie ein Arsch zu benehmen. Dein mann kann zwar nichts für seine Krankheit aber er kann etwas dafür, wie er andere behandelt. Das, was er macht ist unhöflich es, egoistisches verhalten weil er sich auf seiner Krankheit ausruhen statt aktiv etwas dagegen zu tun. Lass das nicht mit dir machen.

      • (5) 07.04.17 - 20:29

        Hallo,

        ich kann deine Situation nur zu gut nachvollziehen.
        Schon in der Schwangerschaft hatte ich den Verdacht, dass mein Mann depressiv ist.
        Aber erst kurz nach der Geburt ging er zum Arzt.
        Mit dem Effekt, dass ich kein Wochenbett hatte, sondern meinen Mann mit "versorgen" musste.

        Ein ganz liebgemeinter Tipp:
        Kümmere dich um dich!

        Damit meine ich nicht, dass du nicht für deinen Mann da sein sollst, sondern dass du genauso an dich denken MUSST, schon wegen der Kinder.

        Empfehlen kann ich dir das Buch "Mit dem schwarzen Hund leben"

        Alles Liebe und viel Kraft!

        "Eine Therapie hatte er schon - er sollte bloß Tabletten nehmen..."

        Wenn das wirklich stimmt, hatte er den falschen Therapeuten.
        Ansonsten hatte er keine Lust, die Therapie weiter zu führen und hat Dir das nur so erzählt, damit Du einen nachvollziehbaren Grund kennst und er sie abbrechen kann. In einer ordentlichen Therapie muss man hart arbeiten und das ist vielen Menschen mit Depressionen zu viel.
        Fazit ist also, er sollte wieder eine Therapie beginnen, eventuell bei einem anderen Therapeuten.

        Du bist selbstverständlich nicht schuld an seiner Depression, er aber auch nicht, das ist schlicht niemand. Aber er ist schuld daran, dass er Dich nach und nach auch krank macht, indem er Dich durch seine Krankheit manipuliert und runter zieht. Weil er sich nicht helfen lassen will, sondern Dir einredet, Du hättest seine Gesundheit und sein Wohlempfinden in der Hand.

        Lass Dich bitte selbst professionell beraten oder wende Dich zumindest an ein Forum für Betroffene und Angehörige mit Depressionen. Du brauchst Hilfe im Umgang mit ihm, denn so kann es ja nicht weiter gehen.

      • Mal zusammengefasst:

        Seit Jahren läuft es schon nicht rund bei euch
        Dein Mann lässt dir keine Zuneigung zuteil werden
        Du schleichst durch ein Minenfeld, um ja nichts Falsches zu sagen
        Er gibt dir die Schuld, dass er unglücklich und krank ist, tut aber selbst nichts (mehr)dagegen

        Warum um Himmels willen bekommt man da noch ein zweites Kind in diese ungesunde Beziehung??? Und warum willst du dich nicht trennen? Bist du dir selbst nichts wert?

        ...........Ich hab ihm gesagt, dass ich für ihn da bin, egal wie sehr er mich verabscheut.......

        Was für ein großartiges Vorbild für die Kinder!!!! Was lebst du ihnen für einen Mist vor? Lasst euch mies behandeln, Zuneigung und Nähe werden überbewertet, sei unterwürfig und stelle deine Bedürfnisse brav hintenan. SO sollen eure Kinder mal ihr Leben gestalten????

        Ich würde an deiner Stelle auch mal dringend eine Therapie anstreben. Dieses Märtyrertum ist nicht gesund und hat mit Liebe zu einem Menschen rein gar nichts zu tun. Wer sich samt Kindern an einen Menschen hängt, der einem nicht gut tut, der hat selbst ein ganz gewaltiges Problem.

        Er sollte bloss Tabletten nehmen.... Naja, das wäre schon mal mehr als er jetzt tut. Was genau unternimmt er gegen seine "Krankheit" ausser dich zu erniedrigen und dir jegliche Lust am Leben zu vergällen? Schön dass man das heute "Krankheit" nennen darf, früher hiess das glaube ich "Arschloch". Und du vollführst noch den Eiertanz um ihm das Leben leichter zu machen, aus "Liebe"?
        Wie erlebt euer Kind die Situation?
        Ich kann der fürsorglichste, verständnisvollste Mensch sein, arbeite beruflich mit psychisch Erkrankten, aber der Grat zwischen Depression und "Arschloch" ist leider schmal, oder wird dominiert von der Bequemlichkeit des Erkrankten. Es gibt Krankheiten welche nicht nur dem Betroffenen das Leben zu Hölle machen, sondern auch der Umgebung, doch für beide, Kranker wie Umfeld muss alles getan werden, dass das Leiden erträglich ist. Wenn der Erkrankte sich dagegen unbelehrbar zur Wehr setzt, dann muss das Umfeld die Konsequenzen ziehen und sich abgrenzen.
        Denke daran, du hast ein Kind, und Kindheit mit psychisch krankem Elternteil kann die Hölle sein und dauerhafte Schäden zur Folge haben.

        Du hast deinem Mann gezeigt, dass du für ihn da bist, hat es etwas geholfen? Ausser dass er sich an dir abreagieren kann? Vielleicht ist es jetzt Zeit deinem Kind zu beweisen, dass du für es da bist.

        Und SO willst Du die nächsten 50 Jahre verbringen? Und dann kannst Du zurückblickend sagen - ich habe ein tolles Leben gehabt, und meinen Kindern vorgelebt, wie man sich am besten das Leben versaut.

        Ich kann Dich verstehen, wenn Du ihn liebst - aber - es ist ein Riesenalarmzeichen, wenn Du nicht mehr fröhlich sein kannst. Du bist auf dem besten Wege, selber in eine Depression abzurutschen - und dann? Da frage ich mich schon auch, wie man in diese freudlose Situation nochmal ein Kind setzen kann. Du hast dann somit drei Kinder, um die Du herumwuseln musst/willst und schauen, dass Du es jedem recht machst.
        Du hast mit SEINER Depression nichts zu tun und Du bist auch nicht seine Therapeutin. Der letzte Therapeut war offensichtlich vollkommen falsch. Sag Deinem Mann, dass er wenigstens soviel Verantwortungsbewusstsein für Frau und Kinder haben soll, sich einen neuen Therapeuten zu suchen - dabei kannst Du ihm ja behilflich sein. Aber mehr nicht.
        Du gehst kaputt an ihm, wenn er so weitermacht.
        LG Moni

        (10) 08.04.17 - 11:15

        Mein Eindruck ist, er sieht es gar nicht ein, gegen seine Depressionen was zu tun. Und er nimmt sie als Freibrief, um sich wie ein Arschloch zu benehmen.

        Ich habe Respekt davor, mit einem Partner, der so eine Diagnose hat, diesen Weg zu gehen. Aber wenn das Gesamtpaket dich krank macht, dann ist da eine Grenze erreicht.

        Und bitte, DICH belastet es schon, aber wie werden denn Kinder schadlos damit groß, wenn sich Papa insbesondere Mama gegenüber wie ein Scheusal benimmt?

        Ich würde nicht alles auf die Krankheit schieben und vor allem darf sie keinen Freibrief darstellen, die engsten Familienmitglieder in den Sumpf zu stoßen.

        Ob du dich davor schützen willst, ist eine Sache. Aber deine Kinder MUSST du davor schützen.

        LG Küstenkönigin

        Hallo,

        Du bist nicht dran, etwas zu tun. Und Du bist nicht Schuld an seinem Verhalten. Er ist krank - er muss was tun. Nimmt er die Medikamente? Eine diagnostizierte Depression gehört unter regelmäßige psychiatrische Kontrolle. Nimmt er die wahr? Dein Mann scheint derart aus dem Gleichgewicht zu sein, dass er in stationäre Behandlung gehört.

        Krankheit hin oder her: Bring Dich und Euer Kind in Sicherheit, d. h., zieh die Reißleine, bevor seine Krankheit auch Dich depressiv macht. Du kannst ihn nicht heilen, indem Du ihm alles recht machst und Dich in allem nach ihm richtest. Vielleicht solltest Du Dich komplett zurücknehmen, entweder indem Du ihm zu Hause konsequent innerlich aus dem Weg gehst und nur Oberflächliches mit ihm besprichst oder, besser, eine Woche mit Kind Urlaub machst.

        Sag ihm, dass Du danach von ihm hören willst, wie er zukünftig mit SEINER!! Krankheit umgehen will und wie er sich Euer Familienleben vorstellt. Und sag ihm auch, dass Du nach dieser Woche auch DEINE!! Vorstellungen und Erwartungen benennen wirst. Denn Du brauchst Deine Kraft für Dich und Deine Kinder. Depressionen sind behandelbar, dafür muss Dein Mann aktiv werden. Das kann heißen, dass er Dich um Hilfe bittet: Begleitung zum Arzt, Terminvereinbarung mit dem Arzt oder so etwas. Dann hilf ihm. Aber: Du kannst nicht seine Therapeutin sein - Du operierst ja auch nicht seinen Blinddarm.

        LG, basta.pasta

        Viel tun kannst du tatsächlich nicht… der Umgang mit depressiven Menschen ist schwer.

        Er muss eine Therapie machen, da führt kein Weg dran vorbei. Sonst war es das für euch.

        Du musst auf dich selbst achten, gerade für die Kinder hast du die Verantwortung dich und sie zu schützen!
        Rede mit ihm in einem Moment in dem es gerade nicht so akut ist darüber, sage ihm das du für ihn da bist das aber nicht ewig so mitmachen kannst.

        Den Schritt in die Therapie kann er jedoch nur selbst gehen, du kannst ihn dabei höchstens begleiten.

        Nimmt er die Tabletten die er nehmen soll denn? Klingt für mich nicht wirklich nach einem guten Therapeuten.

        Alles gute dir

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