meine Gefühle werden immer weniger..

    • (1) 16.04.17 - 22:57
      MaraJessi

      Hallo,

      Ich möchte hier einfach mal mein Problem schildern und wissen wie ihr darüber denkt.

      Ich bin mit meinem Mann seit über 10 Jahren zusammen, 4 verheiratet und wir haben einen Sohn mit fast 2 Jahren.

      Schon seit 2-3 Monaten merke ich dass meine Gefühle zu meinem Mann immer weniger werden.

      Wir haben kaum Zeit als Paar und wenn dann hängt jeder irgendwie seinen Dingen nach. Ich habe dann auch keine große Lust etwas mit ihm zu Unternehmen etc wenn wir dann mal Zeit für uns haben.

      Sex hatten wir noch nie besonders häufig, seit der Geburt vom Kleinen vielleicht (ungelogen) 10x.

      Ich hab aber auch nicht mehr wirklich Lust dazu mit meinem Mann zu schlafen.

      Stattdessen träume ich oft von Sex und Liebe mit anderen, habe dabei aber keine "bestimmten" Personen vor mir, die ich kenne oder so.

      Seit ein paar Wochen kann ich auch mit küssen, Umarmung etc (welche eh sehr spärlich sind) von meinem Mann nichts mehr anfangen, ich "fühle" dabei einfach nichts.

      So sehr ich mich anstrenge, es lässt mich "kalt".

      Ich spiele mit dem Gedanken mich zu trennen, habe aber totale Angst davor.

      Ich fange übernächsten Monat nach der Elternzeit wieder in meinen alten Betrieb an zu arbeiten in Teilzeit (Schicht und auch Wochenende). Bei einer Trennung wäre das komplette "BetreuungNetz" für unseren Sohn zerstört. In diesem ist auch die Schwester meines Mannes zu großen Teilen involviert, die mir dann bestimmt nicht mehr helfen würde.
      Familie von meiner Seite habe ich nicht hier, sie wohnen 200 km von hier weg.

      Und wegziehen würde ich (vorerst) auch nicht.
      Mein Arbeitsvertrag hier ist unbefristet, was es ja heutzutage nicht mehr allzu oft gibt und mein Sohn hat ab August einen Kiga Platz hier sicher.

      Alle Zelte hier abzubrechen käme erstmal nicht in Frage.

      Ich wäre also im Falle einer Trennung hier komplett auf mich alleine gestellt.
      Davor hab ich riesige Angst.
      Aber eine unglückliche Ehe will ich auch nicht führen..

      Gibt es jemanden in ähnlicher Situation?

      • Irgendjemand hat hier mal geschrieben, dass Liebe und Verbundenheit ja auch hormonell bedingt sind. Wenn man keine krperlche Nähe zu seinem Partner mehr hat, dann fehlt das Bindungshormon. Und da kann es helfen, wenn man einfach mal bewusst wieder Nähe sucht, damit die Bindung wiederhergestellt wird. Und zwar ohne, dass Du Dich damit stresst, irgendwas fühlen zu müssen.

        Ansnsten solltet Ihr reden. Und bewusst Dinge einplanen, die Euch beiden Freude machen.

        Hallo ,

        ich denke in jeder Partnerschaft kommt nach einigen Jahren ( vor allem wenn man ein Kind bekommt ) eine gewisse Langeweile und Gewohnheit auf.

        Der Partner ist selbstverständlich , man kennt sich , der Reiz lässt nach und die Kommunikation schläft ein. Man ist so damit beschäftigt den Alltag zu managen und vergisst sich dabei als Paar.

        Jede Ehe , die ja aus Liebe geschlossen wurde, verdient zumindestens einen Versuch sie zu retten.

        Deinem Mann geht es ja wahrscheinlich auch nicht ganz gut mit dem momentanen Zustand.

        Also sprecht miteinander .
        Unternehmt getrennt voneinander etwas , aber auch miteinander .

        Zieh Dir was nettes an , besorgt einen Babysitter und geht miteinander aus. Macht Dinge , die ihr vor dem Kind miteinander gemacht habt.

        Führt Rituale ein wie z. B. abendliches Kuscheln. Einfach nur den Körper des Anderen spüren, den Herzschlag hören. Dabei werden Bindungshormone ausgeschüttet und manchmal bekommt man vlt. auch Lust auf mehr.

        Mach Dir bewußt , was Du an Deinem Mann liebst und was nicht. Und umgekehrt natürlich auch.

        Eine Ehe / Partnerschaft ist immer auch Arbeit und kein Selbstläufer. Und es gibt Phasen in denen man mal mehr und mal weniger liebt.

        Eine Trennung ist manchmal unabwendbar. Aber gerade wenn Kinder im Spiel sind und keine anderen größeren Probleme wie Gewalt / Alkohol etc. mit dabei sind ist es immer einen Versuch wert. So meine Meinung.

        LG

        • (4) 17.04.17 - 08:55

          Hallo.

          Vielen Dank für eure Antworten.

          Ich werde mir die Tips zu Herzen nehmen. Natürlich ist eine Trennung das allerletzte was ich möchte. Ich möchte natürlich meine Ehe retten.

          Ein großer Teil hat auch damit zu tun dass ich momentan mit mir selbst nicht zufrieden bin.

          Ich war jetzt 2 Jahre mit meinem Sohn zuhause und so langsam fällt mir wirklich die Decke aufm Kopf, was auch oft ne depressive Stimmung bei mir auslöst.

          Ich freue mich wenn ich wieder arbeiten gehe, raus komme, meine Kolleginnen/en um mich habe.

          Ich hoffe dass ich dann wieder ausgeglichener, zufriedener mit mir selbst werde und es dann auch mit meinem Mann wieder besser läuft.

          • Ich war jetzt 2 Jahre mit meinem Sohn zuhause und so langsam fällt mir wirklich die Decke aufm Kopf, was auch oft ne depressive Stimmung bei mir auslöst.

            Das ist absolut nachvollziehbar. Was du auch lernen könntest ist dich selbst zu lieben, zu verwöhnen, dir Gutes zu tun. Bist du gut zu dir selber? Sprichst und denkst du positiv über dich selber? Magst du dich? Freust du dich über dich, wenn du dich im Spiegel siehst?
            Sich selbst zu mögen/lieben/annehmen ist die Voraussetzung um andere lieben zu können.

            Wenn du dir täglich etwas gutes tust, wird dein Leben auch schöner.

            • (6) 17.04.17 - 18:31

              "Was du auch lernen könntest ist dich selbst zu lieben, zu verwöhnen, dir Gutes zu tun. Bist du gut zu dir selber? Sprichst und denkst du positiv über dich selber? Magst du dich? Freust du dich über dich, wenn du dich im Spiegel siehst?
              Sich selbst zu mögen/lieben/annehmen ist die Voraussetzung um andere lieben zu können."

              Und wenn man sich an den meisten Tagen selber einfach schrecklich findet?
              Der Blick in den Spiegel ist unerträglich. Positiv über sich selber denken, nur an wenn gen Tagen.

              Wie kann man sich selber schön finden, wenn man dem eigenen Schönheitsideal nicht annähernd entspricht (und ich spreche hier von meinem Schönheitsideal, der sicher nichts mit Models zu tun hat!). Wie kann man sich selber mögen, wenn man von seiner Art her nicht so ist, wie man es gerne sein möchte?

              Sicher ergeht es mir nicht jeden Tag so, manchmal finde ich mich ganz ok, aber die Tage sind eher selten.

              • Warum gehst du dann nicht zum Psychologen, wenn du selber erkennt, das du ein falsches Selbstbildnis hast?
                Oder kannst es selber ändern und tust es nicht? Sport, Frisör, neuer Kleidungsstil, etc?

                Ich gebe dir nur den Tipp: Arbeit alleine wird Fivh und die Beziehung nicht verändern.
                Sicherlich ist es schön, wieder raus zu kommen ( warst du mit Kind ei gesperrt? Keine Hobbys, Freunde, etc) aber es bedeutet auch viel mehr Stress....doppelte Belastung mit Arbeit, Kind, Haushalt,Beziehung, etc. ...erholt und zufrieden kommen die wenigsten aus dem Job.

                LG
                Lisa

                • (8) 18.04.17 - 20:27
                  Osterwochenende

                  Danke für deine Antwort, ich (39) bin allerdings nicht die TE. Sorry, hätte ich wohl dabei schreiben sollen.

                  Ich glaube nicht, dass ich ein falsches Selbstbild habe, ich mag mein Äußeres einfach nicht.

                  Mag mich nicht im Spiegel ansehen (außer zu Hause morgens beim Haare föhnen, schminken), ich meide im Kaufhaus, oder im Fahrstuhl die Spiegel.
                  Meine Figur ist angezogen echt in Ordnung (62kg bei 174cm), aber kurze Hose, kurzer Rock, niemals, da ich am Oberschenkel vom Knie aufwärts einige Dellen habe, die ich sehr unschön finde, sodass ich keine kurzen Hosen anziehen kann, die ein klein wenig über dem Knie enden.

                  Sport, gesunde Ernährung bringt nicht wirklich was, zumindest nicht so richtig, dass es sichtbar wäre.
                  Aber was ich gar nicht mag ist mein Gesicht, der Gesichtsausdruck ist mir zu hart. Selbst wenn ich echt nicht mies drauf bin, würde ich schon von Kollegen angesprochen mit einem lieb gemeinten "schau doch nicht so böse". Ich bin aber nicht schlecht drauf.
                  Mir steht kaum eine Frisur, keine aufwendiges make up, kein Lippenstift. Meine Fingernägel sind breiter wie bei anderen, sodass Nagellack bei mir nicht schön, oder eher komisch ausschaut. Ich mag Nagellack und schönes make up, tolle Frisuren, aber eben passt das alles nicht zu mir, zu meinem Gesicht.

                  Was bringt mir ein Psychologe, wenn ich meinem inneren Schönheitsideal so gar nicht entspreche?

                  Beim Kleidung kaufen, schaue ich nur abwärts vom Kopf.
                  wenn ich mit dem iPad schreibe, versuche ich mich nicht im Glas zu spiegeln.

                  War das schon immer so? Nein nicht unbedingt! Es gibt auch Tage, da mag ich mich einiegermaßen, und manchmal finde ich mch auch relativ "hübsch", aber das ist sehr selten.

                  Fotos gibt es von mir seit Jahren nicht mehr! Darauf finde ich mich noch schrecklicher, es gibt auch insgesamt nur eine Handvoll Fotos (außer kinderfotos) auf denen ich mich ok finde.

      Maria Jessi, wenn das alles ist was du an Problemen hast.... dann kannst du noch froh sein. Nach der Geburt des ersten Kindes ging es mir auch so, dass ich längere Zeit keine Lust hatte und wir haben uns einfach gesagt, das wird schon wieder kommen. Und es kam auch wieder.

      Man trennt sich doch nicht einfach aus so geringfügigen Gründen. Auch wenn es dir jetzt dramatisch vorkommen mag.

      Es ist relativ normal dass man sich in der Phase mit kleinen Kindern als Paar auseinanderlebt. Man ist einfach mit anderen Dingen beschäftigt und hat wenig Zeit füreinander. Und wenn man Zeit hat, ist man zu kaputt um sich auf den Partner zu konzentrieren und für ihn zu investieren.

      Das ist eine Phase, aber sie kann auch wieder enden. Wenn ihr es beide wollt, könnt ihr eure Beziehung wiederbeleben. Die Gefühle kommen auch wieder zurück.

      Ihr könnt euch eine professionelle Beratung nehmen. Ihr könnt euch Auszeiten nehmen, wieder lernen miteinander zu reden und aufeinander zuzugehen und euch was gutes zu tun.

      Eine Scheidung kostet sehr viel Geld, verursacht eine Menge Probleme und die Situation ist nachher bestimmt nicht einfacher. Ich rate dir, bleibt zusammen und bewältigt diese Krise.

      • (10) 17.04.17 - 10:08

        Natürlich möchte ich mit meinem Mann zusammen bleiben.
        Eine Trennung wäre wirklich das aller aller letzte was ich in Erwägung ziehen würde.

        Ich möchte daran arbeiten dass es wieder aufwärts geht, nicht zuletzt unserem Sohn zuliebe!

        Das mit der Trennung war gestern vielleicht etwas voreilig formuliert, weil ich eben gestern mal wieder so ein totales Tief hatte als ich diesen Beitrag verfasst habe.

    Hallo meine Liebe,

    ich denke, jedes Paar mit (kleinen) Kindern macht irgendwann einmal so eine Phase durch. Meine Tips:
    1. Sei gut zu dir selbst - mach Sport, ernähre dich gesund, geh zum Friseur, Triff dich mit Freundinnen, Kauf dir schöne neue Klamotten. Wenn du dich wieder wohl fühlst, wird sich das auch positiv auf deine Partnerschaft auswirken
    2. Redet miteinander: wie fühlst du dich ? Was wünscht du dir ? Wie fühlt sich dein Mann? Wie geht es ihm? Manchmal hilft das schon ungemein
    3. plant Paarzeit zu zweit ein: Macht einen festen Termin aus, an dem ihr einen Babysitter organisiert und plant gezielt, was ihr in dieser Zeit gemeinsam als Paar unternehmen wollt - Sauna, shoppen, Essen gehen, Kinobesuch. Ausreden, von wegen keine Lust, gelten nicht !

    Wie hat Hape Kerkerling in einer seiner Shows gesagt ?: "Beziehung ist Arbeit, Arbeit, Arbeit"! Manchmal muss man auch mal über seinen eigenen Schatten springen, auch wenn man müde und kaputt vom Alltag ist und Zeit mit dem Partner verbringen! Vielleicht wirst du ja schon ausgeglichener, wenn du wieder arbeiten gehst und von zuhause mal raus kommst.

    Ansonsten kann ich noch einen Rat weitergeben, den mir mal eine Bekannte gegeben hat, die bereits das 4.Mal verheiratet ist ! Sie sagte zu mir: "Ich hätte bei meinem 1.Mann bleiben sollen, mit dem ich meine 3 gemeinsamen Kinder habe! So lange keine Gewalt, Alkohlsucht oder Ähnliches in der Ehe herrscht, ist es mit jedem Partner früher oder später gleich! Die Verliebtheit ist irgendwann weg und dann kommt der Alltag !" Ich finde, da ist was Wahres dran ! Also kämpfe ! Es kommen auch wieder schönere Zeiten ! Man muss nur etwas für die Ehe tun !
    Alles Liebe

    Hallo,
    Wenn du dich nicht trennen möchtest, solltest du an eurer Beziehung arbeiten. Paarzeiten einrichten. Ihr beide, ohne Kind und Alltagsprobleme. Vielleicht mal da wieder ansetzten, in welchen Situationen wart ihr besonders gelöst und verliebt... . Und Geduld haben, so was kommt nicht in zwei drei Wochen wieder. Aber vielleicht hilft es dir, dir zu sagen: ihr seit ein Team, quasi " gegen den Rest der Welt".
    Und das was hier jemand zu dem Thema Bindungshormone gesagt hat, stimmt auch. Also kuschelt mal wieder. Wie sieht dein Mann eure kleine Gefühlskrise?

    LG

    (13) 18.04.17 - 10:46

    Hi,

    wenn Du eh nichts ändern willst, solltest DU deinen Mann frei geben, damit er eine Chance auf eine andere glückliche Beziehung hat! Bedenke, wenn Du einsam in der Beziehung bist, kann es Dein Mann schon lange sein und anderweitig schauen.

    ABER, jede Beziehung, die jetzt nicht auf Gewalt, Drogen, etc. beruht, sollte man eine Chance geben und zwar sollen beide dran "gewollt" arbeiten!

    Ich denke jeder hat mal eine Flaute in einer Beziehung (OK, viele Urbianer nicht, das sind aber wohl eher die Ausnahmen) und erwünscht sich das rosarote aus einem Pilcher-Film zurück aber das gibt es nicht.

    Jedoch kann man sich vieles wieder aneignen, indem man bewusst die Probleme sieht und gemeinsam dran arbeitet.

    Du willst eine glückliche Beziehung, viel Sex, ein Mann der dich mitversorgt (Geld/Betreuung, etc.) etc. etc. aber willst nichts dran machen oder ändern.....da beisst sich die Katze doch selbst in den Schwanz.

    Lisa

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