Nestmodell light- sollte machbar sein?

    • (1) 25.04.17 - 14:31
      WoistderHaken?

      Hallo.

      Es sieht mittlerweile so aus, dass eine Trennung/Scheidung unumgänglich ist. Ich bin dabei, erste Schritte einzuleiten, mein Mann weiß auch davon.

      Uns verbinden zwei kleine Kinder, die zu uns Beiden eine sehr enge Bindung haben. Mein Mann ist berufstätig, ich in Erziehungszeit.

      Uns macht es beiden sehr zu schaffen, dass die Kinder unter der Trennung sicherlich leiden werden. Aber aufgrund der immer wieder sehr angespannten Situation zwischen uns, ist es hier derzeit auch für sie nicht erträglich. Da kommen wir offenbar auch nicht mehr auf einen Nenner. Nun recherchiere ich viel, wie es später sinnvoll aussehen könnte in Sachen Umgang. Dabei stieß ich auf das Nestmodell. Las sich erst gruselig, aber ich habs sacken lassen.

      In mir reift nun gerade die Idee, eine leichte Variante davon zu praktizieren. Ich stelle mir folgendes vor:

      Neues Nest (bisheriges Heim zu halten geht leider nicht) für mich und die Kinder. Aber im oder extrem nah am bisherigen Wohnort, sodass kein Wechsel des sozialen Umfeldes stattfindet.

      Mein Mann könnte sich (muss er ja sowieso) eine Wohnung suchen, die bräuchte dann aber keine Kinderzimmer, wäre ja aber seine Entscheidung.

      Mein Mann könnte stets im Nest die Kinder betreuuen, wobei es zu seltenen Übernachtungen käme, aber zu häufigeren Vormittagen oder Nachmittagen und Abenden, je nach seinen Arbeitszeiten. In dieser Zeit wäre ich abwesend, er hat freie Bahn im Nest und ich verbringe die Zeit entweder anderweitig oder die wenigen Nächte in seiner Wohnung. Zur Not kann ich mir auch vorstellen, seine Wohnung gar nicht zu nutzen, sondern anderweitig unterzukommen.

      Da bei mir ziemlich sicher auf längere Sicht keine erneute Partnerschaft anstünde, stelle ich mir das absolut machbar vor? Da ich im Zweifel nicht darauf bestehe, seine Wohnung zu nutzen, sollte es erst recht kein Problem darstellen, selbst wenn er zeitig eine neue Partnerin hat.

      Wenn sich Umstände in einigen Jahren erheblich ändern würden, könnte die Wohnsituation und der Umgang neu geregelt werde.

      Momentan sehe ich darin zum einen den Vorteil, dass ein engerer Umgang zwischen uns Eltern erforderlich ist, der hoffentlich typischen Verhaltensweisen wie dem Lästern gern den Anderen oder Manipulationen entgegenwirkt. Es würde also nach dem ersten Schock sicherlich für die Kinder förderlich sein, dass wir uns enger miteinander beschäftigen müssen, auch wenn wir getrennt sind.

      Generell sehe ich das für die noch kleinen Kinder praktikabler und sanfter als sie hin und her pendeln zu lassen. Und sollte es im Laufe der Jahre doch zu Veränderungen kommen, sind sie dann älter und verständiger und kenne zumindest schon den Umstand, dass die Eltern nicht mehr als Paar existieren.

      Ich befinde mich gerade noch in der Findungsphase und ein Hoffnungsschimmer keimt auf, dass es für die Kinder doch nicht so schlimm werden muss. Mit meinem Mann habe ich noch nicht darüber gesprochen.

      Fällt euch ein dicker Hund auf, den ich irgendwie gerade übersehe?

      LG

      • Hallo,
        "Fällt euch ein dicker Hund auf, den ich irgendwie gerade übersehe?"
        Ja
        " Mit meinem Mann habe ich noch nicht darüber gesprochen."

        Ich glaube es ist besser wenn ihr versucht zusammen eine Lösung zu finden.
        Es kann sonst sein das man sich selbst soweit in seine eigene Idee versteift das man im Prinzip nur darauf wartet das der Andere diese Idee auch gut findet. Dann wird es schwer ein Konsens zu finden.

        Ich denke ihr solltet schon grundsätzlich über Eure Vorstellungen sprechen bevor man zu viele Ideen hat.
        Also, Schnittpunkte setzen und sich dann Gedanken machen

        lg
        my-opinion

        Also, für mich liest sich das seltsam. Einerseits seid ihr beide der Meinung, dass es so nicht weitergehen kann, andererseits aber könntet ihr ertragen, dass der eine gemeinsam mit den Kindern in der eigenen Wohnung "rumwurschtelt"????

        Das Ganze liest sich für mich einfach so, als ob zumindest du eigentlich nicht wirklich "durch bist" mit der Ehe. Und da würde ich einhaken. Wo man bereit ist für ein "Nestmodell", da ist man vielleicht auch bereit, an der Ehe zu arbeiten. Habt ihr alles versucht? Eheberatung, meinetwegen auch getrennte Wohnungen?

        Weißt du, bei uns ist es so, dass meine Schwiegermutter manchmal kommt um auf die Kinder hier bei uns aufzupassen. Das ist für uns beide unangenehm. Für mich, weil ich doch immer das Gefühl hab, es sollte aufgeräumt sein (ich mag jetzt z.B. nicht, dass im Bad doch noch ne getragene Unterhose liegt oder sie auf dem Leintuch irgendwelche Spuren findet, wenn sie das Kind holt -> Kind liegt in der Früh raus immer bei uns im Bett, wobei es auch um harmlosere Dinge geht, die in der Früh schon mal liegen bleiben, wenn ich zur Arbeit muss). Ich möchte ihr sicher nicht unterstellen, dass sie in meinen Sachen rumgruscht - aber mit meiner Schwiegermutter hab ich auch ein neutraleres Verhältnis als ich mir vorstellen kann, dass man bei nem Ex hat. Für sie ist es auch doof. Im Normalfall wird es ja ziemlich fad und für die Kinder ist es auch nicht zuträglich, wenn man die ganze Zeit nur "spielt". Bei meinen Eltern, meiner Oma und eben auch wenn er bei den Schwiegereltern ist, dann macht man mit dem Kind "normale" Dinge, z.B. mal die Wäsche einschalten, im Garten grasen, etc. Das macht den Kindern auch mehr Spaß als wenn man "nur" rumsitzt und krampfhaft nach Spielmöglichkeiten sucht. Gleichzeitig wäre es mir als Erwachsenem VIEL zu fad. Das ist mal als Ausnahme schön und gut, z.B. wenn der Onkel vorbei kommt. Der wird dann zum Spiel belagert. Aber nen Alltag mit Papa gibt's im "Nest" wohl eher nicht. Und wie ist das dann? Was "darf" der Papa? Was "muss" er? Kochen? Danach aufräumen? Wäsche der Kinder machen? Das Kinderzimmer aufräumen? Wie ist es mit Spielsachen, die im Wohnzimmer sind?

        Geh mal ehrlich in dich. Möchtest du eine Trennung? Wirklich mit allen Konsequenzen? Auch diesen, dass du die Kinder dann möglicherweise eine Woche nicht siehst, weil sie mit Papa im Urlaub sind? Oder ist es nur so, dass falsche Erwartungen aneinander gestellt werden und man sich nicht einig wird. Dann sollte man an der Ehe arbeiten.

        • (4) 25.04.17 - 14:57

          Lässt sich weiterführen: Wer kauft ein, wenn Papa bis nachmittags mit den Kindern ist und Mittagessen macht? Gut, die frischen Sachen vielleicht er? Aber was ist mit den Nudeln? Bringt er die dann mit? Und was, wenn er die letzten Nudeln nimmt? Kaufst du dann die Getränke, die er gern trinkt oder bringt er sich eine Flasche Limo mit wie zum Campingurlaub? Was macht er in der "Freizeit", z.B. wenn die Kinder schlafen? Darf er dann an deinen PC oder bringt er seinen Laptop mit? Oder hat er gar einen Laptop bei dir liegen?

          Was, wenn sich dein Termin, den du dir auf Papas Freizeit legst, verschiebst? Wohin gehst du dann? 3 Stunden spazieren um Papa Kinderzeit zu ermöglichen? Bei Regen? Möchtest du wirklich deine Termine immer so legen, wenn es IHM passt? Ist er ein billiger Babysitter? Du musst dann wirklich die komplette Zeit verplanen, wenn er Kinderzeit hat. Du hast nie einfach mal "frei" in deinen eigenen Räumen. Wer entscheidet, welches Spielzeug gekauft wird und welches nicht, weil es nicht in die Wohnung passt? Wer sucht die Tapeten im Kinderzimmer aus? Du? Dann ist er nur Gast! Er? Wohl kaum. Gemeinsam? Nun, stell ich mir schwierig vor.

          Ich finde, dass das so viel Konfliktpotenzial bietet, dass es schlicht nicht machbar ist. Wenn schon Trennung, dann sauber als Schnitt. Was ich gut finde, wenn die Kinder nicht mehr gar so klein sind, wenn man einfach die Wohnungen sehr nah aneinander hat, z.B. in einem Dorf oder halt in einem Hochhaus auf verschiedenen Stockwerken oder, oder. Dann können die Kinder sehr bald zwischen Mama und Papa wechseln. Das wird hier bei uns im Dorf von einer Familie so gehandhabt. Gezwungenermaßen, weil sie mit dem Nachbarn durchgebrannt ist, zwar ;-), aber für die Kinder scheint das gut.

        • (5) 25.04.17 - 15:04

          Nach langer Zeit bin ich an dem Punkt, an dem ich die Trennung wirklich möchte. Es ist einiges an Rettungsversuchen schon gescheitert. Also das ist nicht mein Beweggrund.

          Hast du schonmal etwas davon gelesen? Ich bisher ja auch nicht. Aber nach dem ersten Schock, fange ich an, darüber nachzudenken. Natürlich könnte er dann einen gewöhnlichen Alltag dort verbringen. Vermutlich gewöhnlicher, als wenn Kinder die relativ seltenen Gäste in einer dann fremden Wohnung sind. Gerade im Hinblick auf nicht häufige Übernachtungen. Da hätte er im gewohnten Umfeld doch viel weniger Stress.

          Und natürlich würde er die entsprechenden Alltagsverpflichtungen entsprechend der Tageszeit der Betreuung übernehmen. Da halte ich Essenszubereitung und einigermaßen eine Ursprungsordnung wieder herzustellen als Beispiel für normal. Die Febster hingegen bräuchte er nicht zu putzen. Wobei das vielleicht kleine Feinheiten mit Konfliktpotential bedeuten könnten. Schließlich darf ich dann nicht in die Rolle der Bösen Chefin verfallen und ihm vorwerfen in meiner Wohnung etwas falsch zu machen.

          Ich bin in solchen Angelegenheiten nicht pingelig. Ich hätte vermutlich keine Probleme, dass er dann ggf in meinem Bett schläft oder sich in meiner Privatsphäre befindet. Das könnte ich gut trennen.

          Tatsächlich überlege ich das definitiv nur im Hinblick auf Routine für die Kinder und eine gewohnte Umgebung.

          Das Thema Urlaub habe ich auch überlegt. Vermutlich würde ich es da sogar anders handhaben. Da könnten sie zu ihm oder gemeinsam wegfahren. Ich denke, dass würden Kinder auch gut trennen können? Oder ich denke an Feiertage, an denen man die Familie besucht? Das wären halt Ausnahmen, das müsste mit seiner Familienseite natürlich nicht im Nest stattfinden. Auch das, denke ich, könnten Kinder gut trennen. Ich stelle es mir für die Alltagsroutine nur erheblich schonender für die Kinder vor?

          Natürlich ist es für uns Erwachsene sicher nicht einfach. Er wird sich hier ein Stück weit fremd fühlen, ich in meiner Abwesenheit woanders sicherlich auch. Aber wir haben ja die Ehe an die Wand gefahren, also können auch wir uns lieber ein Stück weit unwohl fühlen, anstatt die Kinder.

          Oder nicht?

      ... "ein Hoffnungsschimmer keimt auf, dass es für die Kinder doch nicht so schlimm werden muss" - vergiss es. Eine Trennung ist für Kinder (außer in Extremsituationen mit häuslicher Gewalt etc.) IMMER schlimm, verstörend und ein langer Weg.

      Von dem von Dir angesprochenen Nestmodell halte ich rein überhaupt nichts, ob nun light oder wie auch immer.

      Kinder fühlen sich m.E. dort zu Hause, wo ein zu Hause existiert - das kann aber keine Wohnung sein, in der keins der Elternteile wirklich wohnt. Sprich: Ich würde weder Ambitionen haben, die Wohnung schön einzurichten, wenn ich dort nur wechselweise wohne, ebensowenig möchte ich mein Bett mit meinem Ex teilen, wenn auch zeitlich versetzt. #schock Wenig bis gar kein Interesse hätte ich auch daran, mehrere Nächte im Monat "irgendwo" zu verbringen. Der Expartner darf dann auch nur eine kleine Wohnung haben und seine Kinder nur besuchen?? Auch die praktischen Fragen stelle ich mir schwierig vor: Wer kauft Lebensmittel ein? Wie regelt man die Miete? Ich möchte so etwas nicht ständig mit meinem Ex aushandeln, dann hätte ich mich gar nicht trennen müssen.

      Ob einer von Euch einen neuen Partner hat, kannst Du ja jetzt gar nicht wissen. Und wenn: Wo soll der oder diejenige dann hin, wenn man sich mal treffen möchte? Immer gleich mit zu den Kindern? In der gemeinsamen Übergangswohnung übernachten, wo auch der/die Ex jederzeit auftauchen kann, weil er / sie dort ja auch irgendwie wohnt?

      Will sagen: Alle hängen irgendwie in der Luft. Die Eltern, weil sie kein richtiges Zuhause mehr haben und die Kinder, weil unklar ist, wer denn eigentlich anwesend und verantwortlich ist. Es geht doch meiner Meinung nach nicht nur darum, eine lückenlose Betreuung zu gewährleisten, sondern eine Lebensform zu finden, die für alle lebbar ist. Wenn die Eltern in der Luft hängen, verunsichert das auch die Kinder.

      Und als persönliche Erfahrung noch zu ergänzen: Klare Verhältnisse und begründete Tatsachen zu schaffen ist im ersten Moment für die Kinder hart, aber etwas, womit sie lernen können, klarzukommen. Wie sollen sie sonst begreifen, was die Trennung wirklich bedeutet? Ich halte nichts davon, den Kindern mit irgendwelchen light-Modellen eine pseudoheile Welt vorzugaukeln. Ich glaube, wenn sie erleben, dass die Eltern sich trotz klarer Trennung respektvoll und unterstützend begegnen, lernen die Kinder am ehesten, dass eine Trennung kein Weltuntergang sein muss, dass Beziehungen leider manchmal zerbrechen, dass es aber darüberhinaus Werte gibt (die Kinder, Respekt voreinander, Freundschaft), die gelebt werden sollten.

      Ich kenne übrigens keinen einzigen Trennungsfall, in dem dieses Modell gelebt wird. Hat vermutlich seine Gründe.

      • (7) 25.04.17 - 15:09
        Bitte lies nochmal.

        Man darf sich dann an derlei Kleinigkeiten nicht aufhängen. Und zu Partnerschaft schrieb ich doch etwas.

        Ließ doch auch mal diesen Link.

        http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/37303/1/1

        • Wo hast Du was geschrieben? Unter dem Schwarznick sehe ich keinen anderen Beitrag.

          Und klar gibt es Fälle, bei denen das vielleicht funktioniert, warum auch nicht? Ich habe meine Meinung zu dem vorgestellten speziellen Fall der TE (der im Übrigen auch anders ist als in dem Artikel, nämlich z.B. nicht in der Wohnung stattfindet, in der die Kinder schon immer leben) geäußert. Und als "Kleinigkeiten" würde ich Organisation, Zu-Hause-Gefühl, Unsicherheiten bei den Kindern nicht bezeichnen.

          Das Modell war mir übrigens auch nicht neu.

    (9) 25.04.17 - 15:16

    Hallo,

    ich finde, das ist eine schöne, begrüßenswerte Idee, die ich keinesfalls niederschreiben will. Wenn ihr euch beide einig seid, sehe ich absolut keinen Grund, weshalb das nicht funktionieren sollte.

    LG

    (10) 25.04.17 - 15:42

    Naja, der Haken ist halt, das eine Trennung IMMER Scheiße für Kinder ist. Ob man als Erwachsener da nun "sanfte Methoden" überdenkt, hm....eine Trennung kann nicht sanft ablaufen. Das meiste was sich die Erwachsenen ausdenken, ist halt nicht mit Kinderkopf gedacht.

    Ich habe hier im Umfeld schon einige Trennungen miterlebt. Und ganz ehrlich, am verwirrtesten waren die Kinder, wo die Eltern krampfhaft etwas "sanft" regeln wollten. Am schnellsten kamen die KIds klar, wo die Eltern einen klaren Schlußstrich gezogen haben, den Umgang klar geregelt (und wahrgenommen) haben. Nicht bei einer Nacht und Nebelaktion verschwunden sind. Den Kindern an beiden Orten einen vernünftigen Rückzugsort geschaffen haben. Fast perfekt ist die Variante, wo sie nicht auch noch ihr soziales Umfeld verlieren. Und ganz wichtig, die Eltern sind klar in ihrer Entscheidung und strahlen das natürlich auch aus.

    Das Nestmodell ist für mich nichts Ganzes und nichts Halbes. Besonders nicht, wenn es in deinem Lebensmittelpunkt stattfinden soll. Der Ex turnt in deiner Wohnung rum, fühlt sich dort wie ein Gast...also wird er bestimmt nicht sehr entspannt sein. Irgendwie ist er nichts weiter als ein Babysitter in deiner Wohnung. Und du? Was machst du in der Zwischenzeit? 20l Kaffee trinken in einem Cafe? Die KInder? Warum ist Papa jetzt hier? Ihr seid doch getrennt? Wo wohnt Papa denn jetzt? Hat Papa kein Zuhause mehr? Und dann kommt noch dazu, das seine Zeit dann um ist, du wieder in deine Wohnung kommst und vielleicht noch sein Chaos wegräumen darfst. Nein, ich finde Kinder sollten den Alltag mit dem Elternteil erleben dürfen, bei dem sie gerade sind.

    Ihr wollt euch trennen, dann macht es auch...vernünftig, so das jeder seinen Platz finden kann und dort die Kinder auch einen haben.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass das wirklich funktioniert !

Hallo,

ich finde Deine Vorstellung vom Umgang sehr befremdlich, wo bleibt ihr Erwachsenen, kann man so wirklich ein neues Leben, ob jetzt mit oder ohne Partner, aufbauen? Du willst immer Deine eigenen Wohnung verlassen, wenn der Vater da ist, ob es Dir dann passt oder nicht? Und dann ist dann immer auch noch die Begegnung der Kinder mit ihren Eltern, das weckt doch auch immer wieder Hoffnungen.

Trennungen sind immer schwer, ich habe auch sehr lange gezögert und ganz viel über mich ergehen lassen und Kompromisse geschlossen bis ich nach langer Zeit auch die räumliche Trennung geschafft habe. Und soll ich Dir was sagen: egal was wir versucht haben für das Wohl des Kindes,erst mit dem ganz deutlichen Cut mit den zwei Wohnungen und den zwei Heimen für unser Kind war die Situation entspannter. Wenn Du das so willst, haben wir Dein Model hier in einem großen Haus in getrennten Schlafzimmern über zwei Jahre geführt. Für uns klar getrennt definiert, für unser Kind immer wieder Fragen, ob die Eltern zusammen kommen und für "draußen" war die Trennung nicht wirklich sichtbar.

Warum zieht nicht jeder von Euch in eine eigene Wohnung, so viele andere Kinder und Eltern kriegen das vernünftig hin, warum solltet ihr das nicht auch hinbekommen. Deine Kinder sind ja noch sehr klein, was ich wohl sehr anrate sind die Trennungs- und Scheidungskinderselbsthilfegruppen ( SkF Sozialdienst katholischer Frauen ), da wird auch den Eltern geholfen, aber insbesondere den Kindern. Aber viellicht erkundigst Du Dich da mal mit Deinem Mann, wie Eure Lösung ausschauen könnte. Und wichtig, beziehe den Kindesvater mit ein in Deinen Plänen, Deine Pläne helfen derzeit nur Deinen eigenen Ängsten, aber den anderen Beteiligten kann ich mir nicht vorstellen.

LG Joana

Du solltest als erstes mit Deinem Mann darüber reden bevor Du einen ausgeklügelten Plan entwickeslt.
Vielleicht kommt das für ihn nicht in Frage, er sucht sich lieber eine Wohnung mit Kinderzimmer und holt die Kinder regelmäßig ab????

Hallo

Ehen scheitern sehr oft an gestörter oder mangelhafter Kommunikation.
Wenn deine Trennung "light" gelingen soll, braucht es sehr viel Kommunikation.
Das ist insbesondere in den ersten Monaten kaum machbar.
Kinder verkraften mehr als man denkt, besonders wenn die Eltern einen freundlichen Umgangston pflegen.
Die vordergründig "beste" Variante einer Trennung gelang einem Arbeitskollegen damals.
Die Eltern hatten jeweils gleichgroße Wohnungen in der selben Straße.
Allerdings wurden die Kinder getrennt, der Jüngste wollte beim Vater leben, das ältere Kind bei der Mutter.Beide konnten auch mal ins Ausland, der jeweils andere betreute dann beide Kinder.Es gab keine gegenseitigen Unterhaltsansprüche, was die Situation sicherlich erheblich befriedete.
Man hatte den Eindruck, dass beide sich gleichermaßen einbrachten, auch bei dem Kind ,dass nicht in der eigenen Wohnung wohnte. ( Hausaufgabenbetreuung u.s.w. )
Das wäre auch meiner Vorstellung einer Trennung mit Kindern damals recht nahe gekommen.
In unmittelbarer Nähe des KV zu bleiben, hat bei uns allerdings überhaupt nicht funktioniert.So hatte ich bald einen erneuten Umzug zu bewältigen.

Ich empfehle dir auch eine Trennungsgruppe für Kinder.
Viele Streitigkeiten entstehen auch erst nach der vollzogenen Trennung.

L.G.

Hallo.

Für mich liest sich das auch sehr einseitig. Du stellst dir das so vor, dass deine Belange befriedigt werden, sodass du im Prinzip keine Einbuße hast. Hast nicht mal mit deinem Mann darüber geredet. Und ich glaube, dir geht es nicht nur um die Kinder, sondern eher, wie du das bewältigen kannst, ohne große Opfer zu bringen. Aber bei einer Trennung muss man Opfer bringen. Für dich ändert sich nicht viel, nur dass du deine Freiheit hast und dein Mann müsste sich biegen. Das wird mit Sicherheit nicht funktionieren, da du deine Vorstellung von Betreuung hast, aber dein Mann, bald Ex, hat bestimmt seine eigenen Vorstellungen von Betreuung dann. Und die werden nicht zusammen passen. Und ich finde, dass die Kinder mit einem ordentlichen Schlussstrich besser bei weg kommen, als das ewige hin und her. Wie sollen die Kinder die Trennung verstehen, wenn der Vater doch immer noch im "eigenen" Nest präsent ist, aber doch nicht mehr zur Familie gehört. Da ist es schon wesentlich besser, wenn sie erfahren, dass der Vater sein eigenes Nest hat, wo sie gerne aufgenommen sind.

Alles Gute.

LG

PS: Diese Form von Betreuung bzw. Trennung hätte bei mir nie und nimmer funktioniert.

(17) 26.04.17 - 07:51

Eine Bekannte praktiziert ein ähnliches Modell mit ihrem Noch-Mann: Sie hat eine eigene, kleine Wohnung ohne Kinderzimmer für die 3 gemeinsamen Kinder.

Sie ist alle zwei Wochen im Haus ihres Noch-Manns, hat dort ein eigenes Zimmer; ihr Ex ist ins Dachgeschoss gezogen. Sie betreut dann im Haus die gemeinsamen Kinder, während ihr Ex bei seiner neuen Freundin ist.

Sie hat übrigens auch einen neuen Partner.

Irgendwie kriegen die das ganz gut hin. Am Anfang hab ich über das Modell gestaunt, weil ich nie davon hörte, und ich selbst würde es nicht praktizieren wollen, und wenn ich einen Partner hätte, in dessen Wohnung regelmäßig die Ex übernachtet...naja... im Moment kann ich mir das nicht vorstellen.

Bin selbst auch geschieden und für mich gab es damals keinen anderen Weg als:Klare Verhältnisse schaffen, emotional und auch räumlich.

Grad fällt mir ein: Ein guter Freund von mir lebt mit seiner Exfrau in der gleichen Straße. Das haben die beiden bewusst so gemacht, damit der Sohn auf kurzem Weg zwischen Mama und Papa hin und herpendeln kann.

  • (18) 26.04.17 - 07:55

    Nachtrag:

    Meine Tochter war damals knapp 1,5 Jahre, als wir uns trennten und scheiden ließen. Ich habe mich bewusst für so einen frühen Cut entschieden. Meine Tochter kennt uns als Eltern gar nicht anders als "getrennt", und uns ist es gelungen, trotz Scheidung und auch räumlicher Trennung Eltern zu sein. Meine Tochter hat von Anfang an viel Kontakt mit ihrem Papa, sie weiß aber: Wir sind kein Paar mehr.

    Meine Meinung damals war: Je früher und klarer die Trennung, desto besser. Besser, als wenn das Kind die Disharmonien auf Dauer mitbekommen hätte.

(19) 28.04.17 - 15:06

Hallo,

vorab: Ich habe keine Erfahrung, sondern befinde mich gerade in Trennung (wir wohnen noch im gleichen Haus). Wir befassen uns gerade mit dem Nestmodell und finden es gut. Allerdings würden wir es definitiv nicht so machen, dass einer im Haus wohnen bleibt, sondern uns beide jeweils ein Zimmer nehmen und die Kinder dann abwechselnd im Haus betreuen. Und wir haben den großen Vorteil - den ich als Voraussetzung für so ein Modell betrachte - dass wir uns in organisatorischen und Alltagsfragen kaum streiten und auch sonst kein disharmonisches Verhältnis haben (wir trennen uns einverständlich, weil wir schon seit Jahren eine geschwisterliche Ehe ohne Intimitäten führen und das auf Dauer nicht weitermachen wollen).

Folgende Punkte finde ich bei deinem Modell schwierig:
- Du wirst nie Zeit ohne die Kinder in deinem Haus verbringen können.
- Du musst außerhäusige Aktivitäten immer mit deinem Ex-Mann absprechen.
-> Beides doof für dich, weil du gerade nach der Trennung vielleicht mal das Bedürfnis hast, nicht nur als Mama zu agieren, auch wenn du das jetzt noch nicht so siehst.
- Dein Mann ist immer nur zu Besuch im Haus, er wird sich auch im Hinblick auf die Kinder immer nur als Gast fühlen.
- Dein Mann hat die Kinder nie für längere Zeit für sich allein.
- Ihr habt keine klaren Umgangsabsprachen - was wenn einer von euch beiden mehr oder weniger Zeit mit den Kindern verbringen will?

Und das hier:

"Momentan sehe ich darin zum einen den Vorteil, dass ein engerer Umgang zwischen uns Eltern erforderlich ist, der hoffentlich typischen Verhaltensweisen wie dem Lästern gern den Anderen oder Manipulationen entgegenwirkt"
... sehe ich anders. Gerade wenn Lästern und Manipulationen zu befürchten sind, wäre es sinnvoll für Abstand zu sorgen. Jeder kommt mit Distanz besser über die Trennung hinweg. Das habe ich schon von vielen Leuten gehört - bei den meisten hat der konstruktive Umgang mit den Kindern erst richtig gut funktioniert, wenn sie einen klaren Cut gemacht und sich emotional distanziert haben.

Ich würde an eurer Stelle ein echtes Nestmodell wählen, wenn ihr euch das finanziell leisten könnt, wobei jeder die Kinder tageweise betreut, damit ihr euch nicht in die Quere kommt. Oder aber ihr nehmt das klassische Residenzmodell (die Kinder wohnen bei dir und sind an jedem zweiten WE beim Vater) mit dem Zusatz, dass der Vater während der Woche an 2-3 vorher festgelegten Tagen die Kinder stundenweise im Haus betreut, während du weg bist. Dann sehen die Kinder den Vater öfter, ihr habt aber eine klare Regelung, auf die sich jeder (auch die Kinder) verlassen kann.

LG

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