Ständig Streit, überarbeitet

    • (1) 27.04.17 - 09:27

      Hallo,
      ich möchte heute gerne unsere Situation schildern und hoffe, neue Blickwinkel oder vielleicht Lösungsansätze von Euch zu hören.

      Wir sind verheiratet, 2 kleine, sehr schlecht schlafende Kinder. Wir arbeiten beide, er seit 9 Monaten in neuem Job mit viel Verantwortung. Ich kümmere mich neben meinen Job allein um Kinder, Haus, Haushalt. Er muss nichts machen - mit neuem Job für mich auch ok.

      Der neue Job stresst meinen Mann aber so, dass er zu nichts mehr Lust hat (sagt er selbst). Er erklärt mir ständig er habe keine Freiräume. Dabei geht er schon ab und an weg oder ist mal einen Tag bei Freunden helfen. Wenn er weg möchte kann er immer, mir ist zur Zeit weggehen nicht so wichtig (und bei den kurzen Nächten mag ich auch nicht so#augen)
      Völlige Flaute im Liebesleben seit Monaten, die mich sehr belastet. Dazu kommt, dass kein Gespräch mehr möglich ist, was zu ändern. Egal welches Thema- er fällt sofort in eine Rechtfertigungshaltung und erklärt im Anschluss mit mir könne man nicht reden, das würde zu nichts führen. Und dann will er weg. Immer das selbe.

      Ich bin sicher auch nicht immer taktvoll, mal impulsiv aber ehrlich gesagt auch total ko und ausgelastet. Ich bin sehr sensibel in Partnerschaften und mir fehlt grade so viel. Wir haben darüber auch schon gesprochen, er sieht es auch ein aber er ändert nichts. Mal den Fernseher ausmachen und zusammen Musik hören oder so - keine Lust, müde, komme gleich und bewegt sich dann nicht.

      Ich fühle mich abgelehnt, zurückgewiesen und unwichtig für ihn. Und bin sehr traurig darüber. Vor allem, dass er an keiner Änderung interessiert ist und mich abspeist mit 'ändert sich eh nichts, seit Monaten das selbe'.

      Habt Ihr nen Rat?
      Danke im Voraus!

      • Dein Mann hat eine Verweigerungshaltung, er will nichts nichts geben. Es liest sich, als ob er mit der Ehe abgeschlossen hätte.

        Ich würde ihm nicht mehr alles hinterher tragen, sondern Hausarbeit und nächtliches Aufstehen auch von ihm einfordern. Du bist ja schließlich auch berufstätig und er ist kein Kind, das man so verwöhnen sollte und das dadurch nur noch weniger beiträgt. Und ich würde die Wahrheit über eure Beziehung einfordern.

        • Danke Dir für Deinen Beitrag.
          Er sagt er habe nicht abgeschlossen mit uns sondern keine Kapazitäten mehr. Er klagt auch, er sei nicht mehr er selbst und ist mit sich selbst unzufrieden. Ein guter Freund von ihm verriet mir, mein Mann habe schon immer in unsicheren Situationen zu depressivem Verhalten geneigt und das sei jetzt auch so. Er hätte im Job Versagensängste und würde sich deswegen so zurück ziehen...

          Es gibt auch noch schöne Momente, aber wenige.

          Ich würde gerne die Mauer durchbrechen um wieder den Partner zu sehen, den ich kennen gelernt habe und der hinter der Arbeitslast hoffentlich noch ist...

          • Was soll man dir raten? Du kannst eigentlich nur so weiter machen.

            Er ist am Zug, er muss handeln.

            Das ist wie mit einem Alkoholiker: Du kannst einen Alkoholiker zum Therapeuten schicken oder in den Entzug. Aber der Wille, die Therapie/den Entzug durch zu ziehen muss von dem Alkoholiker selbst kommen.

            So muss auch der Wille, eure Ehe zu erhalten und was zu ändern, von ihm kommen. Er scheint dazu aber im Moment nicht die Kraft zu haben. Er muss in sich selbst einen Schalter umlegen. Den kannst du aber nicht umlegen.

            Die Zeit wird zeigen, wie die Geschichte ausgeht. Du solltest nur aufpassen, dich nicht zu sehr aufzureiben. Wünsche dir viel Glück!

          • Dann soll sich dein Mann gut überlegen ob der Job das alles wert ist. Kaputte Ehe,burnout,Versagensängste,keine Lebensqualität. Nicht jeder ist für gewisse Positionen geschaffen und er tut sich und seinem Arbeitgeber einen Gefallen wenn er das offen anspricht.

            Hi,

            wenn er den Job nicht aufgeben kann, wie wäre es ihm den Rücken zu stärken und zeigen, das ihr gemeinsam das Tief meistert und wenn er im Job angekommen ist - sonst hätte er die Position ja nicht bekommen, wenn er es nicht kann - das es dann wieder anders wird?

            Ja, er ist unzufrieden mit sich und sieht im Moment keinen Weg. Und dann zerrt eine Frau und zeigt ihm auf, das er zu Hause alles falsch macht.
            Ein Kreislauf ohne Ende.

            Vielleicht eher überlegen, wie Du ihn arbeit zu Hause abnehmen kannst, wie Du ihm zu Hause ein positives Gefühl vermitteln kannst, ihn willkommen heisst anstatt ihn mit Vorwürfen, etc. zu begrüßen?
            Es gibt einfach Momente, wo man mehr für den anderen Partner da sein muss.

            Übrigens, wenn hier schon von BurnOut gesprochen wird. Ärzte sagen, das es nicht vom Beruf alleine kommt sondern das der private Faktor mit 70% einberechnet werden muss.

            Somit erleiden Leute einen BurnOuts, wo Beruf & Familie nicht zusammen passt. Sprich, der Job alleine macht nicht krank.

            LG
            Lisa

            • Der Mann muss doch zuhause offenbar garnichts machen!? Sie hält ihm doch schon den Rücken frei? ... Sorry, er wusste das er 2 Kinder in die welt gesetzt hat und das er dann zuhause keine Freizeit oder Auszeit genießen kann wie ein Single.

              Ihm gehört der marsch geblasen. Wenn er den Job nicht schafft dann ist er dafür nicht geschaffen und muss zusehen was zu ändern.

              • Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass jemand zu Hause wirklich GAR NICHTS macht.
                Er wird vielleicht nicht täglich den Geschirrspüler ausräumen, aber vielleicht kümmert er sich um das Auto (Reparatur/Räderwechsel), Versicherungen, Einkauf oder sonstwas. Er wird bestimmt nicht das komplette Wochenende 48h lang auf der Couch abhängen...

                • Und??? DAS ist nunmal das Leben! Was sollte nun anders laufen? Er soll sich zuhause um garnichts mehr kümmern sondern nur noch ins bett und ausruhen und Frauchen sieht zu das sie auch ja die kinder ruhig hält! Sorry, das halte ich für völligen Blödsinn. Wenn er nach 9 Monaten nicht mehr in der Lage ist am normalen Leben sich einzubringen (und das muss er mit 2 Kindern) dann muss ihm unmissverständlich klar gemacht werden das in seinem Berufsleben etwas ganz falsch läuft.

                  • Hä? Ich verstehe nicht, was Deine Antwort mit meiner zu tun hat.
                    Du schriebst, dass er ja GAR NICHTS macht.
                    Und ich schrieb, dass ich das nicht glauben kann. Man kennt ja auch nur das, was die TE hier schreibt. Ich glaube schon, dass er sich in irgendeiner Form auch beteiligen wird.

                    Und außerdem: wenn einer 12 Stunden arbeitet und der andere nur 5,5 Stunden, dann ist es doch wohl völlig selbstverständlich, dass sie den ganz, ganz weit überwiegenden Teil der Hausarbeit übernimmt. Sie müßte ja quasi jeden Tag 6,5 Stunden im Haushalt arbeiten, um stundenmäßig das zu leisten, was er tut! Und ich kenne wirklich keinen Haushalt, in dem man jeden Tag 6,5 Stunden etwas zu tun hat.

                    Wenn man jeden Tag für 2 Stunden Hausarbeit hat, dann ist eigentlich alles getan. Was bleibt denn da noch übrig? Und dann geht noch etwas Zeit für Arztbesuche und Kinderversorgung drauf und die übrige Zeit sitzt man einfach nur da und spielt mit den Kindern.
                    Von ihm nach 12 Stunden reiner Arbeitszeit zu verlangen, dass er dann aber erstmal was im Haushalt machen muß, während sie seit 14 oder 15 Uhr zu Hause sitzt, ist doch wohl totaler Blödsinn!

                    • hier wird wohl erwartet, das Mann Karriere macht und dazu 50% Haushalt und Kinderbetreuung übernimmt.

                      Das manch ein Mann keine Eier im Büro schaukelt und um 16.00 Uhr zu Hause sein kann - wie manch eine hier wohl von seinem Mann erwartet - wird wohl übersehen.

                      Und manch Mamis sollen mal aufhören, Kinder und Haushalt als Vollzeitjob zu sehen.....

                      lg
                      lisa

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