Ein Zimmer in anderer Stadt - wer hat Erfahrung damit?

    • (1) 30.04.17 - 19:46

      Hallihallo,

      Wir kommen aus zwei verschiedenen Städten (1-1,5 h Fahrtzeit, je nach Verbindung). So wie es aussieht, wird mein Partner noch laaange an den Arbeitsort in seiner Stadt gebunden sein. Ich habe meinen Job und andere Gründe in "meiner Stadt". Ich lebte bereits bei ihm, er noch nie bei mir. Nun leben wir zusammen bei mir. Unter der Woche schläft er 2 x in seiner Stadt, damit ihm der lange Weg erspart bleibt. Er hat dort ein Zimmer. So kann er auch die Kontakte und Dinge pflegen aus seinem gewohnten Umfeld, die ihm wichtig sind. Ich habe damit absolut kein Problem bzw. unterstütze dies, ich kann mich an diesen beiden Abenden auf meine Hobbies und Zeit für mich konzentrieren. Es ist keine Selbstverständlichkeit mehr, jeden Morgen nebeneinnander aufzuwachen und sich jeden Abend zu sehen. Das Wiedersehen ist umso schöner. Auf Dauer und mit Kindern fragen wir uns aber, wie das werden wird.

      Ich suche hier nicht um Rat und Tipps, wie wir das machen könnten (wir haben schon so viele Lösungsalternativen diskutiert und sind ständig im Gespräch, sind auch nicht gerade unkreativ) - sondern:

      Man hört ja meist nur Warnungen und "Oh, das kann ja nicht gut gehen auf Dauer" und "welch eine Belastung" und "wie macht ihr das denn?" und "ist das nicht anstrengend?" und... wir haben ja selbst gemischte Gefühle. #zitterMir kommt auch vor, ich müsse mich überall im Umfeld rechtfertigen...#aerger
      Also gibt es hier jemanden bzw. Paare, die auch positive Erfahrungen gemacht haben mit einer "Zimmer-Lösung", die ev. langfristig so leben, sogar Kinder haben??' Oder gibt es mehrheitlich schlechte Erfahrungen? Was waren eure Erfahrungen? #bitte mitteilen #winke

      • (2) 30.04.17 - 20:28
        Traurige situation

        Mit Kindern stelle ich mir das furchtbar vor.

        Mein Sohn hängt sehr an seinem Partner.
        2 Tage weg sind für ihn wirklich schlimm.

        Ich persönlich hätte als Frau auch keine Lust 3 Tage in der Woche alles zuhause zu meistern. Klar machen das viele so. Aber ich würde es mir nicht wünschen.
        Das kann man sich ohne Kinder noch ganz schön reden.

        Aber ich wäre tierisch genervt wenn er 2 Tage/ abende als "strohwitwer" seinen hobbys und kumpels usw nachgehen kann und ich daheim sitzen würde mit kids und co.

        Ist ne ganz nette Übergangslösung aber auf Dauer gesehen kann das meiner Meinung nach einfach nicht gut gehen!

        • Aber ich wäre tierisch genervt wenn er 2 Tage/ abende als "strohwitwer" seinen hobbys und kumpels usw nachgehen kann und ich daheim sitzen würde mit kids und co.
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          Wenn man in einer anderen Stadt in einem Miniappartement sitzt, dann hat man da keine KUMPELS. Die sitzen auch zuhause am Wohnort. Da unternimmt man mal was mit Kollegen auf ein Glas Wein, aber auch die haben ihre Familien und kümmern sich nicht die ganze Woche um einen übrig gebliebenen Kollegen in einer fremden Stadt. Da ist NICHTS romantisches dran. Man muss sich nach der Arbeit allein ums Essen kümmern. Macht auch keinen Spaß, allein für sich zu kochen oder auswärts allein zu essen, um dann in ein leeres Appartement zu kommen.
          Mein Mann ist dann gejoggt oder ins Fitnessstudio gegangen. Das waren seine Hobbys, denn die anderen waren auch an seinem Wohnort.

          Du hast eine reichlich verklärt Vorstellung vom auswärts wohnen. Selbst schon Probleme, allein im eigenen Heim zu verbringen, aber es eifersüchtig zu beäugen, wenn der Partner allein in einer kleinen Wohnung hockt, allein isst, den Abend allein verbringt mit TV, lesen oder arbeiten.

          Es ist wesentlich schöner, allein zuhause zu verbringen. Ich fand, ich habe den besseren Part in dem Agreement. Ich war ZUHAUSE, in der Nähe der Familie, in der Nähe meines Jobs, in der Nähe von allem, was ich kenne und schätze!! Ist ne ganz nette Übergangslösung aber auf Dauer gesehen kann das meiner Meinung nach einfach nicht gut gehen!

          • Ist ne ganz nette Übergangslösung aber auf Dauer gesehen kann das meiner Meinung nach einfach nicht gut gehen!

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            Das ist dahintergerutscht und gehört nicht zu meiner Einschätzung. Viele Beziehungen scheitern auch an solchen Konstrukten. Und damit meine ich nicht die Fernbedienungen. Polizisten z. B. sind davon häufig betroffen wegen ihrer blöden Dienstzeiten. Das ist kein Phänomen von getrennten Wohnorten.

          (7) 01.05.17 - 17:29

          "Ich fand, ich habe den besseren Part in dem Agreement. Ich war ZUHAUSE, in der Nähe der Familie, in der Nähe meines Jobs, in der Nähe von allem, was ich kenne und schätze!"

          Er ist ja "zu Hause", es ist der Ort, wo seine Familie ist, seine Freunde sind und wo sein Arbeitsplatz ist. Er ist in dem Ort, wo er alles kennt und schätzt.

          An den zwei Abenden in der Woche bleibt er ja ausschließlich dort, um seine Freundschaften zu pflegen, seinen Hobbies nachzugehen. Also wird er wohl kaum an diesen Tagen alleine in seiner 1-Zimmerwohnung sitzen, oder alleine zum Essen gehen.
          Diese Tage plant er mit seinen Freunden, mit denen er sich trifft und etwas schönes unternimmt, er wird lediglich abends alleine in seinem Zimmer übernachten.

          Glaube das kann man nicht so ganz vergleichen mit jemanden, der rein geschäftlich zwei Abend nicht zu Hause ist und in dem Ort, wo er übernachten muss, niemanden kennt.

          LG

          (8) 02.05.17 - 15:38

          Da hast du im Ursprungs Post aber nicht aufgepasst.

          Es geht darum das er in "seiner" Stadt ist und dort nicht nur 2 Tage die Woche verbringt sondern auch Freunde trifft uns Hobbys nachgeht.

          In dem Fall hat die Userin also recht!

          Für die TE ändert sich das komplette Leben, für den Herren der Schöpfung bleibt alles wie gehabt

    Hallo,

    also bei uns war das so, dass mein Mann die letzten zwei Jahre in einer relativ weit entfernen Stadt gearbeitet hat.
    Er ist Montag gaaaanz früh von uns weggefahren und kam Freitag nachmittags zurück. Unter der Woche hatte er ein Zimmer in der Nähe seiner Arbeit.

    Zuerst hatte ich auch ein bisschen Angst davor, aber man hat sich relativ schnell daran gewöhnt. Das erste Jahr ging es ziemlich gut.

    Für mich war es dann auf Dauer aber doch sehr stressig, immer alles alleine zu managen. Vor allem als dann unsere ungeplanten Überraschungszwillinge auf die Welt kamen...Da stand ich dann mit 4 Kindern alleine da.
    Nach einem Jahr war ich dann wirklich am Ende meiner Kraft und wir haben das große Glück, dass mein Mann eine Stelle hier in der Nähe gefunden hat.

    Für meinen Mann war es auch eine schwierige Zeit, er saß abends allein in seinem Zimmer, hat uns vermisst und konnte mich nicht unterstützen.

    Unserer Ehe hat es allerdings nicht
    geschadet.

    Mach dir aber nicht jetzt schon zu viele Gedanken. Manchmal entwickelt sich alles irgendwie von selbst in eine bestimmte Richtung. Da nützt einem der besten Plan nichts :-)

    Alles Gute für euch,

    Lea

    Hallo,

    mein Mann arbeitet seit 10/2015 in einer anderen Stadt. Er fiel die Karriereleiter damit 2 Stufen nach oben, das Ganze passierte kurzfristig und ein Umzug stand nicht zur Debatte (2. Kind kam zur Welt und unser Großer war soeben eingeschult worden).
    Also entschieden wir uns zur WE-Ehe bzw WE-Familie. Die Anfangszeit war sehr, sehr hart für mich, aber eben auch die Geburt und die Umstellung von 1 auf 2 Kinder. Hilfe haben wir keine, ich manage alles alleine.

    Nach 3-4 Monaten hatte ich unseren Familienalltag im Griff :-)
    Jedoch hatte ich anfangs regelrechte Eifersuchtsanfälle auf den Feierabend und die Freizeit meines Mannes, der während ich zuhause festgenagelt war und nie alleine was machen konnte.
    Wir telefonierten jeden Abend und schrieben uns tagsüber auch mehrere Nachrichten :-).

    Unsere Kinder kommen gut damit klar und stürzen sich halt auf ihren Papa und belagern ihn von Freitagnachmittag bis Sonntagabend (Montagfrüh fährt er wieder).

    Jedoch wird es für meinen Mann seit einiger Zeit zunehmend schwerer "dort" zu bleiben, er vermisst uns und unser gemütliches Zuhause. Ein Umzug steht nach wie vor nicht zur Debatte. Also läuft alles darauf hinaus, dass er pendeln möchte (sind 2,5 Std ICE-Fahrt - einfach). Das halte ich für Wahnsinn, aber er möchte es unbedingt, da wir im
    Juli unser 3. Kind erwarten. Außerdem versucht er denselben oder einen vergleichbaren Posten in seinem Konzern hier in unserer Stadt zu bekommen.

    Wir beide sagen übereinstimmend, dass uns diese Zeit noch enger zusammengeschweißt hat. Unsere Liebe ist noch größer geworden und wir haben gelernt, dass eine Beziehung auch an Herausforderungen wachsen kann :-).

    LG und alles Gute,
    incredible mit ihren Prinzen (3/2009 und 8/2015) und Babyboy 28. SSW (27+2)

    Doch. es kann durchaus gutgehen. Aus meiner Arbeitszeit bei der Bundeswehr kenne ich viele Fälle, in denen die Familien, die bei Versetzungen des Mannes die Kinder nicht laufend aus ihrem Umfeld reißen wollten eben in zwei Städten lebten. Der Mann in der Garnison, die Frau am Wohnort. Und ich persönlich meine, diese Ehen funktionierten besser als bei den Familien, die alle zwei Jahre komplett umzogen. Frau aus dem Job gerissen, Kinder aus der Schule und dem Freundeskreis, keine gemeinsamen Freunde mehr, alles wieder neu aufbauen müssen. Da sah ich etliche Ehen/Familien scheitern.
    Wenn ihr als Familie damit klarkommt, dann können "die Leute" doch sagen, was sie wollen. Keiner von denen hilft euch wirklich, IHR müsst klarkommen damit.
    Wenn ihr die Wochenenden, Urlaube usw. miteinander so verbringt, dass alle Spaß haben, dann ist das auch in Ordnung.
    LG Moni

    Ich habe gut 5 Jahre Erfahrung mit so einer Fernbedienung. Zu der Zeit waren wir aber schon viele Jahre verheiratet und hatten schon Kinder. Ich denke, das ist ein Unterschied, ob man schon ewig zusammen ist oder eine Beziehung auf die Art erst aufbauen möchte.
    Mein Mann fuhr sonntags ganz spät zum Arbeitsort in sein Appartement und kam - wenn er es einrichten konnte (was ich eher unnötig fand und es mehr seinem schlechten Gewissen geschuldet war) und nicht zu lange arbeitete an besagten Abend - zu uns nach Hause und fuhr morgens zu nachtschlafender Zeit wieder. Freitags kam er dann spät für das WE nach Hause.

    Ich kenne Kollegen von früher, die das lange so praktizierten, aber den Freitag dafür frei hatten. Montag bis Donnerstag wurde lange gearbeitet und am Ort übernachtet und Donnerstag fuhren sie schon nach der Arbeit zu der Familie. Darauf ließ sich der AG ein.

    Bei eins war es keine besonders große Umstellung, weil mein Mann immer viel und lange gearbeitet hatte. Vor 19 Uhr war er nie zuhause. Es gab also nur wenig Zeit für die Kinder oder für uns. Zu der Zeit haben wir sogar mehr und intensiver kommuniziert als zu den Zeiten, die er zuhause schlief. Jeden Abend haben wir lange telefoniert. Morgens haben wir uns geweckt und uns jeweils im Bett einen guten Morgen gewünscht. So entspannt war der Morgen sonst nicht.

    Ich weiß nicht, ob es die Kinder gestört hat. Sie verneinten jedenfalls. Allerdings waren sie schon 9 und 12 Jahre als die Fernbeziehung anfing. Da ich sowieso das meiste allein managen musste, war es für mich keine Umstellung. Ich kam immer gut allein klar und brauchte keinen Mann, dem ich abends die Kinder in den Arm drücken konnte und der mir den Müll rausträgt. Um 19....20 h reißt kein Mann mehr die Welt ein im Haushalt

    Ich meine, dass es auch ein Irrglaube ist, je länger und öfter man zuhause aufeinander hockt, umso besser ist die Beziehung. Wie viele sitzen einfach schweigend vor der Glotze oder manche Typen am PC und spielen da irgendwas. Wird ja hier oft genug gejammert.

    Und wie viele Männer kommen nach Hause und helfen dann noch im Haushalt, was Frau den Tag über nicht erledigt bekommen hat??? Wie viele Paares unternehmen in der Woche regelmäßig etwas zusammen???? Die Jammerer können meist nur nicht allein sein und kriegen den Alltag allein nicht auf die Kette. Denn es gibt jede Menge Jobs, in denen man nicht abends zusamenglucken kann. Wechselschichten bei Polizei, Feuerwehr, Krankenhaus. Da gibt man sich zuhause die Türklinke in die Hand und muss sich die gemeinsamen, freien Zeiten schaffen und sie auch aktiv nutzen. Dann die ganzen Fernfahrer, Bundeswehr etc.

    Ich weiß nicht, warum oft so getan wird, als sei ein unterschiedlicher Wohnort so was exotisches und der Mann hat gefälligst zuhause zu sein. Dabei gibt es so viele, wo das MIT gemeinsamen Wohnort schwierig ist und genauso viele Partnerschaften, in denen sich der Mann dennoch aus allem zuhause verhält und dann seine Ruhe haben will oder in denen maximal 15 min. Geredet wird und das war's für den Tag.

    Du solltest dich fragen, ob du gut allein sein kannst, ob du einen Mann brauchst oder gern hättest, der dir dein Leben nach der Arbeit erleichtert, der noch mit anpackt, die Kinder bespielt usw.usf. Wäre er der Typ, der das tut? Wie lange arbeitet er, was hat er für einen Job? Gehört er überhaupt zu der Sorte mit 9 to 5 Job, dass es einen Unterschied macht, wo er wohnt?

    Ich bin auf Grund meiner Erfahrungen der Meinung, dass es für eine Partnerschaft nur positiv ist, wenn man ab und zu getrennt ist.
    Bei mir war das so, dass ich regelmäßig mehrere Tage im Monat über Nacht unterwegs sein mußte.
    Natürlich fehlte in dieser Zeit die Nähe des Anderen, auf der anderen Seite war die Wiedersehensfreude nach der Zeit der Trennung wesentlich intensiver, als wenn man Alltagsroutine hätte, die einen jeden Tag am Abendbrottisch zusammenführte. Das war während meiner gesamten Berufszeit so, also nicht nur in der "rosa" Zeit des Zusammenlebens.
    Auch die Kinder haben nicht gelitten. Man kann doch, gerade heute, auch aus der Ferne, Kontakt haben und ist über alles informiert. Außerdem blieb so die Sprachkultur erhalten, man hatte sich immer etwas zu erzählen.
    Meine Ehe jedenfalls hätte nicht so lange gehalten, wenn ich jeden Tag zuhause gewesen wäre. Kurzfristige Trennungen sind in meinen Augen das Salz in einer Partnerschaft, jedenfalls ist das bei mir so gewesen.

    Gruß Bernd

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