Ich Fühl mich grade so alleine ...

    • (1) 02.05.17 - 06:43
      grade alles Mist

      Guten morgen zusammen,

      Ich brauche einfach mal Rat. Ich glaube im Moment komme ich aus der "Scheiße" einfach nicht raus.

      Seid Anfang des Jahres befinde ich mich im absoluten Ausnahmezustand :-(

      Zuerst musste ich meinen Arbeitsplatz wechseln, dann gab es nur Ärger mit den Vermietern. Jetzt sind wir endlich umgezogen in unser eigenes kleines Häuschen wo wir noch einiges an Energie reinstecken müssen. Dann, vor ein paar Wochen ist der Schwager meines Mannes an Krebs gestorben. Das hat uns ganz schön aus der Bahn geworfen. Nicht genug der furchtbaren Situationen, ist letzte Woche Montag mein Papa sehr plötzlich gestorben. Wir hatten ein sehr enges Verhältnis und ich War bis zu seinem Tod in den letzten Wochen jeden Tag bei ihm.

      Er fehlt mir so. Ich kann überhaupt nicht glauben das er nie wieder kommt. :-(
      Ich hab das Gefühl das grade alles über mir einbricht.

      Ich Fühl mich so alleine.

      Mein Mann hat sich erstmal beurlauben lassen und Arbeiter kräftig am Haus weiter. Er steht abends in der Garage wo er sich eine kleine Werkstatt eingerichtet hat.
      Oft bleibt er dort bis morgens früh. Wie heute Nacht zum Beispiel. Anstatt das ich mich freue das er versucht es hier irgendwie wohnlich zu gestalten, liege ich hier und heule.

      Ich Fühl mich so einsam. So alleine.

      Ich hätte ihn, zumindest im Moment, gerne bei mir. Nachts um zu wissen es ist noch Jemand hier, neben mir.

      Wenn ich mit ihm darüber rede stößt es eher auf Unverständnis.

      Ich bin grade so verzweifelt.

      Wahrscheinlich ist es total übertrieben. Ich meine, er ist ja draußen in der Garage.
      Ich weiß grade auch nicht weiter.

      Keine Ahnung was ich mir Grade von meinen Post verspreche.
      Im Grunde weiß ich das wir miteinander reden müssen.
      Vielleicht musste ich mir das alles mal von der Seele schreiben. ...

      • Wenn Dein Mann gerade sowieso Urlaub hat könnte er es sich doch bestimmt so einteilen, dass er am Tag arbeitet und nicht in der Nacht. Hast Du ihn mal gebeten, den Rhythmus umzustellen, so dass ihr wenigstens zusammen ins Bett geht und vielleicht vorher noch eine Stunde kuscheln und reden könnt? Sag ihm ganz direkt, was Du fühlst und warum Du ihn brauchst und bitte ihn auch ganz direkt, dass er sich Zeit für Dich nimmt. Ihm das durch die Blume sagen und hoffen, er kommt von selbst drauf wird nicht bei ihm ankommen.

        Ansonsten gibt es auch professionelle Trauerbegleitung, die solltest Du unbedingt in Anspruch nehmen. Besser als Dein Mann können diese Menschen nachvollziehen, wie schlecht es Dir gerade geht und zumindest kannst Du dort auch die Gefühle offen aussprechen, die Du hast. Es ist nicht gut, wenn Du den ganzen Tag alleine damit verbringen musst und keinen zum Reden hast.

        Hallo!

        Ersteinmal Herzliches Beileid. Das ist alles nicht einfach.
        Wieso arbeitet dein Mann den Nachts am Haus? Muss er nicht irgendwann mal schlafen?!
        Darüber würde ich auf jeden Fall mit ihm sprechen. Tagsüber kann er ja machen, aber Nachts kann man sich doch mal die Zeit nehmen zusammen zu sein.
        Vielleicht hilfst du ihm bei der Arbeit am Haus, dann gehts schneller und ihr macht etwas zusammen und keiner ist alleine.

        Das du dich nicht gut fühlst kann ich verstehen. Ich habe vor kurzem meinen Mann verloren und bin so gesehen WIRKLICH alleine mit meiner Tochter.
        Ich habe keinen Mann mehr an den ich mit lehnen könnte.
        Wichtig ist das man sich Zeit nimmt zu trauern. Jemanden zu verlieren ist immer schwer. Das muss man erst verarbeiten. Diese Zeit nehme ich mir. Ich lenke mich auch viel ab, aber ich lasse es auch zu mal zu weinen usw. Das ist sehr wichtig und dann geht es dir in dieser Hinsicht auch einfach besser.

        LG Sonja

        Hallo!

        Es tut mir sehr leid.

        Ich verstehe gut, dass Dir gerade alles zu viel wird, und womöglich geht es Deinem Mann ganz ähnlich - nur hat er andere Strategien damit umzugehen. Statt zu Weinen und zu kuscheln will er eben lieber die Nächte durch arbeiten, bis er total erschöpft ins Bett fällt und so müde ist, dass er sofort einschläft, ohne an den ganzen Mist zu denken.

        Es ist auch schwer, für jemanden da zu sein, der gerade so einen Verlust erlitten hat, das macht einen eben auch hilflos.

        Als mein eigener Vater gestorben ist war ich auch am Boden zerstört, aber als ein Jahr später mein Schwiegervater gestorben ist, war es einfach seltsam. Klar fehlt er mir schon auch, aber halt anders, und daneben zu stehen, wenn mein Mann weint, das ist erst recht schwierig. Man kann eben nicht wirklich helfen, sondern nur da sein, und das ist schwer zu ertragen.

        Aber: es wird besser. Es dauert seine Zeit, das ist klar, und bis die Beerdigung überstanden ist wird es ja wahrscheinlich noch dauern, aber dann kehrt wieder Ruhe ein.

      • (5) 02.05.17 - 10:45

        Vielen Dank für eure Lieben Worte.

        Ich habe grade versucht mit ihm zu sprechen.

        Er War total sauer und meinte "denkst du mir geht es gut? Mein Schwager ist vor ein paar Wochen abgekratzt und du benimmst dich hier wie die Prinzessin "....
        Soviel zum Thema.

        Ich musste erstmal raus und bin mit dem Auto zum nächsten Parkplatz gefahren.

        Jetzt Sitz ich hier und fühle mich noch mehr alleine.

        Ich bin so traurig.

        Reden hilft also in meinem Fall nicht :-(

        • << du benimmst dich hier wie die Prinzessin >>

          Finde ich auch. Sei froh, dass er dich nicht mit seinem Kummer belastet und an eurem Haus arbeitet.

          Kannst du ihm dabei helfen oder sonst was nützliches tun?

          Schicksalsschläge tun weh. Das müssen wir aushalten.

          • Hallo???! Was bist Du denn für ein Vogel??? Solche Kommentare kannst Du Dir ja wohl sparen!!! Wem soll das helfen?!? Unglaublich wie dreist manche hier sind!!! An Gefühllosigkeit nicht zu übertreffen!!! Wenn man nichts Gescheites beitragen kann -> einfach mal die Klappe halten!!!

            • << Was bist Du denn für ein Vogel? >>

              Ich bin selbst vom Schicksal schwer getroffen. Trotzdem gehe ich meiner Frau damit nicht auf die Nerven. Sie hilft mir ohne zu jammern. Das habe ich der TE auch vorgeschlagen.

              << Solche Kommentare kannst Du Dir ja wohl sparen!!! Wem soll das helfen? >>

              Der TE natürlich. Ihr Mann gibt ihr deutliches Feedback, doch sie ist taub dafür.

              << Unglaublich wie dreist manche hier sind! >>

              Ja, und wie wenig manche Sinn erfassend lesen können. Hinterfragen statt interpretieren hilft weiter.

              << Wenn man nichts Gescheites beitragen kann -> einfach mal die Klappe halten >>

              Wem gelingt das schon? Dir vielleicht? Wer von uns ist weise genug, um Dummes von Gescheitem unterscheiden zu können?

          Du spinnst ja vollkommen!

          Schicksalsschläge müssen verarbeitet werden und nicht verdrängt. Das tut ihr Mann gerade. Und du findest also sie soll es ihm gleich tun. Ich finde ihrmann sollte genauso mit ihr über seine Gefühle reden. Wenn man alles totschweigt und nicht miteinander spricht, ist das Ende der Beziehung auch nicht weit,...
          So ein Schwachsinn von dir. Ich komm gar nicht drüber weg#aerger#aerger#contra

          Liebe TE: ich hoffe du findest eine Ebene auf der du mit deinem Mann kommunizieren kannst. Er will diese Sachen vergessen und hofft durch die viele Arbeit darüber hinweg zu kommen. Ich hoffe du erklärst ihm, dass das nicht deine Art und weise ist alles zu verarbeiten - bzw hoffe ich für dich auch dass er dir zuhört. Ihr müsst - vorallem jetzt - ganz ganz dringend eine Ebene zum Reden für euch finden! Vielleicht geht ihr zusammen zu einer trauerberatung oder Seelsorge.

          Alles gute!#klee

          • Ich gehe nicht davon aus, daß der Mann mit der TE zur Trauerberatung oder Seelsorge trabt. Man "muß" auch nicht miteinander die Trauer verarbeiten, es soll Menschen geben, die das gerne mit sich selbst ausmachen. Die TE hätte gerne ein Auffangen durch den Gatten. Ihm ist dies zur Zeit unangenehm und zuviel. Welches Recht hat man, zu erwarten, daß die eigene Art die einzig Wahre ist? Laß den Mann doch werkeln. Die TE schrieb höchstselbst, daß noch einiges an Energie in das Haus investiert werden muß. Dies macht der Mann. Sie hätte ihn gern bei sich - gerade des Nächtens - um zu spüren, daß da noch jemand ist. Jedoch ist er keine eierlegende Wollmilchsau.

            Niemand sollte jemandem anderen seine Art zu trauern aufzwingen.

        (11) 02.05.17 - 16:01

        HAllo,

        ich gebe zu, meine Eltern leben beide noch aber ich finde es total legitim zu trauern, vor allem, wenn man dem Elternteil emotional sehr nahegestanden hat. Ich finde auch, das ist nochmal was anderes, als einen angeheirateten Schwager zu verlieren und außerdem trauert ja auch jeder Mensch anders - der eine stürzt sich in die Arbeit, der andere weint und trauert offen und braucht Nähe des Partners/der Bezugsperson.

        Von "aushalten" halte ich nichts. Irgendwann muss es vor allem "verarbeitet" werden.
        Wenn der Partner nicht da sein kann, weil er vielleicht selbst auch ganz anders trauert und die offene Trauer nicht aushält, dann benötigt die Texterin jemanden anderes zum Reden - entweder aus der Familie oder eben tatsächlich einen professionellen Trauerbegleiter.

        Das hat m.E. überhaupt nichts mit "Prinzessinnenbenehmen" zu tun - der Vater ist gerade mal eine Woche tot!

        LG

        a79

    Nachdem Du jetzt weisst, dass er Dir gerade nicht beistehen kann solltest Du Dir schnellstmöglich anderweitig Unterstützung suchen. Vielleicht jemand aus der Familie, der/die auch alleine trauert? Das ist das, was wir aktuell tun: Gemeinsam trauern und viel reden. Auch weil wir ja die Beisetzung planen und organisieren müssen. Hast Du Freunde? Oder such mal nach einem Buch zum Thema, da gibt es sehr viele, vielleicht hilft ja auch das. Und an dieser Stelle nochmal der Tipp mit der professionellen Trauerbegleitung, bevor Du noch richtig depressiv wirst.

    Von Deinem Mann kannst Du nicht erwarten, dass er Deinen Schmerz lindert, wenn er Deine Art zu trauern nicht teilt. Manche wollen Gesellschaft, manche genau das nicht. Da gibt es kein richtig und kein falsch. Aber man sollte die Art des Anderen akzeptieren und sich dann anders behelfen.

Hallo,
Herzliches Beileid auch von mir ...

Das kann ich sehr gut nachvollziehen alles.
Das beste ist immer miteiander reden. Vielleicht kann es ja sein, dass dein Mann nach einer Beschäftigung sucht weil er auch total traurig ist?
Versucht ganz gezielt gemeinsame Zeit zu finden und diese miteinander zu verbringen.
VG Lisa

Hallo,

tut mir echt leid :(

Wahrscheinlich will dein Mann auch alle traurigen Dingen vergessen und versucht, nachts busy zu sein. Viele Männer wollen allein sein, wenn sie nicht zurecht kommen.

Vllt sollst du mal in die Garage gehen und mit ihm einfach quatschen. Aber bitte nicht gleich Kritik üben, dass er nachts Zeit mit dir nicht verbringt. Versuch mal mit ihm über was anderes zu quatschen und bitte nicht heulen.

Top Diskussionen anzeigen