Erwarte ich zu viel?

    • (1) 02.05.17 - 16:03
      Mamialleindaheim

      Hallo zusammen,

      mein Mann und ich sind im September Eltern eines absoluten Wunschkindes geworden. Wir haben lange dafür kämpfen müssen, bis es geklappt hat. Die Schwangerschaft war hart und zum Ende musste ich ab der 30. Woche liegen und letztendlich kam unser Wunder in der 36.Ssw zur Welt. Also zu früh, aber gesund! Ich schreibe das deswegen, damit ihr versteht warum ich bzw wir so dankbar für unser gesundes Wunder sind!
      Anfangs lief alles gut. Babyalltag war anstrengend, aber mein Mann hat sich viel Mühe gegeben. Mittlerweile hat sich seine Mühe auf ein Minimum reduziert und ich bin unglücklich und fühle mich alleine gelassen. Mein Mann ist selbstständig und arbeitet viel. Noch dazu ist er in vielen Vereinen aktiv. Das war immer ok für mich. Aber er hat mir immer zugesagt, dass mit Kind besser wird. Derzeit ist es so, dass er Montag bis Samstag auf der Baustelle ist. Wenn ich Glück habe, kommt er zum essen heim. Oft hat er noch Termine oder muss ins Büro. Wenn er abends daheim ist, spielt er kurz mit dem Kleinen und hat dann aber Freizeit, da das ins Bett bringen immer an mir hängen bleibt. Sonntags muss er auch oft ins Büro. Das ist zwar am Haus dran, aber Zeit für seinen Sohn oder mich hat er trotzdem nicht. Den restlichen Sonntag hätte er am liebsten seine Ruhe und versteht nicht, dass ich auch einfach mal eine Stunde in der Woche für mich brauche. Ich bin derzeit sehr gefrustet. Ich versuche möglichst viel Rücksicht auf ihn zu nehmen und ihm auch was seine Vereine usw angeht nicht im Wege zu stehen. Auch weiß ich, dass er viel arbeitet, uns auch mal ne Auszeit braucht. Aber ist es zu viel verlangt, wenn man ein bisschen Unterstützung einfordert? Immerhin bin ich eigentlich nicht alleinerziehend. Unser Sohn ist ein Goldstück, aber sehr fordernd. Die Nächte teilweise grottig. Das alles zehrt. Meine "Forderung" bzw Bitte an meinen Mann war, dass er zumindest ein bisschen weniger arbeitet, sodass er das Büro unter der Woche schafft und das Sonntags somit wegfällt. - Macht er nicht. Dann war eine weitere Bitte, dass er unseren Sohn einmal in der Woche ins Bett bringt oder einmal mit ihm aufsteht (Baby hat gegen fünf ausgeschlafen). Klappt leider auch nur sporadisch. Verlange ich echt zu viel? Es kann ja nicht ewig so weitergehen. Auch für ihn. Die Wochenenden sind immer ein Kampf. Wer hatte die stressigste Woche? Wer darf mal in Ruhe fernsehen? Dabei wünsche ich mir doch nur ein glückliches Familienleben...

      Hoffe es hat überhaupt jemand bis zum Ende gelesen. Es ist doch sehr lang geworden und dabei hab ich gar nicht alles aufgezählt.

      Danke für eure Meinungen!

      LG :-)

      • Weisst du was ich nicht verstehe? Jede zweite denkt dass sich alles zum positiven wendet wenn das Kind da ist. Sorry aber glaubt ihr das wirklich? Was sagt er denn wenn du ihn drauf ansprichst?

        • (3) 02.05.17 - 20:05
          Mamialleindaheim

          Hm was heißt zum positiven wendet... vorher war alles gut so wie es war. Wir haben uns abgesprochen, welche Abende er unterwegs ist und die hab ich auch verplant. Wir haben im Vorfeld darüber gesprochen, dass er so viel unterwegs ist. Ich habe da meine Bedenken geäußert. Er hat immer nur gemeint, das kriegen wir hin. Habe da natürlich dran geglaubt.

          Wenn ich ihn drauf anspreche, fühlt er sich gleich angegriffen und meint ich soll den Kleinen öfter zu meiner Schwiegermutter geben. Aber die ersetzt ja auch nicht die Zeit mit Papa.

            • (5) 02.05.17 - 21:20
              Mamialleindaheim

              Nein das ist nicht so. Er war schon einige Abende mit ihm allein und das klappte bis auf einmal super. Er wickelt und zieht ihn auch problemlos um. Nur was der Zwerg an Brei bekommt, da ist er überfragt. Aber ich denke, er hat sich das Leben mit Baby einfacher vorgestellt. Und während ich längst in der Realität bin, hängt er noch seinem Sofa-Fernseh-Sonntag nach.

          War er schon mal mit dem kleinen alleine? Also so richtig über ein paar Stunden? Ich merke dass ich meinen freund öfter einfach machen lassen muss weil ich sonst zur Helikoptermutter mutiere :-)

          • (7) 02.05.17 - 21:29
            Mamialleindaheim

            Wenn er mit dem Kleinen alleine ist klappt das gut. Er hat auch keine Berührungsängste was zB das Wickeln angeht. War dieses Jahr auch SCHON zwei mal Abends unterwegs und das klappte gut. Er macht es halt auf seine Weise, ich mache einiges anders.aber Hauptsache es funktioniert. Eine Zeit lang, hatten wir nur dass Problem, dass sich unser Kleiner nicht mehr von meinem Mann die Flasche geben lassen wollte. Nachdem ich ihm jetzt öfter die Flasche in die Hand drücke um den Kleinen zu füttern, ist das aber wieder besser. So konnte ich nämlich echt gar nicht mehr weg gehen.

      (8) 03.05.17 - 08:42

      Das frag ich mich auch immer wieder #schwitz

Ich würde mit ihm mal wirklich ernsthaft darüber reden, ob er nicht alles, was nicht mit seiner Arbeit zu tun hat, momentan hinten an stellen möchte.

Die Babyzeit ist anstrengend und da kann man vielleicht auf Vereinsleben u.a. mal verzichten.

Nur so habt Ihr ja Familien- bzw. Paarzeit, ist ihm das nicht auch mal wichtig?

  • (10) 02.05.17 - 20:11
    Mamialleindaheim

    Ja da hast du völlig recht. Wenn die Vereinszeit nicht wäre würde das ein bisschen den Wind aus den Segeln nehmen. Andererseits sind ihm die Vereine sehr wichtig. Vor kurzem hat er in einem Verein einen Posten übernommen, was teilweise zeitintensiv ist. Dafür hat er dann wenigstens einen anderen Verein erstmal auf Eis gelegt. Zumindest etwas. Aber im ein Gespräch werden wir nicht drumherum kommen.

    Paarzeit.... Das haben wir zur Zeit selten. Ab und zu gehen wir gemeinsam essen. Das war es aber auch. Nur zu Dritt machen wir kaum etwas. Mein Mann meint zB dass unser Sohn zu klein für Ausflüge ist.

"Meine "Forderung" bzw Bitte an meinen Mann war, dass er zumindest ein bisschen weniger arbeitet, sodass er das Büro unter der Woche schafft und das Sonntags somit wegfällt. - Macht er nicht. "

Finde ich irgendwie immer komisch sowas zu lesen... Wenn Arbeit da ist und gerade bei Selbstständigkeit (=selbst und ständig) dann ist das doch kaum machbar. Da hängt ja auch ein bisschen was dran.
Klar idR geht das, sich nicht als Nabel des Unternehmens zu betrachten, aber es ist sauschwer und ich selbst könnte das wohl auch nicht.

Was bei meinem damaligen Freund aber ging: einen Tag in der Woche ist er später zur Arbeit/ins Büro. Ich hatte immer Mittwochs bis 12 Uhr für mich. Das war schon toll. Vielleicht gibt es eine ähnliche Möglichkeit für euch?

  • (12) 02.05.17 - 20:17
    Mamialleindaheim

    Natürlich hast du recht, wenn Arbeit da ist, muss die erledigt werden. Es geht mir ja auch um sagen wir mal drei Stunden in der Woche. Die könnte er dann fürs aBüro nutzen und hätte Sonntag auch einfach mal frei. Ich denke das würde ihm auch Druck nehmen.

    Als er sich vor einigen Jahren selbstständig gemacht hat bzw wollte, war ich dagegen. Das Versprechen, dass er dann aber mehr daheim ist, weil er sich seine Zeit selbst einteilen kann, hat mich dann doch zustimmen lassen. Vielleicht sollte ich ihn einfach mal an dieses Versprechen erinnern.

Bitte an meinen Mann war, dass er zumindest ein bisschen weniger arbeitet, sodass er das Büro unter der Woche schafft und das Sonntags somit wegfällt. - Macht er nicht.

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Macht er nicht ...WEIL???????? Wie begründet er das?
Hat er schon immer dieses Pensum gehabt oder erst seit das Kind da ist?
Wenn Arbeit da ist und erledigt werden muss bzw. auch nicht an MA delegiert werden kann, dann hilft alles betteln nichts und auch ein, drei oder fünf Kinder werden den Umstand nicht ändern. Das ist das Wesen der Selbständigkeit - selbst und ständig!

Vielleicht hilft es, wenn DU dir zur Abwechslung mal etwas vornimmt. Wenn du zuhause bist, erkennt er offensichtlich die Notwendigkeit seiner Mithilfe nicht. Wenn er seine Vereinszeit hat (die man vermutlich am einfachsten reduzieren kann - wenn man denn will!!), dann hast du auch ein Anrecht auf freie Zeit für dich. Geh in die Sauna, tu etwas zur Entspannung oder fahr zu Mama oder einer Freundin und leg dich da aufs Sofa. Dann muss sich dein Mann mit dem Baby beschäftigen. Vielleicht merkt er es nur so.

Dein Mann scheint doch praktisch veranlagt zu sein. Erstellt eine Excelliste oder einen Kalender mit - wer hat welchen Abend in der Woche für sich, wer bringt das Baby ins Bett, Wer darf an welchem Sonntag ausschlafen.
Da dein Mann 6 Tage die Woche früh aufsteht, werdet ihr euch wohl oder übel den Sonntag aufteilen müssen oder er geht samstags später los und schläft etwas länger und du dafür mal am Sonntag. Du hast ja immerhin den Vorteil, dass du dich tagsüber mit dem Kind hinlegen kannst. Das würde ich zu jeder möglichen Zeit auch nutzen.

Wenn er so gar nicht kooperativ ist, dann hast du vielleicht einen Mann erwischt, der Babys zwar toll findet und ein Wunschkind auch, aber nur, wenn er nicht zu viel zusätzliche Energie dafür aufbringen muss. Kann ich auch verstehen bei einer durchgehenden 6-Tage-Woche. Ich kenne keinen Selbständigen, der es unter 50 - 60 Std. die Woche bringt.

  • (14) 02.05.17 - 20:36
    Mamialleindaheim

    Das mit der Excelliste ist gut :-) wenn ich zB mal wirklich was vorhabe, dann muss ich erstmal klären, ob er da Zeit hat. Wenn nichts ist, ist es kein Problem. Dann ist er für den Kleinen da. Dadurch, dass er aber so viel unterwegs ist, ist das eher ein betteln wenn ich mal weg will. Um feste Termine geht es auch weniger. Eher um die Kleinigkeiten. Habe ihn ja gebeten, den Kleinen einmal in der Woche regelmäßig ins Bett zu bringen. Nur einmal. Er könnte den Tag ja selbst bestimmen. Aber nichtmal das klappt regelmäßig. Nur wenn ich ein schlagkräftiges Argument habe, wie zB mega Kopfschmerzen. Ein Abend. Das müsste doch drin sein? Das mit dem Aufstehen klappt ab und zu. Wenn zB ein langes Wochenende ist, dann kann ich zumindest einmal schlafen. Das ist super. Ansonsten gönne ich ihm ja, dass er Sonntags schlafen kann. Wobei er unter der Woche aber auch oft bis sieben schläft. Da bin ich oft schon fast drei Stunden wach.
    Und mir der Vermutung, dass er evtl kein Babypapa ist, könntest du schon auch recht haben. Vielleicht wird es ja besser, wenn unser Bubi laufen kann :-)

    • Das klingt ja z. t. nicht so aussichtslos - zumindest ausschlafen betreffend.

      Aber was m. E. dickfällig ist, ist die Organisation des zu Bett bringens. So was muss man doch nicht explizit terminieren. Irgendwann gehen die Kinder sowieso nicht mehr Schlag 19 h ins Bett. Das verzögert sich oder sie fallen mal 1 Std. früher schon um. Wenn er da ist, bringt er das Kind ins Bett und wenn es bei ihm später wird, dann eben nicht. Das ist das 1. Mal, wo ich davon höre, dass so was einer langfristigen Absprache bedarf.

      Was ich nicht verstehe: wie organisiert er denn seine Vereinstermine? Wenn er dort aktiv ist, gibt es doch auch feste Zeiten oder kommen und gehen die dort die ganze Woche, jeweils den ganzen Abend über? Wie bekommt er es hin, an bestimmten Tagen zu definierten Uhrzeiten im Verein zu erscheinen, wenn er andererseits Probleme hat, dir nur einen freien Tag für Sport zu verschaffen, weil er sich nicht festlegen kann oder will?

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