Mama geht vollzeit arbeiten

    • (1) 08.05.17 - 16:20
      Work Work

      Hallo in die Runde,

      es ist soweit und meine Elternzeit ist rum. Ein Jahr verging viel zu schnell.

      Mein Problem nun, es geht nicht anders und ich muss wieder Vollzeit einsteigen. Wie gerne würde ich Stunden reduzieren, derzeit nicht machbar. Mein Freund arbeitet auch Vollzeit für ihn suchen wir was neues beruflich. Ich verdiene mehr, leider sag ich mir inzwischen schon.

      Ich hab so Angst zuviel von unserem einjährigen zu verpassen und viel schlimmer ist mein schlechtes Gewissen. Bei der Anmeldung vom Knirps hat sogar die Leitung der Kita Augenbrauen hochgezogen: sowas kleines, so lange Ganztags abgeben.

      Ich fühle mich wie die schlechteste Mama überhaupt. Verliert mein Kind seinen Bezug zu mir? Vielleicht finden wir hoffentlich bald was neues für den Papa. Das darf auch gern teilzeit sein so dass dann eben der Papa eher einspringt. Selber dann wäre ich irgendwie neidisch aber für mein Kind natürlich froh.

      Wie kann ich mit diesen blicken der anderen umgehen oder auch den Sätzen: ich könnte das nicht...

      Ja ich will es auch nicht unbedingt aber es geht momentan nicht anders. Ich versuche mir einzureden dass sich alles finden wird, dann nutzen ich die Zeit nach der Arbeit entsprechend aus. Aber trotzdem macht es das nicht besser.

      Gibt es hier Mamas die auch vollzeit arbeiten mit kleinem Kind und mir sagen können wie sie alles hinbekommen haben?

      • Hallo,

        Ich arbeite auch Vollzeit, seit meine Tochter 6 Monate ist schon. Bis sie 14 Monate war, war noch mein Mann in Elternzeit, jetzt ist sie fast zwei und geht entsprechend seit 10 Monaten zur Tagesmutter. Gerade anfangs war es schon schwer für mich, ich hatte oft das Gefühl was zu verpassen. Aber ich habe Arbeitszeitsouveränität und kann somit auch mal früher zu Hause sein und ausserdem arbeite ich einen Tag die Woche von zu Hause. Klappt gut, ich habe nicht mehr das Gefühl etwas zu verpassen. Das wird auch bei dir schon werden! Am Anfang ist es schwer, klar, aber das gibt sich.

        LG N.

        Ich weiss es ist schwierig dass Gerede von anderen auszublenden aber du solltest kein schlechtes Gewissen haben.

        1. Haben Männer auch kein schlechtes Gewissen wenn sie vollzeit arbeiten. Heutzutage sollte sowas ausgeglichen sein. Das die Frau maximal Halbzeit arbeiten sollte ist steinzeitlich!

        2. Haben ist Deutschland da im Vergleich zu vielen Nachbarländer absolut zurückgeblieben. In den Niederlanden ist es zb Norm dass Frauen nach 3 Monaten zurück zur Arbeit gehen. Zwar ist teilzeit dort ein beliebtes Modell aber das bedeutet meist das Frauen 4 Tage und Männer 4 Tage arbeiten und die Kinder 3 Tage in der kita sind.

        In den immer sehr gelobten skandinavischen Ländern bleiben die Kinder zwar 1-1.5 Jahre Zuhause danach gehen aber auch fast alle Mütter vollzeit arbeiten. .

        Was in so vielen entwickelte und modernen Ländern norm ist sollte man sich auch in Deutschland nicht schämen!

        3. Ist es eindeutig nicht so dass jedes Kind Zuhause besser aufgehoben ist! Kita bieten ein ausgezeichnetes Programm und die Kinder lernen dort sehr viel. Ich finde dort werden viele Aktivitäten geboten, die ich Zuhause gar nicht bieten kann (und will). Zudem der Kontakt zu anderen Kindern.

        Bitte versuche das schlechte Gewissen abzuschalten und freue dich über die Möglichkeiten für dich und dein Kind!

        (4) 08.05.17 - 17:17

        Hallo,

        ich kann deine Bedenken sehr gut verstehen. Bei meiner ersten Tochter bin ich nach einem Jahr auch wieder vollzeit arbeiten gegangen. Zwar war die kleine bei den beiden Omas und somit nicht "fremd", dennoch hatte ich immer ein schlechtes Gewissen. Da ich einen Job mit Verantwortung habe, habe ich sie oft gar nicht gesehen. Morgens hat sie noch geschlafen und wenn ich spät Termine hatte war sie abends schon im Bett. Tatsächlich habe ich einiges verpasst. Z.b. ihre ersten Schritte habe ich nicht live mitbekommen.

        Das schlechte Gewissen hat sich aber bald gelegt weil ich gesehen habe, dass es der kleinen gut geht und die freie Zeit haben wir dann umso mehr genutzt. Nach 6 Monate konnte ich einen Home Office Tag einlegen.

        Jetzt bei der zweiten Tochter mache ich 2 Jahre Elternzeit und es geht mir sehr gut damit. Mein Mann hat auch einen neuen Job und somit kann ich gut zu Hause bleiben und mein Chef war so lieb und hält mir die Stelle frei.

        Du wirst sehn, wenn du merkst dass es bei deinem Sohn gut läuft, dann lässt dein schlechtes Gewissen nach. Er liebt dich deswegen nicht weniger und die gemeinsame Zeit wird dann einfach kostbarer.

        Ich drück euch fest die Daumen dass dein Freund bald was neues findet, dann ändert sich für dich vllt eh alles.

        LG

        Marie

      • (5) 08.05.17 - 17:35

        Leider ist die breite Masse der Mütter der Meinung man MÜSSE als gute Mutter mindestens 3 Jahre zu Hause sitzen.

        Auch bei urbia ist das ein weit verbreitetes Phänomen (siehe Topfgucker Forum da ist ein ganzes Nest solcher Damen!)

        Die ereifern sich daran ihr schickes Einfamilienhaus zu haben, der Mann wurde schon als Akademiker ausgewählt damit sie die nächsten 10 Jahre fein zu Hause hocken können und nur für die Kinderchen da sind. Unterbrochen von halbtags Kiga (9 bis 12 Uhr) wo sie dann zum Fitness gehen oder untereinander Käffchen trinken oder Thermomix Rezepte austauschen.

        Frau geht (wenn überhaupt!) Teilzeit arbeiten und ist damit toooootaaaal ausgelastet.
        Die Damen die was auf sich halten finden arbeiten aber ganz blöd.
        Zitat: "wann soll ich DAS denn auch noch schaffen?!"

        Und jetzt zur Realität der Menschen die erstens geistig gefordert werden wollen und zweitens nicht mit dicken Gutverdiener Jobs gesegnet sind.

        Das Mutter arbeitet ist gut.
        Für Mama

        Für das Kind (denn es lernt im Kiga super dazu und wird gefördert - und NEIN diese Art Förderung kann Mama daheim NICHT in dem Umfang bieten!)
        Und dem Geldbeutel tut es auch gut.

        Du machst das genau richtig.
        Kommt dir eine Mutter mit Sprüchen

        Kontere: "wenn Ihnen das daheim sitzen reicht?! - mir reicht das nicht!"

        Die sind perplex wenn sie Konter kriegen!

        Dir alles gute und das wird super laufen!

        • (6) 08.05.17 - 18:06

          Naja, zwischen 9 und 12 Uhr kann man ja so richtig was reißen...

          Und natürlich hat man sich den Kerl nach dem Bruttoverdienst ausgesucht, anders waere das in deiner einfachen Welt auch nicht vorstellbar.

          Du klingst wie die eine Mutter, die auf nem Elternabend sagte, Ausflüge und Bastelnachmittage können die Hausfrauen begleiten, sie gehe schliesslich arbeiten.. .

          • (7) 08.05.17 - 18:11

            Stimmt genau!

            Die haben Zeit für sowas, Du glaubst doch nicht das berufstätige Mütter sich für sowas Urlaub nehmen!

            Und JA, einige dieser Einfamilienhaus Puppen haben in der Tat den Ehemann nach Einkommen ausgewählt!

            • (8) 08.05.17 - 19:36

              Einige Damen vielleicht, aber alle? Und deine Antwort war sehr verallgemeinernd.

              Und anstatt Hausfrauen runter zu putzen, könnt ihr doch froh sein, dass sie die Ausflüge EURER Kinder begleiten und sich das Basteln oder sonstwas antun. Aber nein, ihr hackt noch drauf rum....

              • (9) 08.05.17 - 20:03

                Ich schrieb EINIGE, nirgendwo steht ALLE.

                Es gibt super nette Hausfrauen Mütter. Allerdings gibt es im Gegenzug eine Menge dieser von mir beschriebenen abgehobenen "ich bin bewusst Vollzeit Mutter, weil ich mir das leisten kann"

                Und genau die moppern, meckern und motzen über arbeitende Mütter, drücken Sprüche und regen sich auf.

                Liegt auch dran das sie zuviel Zeit haben. Sonst würden sie den Mund halten, weil sie das nicht mal mitbekommen würden! Selbst wenn - ihnen wäre die Zeit zu schade darüber zu schnattern!

                Das Problem ist, das vom Kindergarten erwartet wird, dass jede Mutter immer zeit hat, um (auch ganz oft vormittags) in den Kindergarten zu kommen um zu basteln, Ausflüge zu begleiten oder den fahrdienst übernehmen, an jedem Kindergarten fest teilgenommen wird, zum oster-, Sommer-,Laterne-, und weihnachtsbasteln teilnehmen kann, sie zu jedem fest etwas backen/kochen oder vorbereiten usw. Und ja, es wird ERWARTET das man vormittags zeit hat um in der betreuungszeit etwas mit den Kindern zu machen. Ich meine, hallo? Mein Kind geht in den Kindergarten, damit ich arbeiten kann. Ich habe leider nicht die Zeit dazu mich an vormittags Aktivitäten des Kindergartens zu beteiligen. Das können wirklich gerne die Mütter machen, die vormittags zu hause sind. Aber arbeitende Mütter können das nicht. Genau deshalb geht das Kind ja in den Kindergarten. Damit es basteln, backen usw. Kann, wenn ich dazu keine zeit habe.

                • Dein Beitrag trifft es echt haargenau auf den Kopf!

                  Ich werde so oft von den Erziehern angegangen weil ich eben Ganztags arbeite und NICHT mal eben einfach so SOFORT die Kinder wegen Schnupfen abholen kann oder am zehnten Fest Mittags da sein kann usw.

                  Ich wurde sogar mal gefragt, ob es denn nicht möglich ist, die Kinder später zu bringen und eher abzuholen. Da kam dann: "sie sind doch selbstständig, können sie da ihre Zeiten nicht anders legen???" Oder weil ich eben mal zwei stunden brauchte um meine Tochter abzuholen (sie war NUR erkältet!)

                  "Unsere Erzieher gehen ja auch sofort wenn was mit den Kindern ist. Es kann doch gar nicht sein, das man so lange einen Termin hat."

                  Ähhmmmm...
                  MIR zahlt den Ausfall niemand^^ Und genau DARUM gehen die Kinder ja in die Kita, damit ich meiner Arbeit nachgehen kann und zwar so, wie es machbar ist.
                  Wenn ich anders arbeiten könnte würde ich das wohl tun^^

                  Naja.
                  Das regt mich gerade wieder auf, sorry

                  LG

                  Ganz ehrlich: das liegt an der Wahl der Kita.

                  Wenn man genauer nachfragt, die Einrichtungskonzeption durch liest, findet man oft Stichworte, die man nur lesen können muss - wenn da viel von Einbindung der Eltern, Teilhabe am Alltag in der Kita etc die Rede ist, dann heißt das auch, dass der Personalschlüssel so eng ist, dass man ohne zusätzliche Eltern einfach keinen Ausflug machen kann.

                  Ist dagegen die Rede von Entlastung der Eltern, zahlt man vielleicht auch ein paar Euro mehr im Monat, dann stemmt die Kita das über zusätzliches Personal.

                  Bei uns müssen die Eltern genau Null machen, keine Ausflüge begleiten, schon gar nicht mittags kommen, und nein, es rümpft auch keiner die Nase, wenn sie zur Geburtstag vom Junior Kuchen vom Bäcker mitbringen. Es gibt ganze 3x im Jahr Feiern - und das nach 16 Uhr.

                  • grundsätzlich gebe ich dir recht.
                    und wir haben auch das glück, dass wir in der Kita nichts machen müssen.

                    aber das ist glück, weil wir konnten uns die Kita nicht aussuchen, sondern wir wurden zugeteilt und können froh sein, einen ganztagesplatz bekommen zu haben.

                    wenn wir in einem anderen kindergarten gelandet wären, der eben mehr Eltern einbindet, hätten wir definitiv ein Problem, könnten aber nichts dagegen machen.

                    Bei uns hängt es einfach von der Lust etwas zusätzlich anzubieten der Erzieherinnen ab. Die reine vormittags Gruppe (8-12 uhr) macht gar nichts. Die Erzieherinnen in der Gruppe sitzen da nur ihre Zeit bis zur Rente ab und trinken Kaffee. Sie bieten gar nichts an. Mein Sohn geht in die Gruppe, die von 8-14 Uhr geht. Da sind engagierte Erzieherinnen drin, die gern viel anbieten, die gsnztags gruppe macht irgendetwas dazwischen. Und viel Auswahl an fußläufig (sehr sehr wichtig da Oma Kind abholen muss) erreichbaren Kita haben wir nicht. Wir hatten gar keine andere Wahl als genau diese Kita.

                    • Gott sei Dank ist das im Moment in Bewegung. Durch den enormen Ausbau an Kitaplätzen kann das Pendel in einigen Jahren eher Richtung Kita-Platz-Überschuss ausschlagen, aber dann nützt es Dir halt leider nichts mehr.

                      Ich überlege gerade, ob ich bei uns die Erzieherinnen jemals außerhalb der Mittagspause habe Kaffee trinken sehen, oder an einem Tisch für Erwachsene sitzen - öh, nein, irgendwie nicht.

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