Lebenshaltungskosten wie aufteilen?

Eine junge Patchworkfamilie, unterschiedliche Gehälter und da ist auch noch der Haushalt: Wie würdet ihr das Budget im Falle unserer Userin aufteilen? Mit anderen Worten: Wer zahlt wieviel?
Ein Tipp vom urbia Team

    • (1) 10.05.17 - 12:02
      lieberso-privatedaten

      Hallo liebe Urbianer,

      ich bräuchte mal ein paar sachliche Meinungen zum Thema Geld, weil ich alleine nicht so richtig weiß, was gerecht und richtig wäre.

      Kurz zur Sachlage:

      Ich bin geschieden, alleinerziehend mit einem Kind (11).
      Seit einem Jahr lebe ich mit meinem neuen Partner zusammen.
      Wir haben eine Mietwohnung zusammen gemietet.
      Kosten dafür: 590 Euro plus NK.
      Für die Miete haben wir ein separates Konto eingerichtet, auf das jeder einzahlt, und von dem alle wohnungsrelevanten Kosten abgebucht werden.
      Ansonsten haben wir getrennte Kassen, da wir noch zu kurz zusammen sind und noch nicht alles vermischen wollen.

      Die Wohnung ist relativ groß, da ich für mein Kind ein Kinderzimmer brauche und mein Freund ein Bürozimmer.

      Unsere Einkommen liegen wie folgt:
      Mein Freund verdient ca. 4000 Euro netto, abzüglich private KV = ca. 3250 Euro netto.
      Zusätzlich verdient er durch Nebenjobs ca. 120 Euro im Monat.
      Außerdem erhält er Urlaubs- und Weihnachtsgeld (jeweils ein ganzes Monatsgehalt).

      Ich hatte bisher eine TZ Stelle im Büro mit ca. 1000 Euro netto, im Moment mache ich eine Weiterbildung und habe denselben Betrag als Bafög. Abzügl. 90 Euro KV = 910 Euro.
      Für mein Kind bekomme ich Kindergeld und 450 Euro Unterhalt vom KV.

      Mein Freund zahlt für seine Kinder z. Z. 650 Euro Unterhalt, ich selbst benötige für mein Kind meist den ganzen Kindesunterhalt zur Deckung aller Kosten.

      Blieben nach den Kinderkosten grob übrig: 2720 Euro auf seiner Seite, 1200 Euro auf meiner Seite.

      Auf unser Mietkonto soll im Monat 1000 Euro von uns eingezahlt werden, damit alle Kosten, incl. Strom/Gas/Versicherung/GEZ etc. und evtl. Kleinreparaturen davon gedeckt werden können.

      Wie würdet ihr das aufteilen? (Wenn ansonsten jeder für seine sonstigen Kosten selbst aufkommt - Lebensstile sind etwa gleich, wir haben beide ein Kfz, die gleiche Entfernung zur Arbeit/Schule, usw.)

      Ich schreibe erst mal bewußt nicht, wie wir es im Moment machen, um euch nicht zu beeinflussen....

      Danke für eure Meinungen!

      • (2) 10.05.17 - 12:16

        Ach so, habe vergessen: Um den Haushalt kümmere ich mich zu 90%, da mein Freund ja in VZ arbeitet. (Obwohl die Weiterbildung eigentlich auch in VZ ist, aber immer mal wieder mit schulfreien Lernphasen.) Dafür erledigt er am WE die eine oder andere Reparatur, fährt meinen Sohn zum Training oder versucht, mir sonstwie ein bißchen zu helfen.
        Falls das für die Antwort relevant sein sollte.

        • Hat er der Reinigungskraft gekündigt, weil er jetzt dich hat? Oder wie sonst ist zu erklären, dass du 90% des Haushalts übernehmen musst, weil er ja VZ arbeitet?

          Ich würde die Kosten 50:50 aufteilen. Er verdient mehr, dafür seid ihr zu zweit.
          Und der Haushalt gehört natürlich auch 50:50 aufgeteilt.

          LG

      (4) 10.05.17 - 12:27

      Du 500 und er 500 Euro

      Wenn Du den fast den ganzen Haushalt machst, selber schuld, das hat nichts mit Miete zu tun.

      Wenn er alleine wäre, müßte er es auch alleine machen trotz Vollzeit. Ich liebe diese Ausrede, er kann ja nicht soviel machen, da er Vollzeit arbeitet. Würde bedeuten, dass 2 Vollzeitarbeitende total verwahrlosen?

    • (5) 10.05.17 - 12:28

      Hallo.

      Eigentlich hätte ich gesagt 2/3 (2 Personen) Du und 1/3 er.
      Da er aber auch ein Extra-Zimmer beansprucht, dessen Gegenpart das Kinderzimmer für Deinen Sohn ist, würde ich sagen 50:50.

      Ob Du zu 90% den Haushalt machst, ist irrelevant. Du willst Dich ja wohl nicht dafür "bezahlen" lassen. Wenn Dir das zu viel ist, müsst Ihr das anders, aber nicht über den Haushaltskonto-Anteil, regeln.

      LG

      Wenn er fair ist, zahlt er 2/3 und Du 1/3, da Du ja weniger Geld zur Verfügung hast.

      Mein Exfreund befand sich damals noch in der Ausbildung und ich habe Vollzeit gearbeitet. Da haben wir es auch proportional nach Einkommen geregelt, d.h. ich habe den Löwenanteil bezahlt.

    • Dass man erst mal getrennte Kassen beibehält, kann ich nachvollziehen.

      Für die Wohnung würde ich auch 50:50 rechnen und nicht so denken, dass Du mehr zahlen musst, weil Du ja ein Kind hast - er nutzt ja auch ein Zimmer für sich.

      Wer wieviel im Haushalt macht, hat für mich mit der finanziellen Regelung nichts zu tun.

      VG

      Anja

      ich halte 60 % für ihn und 40 % für dich für angemessen. Ich meine, ihr lebt in einer Partnerschaft, nicht in einer WG, und ihr habt eine Absprache, dass Du mehr im Haushalt machst als er. Er hat 900 € mehr im Monat als Du, und euer Wohnstandard wird sich an seinem Einkommen orientieren.

      Ich finde solche Aufteilungen sind immer schwierig in Partnerschaften, man muss sich irgendwie einigen, er eine muss bereit sein, dem anderen was abzugeben, sonst funktioniert die Partnerschaft nicht. Es gibt auch genug Gründe, das Haushaltskonto im Verhältnis 50:50 aufzuteilen.

      • (9) 10.05.17 - 13:42

        Huch, hatte mich verlesen, dachte, du hättest 1000 € plus 910 €, aber es sind ja nur 910 plus KG plus Kindesunterhalt, während er nach Unterhaltszahlung immer noch über 3000 € hat (einschl. 13. und 14. Monatsgehalt). Da sollte er doch deutlich mehr zahlen als Du. Und dass du 90 % im Haushalt machst und er fast nichts ist doch Ordnung, solange ihr dies gemeinsam so vereinbart habt.

    Hallo,

    Die Regelung der Mietkosten würde ich beibehalten.

    Desweiteren würde ich aufs selbige Konto ein Haushaltsgeld einzahlen. Jeder ca 600 € oder mehr, von dem Konto können dann Einkäufe für Lebensmittel, Wochenendausflüge od Urlaub bezahlt werden (also kosten die ihr drei zusammen verursacht).

    Nach nur einem Jahr würde ich den neuen Partner definitiv nicht mehr finanziell einspannen.

    Und was das putzen/ Haushalt angeht, solltet ihr mal was aufteilen (du dich aber bitte nicht bezahlen lassen) Wenn er z.B dein Kind zum Sport fährt und 2 Stunden am Spielfeldrand sitzt, finde ich es jedoch ok wenn du in der Zeit den Haushalt erledigst!

    Mit freundlichen Grüßen

    Wenn er Dich liebt, zahlt er alles. Wenn ich mir meiner Sache sicher bin und mit dem neuen Partner zusammen ziehe, der so viel Geld mehr verdient, lässt mir dieser Mensch die paar Kröten und zahlt den Wohnungskram. Das ist meine Vorstellung von Liebe und Zusammenleben.

    • (12) 10.05.17 - 13:26

      Uiuiui, damit hätte ich aber ein Problem. Bei meinem Partner und mir ist das ähnlich, das Gehaltsgefälle ist sogar noch größer. Ich würde ein Kind mitbringen (mindestens :-p) und fände es schwierig, wenn er die komplette Miete und NK übernehmen würde. Wofür verdiene ich dann Geld und bekomme Unterhalt bzw. Kindergeld?

      Dann lieber mal ein gemeinsamer Urlaub auf seine Kosten, das hatten wir auch bereits.

      Ich mag am Liebsten die drei-Konten-Regelung, bei der auf das gemeinsame Konto ein prozentual gleicher Anteil des Nettoeinkommens (plus KG und Unterhalt) fließt. Und davon wird dann Miete etc. gezahlt.

      • (13) 11.05.17 - 08:05

        Also ich finde Urlaub auf "seine Kosten" schlimmer, als wenn er sich für mich und mein Kind entscheidet, die Miete zahlt, man vielleicht ein gemeinsames Konto einrichtet für Urlaub, Lebensmittel, etc.

        • (14) 11.05.17 - 13:01

          Vielleicht verstehen wir auch den Begriff Urlaub unterschiedlich, ich rede da natürlich nicht von drei Wochen Ibiza mit Vollpension. Wir machen eher Kurzurlaube in Deutschland, bei denen er drauf besteht zu bezahlen.
          Und wenn es eine separate Urlaubs- und Haushaltskasse gibt ist das ja nochmal anders, dann zahlt man das ja sowieso gemeinsam.

          Gemeint war, dass ich für das tägliche Leben und die laufenden Kosten gerne nach wie vor selbst aufkommen würde und eher vertragen kann, mal ein Extra geschenkt zu bekommen. Okay wir würden auch nicht die klassische Form des Zusammenlebens anstreben, in der man bis auf das Kinderzimmer nur gemeinsame Räume hat. Vielleicht liegts auch mit daran.

          • (15) 11.05.17 - 13:03

            Ich habe das auch nicht so rüber bringen wollen, als sollst Du den Mann ausnehmen ;-)
            Wenn Du das unbedingt gleichberechtigt durchziehen möchtest, dann wäre 50:50 die Lösung in meinen Augen.

            • (16) 11.05.17 - 13:19

              Ja, aber wenn er beispielsweise ein Haus mieten wollen würde könnte ich dann ja nicht mithalten. Oder würde verarmen und müsste ihm an anderer Stelle das Geld aus der Tasche ziehen. Das is ja auch nix. Dann müsste er seinen Lebensstandard wegen mir einschränken.

              Wir haben mal darüber gesprochen, als wir angedacht haben, zusammen zu ziehen. Und da kamen wir drauf, dass eben diese Prozentlösung am fairsten scheint. Die Wohnung wird dann nach dem Gesamtbudget ausgesucht und nicht danach, was ich alleine stemmen kann. Sonst könnten wir es ja auch so lassen.

              Unfair wirkt das nur, wenn das Gehaltsgefälle so gross ist, weil ich dann davon profitiere, er aber scheinbar sehr viel investiert. Die Frage ist nur, ob er glücklich werden würde, wenn wir eine Wohnung suchen, die einfach das doppelte von meiner bisherigen Miete wert ist. Und da sind wir gedanklich gar nicht weiter gekommen. Er möchte bestimmte Kriterien erfüllt haben (stadtnahes Wohnen, eigenes Zimmer für jeden von uns etc.) und so weiter.

              Der Punkt ist ja, je älter mein Sohn wird, umso mehr Stunden kann ich arbeiten und umso mehr beteilige ich mich dadurch prozentual an den Kosten. Weil sobald ich mehr verdiene zahle ich ja mehr ein.

    (17) 10.05.17 - 14:19

    "Wenn er Dich liebt, zahlt er alles. "

    ..und wenn ich ihn liebe, lasse ich mir nicht alles bezahlen. Wer sich seine Liebe bezahlen lässt, prostituiert sich.

    Ich werde nie verstehen aus welchem Grund jemand, der mehr verdient bei gleicher Leistung (Raumangebot, Lebensmittel etc) mehr dafür zahlen soll als der andere. Ausnahme - wie hier, wenn ein Teil deutlich mehr Arbeitszeit in den gemeinschaftlichen Haushalt investiert oder die Betreuung für gemeinsame Kinder übernimmt.

    Sollte der finanziell besser gestellte Partner z. B. einen Urlaub finanzieren oder einen Satz neue Reifen, dann ist dies ein Give away, sollte aber m. E. keinesfalls auf einem Anspruch basieren.

    • (18) 10.05.17 - 15:56

      Naja, wenn z. B. ein Arzt und eine Friseurin zusammen wohnen, wäre der Gehaltsunterschied schon sehr groß. Ich würde mich da als Mann nicht wohlfühlen, wenn ich einen Luxusschlitten fahren würde, Mitglied im Golfclub wäre, 3x im Jahr in Urlaub fahren würde, sowie jeden Monat 2000 Euro in Geldanlagen stecken würde, meiner Partnerin, die trotz VZJob nur ein Bruchteil meines Gehalts verdient, exakt 50% aller Kosten aufzubürden.
      Wie will man dann die Partnerschaft gestalten? Während er auf die Malediven fliegt, sitzt sie zu Hause, weil das Geld nicht für Urlaub reicht? Während er Luxusklamotten trägt, kauft sie ihre bei Kik?

      Deine Meinung würde ich eher bei WG's ansetzen, bei einer Paarbeziehung möchte man doch ein gemeinsames Leben zusammen auf einem Niveau führen...

      • (19) 11.05.17 - 08:49

        Ist schon ein extremes Beispiel und wird in der Realität wahrscheinlich Seltenheitswert haben. Mir ging es da eher um den vermeintlichen Anspruch des einen Partners.

        Was ist denn das für ein Arzt, der 2000 Euro im Monat für Geldanlagen hat, obwohl er schon einen Luxusschlitten hat, viel in den Urlaub fliegt und noch den Golfclub bezahlt.

        Grundsätzlich stimme ich dir aber zu.

    (21) 11.05.17 - 08:02

    >>..und wenn ich ihn liebe, lasse ich mir nicht alles bezahlen. Wer sich seine Liebe bezahlen lässt, prostituiert sich.<<

    Ernsthaft? Hier geht es lediglich um die Miete und ein paar Zusatzkosten. Im Gegenzug könnte Beide einen Betrag X auf einem geneinsamen Konto ansparen, damit der Partner seiner Partnerin nicht den Urlaub zahlen muss #zitter

(22) 10.05.17 - 15:27

Und wenn er nicht alles zahlt, liebt er sie nicht genug?

Entweder zahlt jeder einen bestimmten Betrag, wie eben 500/500 Euro ein. Oder man nimmt das Konto als generelles Haushaltskonto und jeder zahlt von seinem Gesamteinkommen einen bestimmten Prozentsatz (lass es 60 oder 70% sein) und jeder bedient sich daraus nach Bedarf z.B. auch in Sachen gemeinsame andere Ausgaben (Einkäufe, Internet, Urlaube).

Übrigens komme ich bei Dir bei 910 Euro plus Unterhalt plus Kindergeld auf ca. 1550 Euro. Du darfst ja die Kosten für Dein Kind nicht einfach abziehen, so wie bei ihm, da Dein Kind ja z.B. ein Zimmer bei Euch hat, was mit seinem Arbeitszimmer gleichzusetzen ist. Im Unterhalt ist also sozusagen ein Mietanteil dabei.

Warum hilft er denn nicht mehr im Haushalt bzw. wie hat er seinen Singlehaushalt vorher organisiert?

(24) 10.05.17 - 13:25

Hallo,
ich würde die Kosten für die Miete /Versicherung / Strom etc. zu 50/50 aufteilen, genauso wie ihr es jetzt auch schon macht.
Dein Kind benötigt ein extra Zimmer, er hat dafür sein Büro, das gleicht sich also aus.

Bei den weiteren Kosten, wie Lebensmittwl, würde ich auch Hälfte/Hälfte machen (und nicht er zahlt 2/3 und du 1/3 weil er mehr verdient #kratz). Du bist zu zweit und er alleine, da kommst du dabei sogar noch gut weg.

So haben es mein Freund und ich gehandhabt (ich habe auch ein Kind mitgebracht, habe aber mit meinem Gehalt + Kindergeld + Kind-Unterhalt sogar 450€ netto mehr), als wir noch nicht so lange zusammen waren, nach ein paar Jahren haben wir uns dann entschlossen, nur noch ein gemeinsames Konto zu haben.

  • (25) 10.05.17 - 13:33

    Hatte ich noch vergessen, den Haushalt teilen wir uns schon immer.
    Ich bin eher zu Hause, sodass ich bis er kommt, das meiste schon erledigt habe. Er hängt trotzdem auch oft Wäsche auf und/oder ab, kann die Waschmaschine bedienen und auch die Spülmaschine ;-) und ist er mal eher zu Hause, dann hat er schon gesaugt (machen wir täglich wegen dem Hund).
    Fenster putze fast immer ich, außer die großen Dachfenster, da komme ich schlecht dran.
    Er lässt jeden Morgen den Hund raus, ich morgens nie, außer ich habe frei.
    Wir rechnen das Ganze nicht auf.

Top Diskussionen anzeigen