Begegnung mit dem EX

    • (1) 11.05.17 - 07:53
      *zulangsamfürHallo

      Ich habe hier in den letzten Tagen mehrere ähnliche Geschichten gelesen, und vielleicht habt ihr auch zu meiner einen netten Rat?

      Ich bin vor ein paar Tagen meinem Ex auf der Straße über den Weg gelaufen. Die Beziehung ist 15 Jahre her, war recht kurz, und ging wegen Entscheidungen für unterschiedliche Studienorte auseinander.
      Bei dieser Begegnung neulich war ich zu sehr in Gedanken, so dass es vom Sehen bis zum Erkennen gerade noch gereicht hat. Für ein "Hallo" war mein Mund schon viel langsamer als mein Gehirn, und schon waren wir aneinander vorbeigegangen.

      Seitdem denke ich wieder an diese Beziehung. Ich würde gerne wissen, was er macht, ob er glücklich ist, und die Liebe gefunden hat.

      Ich habe ihn damals verlassen, und ich weiß von damaligen Bekannten, dass ihm das sehr weh getan hat. Jetzt würde ich einfach nur gerne wissen, ob er sein Glück gefunden hat, und dass das alles nach so langer Zeit vergeben und vergessen ist, und die gemeinsame Zeit damals vielleicht sogar eine schöne Erinnerung ist. Macht das alles Sinn?

      Mir würde es bei einem Kontakt zu diesem Ex nur darum gehen, so etwas wie eine Absolution zu bekommen. Ich weiß, dass die Entscheidung damals richtig war, auch wenn die Ausführung ein bisschen unreif war.

      Ich habe schon versucht, ihn auf verschiedenen sozialen Netzwerken zu finden, weil ich ihm das gerne geschrieben hätte, aber da ist nichts zu finden.

      Jetzt merke ich, wie mein Gedankenkarusell im Kreis läuft, und wie ich ihm eine Gegenwart andichte, so wie ich sie mir für ihn wünschen würde. Manchmal ertappe ich mich sogar dabei, wie ich denke "Was wäre diese Begegnung vor ein paar Jahren schon gewesen wäre?"
      Und klar, glorifiziere ich dabei die Zeit früher manchmal. Dann fallen wir seine Macken wieder ein, und ich weiß genau, dass das auch wenn wir am selben Ort geblieben wären, nicht mehr lange gegangen wäre.

      Ich habe seit ein paar Jahren übrigens den für mich perfekten Partner an meiner Seite, und wir werden noch dieses Jahr heiraten. Glaubt ihr, dass das mit diesem "sich mit der Vergangenheit befassen" zu tun hat?

      Und glaubt ihr, dass solche nostalgischen Gedanken an eine Jugendliebe schon illoyal meinem Partner gegenüber sind?
      Und wie komme ich mit meinen Gedanken wieder in die Gegenwart und die Zukunft? Oder ist es vielleicht sogar nötig, vor der Hochzeit noch ein bisschen in der Vergangenheit zu verbringen - nur im Kopf wohlgemerkt!

      • (2) 11.05.17 - 08:14

        Hi,

        Ich habe mehrere solcher Ex-Partner, die ich verlassen habe und die danach totunglücklich waren. Ich würde mir auch wünschen, zu wissen, dass es ihnen heute gut geht und sie mir verziehen haben. Mit zweien bin ich auf Facebook befreundet und weiß zumindest, dass sie liiert sind. Wie glücklich, kann man ja von außen immer nicht sagen.

        Ich werde diese Männer nicht kontaktieren. Ich habe ihnen einmal weh getan, ich muss nicht erneut in deren Leben auftauchen und im schlechten Fall alte Gefühle bei ihnen hochkommen lassen und ihr Leben durcheinander bringen. Ich habe denen einmal weh getan, es wäre wohl sehr egoistisch, in Kauf zu nehmen, dass das womöglich nochmal passiert, nur damit ich mein schlechtes Gewissen vielleicht etwas beruhigen kann.

        Ich habe auch einen Ex, der meine große Liebe war und bei dem ich immer dachte "irgendwann wird das vielleicht nochmal was mit uns." Jetzt sind wir beide mit anderen verheiratet und haben Kinder. Wenn der sich bei mir melden würde, der hätte auch das Potential, gehörig mein Leben durcheinander zu bringen. Ich liebe meinen Mann und weiß auch, dass er der viel bessere Partner für mich ist und darum würde wohl nichts weiter passieren, selbst wenn dieser Ex sich jetzt angenommen überraschend an mich ran werfen würde. Ich bin aber dankbar, dass dies allem Anschein nach wohl nie passieren wird, denn ich möchte kein Gedankenkarussel und meine Gefühle sollen nicht auf die Probe gestellt werden.

        Wie viele Gedanken um die Vergangenheit du dir vor der Hochzeit guten Gewissens machen darfst? Im Grunde sind die Gedanken ja frei. Ich habe in der Vergangenheit eher die Erfahrung gemacht, dass es nicht so förderlich ist, zu viel Kopfkino zuzulassen. Aber wer weiß, vielleicht war das auch manchmal der Antrieb, den ich brauchte, um aus nicht funktionierenden Beziehungen auszubrechen. Ich hatte vor ein paar Wochen nach langer Zeit bzw eigentlich das erste Mal in meiner Beziehung zu meinem Mann eine Phase, in der ich intensiv an jemand anderen denken wollte. Ich habe es zugelassen, weil es eine Frau war und es hat nach ein paar Tagen wieder aufgehört und meiner Beziehung nicht geschadet.

        Welche Gedanken du dir erlauben willst, musst du selber wissen. Handeln in Richtung Kontaktaufnahme würde ich nicht.

        • (3) 11.05.17 - 09:44

          Danke für deine nette Antwort.

          Nein, noch einmal weh tun will ich ihm bestimmt nicht. Und ich habe das noch gar nicht so bedacht, dass ich ihm vielleicht auch das Leben damit durcheinander bringen könnte. Das will ich natürlich nicht, nur weil ich jetzt am "Ich muss alle Ex-Beziehungen positiv abschließen Trip" bin.

          Antrieb, um aus nicht funktionierenden Beziehungen auszubrechen: ja, so kenne ich solche Gedanken auch. Aber am Ende der Gedanken momentan steht immer, dass ich doch froh bin, alles so entschieden zu haben, wie ich es entschieden habe.

          Kontaktaufnahme ist ohnehin ausgeschlossen - er scheint ja nicht gefunden werden zu wollen. Wahrscheinlich auch besser so.

      (4) 11.05.17 - 08:26

      Hallo,

      Kontaktaufnahmen zu irgendwelchen Exen dienten meinerseits immer nur dazu, endgültig mit ihnen einen Abschluss zu finden. Das klingt jetzt, als hätte ich zig Exen verschlissen, in Wahrheit waren es jedoch nur zwei, bei denen noch etwas für mich Ungeklärtes im Raum schwebte. Das war mir aber erst immer hinterher bewusst. Meist fielen die Gedanken auch mit Veränderungen in meinem Leben, dem Beginn von neuen Abschnitten, zusammen. Das ist ja bei dir ganz ähnlich.

      Übrigens waren rein formal betrachtet beide Kontakte an sich wenig ergiebig. Man tauschte ein paar wenige Worte, rekapitulierte kurz und knapp das Geschehene, wobei ich bei Beiden feststellte, wie sehr sich deren Wahrnehmung doch von meiner unterschied. Das hat mich bei dem einen Ex gar zunächst ziemlich wütend hinterlassen. Was aber prinzipiell gut war, denn genau diese Wut habe ich anscheinend gebraucht, um einen Deckel draufzumachen.

      Vielleicht hilft dir das ein wenig.
      Verurteilen würde ich mich wegen solchen Gedanken nicht.

      LG

      • (5) 11.05.17 - 09:48
        *zulangsamfürHallo

        Danke für deine Meinung :)
        Ja, ich glaube auch, dass mein aktuelles Auseinandersetzen mit der Vergangenheit mit dem neuen Abschnitt zu tun hat. Da war ich auch schon immer so.
        Manchmal hat das tatsächlich dazu geführt, eine Entscheidung zu überdenken und zurück auf Anfang zu gehen. Im Moment bestärken mich aber die Gedanken zu meiner Vergangenheit im Hinblick auf die Zukunft.

        Und dass er das alles vielleicht ganz anders wahrnehmen könnte, habe ich so noch gar nicht gesehen.

    Wenn ich auf der Autobahn fahre, frage ich mich nie ob es auf der Bundesstrasse besser gelaufen wäre. Noch nicht mal, wenn ich im Stau stehe.

  • Ich würde es lassen. Keine Ahnung, was nun der Auslöser war. Vielleicht hat er dich erkannt und kein Interesse an einem Gespräch/Gruß gehabt. vielleicht hat er dich auch nicht erkannt und es ging ihm wie dir.

    Vielleicht sollte man sich selbst nicht so wichtig nehmen und Vermutungen anstellen, dass der Ex womöglich Jahrzehnte lang unter der damaligen Trennung gelitten hat. Selbst wenn er heute unglücklich wäre, weißt du dennoch nicht, ob deine Trennung wirklich die Ursache war und sich so nachhaltig ausgewirkt hat.

    Wenn er jemals das Bedürfnis gehabt hätte, mit dir in Kontakt zu treten, wäre es möglich gewesen. Du scheinst ja in sozialen Netzwerken aktiv und zu finden zu sein.

    Außerdem glaube ich nicht, dass einem jemand nach so langer Zeit gleich sein Herz ausschüttet und wahrheitsgemäß aus der eigenen Beziehung plaudert. Ich würde niemandem, den ich jahrelang nicht gesehen habe und mit dem die Trennung eher suboptimal abgelaufen ist, von meinen möglichen Problemen in der Beziehung und in den Ex-Beziehungen erzählen.

    Hak es ab, er sah offensichtlich nicht verwahrlost aus und war am Leben.

    • Ich glaube schon, dass er mich auch erkannt hat. Aber ich hatte Kopfhörer auf, und habe keine Anstalten gemacht, stehen zu bleiben und sie auszustöpseln.
      Ein bisschen erschrocken hat er dreingeschaut :)

      Nein, ich weiß natürlich, dass er mir nicht jahrelang nachgetrauert hat. Ein paar Monate - habe ich so erzählt bekommen. Danach mal hat jemand von einer Freundin, die er im Ausland hat, erzählt, und dann habe ich nichts mehr gehört. Bis eben letztens.
      Ich für meinen Teil war einfach überrascht, dass wir nach all der Zeit offenbar doch wieder in der selben Stadt sind.

      Ich hätte es einfach nur gerne geschafft zu sagen "Hallo. Wie gehts dir?"; und ich weiß schon, dass ich darauf eh nur gehört hätte "Danke. Gut."

      Aber wahrscheinlich hast du recht, und er will nichts mehr von mir wissen. Mich kann man noch mit den Infos von damals finden.

Hey,

ich finde das alles normal vor der "endgültigen" Hochzeit.
ABER: bitte lass das mit dem Kontakt aufnehmen. Was bringt es dir außer vermeintlich Gefühlschaos?
Der Mann geht seinen Weg und du auch und fertig. Er wird sich genau wie du wahnsinnig verändert haben und ob er eine neue Partnerin hat ist doch irrelevant. Selbst wenn du es ihm wünschst, muss es ja nicht an dir liegen dass es nicht so ist.
Lass das einfach hinter dir. Alles andere ist Kinderkram.

Lieben Gruß

Wenn Dein Ex Interesse an Deiner Person gehabt hätte, hätte er Dich sicherlich angesprochen, hat er aber nicht!

Hättest Du ihn nicht getroffen, wäre es Dir scheißegal, was er macht und wie es ihm geht, oder? ;-)

Also, wenn wieder so ein Gedanke kommt, dann ignoriere ihn. Das funktioniert und irgendwann sind die Gedanken weg.

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