Partner soll Sorgerecht für sein Kind übernehmen, zu dem er bis jetzt keinen Kontakt hat

    • (1) 18.05.17 - 07:53

      Mein Freund und ich sind seit ca. 2,5 Jahren zusammen. Wir wünschen uns auch Kinder und sind schon seit mehr als 1,5 Jahren am hibbeln. Er hat schon einen Sohn (4 Jahre), ich habe noch keine. Mit der Mutter war er nie zusammen, der Bub ist das "Ergebnis" eines One-Night-Stands. Seinen Sohn hat er nur ein paar mal gesehen, dann hat das mit dem Besuchsrecht nicht geklappt (ging immer von der Mutter aus).
      Diese Woche hat er einen Brief vom Jugendamt erhalten, mit der Frage, ob er das Sorgerecht beantragen möchte, weil der Mutter dieses womöglich entzogen wird. Ich bin irgendwie total vor den Kopf gestoßen. Ich möchte gerne Kinder, aber so von heute auf morgen eine vierjährigen Buben (den ich nicht kenne und von dem ich auch nicht weiß, was bisher in der Familie vorgefallen ist) aufzunehmen, macht mir schon ziemlich Angst. Dazu kommt, dass keiner in meiner Familie (mit der wir unter einem Dach leben) und meinem Umfeld von seinem Kind weiß (das wollte er nicht).

      Reden will er irgendwie auch nicht mit mir darüber. Er soll sich in zwei Wochen entscheiden und darauf angesprochen meinte er, es sei ja eh "seine" Entscheidung und wenn wir ein Kind adoptieren würden, wäre es auch nichts anderes.
      Ich bin anderer Meinung. Und wahrscheinlich wäre ich auch die Hauptbetroffene, weil eigentlich immer klar war, dass die Erziehung unserer Kinder einmal ich übernehmen würde. Bin ich egoistisch, wenn ich nicht sofort ja sage?

      • Das Sorgerecht für ein Kind haben heißt meines Wissens nach nicht, dass das Kind auch bei ihm wohnen muss. Genauso gut kann es bei bspw. den Eltern der Mutter aufwachsen und diese bekommen den Sorgerechtsteil der Mutter, aber wenn er ebenfalls das Sorgerecht für das Kind bekommt, ist er als gleichberechtigter Elternteil eingetragen und kann Entscheidungen mittragen.

        Und als verantwortungsvoller Vater sollte er das auch tun, da hast Du in der Tat überhaupt kein Mitspracherecht.

        • Es geht hier aber sicher auch darum, dass das Kind bei ihm leben soll. Die familiäre Situation der Mutter kenne ich nicht genau, weiß aber, dass ihre Eltern sich sicher nicht um den Buben kümmern werden. Die Frau hat insgesamt sieben Kinder, die vier ältesten sind im Kinderdorf. Zu denen hat sie auch keinen Kontakt mehr (den wollte sie selbst nicht mehr). Das fünfte Kind ist das Kind meines Mannes und danach hat sie mit einem neuen Partner gleich noch zwei Kinder innerhalb von zwei Jahren bekommen.

          • Hallo.

            Ich finde es traurig, wie jetzt schon über den Kleinen geredet wird bzw. dass er jetzt schon nicht willkommen ist. Und ich denke mal nicht, dass er so einfach bei euch "abgeschoben" wird. Das wird bestimmt auch noch kontrolliert werden. Warum hat er nicht selber den Kontakt aufrecht gehalten bzw. aufgenommen. Ihr scheint beide kein großes Interesse an SEINEM Kind zu haben. Lieber macht ihr euch eure eigenen und gut ist. Egal, wie es dem Kleinen dabei geht. Versucht doch erst mal Kontakt mit dem Kleinen aufzunehmen, um euch anzunähern. Er ist sicherlich auch nicht glücklich über diese Situation.

            LG

          • Trotzdem kann er doch erst einmal das Sorgerecht annehmen, oder?

            (6) 18.05.17 - 17:54

            "Die Frau hat insgesamt sieben Kinder, die vier ältesten sind im Kinderdorf. Zu denen hat sie auch keinen Kontakt mehr (den wollte sie selbst nicht mehr). Das fünfte Kind ist das Kind meines Mannes und danach hat sie mit einem neuen Partner gleich noch zwei Kinder innerhalb von zwei Jahren bekommen."

            Ich würde mich eher mal fragen, ob ich mit einem, der sich mit einer solchen Frau einlässt (One-Night-Stand hin oder her), Kinder planen will.

      Auch wenn immer klar war, dass du die Erziehung eurer Kinder einmal übernehmen würdest: dieses Kind ist nicht dein Kind und du hast kein Mitspracherecht. Also musst du auch keine Erziehung übernehmen, das muss der Vater. Dass du es natürlich herzlich willkommen heissen kannst, sollte aber schon drin sein. Nur musst du dich abgrenzen und das auch dem Vater jetzt schon klar sagen. Nur so kann das gut gehen.

      Wenn der Vater vorhat, alleine zu entscheiden, ob er den Kleinen aufnehmen möchte (was zu hoffen ist für das arme Kerlchen), dann muss er auch die damit verbundene Verantwortung und Arbeit übernehmen und nicht einfach dir aufs Auge drücken. Seine alleinige Entscheidung - sein Kind. Seine Verantwortung und seine Pflichten.

      • Ergänzung: ich eine nicht, dass du nichts mit dem Kind zu tun haben sollst, aber es geht z.B. nicht an, dass du gegen deinen Willen deine Berufstätigkeit und die damit verbundene finanzielle Unabhängigkeit aufgibst. Das muss dann eben dein Partner leisten. Ebenso wenig geht es an, dass die Arbeit an dir hängen bleibt. Das Kind im Alltag zu integrieren und liebevoll zu behandeln, ist natürlich selbstverständlich hingegen.

        Ihr seid erst 2 Jahre lang zusammen. Da zu verlangen, dass du dein ganzes Leben nun gegen deinen Willen umkrempeln und dich in eine vom Mann abhängige Position begeben sollst, geht gar nicht.

        Ich schreibe das so, weil ich gerade hier im Forum immer wieder lese, dass hier in Deutschland die Rollenverteilung größtenteils doch sehr traditionell ist und weil du auch angedeutet hast, dass es auch bei euch so sein soll.

    Hallo

    er ist der Vater von diesem Kind und ich würde keine Sekunde zögern einem Kind ein zuhause zu geben auch wenn es nicht mein eigenes ist.

    Was muss denn da vorgefallen sein das dass Jugendamt so handelt. Der arme kleine Wurm.

    Wie schlimm muss es sein in einer Welt aufzuwachsen wo niemand dich will.

    Die Sache mit den Besuchsangelegenheiten kann er sich auch schon zu 50 % selber ankreiden weil wo ein Wille da ist auch ein Weg. Im Moment wird er halt mit dem "Fehltritt" konfrontiert und viele Männer neigen dazu es auszuschweigen während wir Frauen es gerne "tot reden "

    Da du nicht willst machst du ihm die Entscheidung aber auch nicht einfach. Weil das gibt ihm das Gefühl zwischen dir und seinem Sohn wählen zu müssen.

    In diesem Fall würde ich meinem Partner zugestehen seine Entscheidung trifft er und ich trage sie mit. Ohne dann hinterher mit Vorwürfen zu kommen.

    Allerdings tendiere ich bei deinem Post dazu mir zu denken das dieser Junge am besten bei jemanden unterkommt der ihn wirklich haben will. Denn nur dann kann er seelisch gesund aufwachsen

    Gruß
    Corinna

Ich wäre auch erstmal vor den Kopf gestoßen. Schließlich hast du mit der ganzen Sache nichts zu tun gehabt. Nun seid ihr jedoch ein Paar und sitzt "im Boot".

Meine Meinung ist aber, dass das arme Kind hier am allerwenigsten etwas für diese doofe Situation kann. Solche Kinder tun mir unfassbar leid. Der Mutter soll das Sorgerecht entzogen werden, d.h. es muss etwas (gravierendes) vorgefallen sein.

Und dein Partner war einfach zu 50% an der Entstehung des Kindes beteiligt. Meiner Meinung nach wäre es falsch und feige, wenn man sich einfach so aus der Situation "davonstiehlt" und keine Verantwortung übernimmt.

Letztendlich hängt die Entscheidung bei deinem Partner.

  • Mir ist durchaus bewusst, dass er als Vater auch Verantwortung übernehmen soll und ich wollte auch nie eine Geheimnis um sein Kind machen (wie es jetzt der Fall ist).

    Wenn das Kind zu uns kommt, dann soll es aber auch aufwachsen, wie "unser" Kind. Ich will dann da keinen Unterschied machen. Nur habe ich halt auch noch keine Kinder und somit auch keine Erfahrung. Und ich fürchte, wenn man der Mutter das Kind wegnehmen will und es in eine völlig fremde Umgebung kommt, wird das nicht so einfach werden. Und ob ich damit umgehen kann, weiß ich nicht (mein Partner meint, wenn ich das nicht kann, dann kann es keine).

    Er geht im übrigen schon davon aus, dass er weiterhin ganztags arbeiten geht und ich (gehe derzeit auch Vollzeit arbeiten) und meine Eltern (die ja noch gar nichts wissen) sich dann um den Bub kümmern.

    Ich möchte auf jeden Fall eine gute Lösung für den Jungen und es tut mir auch sehr leid, dass er in so schwierigen Verhältnissen aufwächst. Es tut mir halt weh, dass man als Betroffene da so gar nichts zu sagen hat und es scheinbar unmöglich ist darüber auch offen zu reden. Und wenn man mögliche Probleme anspricht sofort als verantwortungslos und egoistisch hingestellt wird.

    Für mich wäre es sicher im meinen Leben das einschneidenste Erlebnis. Was passiert wenn ich mit dem Jungen gar nicht klar komme oder die Mutter in ein paar Jahren wieder das Sorgerecht möchte?

    • >>Er geht im übrigen schon davon aus, dass er weiterhin ganztags arbeiten geht und ich (gehe derzeit auch Vollzeit arbeiten) und meine Eltern (die ja noch gar nichts wissen) sich dann um den Bub kümmern.<<

      Diesen Zahn würde ich ihm SOFORT ziehen.

      1. Er entscheidet allein und andere tragen das Ergebnis geht mal gar nicht.

      2. Das Kind ist sicher traumatisiert oder seelisch verletzt und braucht seinen VATER und erst danach weitere Bezugspersonen. Das auch mit Blick darauf, dass vielleicht eure Beziehung mal scheitert. Natürlich kannst auch du mal das Kind von der Kita holen oder so.

      Aber primär muss ER für das Kind da sein und seinen Alltag verändern.

      Da würde ich kompromisslos und knallhart sein, dem KIND zuliebe.

      LG Küstenkönigin

      und meine Eltern (die ja noch gar nichts wissen) sich dann um den Bub kümmern.

      Was haben denn Deine Eltern damit zu tun? Das kann er doch nicht einfach so planen.
      Es wird wohl eher darauf hinaus laufen, dass er TZ oder gar nicht mehr arbeitet, denn das ist oft mit einem möglicherweise traumatisierten Kind nicht mehr möglich.

      Ich kann Dich verstehen. Wir haben uns mal eine Zeit lang wegen unerfüllten Kinderwunsches mit der Möglichkeit einer Adoption auseinandergesetzt. Aber da wir aufgrund unseres Alters dann vermutlich auch eher ein Kind im Alter Deines "Stiefsohnes" bekommen hätten, haben wir von dem Gedanken Abstand genommen. Als kinderunerfahrenes Paar haben wir es uns schlicht nicht zugetraut, einem Kind gerecht zu werden, dass vermutlich schon einen ziemlichen Rucksack mit sich schleppt.

      Ich finde daher, dass zumindest mal die Entscheidung, ob der Junge auch bei Euch leben soll, nicht allein die Entscheidung Deines Freundes ist. Das müsst Ihr zusammen entscheiden. Vor allem und noch viel mehr, wenn er von Dir erwartet, dass Du Dein Leben umkrempelst, und er so weitermachen kann, wie bisher. In erster Linie ist es ja mal SEIN Kind.

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