Trauma? Wutausbruch? Wie soll ich damit umgehen?

    • (1) 29.05.17 - 07:59
      Nanunanina

      Ich habe seit einem halben Jahr nach fast 13Jahren Pech in der Liebe einen Partner. Wir verstehen uns eigentlich super und ergänzen uns sehr gut.

      Wir haben beide ein Kind (er alleinerziehend wie ich) und wir verbringen so viel Zeit miteinander wie nur möglich.

      Ich fühle mich wirklich glücklich mit ihm und ich weiß er ist ein guter Mensch.

      Nur hat er nun schon 2x ziemlich dolle Wutauabrüche gehabt. Für mich in unverständlichen Situationen und Dingen die man auch ruhig klären können.

      Ea stellt sich wohl heraus dass die Gründe in seiner Kindheit den Ursprung finden.

      Er sagt er habe viel an sich gearbeitet und es schon sehr gut in den Griff bekommen. Früher habe er Gegenstände kaputt gemacht.

      In dem Moment wo er diesen Ausbruch hat da pocht mein Herz so doll... Ich höre und spüre es in jeder Ader pochen. Ich war selbst total erschrocken über die je Situation, mein Herzpochen... Er brüllt herum, schreit Dinge die tief verletzend letzend sind.

      Er will das nicht aber es passiert und es tut ihm nachher sehr leid.

      Es rührt aus seiner Kindheit. Da wird im. Gehirn irgendwas getriggert und dann kommt es raus.

      Ich habe ihm gesagt dass ich es für mich und auch für mein Kind nicht will.

      Nun vergleicht er uns. Er müsste ja meine Launen auch kompensieren und liebt mich trotzdem.

      Ich würde ihn ja nicht akzeptieren und lieben wie er ist. Er sei nunmal nicht perfekt. Usw.

      Irgendwie habe ich das Gefühl er verdreht gerade die Problematik. Von sich auf mich?!

      Ich habe Launen.... Ich bezeichne sie jedoch noch als normal. Wenn er mal rugig ist und nachdenklich oder schlapp und müde.... Das kann ich ab. Da kann ich ihn nehmen wie er ist!

      Wahrscheinlich weiß er dass er es nicht unter Kontrolle hat?

      Ich bin echt überfordert. Er ist ein guter Mensch und zum etsten mal seit meiner Ehe wollte ich mit jemanden alt werden. Konnte ich es mir zumindest vorstellen.

      Ich weiß nicht was ich sagen oder tun soll....

      • Für mich macht es schon einen Unterschied, ob man eine Laune hat und zickig ist oder ob man aus so einer Laune heraus unkontrolliert herumbrüllt. Sind die Kinder da dabei gewesen? Dann wäre für mich der Ofen sowieso komplett aus.

        Dass er mit Deiner Art zurecht kommt beweist doch nur, dass man das besser ertragen kann. Dieses Herumgebrülle sicherlich nicht. Gerade wenn es aus Situationen kommt, die man vorher als nicht so schwerwiegend eingestuft hat. Dann ist das immer so, als lebe man mit einer tickenden Zeitbombe und es ist keine Zeitanzeige angebracht.

        Überleg Dir gut ob es das wert ist, gerade wenn es um die Kinder geht.

        Ich würde ihm erklären, dass man "Macken" nur soweit tolerieren kann, bis sie Grenzen überschreiten. Die Macke X und Y sind tolerabel. Diese Macke ist es nicht mehr.

        Er muss daran wieder aktiv arbeiten. Wenn er das nicht einsieht, musst du dich entscheiden.

        LG

        >>>Wie soll ich damit umgehen?<<<

        Ich würde damit gar nicht umgehen wollen und können.

        Du reagierst körperlich auf seine Ausbrüche und hast Angst. Wieviel mehr Angst wird in so einer Situation ein Kind empfinden?
        Und ständig hängt das Damoklesschwert über dir (und den Kindern), wann er wieder einen Ausbruch hat.
        Das kann und wird wahrscheinlich dazu führen, das du bemüht sein wirst, bestimmte Situationen zu vermeiden, irgendwie krampfhaft zu umschiffen.
        Willst du das?

        >>>Er will das nicht aber es passiert und es tut ihm nachher sehr leid.<<<

        Das liest man auch immer wieder von Männern, die ihre Frauen schlagen.

        Wenn er das wirklich nicht will, soll er was dagegen unternehmen, mit der Zeit kann die Hemmschwelle für sein Ausflippen sonst immer niedriger werden.

      • Wie ich weiter damit umgehen könnte, würde ich davon abhängig machen, ob er wirklich an sich arbeiten will und eine Therapie macht. Nur davon hinterher reden, dass man das nicht wollte und dass es einem leid tut, hilft nämlich null. Dir nicht, ihm nicht und den Kindern schon gar nicht.

        Ich wünsch dir Glück!

        Lea

        Schwierig, wenn ein erwachsener Mann sich so wenig im Griff hat, dass er auch mit einem Wutanfall, den ja jeder von uns mal kriegen kann, umgehen kann. Auch schwierig, das immer auf "die Kindheit" zu schieben. Ja er verdreht die Problematik - und das ist ja so bequem - da muss man sich den eigenen Problemen nicht stellen und hat flugs einen Schuldigen. Das gibt es leider in sehr vielen Variationen.

        Ich mag das nicht. Entweder ich bin erwachsen und kann mich auch mal zusammenreißen oder ich lass die Finger von einer Beziehung, wo dann auch noch andere darunter leiden.
        Mein Mann hat nur EINMAL in 35 Jahren einen unkontrollierten Wutanfall bekommen, flitzte dann aber in seine Werkstatt und reagierte sich dort ab. Hat mich aber in keinster Weise verbal verletzt oder ähnliches. Als er wieder hochkam, machte ich ihm ruhig aber bestimmt klar, dass das auch anders gehen muss.
        Mal ein Gewitter - selbstverständlich - aber nie so, dass man Angst bekommt, und das bekommst Du, sonst würde Dir nicht das Herz bis in den Hals schlagen.
        Zieh Dir bitte nicht den Schuh an, dass er den Spieß umdreht - und sag ihm das auch so. Es ist SEIN Problem - und Du willst nicht akzeptieren, dass er es zu Deinem macht. Die Kinder bekommen das ja auch mit und dann auch noch die Beleidigungen....schlimm.

        LG Moni

      • Da Kinder mit im Spiel sind, würde ich nicht lange fackeln und ihm ein Ultimatum stellen.

        Auch wenn es jetzt schmerzt und dich und ihn verletzt, aber besser jetzt eine klar Forderung stellen und wenn das nochmal passiert, ich würde gehen.

        Gewöhne dich nicht daran. Suche keine Ausreden für sein Verhalten und entschuldige es nicht.

        Wie schon kuestenqueen geschrieben hat, er muss an sich arbeiten um das/sich in den Griff zu bekommen.
        Alles Gute und beschütze dein Kind davor

        Also mein Mann hat auch Wutausbrüche und am Anfang war das sehr befremdend für mich. Er motzt rum, er brüllt auch und tobt, wütend dann meist durch Garten oder Werkstatt, konstruktive Gespräche nicht möglich.

        Ich bin ein sehr friedfertiger Mensch und kenne sowas gar nicht.

        Allerdings wurde mein Mann nicht einmal mir gegenüber persönlich beleidigend, aber es nagte - gerade am Anfang - eine tiefe Angst in mir, was ist wenn ich mal irgendwann diese Wut auslöse und alles abkriege?

        wir haben viel darüber geredet, was ich tun kann, wie ich mich verhalten soll, einerseits aus dem Weg gehen und in Ruhe lassen, dann kommt aber diese Phase wo er dann wütend ist, wenn ich keine Antworten gebe #augen
        Ich bin auch schon abgehauen, durch die Stadt gelaufen - hilft nix so richtig.
        Beim letzten schlimmen Anfall hab ich dann gesagt, so, das mach ich so nicht weiter mit. wir müssen Lösungen finden, oder Du gehst zur Therapie.

        Seit über einem Jahr ist Ruhe. kleine Anfälle ja, selten. wenns losgeht dann nimmt er seine Globulis, die ihm helfen runterzukommen, oder ich mache ihn darauf aufmerksam, warum und dass er so gereizt ist. Dann reden wir oder Globulis oder gehen uns mal aus dem Weg.

        Manchmal explodiert er dennoch, dann tobt er sich kurz aus (köperlich auspowern hilft immer), oder ich schreie zurück, lach - und ne Stunde später ist Ruhe und wir können reden. zusätzlich ist ein Haupt-trigger-Thema, das den Stress immer auslöste für ihn gelöst.

        Wie gesagt, wichtig für mich war, es sind nie verletzende Worte mir gegenüber gefallen, damit könnte ich definitiv nicht umgehen, dann wäre ich ich weg. ich kann so etwas dann nämlich nicht vergessen.

        Lichtchen

        Naja, ich würde es nicht unbedingt Glück nennen, was Du da hast.

        Mir gefällt absolut nicht, dass er versucht Dich schlecht zu machen. Angeblich kennt er doch sein Problem. Dieses Gleichsetzen der Launen heißt für mich, dass er nicht im Ansatz verstanden hat, dass die Stärke seiner Ausfälle über Normalmass hinausgeht, es aber durchaus gesund ist gelegentlich seinen Gefühlen freien Lauf zu lassen.

        Ich würde aufpassen, dass er die Vorfälle aus der Kindheit nicht als Ausrede benutzt um sich wie der letzte Arsch aufführen zu können.

        Wahrscheinlicher ist aber das ich auf Abstand gehen würde.

        (10) 30.05.17 - 07:37

        Mal abgesehen davon, dass ich niemals das ständige Gezicke/ die Launen einer Frau mitmachen würde und Trennung ganz klar das Ergebnis wäre, sind solche Wutausbrüche dennoch etwas was NULL geht und auch kein Vergleich.
        Außerdem finde ich es billig, sein Problem zu meines zu machen und auch mir sagen lassen zu müssen, dass man mich ja auch erträgt mit meinen Launen.
        Wenn er meint, er müsse dich ertragen, BITTE, kann er....aber es sind dennoch 2 völlig verschieden paar Schuhe und so eine Argumentation nur um sich zu verharmlosen, finde ich sehr ärmlich.
        Er soll dazu stehen und etwas dagegen machen oder gehen....

        Ich kann mir aber auch nicht vorstellen, dass jemande der so krasse Wutausbrüche bekommen kann, normalerweise ansonsten ganz normal ruhig ist und sorry, mein Kind mute ich sowas nicht zu, dafür liebe ich es zu sehr und ich habe die Verantwortung.

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