Partner gegen 2. Kind

    • (1) 30.05.17 - 15:06
      Enttäuscht

      Hallo,

      wie ich im Betreff geschrieben habe, ist mein Mann ganz klar gegen ein zweites Kind.

      Zuerst war das okay für mich, aber inzwischen bin ich doch sehr enttäuscht...
      Kurz zur Ausgangssituation:

      Ich bin 37, mein Mann ist 47, unsere Tochter ist 2.

      Mein Mann sagte von Beginn an, er wolle nur ein Kind. Ich sah das zuerst auch so. Dann war die Kleine da und es änderte sich einfach. Ich bin nicht der Typ, der alle Babies süss findet und hatte auch lange keinen Kinderwunsch. Aber dann war sie da und sie ist einfach sooo klasse - ich bin echt traurig, wenn ich mir überlege, das ich vorher gar nicht wusste, was ich verpasst habe! Klar, anstrengend ist es auch, sie ist ein recht forderndes, neugieriges Kind.

      Aber ich wäre einem zweiten nicht abgeneigt. Es müsste aber sehr bald sein - ich werde ja nicht jünger.

      Mein Mann ist klar dagegen - er ist älter als ich und merkt die "Belastung" einfach körperlich sehr stark (hat eh Schlafprobleme).

      Ich akzeptiere das natürlich. Aber dennoch: bin soo enttäuscht und auch traurig.

      Wem ging es ähnlich? Ändert sich das wieder?

      LG

      • Wenn er nicht möchte, dann ist das so.

        Da wird sich nichts groß ändern. Er sieht jetzt schon, wie ihn sein Kind fordert. Zwei Kinder sind nochmal eine ganz andere Nummer. Nicht umsonst heißt es:
        "Ein Kind ist kein Kind". (Also vom Aufwand her! Nicht dass hier gleich wieder geschrien wird).

        Erfreut euch an eurer gesunden Tochter und genießt das Leben!

        Gruss
        agostea

        (3) 30.05.17 - 19:59

        Hier ist es genauso.

        Mein Mann wollte das erste Kind mehr als ich. Im Gegensatz zu mir konnte er sich nicht vorstellen ohne Kind(er) glücklich alt zu werden.

        Nun ist unsere Tochter drei und ich denke seit Mitte der Schwangerschaft schon daran dass es ja nicht sein kann so ein Wunder nur einmal zu erleben. Ich bin so glücklich diesen Menschen kennen und begleiten zu dürfen und ich verstehe was andere mit "Wir sind noch nicht komplett" meinen.

        Aber meinen Mann überfordert es so sehr. Er findet nicht zu unseren Routinen, hat sich von Anfang an bei den einfachsten Sachen verweigert und diese Enttäuschung jeden Tag belastet unsere Beziehung so sehr, dass ich weiß das sie mit einem zweiten Kind komplett zum scheitern verurteilt wäre.

        Für mich stellt sich im Moment die Frage: "Kann ich damit auf Dauer umgehen?" Oder werde ich mich sowieso deshalb trennen. Und bin ich lieber ganz bald alleinerziehend mit zweien oder erst später mit einem Kind?

        • (4) 31.05.17 - 09:16

          Vielen lieben Dank - ich dachte mir doch, das die Situation so selten nicht sein kann!

          Wir kommen beide super klar mit der Süssen, das ist nicht unser Problem. Schade, das es bei euch so ist. Mein Mann ist der beste Vater den man sich wünschen kann. Wir haben z.B. auch die Elternzeit geteilt (erste Hälfte war ich zu Hause, die zweite er).

          Ich muss auf Dauer damit umgehen, da ich meinen Mann liebe und eine Trennung "nur" wegen dem zweiten Kind gar nicht in Frage kommt. Die würde ja auch das Problem nicht lösen! Dann stünde ich da, alleinerziehend, mit weiterhin einem Kind. Was hätte ich davon? Da müsste ich dann möglichst schnell einen neuen Partnern finden und ruck zuck ein Kind mit diesem bekommen - nee, wirklich nicht! Da ist mir unsere (wenn auch für mich jetzt unvollständige) Familie zu wichtig für.

          LG

      Hallo, mir geht es ähnlich. Mein Partner ist 48, ich 34. ich habe ein Kind (5). Er hat 3 erwachsene. Ich mache ganz oft Andeutungen auf ein gemeinsames Kind. Mittlerweile nach 2 Jahren Andeutungen sagt er nicht mehr NEIN!!! :) ich warte noch ab. :)

      • (6) 31.05.17 - 09:11

        Danke dir - abwarten ist jetzt aber leider nicht so die beste Option für mich. Wenn mein Mann eine Entscheidung getroffen hat, steht die.

    Du hast im Grunde nur zwei Möglichkeiten: jetzt entweder schnell Nägel mit Köpfen machen über deinen Mann hinweg oder verzichten. Muss man selbst mit seinem Gewissen vereinbaren.

Hallo!

Also bei Männern ist es meist so, das sie ihre Meinung in solchen Dingen nicht mehr ändern. Gerade in dem Alter nicht mehr. Er ist ja keine 20 mehr, wo er noch nicht weiss wo der Weg hin führt.
Er entscheidet für sich selber das ein Kind für ihn genug ist.

Im Grunde stellt sich nur die Frage ob du damit Leben kannst und auch ohne 2.Kind glücklich sein kannst.
Lass dir gesagt sein: Wir wollten damals auch 2 Kinder, allerdings ist es bei einem geblieben weil es mit dem 2. nicht mehr klappen wollte. Ich muss damit leben, ob ich will oder nicht.
Und was soll ich sagen: Es ist auch schön nur ein Kind zu haben........versuche darin mal die Vorteile zu sehen, nicht immer nur die Nachteile.

LG Sonja

  • (12) 31.05.17 - 13:15

    Vielen lieben Dank für deine Antwort!

    Ich werde lernen, damit zu leben, das steht außer Frage. Nur jetzt wo die Aussage meines Mannes frisch im Raum steht, empfinde ich es eben als enttäuschend und bin nicht glücklich damit.

    Vorteile an nur einem Kind sehe ich schon - für das Kind und auch für uns selbst.

    LG

Ich gebe zu, - ich bin ein bisschen schlicht im Gemüt.

Was ich niemals begreifen werde ist, daß man sich einen Partner sucht um mit ihm nach Möglichkeit die Zähne zusammen ins Glas zu legen, ohne ihn vorher auf seine Zeugungsfähigkeit und seinen Zeugungswillen (welcher sich ändern kann) zu prüfen. Könnte ja auch sein, daß es überhaupt nicht klappt mit der Reproduktion. Verlässt man dann einen ansonsten brauchbaren Kerl? Soviele gibt es davon nun auch nicht, wie man bitterer Weise hier oft lesen darf. Ich suche mir doch erstmal den Kerl aus. Wenn der nach dem ersten Kind sagt: "Ey das war es für mich!", dann packe ich doch nicht in meine Felle und ziehe in die nächste Höhle. Da bekomme ich u. U. ein zweites Kind aber vielleicht auch was an die Backen.

Fazit:
Kinder nur im beiderseitigen Einverständnis. Wenn man schon eines hat, darüber freuen und fertig

  • (14) 31.05.17 - 13:28

    Hallo,

    wie ich schon schrieb, ist es von meiner Seite überhaupt keine Option den Partner zu verlassen.

    Die Zeugungsfähigkeit bzw. den Zeugungswillen des Partners vorher prüfen? So ein Unsinn!!! Wir sind schon sehr lange zusammen, zu dem Zeitpunkt habe ich mir noch überhaupt keine Gedanken über Kinder gemacht. Bei mir selbst kam der Kinderwunsch eben spät - ich habe mich / meine Prioritäten geändert. So sind Menschen, das passiert!

    Natürlich freuen wir uns jeden Tag aufs neue über unser tolles, gesundes Kind.

    Träume / Wünsche wird man ja trotzdem haben dürfen....

    • Klar ändern sich Prioritäten, normal - schließlich macht man ne Menge mit. Dies ging auch nicht nur an Dich. Mein Mann und ich sprachen vorher nicht über Kinder, hatten aber immer irgendwelche Welpen und Fohlen zu Hause. Irgendwie war das ein gegenseitiges Abnicken.

      Träume und Wünsche sollte man sogar haben.... - sonst lohnt das Aufstehen morgens doch garnicht ;-).

Nunja, es gehören immer zwei dazu. Wenn Dein Mann nicht will, dann ist das so und Du mußt das akzeptieren.
Aber ich will Dir noch einen Denkanstoß geben: Du schreibst, dass er 47 Jahre alt ist.
Du bist also 10 Jahre jünger als er, schreibst aber gleichzeitig, wenn ein Kind, dann aber sehr bald, denn Du wirst ja nicht jünger.
Stimmt. Aber Dein Mann ist eben dies: nicht mehr jung. Und da ist es absolut verständlich, dass er sich all das Babygeschrei nicht mehr antun will, sondern einfach nur froh ist, dass eure Tochter so langsam aus dem Gröbsten raus ist.
Könntest Du Dir denn vorstellen, in 10 Jahren mit Ende 40 nochmal Mutter zu werden?
Ich könnte das nicht. Und ich finde es schon recht mutig, dass Dein Mann sich mit 45 Jahren noch für ein Kind entscheiden hat. Das hätten sicherlich auch nicht alle in seinem Alter. Von daher sie es als Kompromiss: er lies sich auf ein Kind ein, Du verzichtest dafür auf das zweite.
Und vergiss nie, was Du HAST: ein gesundes, tolles Kind, einen liebevollen Papa und eine glückliche Beziehung. Das ist weit mehr, als viele von sich behaupten können. :-)
Alles Gute!

  • (17) 01.06.17 - 12:29

    Vielen lieben Dank für diesen Denkanstoss!

    So hatte ich es tatsächlich noch nicht gesehen.
    ABER: Ich finde schon das es ein Unterschied ist, ob man mit 47 Vater oder Mutter wird. Nein, ich wollte definitiv nicht mit 47 Mutter werden. Wegen den Beschwerlichkeiten der Schwangerschaft und auch dem immer höher werdenden Risiko das das Kind eine Behinderung hat. Das ist ja so beim Vater nicht gegeben!

    Ich gebe mir ja Mühe, es zu akzeptieren und kann nur wiederholen, das ich absolut und uneingeschränkt glücklich bin über unsere großartige Tochter und meinen Mann über alles liebe.

    Aber einfach so nach dem Motto "okay, du möchtest nicht" und dann zack vergessen, klappt halt nicht :-).

    • Hallo!

      mein Mann ist 45 Jahre alt und ich 38. Unser erster Sohn ist 5 Jahre alt, mein Mann ist also mit 40 das erste Mal Vater geworden. Damals wollte er mehr als ich ein Kind :-).

      Als unser Sohn dann auf der Welt war, hab ich unseren 7 jährigen Altersunterschied schon gemerkt. Mein Mann ist deutlich ängstlicher und vorsichtiger als ich. Meine Schwiegermutter sagte häufig "Ja, späte Väter sind ängstlicher!"
      Ansonsten kümmert(e) er sich aber auch genauso um unseren Sohn wie ich, da habe ich keinen Unterschied gemerkt.
      Nichtsdestotrotz (unser Sohn war sehr pflegeleicht als Baby, schlief schnell durch) war mein Mann sich lange sicher, dass er nur ein Kind wollte. Er hatte Angst vor der Mehrbelastung. Ich konnte mir schon ein zweites Kind vorstellen, respektierte aber seine Entscheidung.Ich hätte auch meinen Mann nicht verlassen oder ihm ein Kind untergejubelt.

      Als unser Sohn ca. 3 Jahre alt war, waren wir an einem schönen Herbsttag auf dem Spielplatz. Da sass er ganz allein im Sand. Und irgendwie hat dieser Anblick bei meinem Mann folgenden Satz ausgelöst: "Der braucht noch ein Geschwisterchen!" Das kam tatsächlich aus dem tiefsten Inneren meines Mannes. Also legten wir los... Es dauerte nur dieses Mal fast ein Jahr, bis ich wieder schwanger wurde. Klar, auch ich bin älter geworden und war Ü35. Als es dann klappte, kriegte ich Schiss... Ich hatte echt Respekt vor dem zweiten Kind.

      Unser 2. Sohn kam vor 10 Monaten zur Welt. Eine Woche später nach dem 45. Geburtstag meines Mannes. Was hab ich schon in der Schwangerschaft gestöhnt! Ich hab die 4,5 Jahre Ältersein echt gemerkt. Und die ersten Monate waren echt hammeranstrengend für mich. Ich hab echt viel geheult. Mein Mann und ich diskutieren seit dem 2. Kind irgendwie andauernd ;-).

      Also ja, ich gebe Dir mit dem sich Zeitlassen recht: lange kannst/solltest Du da nicht mehr warten. Und ja, ein Kind ist verhältnismäßig "wie Urlaub". Nach jedem Kind hab ich mich gefragt, was ich eigentlich vorher mit meiner Zeit angestellt habe.
      Und ja, beide müssen sich unbedingt einig sein, ob ein zweites willkommen ist oder nicht. Sonst sind Vorwürfe vorprogrammiert. Jedes Kind ist anders und jedes Kind möchte seine Bedürfnisse befriedigt haben. Du hast zwangsläufig irgendwem gegenüber ein schlechtes Gewissen.

      Mein Tipp: noch mal ein Jahr Zeit geben. Das finde ich, ist noch drin. Nicht Drängeln, abwarten. Nicht ständig sticheln oder Anmerkungen machen. Vielleicht kommt bei Deinem Mann noch eine Wendung. Ich hätte bei meinem auch nicht mehr so leicht damit gerechnet. Klar, ein Kiwu bleibt ein Kiwu, egal wie viele Kinder man bereits hat. Versuche möglichst realistisch dabei zu bleiben und Dich nicht hineinzusteigern. Ein Zweites ist anstrengender als nur eins. Man vergisst auch viel vom ersten Baby. Und auch Du bist älter geworden. Das wirst Du auch merken. Und verstehen kann ich auch Deinen Mann, wenn er mit 48/49 nicht noch mal Vater werden möchte.

      Da ich meinen Mann liebe und mit ihm alt werden möchte, hätte ich auch ohne Enttäuschung auf ein zweites Kind verzichtet, wenn er keins mehr gewollt hätte.

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