Vernunft oder Liebe

    • (1) 31.05.17 - 09:49
      a oder b

      Tja... Vernunft oder Liebe... Natürlich gibt es auch beides zusammen, aber hier geht es darum nicht!

      Es gibt einen Mann, ich kenne ihn schon seit einigen Jahren..., der gern mit mir zusammen wäre und auch gut für mich wäre, im Sinne von... Er ist lieb und hilfsbereit. Aber ich bin überhaupt nicht verliebt in ihn.

      Nun, warum mache ich mir dann dennoch Gedanken über >ihn<... Ich bin seit 9 Jahren alleinerziehend und habe schon oft "die falschen Entscheidungen" getroffen. Nun stehe ich kurz davor ua. aus beruflichen Gründen weiter wegzuziehen. Was meine Existenz angeht, ist das im Grunde genommen aber rauch nur ein weiteres Risiko, daher denke ich mir... Mensch, mit diesem Mann könnte ich zusammenziehen, ein schönes Häuschen bewohnen, einen Hund kaufen..., ein ganz normales Familienleben führen eben - und allg. nicht mehr für alles allein verantwortlich und zuständig sein.

      Ich muss auch ganz ehrlich sagen, dass ich über all die Jahre hinweg viele Paare beobachtet habe (im Kindergarten und in der Schule), die sichtlich nicht gerade verliebt sind. Mit einigen führte ich über dieses Thema auch ein offenes Gespräch und bin daher überzeugt davon, dass viele ihre Ehe hinsichtlich dem Nutzen führen und nicht der Liebe wegen, zumindest nicht nur! Ich wohne aber auch in einer recht gehobenen/teuren Gegend. Hier lebt es sich nunmal nur als Paar wirklich oder ausserordentlich gut und darauf wollen viele nicht verzichten.

      Ist hier noch jemand, der seine Beziehung/Ehe, ohne oder sogar mit dem Wissen des Partners nur oder auch nur zum Teil auf Grund des Nutzens führt? Nicht zu verwechseln mit dem Grund "der Kinder wegen". Das ist hier nicht gemeint. Wie kam es dazu? War Euch das schon am Anfang der Beziehung klar und welchen Grund gab es dann diese Beziehung einzugehen, oder entwickelte sich das erst im Laufe der Beziehung?

      Bei mir ist es aktuell so, dass ich zuletzt zwei aufeinanderfolgende Beziehungen führte, die katastrophal waren und endeten. Dadurch bin ich (teilw. zum Glück) sehr wählersich geworden was eine Beziehung auf die ich mich geistig wieder völlig einlassen kann und will angeht.

      So viele Beziehungen scheitern letztendlich sowieso. Ganz plump gesagt, kann meine Beziehung zu dem Herren irgendwann genauso gut aus natürlichen Gründen scheitern, wie aus dem Grund, dass ich irgendwann jemanden finde der meinen Vortsellungen und vor Allem Gefühlen mehr entspricht. Ich weiß, dass das schroff klingt, aber ich spreche reine Tatsachen aus. Warum nicht zusammen eine Weile verbringen, gemeinsam von der Partnerschaft profitieren bis es nunmal ein Ende hat? So ist es doch auch ohne den Vorbehalt, dass wahre Gefühle von Anfang an fehlen. Ich muss und möchte auch klarstellen, dass ich den Mann keineswegs nur ausnutzen würde. Er ist seit 8 Jahren single und hat trotz gutem Charakter seine Problemchen im Leben - wie alle anderen. Aber ich würde das natürlich ebenso hinnehmen und ihm unterstützend zur Seite stehen wie er mir letztendlich auch - nur halt ohne Verliebtsein:-(

      Mein anderer Gedanke ist... Könnte man diese Gefühle vielleicht auch erst während der Beziehung entwickeln? Hat das schon mal jemand hier erlebt?

      Es ist sehr wahrscheinlich, dass ich gehe, aber ich wollte dieses Thema davor noch in den Raum werfen. Vielleicht bekomme ich ja ein paar Impulse.

      Ich weiß, dass das Thema sehr schwierig ist, denn ich empfinde es als Tabu eine Beziehung nicht aus reiner Liebe zu führen. Ich habe bislang auch nie eine Beziehung aus anderen Gründen geführt. Aber nach meinen, vor allem zwei letzten, sehr schmerzlichen Beziehungen und mit steigendem Alter (wenn auch nur ü30), so wie auch der Möglichkeit welche mir durch diesen Mann, der ebenso von mir "profitieren" würde gegeben ist, hat sich dieses Thema freigeschaltet.

      #herzlich

      (4) 31.05.17 - 10:03

      Wie sieht es denn bei ihm aus? Ist er verliebt in dich? Würdest du mit offenen Karten spielen und ihm sagen, dass du nicht in ihn verliebt bist? Wie sieht es mit Sex aus?

      Prinzipiell denke ich schon, dass man auch eine Partnerschaft ohne Liebe sondern auf einer anderen Basis führen kann. Ich denke das ist ähnlich wie bei einer offenen Beziehung. Es gibt sicher nicht viele wo das funktioniert. Aber wenn sich beide einig sind und allen die Spielregeln klar sind, dann kann das gut funktionieren, auch wenn es nicht das "normale" ist.

      Aber auf jeden Fall sollte es immer beiden Seiten klar sein. Es sollte keine Seite ausgenutzt werden.

      In deinem Fall solltest du diesem "lieben Kerl" nicht irgendwelche falschen Hoffnungen machen, sondern wirklich mit offenen Karten spielen. Alles andere fände ich unfair und hätte den Namen Beziehung oder Partnerschaft nicht verdient.

      • (5) 31.05.17 - 10:16

        Ja natürlich ist er verliebt in mich. Aber ich muss dazu sagen, dass er der Sorte Mann angehört, die, zumindest erstmal -jede-nehmen würden. Er ist mit der Zeit sehr unsicher geworden, hat kaum noch Selbstsvertrauen und seit vielen Jahren auch keinen Sex mehr. Und ja, er wohnt sogar noch bei seinen Eltern!!! - von daher mitunter meine Aussage, dass auch er von mir profitieren würde! Aber hier nochmal kurz dazwischen geworfen... Wie ich schon sagte, wohnen wir in einer recht gehobenen Gegend und seine Familie in einem großen Haus und selbst sein Bruder, der ganz anders drauf ist wohnt noch zu Hause.

        Daher nein, er ist der Typ Mann wie man auf Grund alle dem bei RTL am Mittag sieht. Er sieht gut aus, ist gepflegt, hat einen Vollzeitjob. Aber seine wohl größte Macke ist sein fehlendes Selbstbewusstsein. Das kann sehr anstrengend sein, denn eigentlich suche ich jemanden, der mal mich an der Hand nimmt und führt. Da gibt es viele andere Beispiele. Auf jeden Fall kommt das nicht Verliebtsein nicht von irgendwo.

        Also... Ja, er ist verliebt... Aber auch gamsig#rofl Sorry, aber es ist so. Und ja, er weiß auch, dass ich nicht verliebt bin, jedoch nicht, dass ich eine Beziehung dennoch in Erwägung ziehe.

    Ich glaube, dass man schon ziemlich verzweifelt sein muss, um das überhaupt in Erwägung zu ziehen.
    Nichts desto trotz würde ich das definitiv nicht machen.

    • (7) 31.05.17 - 10:21

      Kann ich verstehen! Denke ja GENAUSO#schwitz Aber warst Du schon mal fast 10 Jahre alleinerziehend und wohnst in einer quasi unbezahlbaren Gegend, bekommst keinen langfristigen Job im Ort weil Du das Defizit "alleinerziehende Mutter" mit Dir herumträgst und keinen Partner hast, der Dich offiziell mitunterstützt? Ich habe noch 276 andere Beispiele. Aber glaube mir, ich hätte auch am liebsten DEN Partner bei dem alles stimmt aber habe ich noch immer nicht gefunden, möchte aber auch nicht noch weitere 10 Jahre allein für alles zuständig sein, bzw. auch einfach nur mal nicht allein sein!

      • Warum bleibt man dann in einer Gegend wohnen, die man sich nicht leisten kann.

        Ich würde es nicht machen, an seiner Stelle. Enttäuscht ist dadurch nämlich nur einer.

        • (9) 31.05.17 - 14:28

          Weil man hier aufgewachsen ist zB. Oder sich auch einfach nur hier eingelebt hat...!?

          Man hat hier auch und trotzdessen seine Arbeit, ist innerhalb der Familie vielleicht auch aufeinander angewiesen, aus welchen Gründen auch immer, möchte und KANN nicht einfach gehen. Viele machen es, wie ich schon mal schrieb und ich bin auch dabei, aber nicht an erster Stelle wegen dem Finanziellen, denn auch meine Familie wohnt hier und braucht mich und ich sie gewissermaßen, sondern weil ich ua. andere Erfahrungen sammeln möchte.

          An seiner Stelle... Ja, würde ich auch nicht. Aber er ist momentan so verzweifelt, dass ihm das was wohl folgen würde wenn ich irgendwann gehen würde, nicht davon abhalten würde. Das Ganze ist aber auch extrem schwer zu erklären. Es ist sehr schwer nicht so zu klingen, als würde es mir darum gehen ihn auszunutzen. Ich kann nur nochmal betonen, dass er weder eine Wohnung noch ein Haus besitzt, geschweigeden mietet, kein Auto hat, nicht mal den Führerschein usw. Er hat "lediglich" einen Job (was auch schon was ist... meine Exen hatten lange nicht mal das) und ist ein netter und lieber Mann. Und ich mache mir darüber Gedanken es zu versuchen, weil ich bislang fast immer nach meinem persönlichen Gefallen was das Äußere eines Mannes anging und auch die "Art" (locker, charmant - zunächst) ging und damit immer nur die Arschlöcher herausgefischt habe - und nein, ich sage nicht, dass jeder gut aussehende Mann ein Arschloch ist. Ich sage nur, dass es bislang bei mir der Fall war! Ja, und jetzt denke ich mir, dass ich vielleicht auch mal einem Mann eine Chance geben soll, der optisch nicht wirklich mein Fall ist und auch ein wenig stehen geblieben in seiner persönlichen Entwicklung, aber mich niemals verletzen würde (eben auch, weil ein solcher Mann zu schätzen weiß was er hat und nicht alles kriegt was er will und dadurch die "Ware" dementsprechend minderwertig behandelt).

          • "Ja, und jetzt denke ich mir, dass ich vielleicht auch mal einem Mann eine Chance geben soll, der optisch nicht wirklich mein Fall ist und auch ein wenig stehen geblieben in seiner persönlichen Entwicklung, aber mich niemals verletzen würde (eben auch, weil ein solcher Mann zu schätzen weiß was er hat und nicht alles kriegt was er will und dadurch die "Ware" dementsprechend minderwertig behandelt)."

            Aber er hat es umgekehrt verdient minderwertig behandelt zu werden? Warum?

            • (11) 01.06.17 - 08:57

              #schock#nanana Warum würde ich ihn minderwertig behandeln?

              Ich habe eine Ausbilung, eine große Wohnung, einen Neuwagen und genug Lebenserfahrung um >ihn< aus seinem Loch herauszuholen. Nehmen wir an, er ist wirklich unfassbar in mich verknallt... Ich sage es jetzt so, weil obwohl ich weiß, dass er (wirklich) in mich verliebt ist, ich in ihm aber auch einen, in seinem Leben, nicht geistig(!) stehengebliebenen jungen Mann sehe, der sein Selbstbewusstsein und Selbstvetrauen verloren hat und im Leben nicht wirklich weiterkommt und sich wahrscheinlich auch über die Nähe einer anderen Frau die sich mal für ihn interessieren würde freuen würde!

              Also... Er ist unendlich verknallt und ich spiele mit offenen Karten... Ich sage ihm, dass ich ihn als Mensch sehr wertschätze und achte, allerdings nicht in ihn verliebt bin, mir jedoch vorstellen kann mit ihm eine Beziehung langsam aufzubauen und zu schauen wie fern und weit wir uns gegenseitig unterstützen können und wo hin es führt, er aber auch damit rechnen muss, dass es gefühlsmäßig so bleibt wie jetzt. Er würde das akzeptieren und wir würden uns immer häufiger treffen und anfangen und gegenseitig zu unterstützen... Der Mann, und ich behaupte es mal nach dem ich ihn gut kenne, und jetzt mal ganz abesehen von Gefühlen, würde plötzlich anfangen Verantwortung zu übernehmen, für sich und eine Frau, ein Kind. Er würde sein Selbstbewusstsein aufbauen und vielleicht und wahrscheinlich jemand, der nach mir bereit wäre eine anständige Beziehung mit einer Frau zu führen, eine Familie zu gründen.

              Er hatte bislang nur eine Freundin. Ich war nun schon mit mehreren Herren zusammen... Und ja, es war meist schmerzlich wenn eine Beziehung kaputt ging, aber hat mich auch bestärkt!!! Ich bin daher davon überzeugt, dass sowas dazugehört. Man muss manchmal auf diese Art erfahren, was man wirklich will, kann und was nicht! Ich kann nur nochmal sagen... So viele Beziehungen fangen als die große Liebe an... Und nach ein paar Jahren ist es genauso vorbei und das wahrscheinlich, nicht sicher, aber WAHRSCHEINLICH im Streit. Super. So hingegegen spielt man immer und schon von Anfang an mit offenen Karten - auch wenn sie einem vielleicht nicht so gut gefallen. Aber von Lügen, Intriegen keine Spur.

          Ü30 und keinen Führerschein?#zitter Das wird ja immer besser!

          Was willst denn mit so einem? Der widert Dich doch unbewußt jetzt schon an.

          • Ich fahre auch kein Auto und bin auch ü 30 :) ist das pflicht?

            • Kein Auto fahren und keinen Führerschein haben, ist aber ein himmelweiter Unterschied ;-)

              • (15) 01.06.17 - 08:42

                Da muss ich mich kurz einbringen...

                Da ich diesen Punkt, diese Tatsache (er hat keinen Führerschein) genannt habe, stört mich natürlich auch etwas daran. Aber man muss auch sagen, dass es nicht sooo abwägig ist (noch) keinen Führerschein gemacht zu haben, wenn man schlicht und ergreiffend kein Auto benötigt. Seine Arbeit ist nicht weit weg von seinem zu Hause und er hat auch keine Verantwortung gegenüber Frau und Kind, sprich ein Auto haben zu müssen, bzw. auch nur im Notfall oder bei Bedarf fahren zu können. Natürlich zeigt es eine Art von Verantwortlichkeit, wenn man auch diesen Schritt erledigt hat - Ich habe den Führerschein, weil ich schon so alt bin. Aber ich kann es auch verstehen, dass das Alter nicht unbedingt ausschlaggebend sein muss, um sich für etwas das man bislang noch nicht benötigt hat und voraussichlich noch eine zeitlang nicht benötigen wird noch nicht praktisch entschlossen hat.

                Ein anderer Freund von mir machte ihn mit 30. Eine Freundin von mir hat ihn mit 20 gemacht, ist aber seit sie den Schein gemacht hat... haltet Euch fest... NOCH NIE gefahren. Ich habe sie nach Jahren mal dazu bekommen auf einem Parkplatz 4 Meter zu fahren. Sie mag es einfach nicht - und braucht es auch nicht.

                Ich meine, klar... SOLLTE sich zwischen uns wirklich eine Art von Beziehung ergeben, würde ich ihn darum bitten ihn zu machen. Da es mir eben auch um Unterstützung geht, und da wäre es nunmal von Nöten, dass auch er mal fährt. Wohin auch immer.

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