Trennung kurz vor Schwangerschaft

    • (1) 09.06.17 - 19:54

      Hallo ihr Lieben,

      ich benötige dringend Eure Hilfe und eine objektive Meinung.
      Ich (23) und mein Freund (31) sind vor Kurzem zusammengezogen, da wir zuvor eine Fernbeziehung (700 km) führten. Ich bin noch nicht sehr lange mit dem Studium fertig und sollte vor einem Monat gerade meinen Job anfangen, als sich mein Ex plötzlich von mir trennte. Ich zog wieder zurück in mein Elternhaus und war gerade dabei mir eine Stelle in meiner Heimatstadt zu suchen. Doch vor wenigen Tagen habe ich festgestellt, dass ich in der 6. SSW bin.

      Ausgerechnet nun ein Kind zu bekommen ist natürlich alles andere als passend. Ich habe keinen Job mehr, kann mich auch nicht mehr auf eine neue Stelle bewerben und lebe 700 km vom meinem Freund getrennt. Immerhin haben wir beide beschlossen unserer Liebe von eine Chance zu geben. Er kann nicht herziehen, da er selbst noch im Studium ist und er 3 Semester dranhängen müsste, würde er wechseln, was wiederum finanziell wirklich schlecht wäre.

      Ich frage mich ob es gut wäre in dieser Situation, jetzt, da mein Freund und ich uns gerade erst wieder annähern, dass ich wieder meine Sachen packe und zu ihm ziehe. Kann sowas gut gehen?! Ich fürchte, dass wir es dann "nur" wegen des Kindes tun und habe Angst, dass das keine stabile Basis ist, auf der man eine glückliche Partnerschaft wieder aufbauen kann. Nun, da dass Vertrauen beschädigt ist, wird es für mich mit Kind natürlich umso schwerer, ohne die direkte Unterstützung meiner Familie. Wenn ich aber wiederum bei meinen Eltern wohnen bleibe und hier mein Kind großziehe, fühle ich mich so wahnsinnig abhängig und so machtlos. Ich fühle mich hier selbst als Kind und das hier alles macht mich so unglücklich. Wäre ich vor zwei Monaten schwanger geworden, wäre wohl alles anders gelaufen.. Aber nun fühle ich mich so hilflos.

      Ich stelle hier keine konkrete Frage, das ist natürlich schwierig. Vielleicht will irgendjemand seine Meinung zu all dem loswerden? Ich würde mich freuen.
      Meine Familie und Freunde hier würden mich selbstverständlich total unterstützen und freuen sich.. Aber ich habe so furchtbare Angst davor, quasi als alleinerziehende Mutter im Haus meiner Eltern das Kind großzuziehen.. Und dann noch vom Amt abhängig zu sein, obwohl ich wirklich super gute Jobmöglichkeiten habe.... Der Gedanke, dass mein Freund auch eventuell nicht bei der Geburt dabei sein kann und auch so viel während der Schwangerschaft verpasst, bringt mich um.

      Danke für's Lesen und Eure Meinung.

      • Wenn du zu ihm ziehst und das Kind dort bekommst, darfst du, falls eure Beziehung scheitert nicht einfach so dort wegziehen. Das heißt unter Umständen bist du alleine dort. Bedenke das.

        K

        • Hall

          Doch, wenn sie das alleinige Sorge und Aufenthaltsbestimmungsrecht hat, darf sie das.

          • Von Aufenthaltsbestimmungsrecht höre ich das erste Mal... War das ernst gemeint, dass ich dann nicht wegziehen DARF, oder war das eher moralisch gemeint?! Oder gesetzlich?? Natürlich will ich dass wir, egal wie es kommt, zusammen für das Kind sorgen.

            Wenn gemeinsames Sorgerecht besteht brauchst Du die (schriftliche) Einverständniserklärung des Vaters, damit Du mit dem Kind wegziehen darfst. Natürlich darfst Du alleine dann immer noch hinziehen, wo Du willst, aber eben nur ohne Kind. Falls Du gegen seinen Willen mit Nachwuchs umziehst kann er gerichtlich erwirken, dass das Kind wieder zurück zu ihm kommt.

            Das ist gemeint. :-)

        Ich gehe davon aus, dass es keine Gründe für Entzug des Sorgerechts oder Aufenthaltsbestimmungsrechts besteht.

        K

        • Da sie nicht verheiratet sind, hat sie erstmal das alleinige Sorgerecht und Aufenthaltsbestimmungsrecht. Es sei denn, sie vereinbaren ab Geburt, das beide das Sorgerecht haben.

Hättest du denn durch deine Eltern Unterstützung beim Kind? Warum solltest du dann vom Amt leben müssen?Für eure Trennung gab es sicher Gründe.....sind die durch ein gemeinsames Kind verschwunden?

  • Er hat Probleme mit sich selbst und wollte mich deswegen "ziehen lassen", obwohl er mich liebt. Er wollte Zeit und Abstand um sich auf sich zu konzentrieren. Jetzt da wir ein Kind erwarten, ist das natürlich unmöglich. Und wie gesagt, an seinen Gefühlen zu mir hat sich nie etwas geändert.

    Ja, ich hätte Unterstützung durch meine Eltern. Aber da fühle ich mich so wahnsinnig abhängig. ICH will doch für mein Kind sorgen.. Aber was bleibt mir anderes übrig..

    • Du hast dich also nur getrennt weil er das wollte??
      Wenn es keinen triftigen Grund gab für die Trennung, dann zieh doch zu Ihm.

      Wenn es nicht klappt, dann wirst du doch wohl bei deinen Eltern Unterstützung finden. Und es ist nicht schlimm mit Baby bei den Eltern zu Wohnen!! Darüber solltest du gar nicht schlecht denken

      "ICH will doch für mein Kind sorgen."

      Das kannst du doch in der Nähe von den kindesvater genausongit wie in der Nähe von den Eltern.

      K

      Alternativ wärst du abhängig von ihm, ob das so viel besser ist?

(15) 09.06.17 - 21:27

Wieso kannst du dir keinen neuen Job suchen?

Ich würde in meiner heimatstadt bleiben und eine eigene Wohnung suchen!

Vermutlich ist es gescheitert weil ihr es nicht gewohnt wart so oft zusammen zu sein und er hat kalte Füsse bekommen.
Gib dem ganzen Zeit. Dann zieht er eben nach dem studium zu euch.
Kenne einige Familien wo es phasen der wochenendbeziehung gibt.

(16) 10.06.17 - 09:45

Hallo
Ich bin damals in einer wieder-Annäherungsphase schwanger geworden. Das stellt die instabile Beziehung auf eine harte Probe. Eigentlich müsstet ihr euch auf euch selbst konzentrieren,das Baby wird aber der Mittelpunkt sein. Wir haben es als Paar nicht geschafft. Als Eltern funktionieren wir gut und verstehen uns. Ich drücke die Daumen,dass ihr es packt. Aber bedenke:ein Kind braucht ein ruhiges und liebevolles Umfeld um sich gut zu entwickeln. Angespannte und oft streitende Eltern,die nur aus Pflichtgefühl zusammen leben,sind nicht förderlich.

(17) 10.06.17 - 10:41

Dann soll er seine drei Semester dort zu Ende machen und anschließend einen Job in deiner Nähe suchen.

Da es heute keinen Grund gibt, dem Vater das Sorgerecht vorzuenthalten, würde ich keinesfalls irgendwo hin ziehen, wo mir "mein" Netzwerk fehlt, wenn die Beziehung scheitert. Nehmen wir mal an, in einem solchen Fall bliebe das Kind bei dir und er hätte Umgang, dann kämen etliche vermeidbare Probleme auf dich und auch das Kind zu.

So weitweg ziehen bei so einer instabilen Beziehung wäre für mich Harakiri.

LG Küstenkönigin

Du bist in der 6ssw. Such dir doch jetzt noch einen Job. Was hast du zu verlieren? Du kannst doch bis zum Mutterschutz arbeiten. Oder würdest du direkt ins Berufsverbot gehen? Ich würde bei meinen Eltern bleiben und mir dort eine eigene Wohnung suchen. Soll er die 3 Semester noch machen. Ihr habt euch nicht grundlos getrennt. Wenn du bei ihm lebst hast du gar kein soziales Netz. Ich bin bald seit vier Jahren in der Situation schwanger und mit Kind keine Familie zu haben die mich unterstützt. Und wir reden hier von 30km. Es ist schwierig ein soziales Netz aus dem Boden zu stampfen. Gerade wenn du vorhast nach der Geburt irgendwann wieder arbeiten zu gehen sind Oma und Opa Gold wert. Zumindest wenn sie Unterstützung anbieten. Dein Freund hat offensichtlich Probleme mit sich selbst. Die soll er dann auch erstmal klären. Ein Baby fordert 100% deiner Aufmerksamkeit. Da wird er dir dann vielleicht eher zur Last fallen.

Was Bitteschön hindert dich daran, dir einen Job zu suchen?

Diese Frage hast du noch nicht beantwortet.

Wenn ich es richtig verstehe, hattest du in SEINER Stadt bereits einen Job sicher?!
Aber weil er sich trennte, hielt dich dort nichts, du hast den Job nicht angetreten und bist zurück in deine Heimatstadt. Richtig?

Und nur wegen der 'Schwangerschaft würdest du wieder in die eher unattraktive Stadt zu ihm ziehen ohne Job in Aussicht, ohne soziales Netzwerk in Form von Familie und Freunden, die dich mit dem Kind unterstützen könnten, komplett von ihm abhängig (zusätzlich von seinen "Launen" oder was es für Probleme mit sich selbst gibt, die ihn zur Trennung bewogen haben) und finanziell nicht viel besser gestellt mit einem Studenten in einer Bude samt Kind?

Ein Kind rettet keine Beziehung (auch wenn viele Frauen das so gern glauben wollen). Zu zweit hat es mit euch schon nicht geklappt. Jetzt kommt eine Freundin daher, die aktuell keinen Job hat, er noch studiert und ein Baby, das zudem alles auf den Kopf stellt und plötzlich sollen sich alle Probleme, die ihn bisher umtreiben, in Luft auflösen und ihr lebt im rosaroten Wolkenschloss ein happy Family Leben?

Und wenn es schief geht, dann sitzt du in "seiner" Stadt fest mit dem Kind. Er kann ohne Probleme auch das Sorgerecht bekommen und muss dich keinesfalls 700 km weit zu deiner Familie und deinen Freunden ziehen lassen (zumindest nicht MIT Kind). Warum auch? Für das Kind und die Beziehung zu dem Vater wäre das ein Todesurteil. Und du wirst vermutlich auch nicht allein 700 km weit ziehen von eurem Kind, nur um wieder zuhause zu sein.

Überlegt dir gut, was du in Zukunft willst und entscheide nicht aus lauter Angst, womöglich bei der Geburt allein zu sein oder ähnliche Sachen, vorschnell Dinge, die eure ganze Zukunft beeinflussen und deren Tragweite du noch gar nicht auf dem Schirm hast.

An deiner Stelle würde ich schleunigst einen Job suchen. Dann bei den Eltern ausziehen und eine kleine Wohnung beziehen. Und er kommt nach sobald er fertig ist. Wie lange ist das noch? Ihr habt bisher eine Fernbedienung geführt und habt Erfahrung damit. Warum sollte es jetzt auf begrenzte Zeit nicht wieder möglich sein?

  • Vielen Dank für diese ausführliche Antwort. Da sind einige Dinge dabei, die ich noch gar nicht bedacht hatte... es ist alles so neu..
    Ich dachte mich nimmt kein Arbeitgeber sobald er erfährt, dass ich schwanger bin? Muss ich es nicht zu diesem Zeitpunkt schon mitteilen?

    • Nein, du musst nicht mitteilen, dass du schwanger bist. Du darfst drumrumreden bein Vorstellungsgespräch.........

      https://arbeits-abc.de/schwangerschaft-im-vorstellungsgespraech/

      Der Europäische Gerichtshof hat schon 2003 der geschlechterspezifischen Diskriminierung einen Riegel vorgeschoben:

      .......Der Europäische Gerichtshof allerding, entschied im Jahr 2003, dass das Beschäftigungsverbot nicht als Einwand gelte, da es lediglich zeitlich befristet sei. Das bedeutet: Nach dem Mutterschutz kann die Bewerberin ihrer Tätigkeit wieder in vollem Umfang nachgehen. Es handelt sich also nicht um eine dauerhaft fehlende Eignung der Bewerberin. Die Nichteinstellung aufgrund einer Schwangerschaft ist deshalb stets als geschlechtsbezogene Diskriminierung zu beurteilen: Was das nun für Sie bedeutet?.........

      Lies dir den Artikel mal durch. Dann wirst du beruhigter sein. Du bist erst in der 6. Woche. Sinn macht es natürlich nur, so lange man noch nichts konkret von der SS sieht.

Er ist Ende nächsten Jahres fertig...

Hallo Sweetredberry,

ich kann deine Zwickmühle verstehen.. :-( auf der einen Seite hast du den Wunsch, dass dein Freund die Schwangerschaft und die Geburt miterlebt, du ihn an deiner Seite hast in den nächsten Monaten.. und auf der anderen Seite seid ihr gerade dabei, eure Beziehung wieder auf einen sicheren Boden zu bringen..

Du hast weiter oben geschrieben, dass alles gerade so neu ist für dich. Vielleicht würde es dir gut tun, wenn du dir mit all diesen Fragen bewusst etwas Zeit lässt?

Du hast erst vor ein paar Tagen bemerkt, dass du schwanger bist. Da kann ziemlich viel auf einen einprasseln an Gefühlen und Gedanken. Sogar, wenn eine Schwangerschaft geplant ist. Ich bin mir sicher, dass ganz viele Frauen das bestätigen können..

Hast du denn zuhause bei deinen Eltern ein Zimmer oder etwas mehr Raum für dich? Kannst du mit deinen Eltern darüber sprechen, was dir zu viel ist – und wie du dir ein Zusammenleben vorstellen könntest?

Wegen eines Jobs kann ich auch sagen, dass du nicht verpflichtet bist, deine Schwangerschaft bei einem Gespräch anzugeben. Ein Arbeitgeber darf nicht einmal danach fragen, auch nicht nach möglichen Familienplanungen.

Und wenn es vor der Geburt nicht mehr mit einem Job klappt – auch dann sorgst du für dein Kind, wenn du das Beste aus deiner Situation machst! Du hast doch schon wirklich viel in der Hand, ein abgeschlossenes Studium mit guten Aussichten, wie du sagst. Und du bist noch so jung!

Ich denke, es ist auf jeden Fall einen Versuch wert, dass du dich bewirbst. Ich könnte mir vorstellen, das kann dir guttun, dass du etwas unternimmst. Weißt du, wie ich das meine? Es ist oft schwer, wenn man aus der Verzweiflung heraus auf diesen Berg schaut und nicht weiß, wie es werden kann. Wenn man sich dann anfängt zu bewegen, in Aktion kommt, dann ergeben sich viele Dinge auf dem Weg und der „Berg“ wird bezwingbar.

Wäre es für dich denkbar, dass du für die Zeit der Schwangerschaft einen Job annimmst, den du übergangsweise machen kannst? Um dann nach der Elternzeit richtig einzusteigen?

Ich hoffe, dass sich deine Fragen Schritt für Schritt beantworten lassen!

Liebe Grüße, Mischa

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