Langeweile mit Partner

    • (1) 11.06.17 - 00:35

      Hallo ihr,
      ich habe irgendwie folgendes Problem und hoffe, dass ich mal meine Gedanken dazu hier ordnen kann und vll. sogar Rückmeldungen erhalte.
      Ich komme aus einer Familie, in der immer alle sehr aktiv sind.Sowohl meine Eltern als auch meine Schwester pflegen einen sozial sehr aktiven Lebensstil. Alle sind viel unterwegs und unternehmen Dinge....
      Ich habe nun einen Partner, bei dem ist das komplett anders. Seine Eltern sind da anders (ich erwähne das, weil ich schon denke, dass das was man vorgelebet bekommen hat, einen sehr prägt). Seine Eltern beschäftigen sich kaum miteinander, meine Eltern tun und taten das immer irgendwie.

      Nun sieht es bei mir und bei ihm so aus, dass wir abends jeder was für sich machen. Ich schaue meine Serien, lese, gehe mit dem Hund spazieren, treffe mich mal mit Freundinnen, gehe ab und zu zum SPort etc. Aktuell bin ich in der 31 SSW und natürlich hab ich eigentlich immer was womit ich mich beschäftigen kann. Er hingegen sitzt Abend für Abend an seinem PC und spielt. Das nervt mich tierisch! Ich frage mich, wo nun der Unterschied ist, ob er nun spielt oder liest oder joggen geht (kommt auch manchmal vor), nervt mich das SPielen am meisten. Wir machen also nix zusammen. Unter der Woche könnte ich das akzeptieren, aber am WE geht das auch häufig so. Ich frage mich, ob mich das als Person wirklich stört, oder ob ich nur denke, dass es anders sein müsste, weil ich es anders kenne (Prägung). Vielleicht könnte ich auch zufrieden sein, wenn ich diesen inneren Anspruch nicht verspüren würde?! Also vielleicht bin ich ja selber eine Langweilerin und will mir das nicht eingestehen;)
      Denn ich könnte ihn ja motivieren was zu machen, er würde das meiste bestimmt mitmachen (Kino, essen gehen,...), der Vorschlag müsste aber von mir kommen. Von ihm kommt da nicht viel.

      Und hier kommen aber die Gründe, warum ich das nicht tue : Ich habe häufig selbst totale Antriebsschwierigkeiten irgenwas ausserhalb von zuhause zu machen, denke dann darüber nach was man machen könnte, dann fallen mir meist nur 1-2 Dinge ein, zu denen ich ihn auch noch motivieren müsste und hab dann schon keinen Bock mehr. Oft habe ich auch ein schlechtes Gewissen, dass der Hund dann wieder alleine ist. Sehr häufig habe ich auch einfach keine Idee was man machen könnte. Dann werde ich wieder etwas sauer, dass ich immer die "Kreative" sein muss, weil von ihm ja nix kommt.

      Diese Unzufriedenheit lasse ich ihn dann, der eigentlich zufrieden und unwissend am PC daddelt spüren und motze ihn an, obwohl ich gerade selber keine bessere Idee habe was wir gemeinsam anstellen könnten und selber vll. gar keine Lust habe so richtig was zu machen, aber rumsitzen und nix tun ist auch unbefriedigend.

      Haben wir ein Paar-Problem? Habe nur ich gerade ein Problem? Wo würdet ihr ansetzen? Wahrscheinlich wird sich das ganze auch wieder auflösen, wenn das Kind da ist.....ich weiß nur nicht ob zum Besseren.....Langweile wird es da nicht mehr geben,... aber wenn wir ein knallhartes Beziehungsproblem haben, dann wirds wohl eher nicht besser dadurch. Wenn der Grund aber ich bin und ich durch das Kind eine Aufgabe bekomme und die innere "legititmation" auch zuhause bleiben zu dürfen, dann könnte es ja durchaus besser werde.....was meint ihr?

    Hey,
    ich würde eher darauf tippen, dass ihr kein Paar Problem habt, sondern dass es an dir liegt. Und vielleicht im Moment auch an den Hormonen. Ich war in der ss auch total unzufrieden, mit meinem zockenden Partner. Dabei hat er das schon immer gemacht. Ich wollte mit ihm mehr machen und er hat die ganze Zeit gezockt.

    Mittlerweile ist oft gar keine Zeit mehr zum zocken. Wobei der Löwenanteil was die Versorgung von unserem Sohn angeht irgendwie bei mir liegt. Ins Bett bringen mach ich zu 99% und in der Zeit sitzt er natürlich am PC. Aufgrund der wenigen gemeinsam Zeit die wir haben, wird der aber dann auch gerne wieder aus gemacht.

    Ich würde dir raten erstmal die ss abzuwarten und wenn du nachdem euer Kind da ist immer noch unzufrieden bist, such dann das Gespräch mit deinem Partner. Da wird sich dann bestimmt ein Weg für euch finden, der zu euch passt.
    LG #winke

    • (9) 11.06.17 - 09:39

      Hallo,

      ich würde VOR der Geburt des Kindes das Gespräch suchen und nicht wenn der kleine Wurm da ist.

      Dieser bringt in den ersten Wochen soviel Veränderung mit sich, dass für konstruktive und lösungsorientierte Gespräche vermutlich wenig Zeit und Raum bleibt. Man denke nur an den permanenten Schlafmangel!

      Ich wäre zu einem vernünftigen Gespräch nicht fähig.

      VG

      • (10) 11.06.17 - 09:45

        Glaub mir, durch die Hormone bist du im Moment gar nicht in der Lage, die Dinge so zu sehen, wie sie grad wirklich sind. ;-)
        Ich würde definitiv die ss abwarten und wenn ihr euch mit dem Baby eingespielt habt, guck ob du immer noch so empfindest. Die meisten Frauen empfinden in der ss anders als sie es empfinden würden, wenn sie nicht schwanger sind. Die Hormone sind stärker, als man sich das schwanger vorstellen kann.

        Ist natürlich nur ein gut gemeinter Rat. Was du draus machst, ist natürlich dein Ding.
        LG #winke

War dein Partner denn von Anfang an so oder hat er sich erst kürzlich verändert? Ich frage nur weil du ja anscheinend unglücklich bist mit den Hobbys von ihm, ihr aber trotzdem ein Kind zusammen bekommt.

Mein Mann zockt zB auch sehr gerne, nur mit dem Unterschied wir machen das zusammen und sind trotzdem sehr viel unterwegs. Viele Leute verstehen nicht warum andere gern zocken...aber auch hier...du wusstest das doch von Anfang an oder?

Bei vielen Paaren gibt es einen kreativen Part der sich mehr um Unternehmungen bemüht, während der andere sich eher mitziehen lässt. Ist auch nicht schlimm solange sich beide in ihrer Rolle wohlfühlen und man am Ende trotzdem zusammen Spaß hat. Ist nur leider bei euch nicht der Fall.

Ob sich das mit Kind ändert....kann sein muss aber nicht. Vllt empfindest du es jetzt auch als extremer weil du schwanger und empfindlicher bist. Warte ab wie es sein wird wenn euer Baby da ist, wobei wohl die wenigsten stubebhocker sich großartig ändern "nur" wegen einem Kind.

  • Danke für die Antworten! Ja, er war schon immer dazu veranlagt, aber es hat sich schleichend verschlimmert, was er selbst zugibt. Er hat vorher vielleicht mal ein Stündchen oder so gespielt. Er macht ja auch Dinge wie zB Mountainbiken, Sport, ab und zu mal mit Freunden was machen. Die meisten Dinge aber halt ohne mich. Ich kann bei seinem Sport leider nicht mithalten, jetzt sowieso nicht;) unser Zusammensein beschränkt sicj gerade aufs "gammeln". Selbst kochen tun wir gerade nicht zusammen, weil ich eine Unverträglichkeit habe und es dann bei der Auswahl der Gerichte sehr schwierig wird. Wir essen zwar manchmal zusammen, gerade am we, aber jeder seins :/ ich habe das Gespräch schon gesucht. Wenn ich ruhig bin, dann kann ich das ansprechen. Aber es ändert sich nichts. Ich könnte jetzt noch mehr auspacken, also mit gammeln meine ich wirklich gammeln(!). Am we duscht er manchmal gar nicht, weil er sagt das macht er dann nach seinem Sport ( der dann vll gegen 17 Uhr stattfindet). Geschweige denn von Dingen, die ich sonst nicht so toll finde: Knoblauch, voreinander pupsen, in boxershort rumlaufen und sich ständig am S*** kratzen, Alkohol- und knoblauchfahne nach dem
    Feiern. Also diese Dinge gab es vorher schon, aber nicht sooo extrem. Ja, aber vielleicht stört mich das ganze wegen der Hormone so doll jetzt gerade ....ein Kind bekommen wir zusammen, weil ich auch vieles an ihm liebe und schätze natürlich. Ich bin gespannt welche Rolle er als Papa annimmt...hoffentlich bleibt es nicht so, denn dann Knallts leider wirklich :(

Hallo,

wie war denn eure Beziehung vor der Schwangerschaft?

Hat er da auch schon soviel gezockt oder war das ein schleichender Prozess?
Was habt ihr vorher gemeinsam unternommen? Ging immer alles von dir aus?
Wenn es vorher auch schon so war, müsstest du das ja kennen und es hat dich weniger gestört als jetzt mit einem mit Hormonen vollgepumupten Körper.

Ihr solltet euch vor der Geburt des Kindes zusammensetzen und über eure Erwartungshaltung sprechen, danach stellt der Wurm in den ersten Monaten euer Leben vermutlich vollkommen auf den Kopf.

Mit Schlafmangel und dem kümmern werden konstruktive und neutrale Gespräche schwieriger. Nicht selten enden sie in gegenseitigen Vorwürfen und Streit.

VG

  • Ach so, ja davor ging auch alles von mir aus, aber wir wohnten in Berlin.
    Da fiel mir meistens was ein, was man machen könnte und wie führten auch eine fernbeziehung. Sahen uns also das Jahr bevor wir hier hin gezogen sind mir an den Wochenenden (für ca. 1 Jahr). Davor haben wir aber auch ganz normal zusammen gewohnt im
    Alltag. Da kam es mir noch nicht so schlimm vor....

(15) 11.06.17 - 10:35

Hallo,

nimm es mir nicht krumm, aber ich sehe das so, dass du eigentlich einen Partner bräuchtest, der DICH mehr herausfordert aus DEINER Antriebslosigkeit heraus. Prinzipiell seid ihr euch diesbezüglich da doch sehr ähnlich, nur mit dem Unterschied, dass du ihm das dann auch noch vorwirfst, dass du dich langweilst und du keine Ideen hast, was ihr beide unternehmen könnt.

Ich verstehe deine Situation zwar, da ich Langeweile in der Beziehung noch aus meiner Ehe kenne. Aber fair finde ich dich nicht und so im Nachhinein gesehen war ich es damals auch nicht.

Ihr kommt beide nicht aus dem Quark. Führt darüber doch mal ein sachliches Gespräch, wie sich euer Zusammenleben herausfordernder gestalten lassen könnte durch gemeinsame Unternehmungen.
Ohne dem Anderen Vorwürfe zu machen.

Und was das Zocken angeht: Es wäre echt mal schön, wenn dies als gleichberechtigtes Hobby zu streamen, lesen usw. angesehen werden würde.

LG

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