Gefrusteter Ehemann

    • (1) 16.06.17 - 10:07
      Gefrustete Ehefrau

      Guten Morgen!

      Mein Mann und ich sind in einem Punkt grundverschieden: er möchte gerne und oft mit Freunden Dinge unternehmen (ohne mich und Zwerg), ich dagegen bin jemand, der gerne mit der Familie und Freunden Zeit verbringt. Äußerst selten mache ich was alleine nur mit Freunden, da ich dies einfach nicht brauche.

      Nun ist uns das seit Anfang der Beziehung, die vor 5 Jahren begann klar. Auch einer Hochzeit und einem gemeinsamen Kind stand dies nicht im Wege, da wir immer Kompromisse gefunden haben. Er ist immer mal wieder weg (ca. 2 Kurzurlaube im Jahr und natürlich weitere Treffen mit Freunden, Fußballplatz, Usw...). Es war zwar immer noch nicht ganz so, wie ich es mir erhoffen würde, aber klar, eine Beziehung ist ein Geben und Nehmen und ich akzeptierte es

      Dennoch schwebt schon immer der unausgesprochene Gedanke im Raum, dass ICH daran Schuld bin, dass mein Mann nicht mehr so raus könne wie früher und er auch deswegen im Ort nicht mehr der Beliebteste sei. Diese Schuldzuweisungen wurden vor allem im Streit ersichtlich und schmerzen doch sehr. Hinzu kommt, dass sein Handballverein (er spielt nicht mehr aktiv) gerade ohne ihn im Urlaub auf Malle sind. Er ist nicht mit und total gefrustet und enttäuscht (ich wusste davon nix), weil er eh wusste, dass ich was dagegen hätte. Man muss dazu sagen, dass unser Zwerg seit über einem Jahr hundsmiserabel schläft und ich die Nächte nicht alleine schaffe.
      Also man kann sagen er verzichtet oft, macht aber nicht weniger oft trotzdem etwas ohne uns.

      Was ist denn nun die Lösung? Macht er nur noch was er will, dann ist er oft weg, was mich frustet.

      Findet er weiterhin Kompromisse, ist er gefrustet.

      So langsam glaube ich, dass wir nie hätten heiraten dürfen. Aber das ist nun ja auch keine Lösung.

      • Hallo,

        ihr habt eine verschiedene Auffassung darüber, wie ihr Eure Freizeit verbringen und das Familienleben gestalten möchtet.

        Selbst wenn ihr Kompromisse findet, hast du das Gefühl der Schuld und er scheint mit der Kompromissfindung auch nicht immer glücklich.

        Für mich klingt es leider danach, dass Du entweder damit leben kannst...oder nicht und dementsprechend Konsequenzen ziehst.

        Liebe Grüße

        • Hallo

          euer Problem sind in erster Linie die schlechten Gefühle und der Frust auf beiden Seiten.
          Grundsätzlich ist diese Situation ja nicht selten.
          Den Mann zieht es aus dem Haus zu Spiel, Sport und Geselligkeit.
          Die Frau wird mit der Mutterschaft immer häuslicher bis hin zu jahrelangem Rückzug.
          Mit zunehmenden Alter der Partner ( und der Kinder ) gleicht sich diese Diskrepanz etwas aus.Extreme sind sicherlich dauerhaft nicht zu händeln.
          Ich kenne Partnerschaften die mit diesen unterschiedlichen Bedürfnissen seit Jahrzehnten funktionieren.Er der Hans Dampf in allen Gassen mit etlichen Vereins-Verbands und sonstigen Ehrenämtern und Engagements gesegnet, sie überwiegend häuslich,Familien bezogen.Manchmal auch zu passiv.
          Natürlich muss hier jeder Kompromisse schließen ( also entweder Terminlich abspecken oder sich ab und zu anschließen )
          Besonders wenn die Kinder noch jünger sind, kann Mann sein "altes" Junggesellen Leben nicht fortführen. "Malle" Aufenthalte u.ä. wird er idealerweise zunehmend einschränken.Wächst man da nicht automatisch irgendwann raus?
          Wie alt ist dein Mann?
          Wenn er dauerhaft das Gefühl hat verzichten zu müssen, ist er vielleicht nicht familientauglich ?
          Das gilt es heraus zu finden.

          L.G.

          • Vielen Dank für deine Antwort.

            Ich nahm an, dass man sich mit 35! an ein Familienleben anpassen sollte. Das Schlimme ist, dass wir noch ein weiteres Kind planen. Ich habe vor Kurzem mal leise angedeutet, dass es sein kann, dass er mit zwei Kindern noch weniger Freizeit haben wird und er sah es sogar als Drohung. Also in der Hinsicht ist er wohl weniger familientauglich. Mist! Dabei macht er ansonsten alles für uns. Er würde jederzeit springen, wenn wir irgendwas brauchen, zu jeder Tages- und Nachtzeit.

            Ich muss dazu sagen, dass ich gar nicht so heilig bin, wie es hier erscheint. Ich habe am Anfang sehr oft gemeckert, wenn er weg ging. Mit den Jahren ist das aber immer weniger geworden bis zur Akzeptanz, da ich merkte, dass er nur so glücklich ist. Tja... und jetzt ist er es dennoch nicht.

            • Mittlerweile hast du ja hilfreiche Antworten bekommen ( z.B. meriadoc )

              Wichtig wäre diese unausgesprochenen Vorwürfe beiderseitig weg zu bekommen.
              Da helfen klare Absprachen, die dann kommentarlos und ohne Augenrollen akzeptiert werden, vielleicht doch.
              Also beispielsweise er geht zwei mal wöchentlich weg und fährt einmal jährlich alleine in den Urlaub.
              Wenn das über längere Zeit klappt kann man an eine weitere Familienplanung denken.
              Vielleicht bist du später ( wenn die Kinder älter sind ) auch ganz froh über diese Freiheiten.
              Pass auf , dass du nicht jahrelang zu Hause wartend herum sitzt.

      Irgendwie stellt sich bei mir gerade die Frage, wie er sich denn das Leben mit Familie so vorgestellt hat. So wie es sich anhört, kann er doch durchaus vieles allein unternehmen, wird nicht zu Hause "eingesperrt", kann seinem hobby nachgehen usw....es liest sich für mich so, als wolle er eine Familie, um die er sich gern kümmert und zeit mit ihr verbringt, wann er gerade mal Lust hat und die ihn aber sonst bloß nicht mit irgendwelchen Einschränkungen belasten soll. Das finde ich schon sehr egoistisch von ihm. Ich glaube, dass ich ihn mal direkt fragen würde, wie er sich das Zusammenleben weiterhin vorstellt. So wie es jetzt läuft, kann es ja echt nicht weitergehen.

      • (7) 16.06.17 - 13:55
        Gefrustete Ehefrau

        Genau so stellt er es sich weiterhin vor, er deutet an, dass er Evtl. Sogar noch mehr auf seine Bedürfnisse achten wird.

        Er sieht auch selber ein, dass er am liebsten sein altes Leben gepaart mit uns beibehalten würde, aber er ja wisse, dass dies nicht gehe. Deshalb schrenke er sich ja schon ein.

        • entschuldige bitte, aber diese Einstellung geht meiner Meinung nach gar nicht! Er stellt sich als armes Opfer dar, dass zugunsten der Familie ein bis zwei Kompromisse in seinem freizeitverhalten machen "muss" und rennt deswegen wie ein Kind schmollend durch die Gegend. Das liest sich sehr unreif und kindisch. Was wäre denn los, wenn auf einmal du anfangen würdest einzufordern, ständig allein unterwegs zu sein und dein Bedürfnis nach irgendwelchen freizeitbetätigungen auszuleben? Dann müsste er auf das Kind aufpassen und wäre auch wohl ständig schmollend deswegen, oder? Eine Beziehung und vor allem eine Familie (!!) beruht doch auf gegenseitiger Unterstützung. Wenn einer der Partner aber immer nur die Vorteile genießen will und nicht einmal zurückstecken kann, funktioniert es leider nicht. Die Ausnahme wäre natürlich, wenn einer der beiden überhaupt keine Ansprüche hat und alles hinnimmt. Und wenn er wirklich gedacht hat, er könne auch mit Familie nur nach seinen Interessen schauen und müsste nie verzichten, ist das leider einfach nur grenzenlos naiv von ihm gewesen.

    Schwierig... ihr habt da wirklich komplett verschiedene Ansichten und sowas geht meist nur eine Zeit lang gut. Dann sind die Kompromisse für beide nicht mehr tragbar.

    Anderseits hätte deinem Mann auch klar sein müssen das sich spätestens mit einem Kind vieles erstmal ändert. Ich halte nichts von kompletter Selbstaufgabe wegen Kindern, aber wenn man nicht bereit ist auf diverse Urlaube ohne Familie zu verzichten (ohne dann Frust zu Hause zu schieben) ist man wohl noch nicht bereit dafür.

    Ich hätte einen Mann mit so einem extremen Freiheitsdrang wirklich nicht geheiratet...das hätte nur zu Streit und Unzufriedenheit geführt. Nun seid ihr es aber...und müsst sehen ob es einen Weg gibt mit Kompromissen die für euch beide ok sind. Das bedeutet aber auch das man im Streit dem anderen das nicht immer wieder vorwirft. Ansonsten würde ich mir das nicht länger antun und meine Konsequenzen ziehen.

    • (10) 16.06.17 - 13:58
      Gefrustete Ehefrau

      Ihm war glaube ich schon klar, dass sich was ändern muss, allerdings sind eben viele seiner Kumpels auf Malle, die sogar mehr als 1 Kind teilweise haben. Somit ist er erst recht sauer, weil ich es nicht gebacken bekomme, 5 Tage alleine auf Zwerg aufzupassen (wohlgemerkt, auch dieser Satz ist so nicht ausgesprochen, aber nach langer Partnerschaft weiß man durch viele kleine Andeutungen was der andere denkt). Er vergleicht sich immer mit anderen.

      • Naja sich mit anderen vergleichen....die Kinder können schon älter sein und ob das zu Hause alles Friede, Freude, Eierkuchen ist weiß auch keiner. Das sollte auch ihm klar sein.

        Ich finde seine Prioritäten sind völlig falsch. Du gibt's ihm schon viel Freiraum und gehst Kompromisse ein und er will immer mehr bzw macht Vorwürfe. Das macht auf Dauer auch eure Familie kaputt.

        Du hast geschrieben ihr plant ein zweites Kind....das würde ich erstmal lassen. Erstmal müsst ihr euch einig werden wie und ob es bei euch weiter geht. Und da helfen nur Gespräche. Könnt ihr vllt den Zwerg mal ein paar Stunden bei Oma oder so lassen und euch zusammensetzen?

        Ich finde immer das man um eine Ehe kämpfen sollte, aber wenn seine Einstellung sich nicht zumindest ein bisschen ändert wird das nichts.

Fühl dich erstmal gedrückt. Ich kenne die Situation (nicht mit Mann und Kind, geht aber ebenfalls um die Freizeitgestaltung). Ich bin auch lieber zu Hause und mach mal nix anstatt in jeder freien Minute mit irgendwem was zu unternehmen.

Man steht sich selbst im Wege. Entweder man lässt denn Mann machen wie er will, drückt nicht mehr aus, wenn es einen stört, dafür ist der Mann glücklich. Oder mann sagt dem Mann, dass es einen stört und hat dann immer das Gefühl, ihn von etwas abzuhalten.

Darf ich fragen, was genau das für Kompromisse sind? Meinst du, dass er dir nachts mit dem Zwerg hilft? Oder macht er wie er will und du akzeptierst es einfach auch wenn du anderer Meinung bist? Du schreibst das war schon immer so. Hat er sich in diesem Bereich verändert, als ihr zusammengekommen seid? Unternimmt er weniger mit seinen Freunden? Oder tut er was ihm gefällt, auch wenn du das nicht ganz so lustig findest?

Wieso schwebt der Gedanke im Raum und wird bei einem Streit Thema? Sagst du ihm, dass du nicht willst, dass er was mit seinen Freunden unternimmst? Oder wie verhälst du dich, wenn er sagt, dass er mal raus geht oder in den Kurzurlaub?

Bin gespannt auf deine Antworten!#winke

  • Er hat sich schon angefangen einzuschränken, was ihm aber absolut widersteht. Er hat dadurch das Gefühl, dass ich ihn von seinen Freunden abhalte. Deshalb die Kompromisse. Er macht nicht mehr so viel wie vorher, nimmt sich aber dennoch seine Auszeiten. Ist ja auch ok für mich, es reicht ihm aber dennoch nicht.

    Nachts schläft er neben unserem Kind und wird dadurch auch stündlich geweckt. Ich kann nicht neben ihm schlafen, da ich so kein Auge zutun würde. Wenn er über Nacht mal weg ist und ich neben dem Kind schlafen muss, bin ich am nächsten Tag fix und fertig. Ich bin sogar schon eingeschlafen, während Zwerg neben mir spielte.

    Ich denke, dass dies während Steeitigkeiten immer zum Thema wird, da er dann alles sagt, was er die ganze Zeit über denkt. Er will offensichtlich nicht normal mit mir darüber sprechen. Dennoch spukt ihm immer der Gedanke im Kopf herum, dass er wegen mir auf Dieses und Jenes verzichten muss.

    • Hmm...ist ja schon mal toll, dass er sein Freizeitverhalten etwas geändert hat.

      Trotzdem weiss man doch, dass wenn ein Kind da ist, dass man etwas an seinem Lebenstil ändern muss. Ich verstehe nicht ganz, wie er DIR die Schuld dafür geben kann. Aus deinem Text sehe ich nirgends heraus, dass du ihm seine Auszeit verbieten würdest.

      Vielleicht hat er das Gefühl, dass du ihn davon abhälst, da er genau weiss, dass du das nicht supertoll findest. Und somit ist er auch nicht 100% bei seinen Kumpels dabei, weil im Kopf die ganze Zeit herumschwirrt: Meine Frau sitzt nun enttäuscht, traurig (was auch immer) zu Hause. Ich finde es ziemlich merkwürdig, dass er wegen DIR verzichten MUSS!

      Wie wärs, wenn du dir einfach auch mal ein paar Auszeiten nimmst, auch wenn dies völlig gegen deine Natur ist. Und wenns nur eine Stunde spazieren ist, wobei du dir Zeit für dich nehmen kannst? Für mich hört es sich im momentan danach an, dass du Gibst und er Nimmt - so st das Geben und Nehmen einer Beziehung aber gewiss nicht gemeint.

      Versuch auch mal etwas raus zu kommen, was zu tun, was dir gefäll. Wer weiss, vielleicht entdeckst du mal ein neues Hobby...

Ich finde es zum Kotzen, dass immer die Ehefrau Schuld ist, wenn Mann nicht mehr so in der Gemeinschaft mitmacht wie vor Kind/Ehe.

Er hat nun mal eine Familie und die ist jetzt das Wichtigste.

Die Männer, die Kinder machen und sich dann wundern, dass nichts mehr so ist wie früher, finde ich echt zum Kotzen. Sorry dafür, aber nicht nur die Mütter sind dazu da, ein Kind zu erziehen und sich darum zu kümmern.

Eltern sollten ihren Hobbies nachgehen, aber auf jeder Party rumtanzen geht nun nicht mehr.

Dein Mann sollte erwachsen werden.

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