Gefrusteter Ehemann

    • (1) 16.06.17 - 10:07
      Gefrustete Ehefrau

      Guten Morgen!

      Mein Mann und ich sind in einem Punkt grundverschieden: er möchte gerne und oft mit Freunden Dinge unternehmen (ohne mich und Zwerg), ich dagegen bin jemand, der gerne mit der Familie und Freunden Zeit verbringt. Äußerst selten mache ich was alleine nur mit Freunden, da ich dies einfach nicht brauche.

      Nun ist uns das seit Anfang der Beziehung, die vor 5 Jahren begann klar. Auch einer Hochzeit und einem gemeinsamen Kind stand dies nicht im Wege, da wir immer Kompromisse gefunden haben. Er ist immer mal wieder weg (ca. 2 Kurzurlaube im Jahr und natürlich weitere Treffen mit Freunden, Fußballplatz, Usw...). Es war zwar immer noch nicht ganz so, wie ich es mir erhoffen würde, aber klar, eine Beziehung ist ein Geben und Nehmen und ich akzeptierte es

      Dennoch schwebt schon immer der unausgesprochene Gedanke im Raum, dass ICH daran Schuld bin, dass mein Mann nicht mehr so raus könne wie früher und er auch deswegen im Ort nicht mehr der Beliebteste sei. Diese Schuldzuweisungen wurden vor allem im Streit ersichtlich und schmerzen doch sehr. Hinzu kommt, dass sein Handballverein (er spielt nicht mehr aktiv) gerade ohne ihn im Urlaub auf Malle sind. Er ist nicht mit und total gefrustet und enttäuscht (ich wusste davon nix), weil er eh wusste, dass ich was dagegen hätte. Man muss dazu sagen, dass unser Zwerg seit über einem Jahr hundsmiserabel schläft und ich die Nächte nicht alleine schaffe.
      Also man kann sagen er verzichtet oft, macht aber nicht weniger oft trotzdem etwas ohne uns.

      Was ist denn nun die Lösung? Macht er nur noch was er will, dann ist er oft weg, was mich frustet.

      Findet er weiterhin Kompromisse, ist er gefrustet.

      So langsam glaube ich, dass wir nie hätten heiraten dürfen. Aber das ist nun ja auch keine Lösung.

      • Hallo,

        ihr habt eine verschiedene Auffassung darüber, wie ihr Eure Freizeit verbringen und das Familienleben gestalten möchtet.

        Selbst wenn ihr Kompromisse findet, hast du das Gefühl der Schuld und er scheint mit der Kompromissfindung auch nicht immer glücklich.

        Für mich klingt es leider danach, dass Du entweder damit leben kannst...oder nicht und dementsprechend Konsequenzen ziehst.

        Liebe Grüße

        • (3) 16.06.17 - 12:26

          Hallo

          euer Problem sind in erster Linie die schlechten Gefühle und der Frust auf beiden Seiten.
          Grundsätzlich ist diese Situation ja nicht selten.
          Den Mann zieht es aus dem Haus zu Spiel, Sport und Geselligkeit.
          Die Frau wird mit der Mutterschaft immer häuslicher bis hin zu jahrelangem Rückzug.
          Mit zunehmenden Alter der Partner ( und der Kinder ) gleicht sich diese Diskrepanz etwas aus.Extreme sind sicherlich dauerhaft nicht zu händeln.
          Ich kenne Partnerschaften die mit diesen unterschiedlichen Bedürfnissen seit Jahrzehnten funktionieren.Er der Hans Dampf in allen Gassen mit etlichen Vereins-Verbands und sonstigen Ehrenämtern und Engagements gesegnet, sie überwiegend häuslich,Familien bezogen.Manchmal auch zu passiv.
          Natürlich muss hier jeder Kompromisse schließen ( also entweder Terminlich abspecken oder sich ab und zu anschließen )
          Besonders wenn die Kinder noch jünger sind, kann Mann sein "altes" Junggesellen Leben nicht fortführen. "Malle" Aufenthalte u.ä. wird er idealerweise zunehmend einschränken.Wächst man da nicht automatisch irgendwann raus?
          Wie alt ist dein Mann?
          Wenn er dauerhaft das Gefühl hat verzichten zu müssen, ist er vielleicht nicht familientauglich ?
          Das gilt es heraus zu finden.

          L.G.

          • (4) 16.06.17 - 13:45

            Vielen Dank für deine Antwort.

            Ich nahm an, dass man sich mit 35! an ein Familienleben anpassen sollte. Das Schlimme ist, dass wir noch ein weiteres Kind planen. Ich habe vor Kurzem mal leise angedeutet, dass es sein kann, dass er mit zwei Kindern noch weniger Freizeit haben wird und er sah es sogar als Drohung. Also in der Hinsicht ist er wohl weniger familientauglich. Mist! Dabei macht er ansonsten alles für uns. Er würde jederzeit springen, wenn wir irgendwas brauchen, zu jeder Tages- und Nachtzeit.

            Ich muss dazu sagen, dass ich gar nicht so heilig bin, wie es hier erscheint. Ich habe am Anfang sehr oft gemeckert, wenn er weg ging. Mit den Jahren ist das aber immer weniger geworden bis zur Akzeptanz, da ich merkte, dass er nur so glücklich ist. Tja... und jetzt ist er es dennoch nicht.

            • (5) 16.06.17 - 23:26

              Mittlerweile hast du ja hilfreiche Antworten bekommen ( z.B. meriadoc )

              Wichtig wäre diese unausgesprochenen Vorwürfe beiderseitig weg zu bekommen.
              Da helfen klare Absprachen, die dann kommentarlos und ohne Augenrollen akzeptiert werden, vielleicht doch.
              Also beispielsweise er geht zwei mal wöchentlich weg und fährt einmal jährlich alleine in den Urlaub.
              Wenn das über längere Zeit klappt kann man an eine weitere Familienplanung denken.
              Vielleicht bist du später ( wenn die Kinder älter sind ) auch ganz froh über diese Freiheiten.
              Pass auf , dass du nicht jahrelang zu Hause wartend herum sitzt.

      Irgendwie stellt sich bei mir gerade die Frage, wie er sich denn das Leben mit Familie so vorgestellt hat. So wie es sich anhört, kann er doch durchaus vieles allein unternehmen, wird nicht zu Hause "eingesperrt", kann seinem hobby nachgehen usw....es liest sich für mich so, als wolle er eine Familie, um die er sich gern kümmert und zeit mit ihr verbringt, wann er gerade mal Lust hat und die ihn aber sonst bloß nicht mit irgendwelchen Einschränkungen belasten soll. Das finde ich schon sehr egoistisch von ihm. Ich glaube, dass ich ihn mal direkt fragen würde, wie er sich das Zusammenleben weiterhin vorstellt. So wie es jetzt läuft, kann es ja echt nicht weitergehen.

      • (7) 16.06.17 - 13:55
        Gefrustete Ehefrau

        Genau so stellt er es sich weiterhin vor, er deutet an, dass er Evtl. Sogar noch mehr auf seine Bedürfnisse achten wird.

        Er sieht auch selber ein, dass er am liebsten sein altes Leben gepaart mit uns beibehalten würde, aber er ja wisse, dass dies nicht gehe. Deshalb schrenke er sich ja schon ein.

        • entschuldige bitte, aber diese Einstellung geht meiner Meinung nach gar nicht! Er stellt sich als armes Opfer dar, dass zugunsten der Familie ein bis zwei Kompromisse in seinem freizeitverhalten machen "muss" und rennt deswegen wie ein Kind schmollend durch die Gegend. Das liest sich sehr unreif und kindisch. Was wäre denn los, wenn auf einmal du anfangen würdest einzufordern, ständig allein unterwegs zu sein und dein Bedürfnis nach irgendwelchen freizeitbetätigungen auszuleben? Dann müsste er auf das Kind aufpassen und wäre auch wohl ständig schmollend deswegen, oder? Eine Beziehung und vor allem eine Familie (!!) beruht doch auf gegenseitiger Unterstützung. Wenn einer der Partner aber immer nur die Vorteile genießen will und nicht einmal zurückstecken kann, funktioniert es leider nicht. Die Ausnahme wäre natürlich, wenn einer der beiden überhaupt keine Ansprüche hat und alles hinnimmt. Und wenn er wirklich gedacht hat, er könne auch mit Familie nur nach seinen Interessen schauen und müsste nie verzichten, ist das leider einfach nur grenzenlos naiv von ihm gewesen.

    Schwierig... ihr habt da wirklich komplett verschiedene Ansichten und sowas geht meist nur eine Zeit lang gut. Dann sind die Kompromisse für beide nicht mehr tragbar.

    Anderseits hätte deinem Mann auch klar sein müssen das sich spätestens mit einem Kind vieles erstmal ändert. Ich halte nichts von kompletter Selbstaufgabe wegen Kindern, aber wenn man nicht bereit ist auf diverse Urlaube ohne Familie zu verzichten (ohne dann Frust zu Hause zu schieben) ist man wohl noch nicht bereit dafür.

    Ich hätte einen Mann mit so einem extremen Freiheitsdrang wirklich nicht geheiratet...das hätte nur zu Streit und Unzufriedenheit geführt. Nun seid ihr es aber...und müsst sehen ob es einen Weg gibt mit Kompromissen die für euch beide ok sind. Das bedeutet aber auch das man im Streit dem anderen das nicht immer wieder vorwirft. Ansonsten würde ich mir das nicht länger antun und meine Konsequenzen ziehen.

    • (10) 16.06.17 - 13:58
      Gefrustete Ehefrau

      Ihm war glaube ich schon klar, dass sich was ändern muss, allerdings sind eben viele seiner Kumpels auf Malle, die sogar mehr als 1 Kind teilweise haben. Somit ist er erst recht sauer, weil ich es nicht gebacken bekomme, 5 Tage alleine auf Zwerg aufzupassen (wohlgemerkt, auch dieser Satz ist so nicht ausgesprochen, aber nach langer Partnerschaft weiß man durch viele kleine Andeutungen was der andere denkt). Er vergleicht sich immer mit anderen.

      • Naja sich mit anderen vergleichen....die Kinder können schon älter sein und ob das zu Hause alles Friede, Freude, Eierkuchen ist weiß auch keiner. Das sollte auch ihm klar sein.

        Ich finde seine Prioritäten sind völlig falsch. Du gibt's ihm schon viel Freiraum und gehst Kompromisse ein und er will immer mehr bzw macht Vorwürfe. Das macht auf Dauer auch eure Familie kaputt.

        Du hast geschrieben ihr plant ein zweites Kind....das würde ich erstmal lassen. Erstmal müsst ihr euch einig werden wie und ob es bei euch weiter geht. Und da helfen nur Gespräche. Könnt ihr vllt den Zwerg mal ein paar Stunden bei Oma oder so lassen und euch zusammensetzen?

        Ich finde immer das man um eine Ehe kämpfen sollte, aber wenn seine Einstellung sich nicht zumindest ein bisschen ändert wird das nichts.

Fühl dich erstmal gedrückt. Ich kenne die Situation (nicht mit Mann und Kind, geht aber ebenfalls um die Freizeitgestaltung). Ich bin auch lieber zu Hause und mach mal nix anstatt in jeder freien Minute mit irgendwem was zu unternehmen.

Man steht sich selbst im Wege. Entweder man lässt denn Mann machen wie er will, drückt nicht mehr aus, wenn es einen stört, dafür ist der Mann glücklich. Oder mann sagt dem Mann, dass es einen stört und hat dann immer das Gefühl, ihn von etwas abzuhalten.

Darf ich fragen, was genau das für Kompromisse sind? Meinst du, dass er dir nachts mit dem Zwerg hilft? Oder macht er wie er will und du akzeptierst es einfach auch wenn du anderer Meinung bist? Du schreibst das war schon immer so. Hat er sich in diesem Bereich verändert, als ihr zusammengekommen seid? Unternimmt er weniger mit seinen Freunden? Oder tut er was ihm gefällt, auch wenn du das nicht ganz so lustig findest?

Wieso schwebt der Gedanke im Raum und wird bei einem Streit Thema? Sagst du ihm, dass du nicht willst, dass er was mit seinen Freunden unternimmst? Oder wie verhälst du dich, wenn er sagt, dass er mal raus geht oder in den Kurzurlaub?

Bin gespannt auf deine Antworten!#winke

  • (13) 16.06.17 - 14:05

    Er hat sich schon angefangen einzuschränken, was ihm aber absolut widersteht. Er hat dadurch das Gefühl, dass ich ihn von seinen Freunden abhalte. Deshalb die Kompromisse. Er macht nicht mehr so viel wie vorher, nimmt sich aber dennoch seine Auszeiten. Ist ja auch ok für mich, es reicht ihm aber dennoch nicht.

    Nachts schläft er neben unserem Kind und wird dadurch auch stündlich geweckt. Ich kann nicht neben ihm schlafen, da ich so kein Auge zutun würde. Wenn er über Nacht mal weg ist und ich neben dem Kind schlafen muss, bin ich am nächsten Tag fix und fertig. Ich bin sogar schon eingeschlafen, während Zwerg neben mir spielte.

    Ich denke, dass dies während Steeitigkeiten immer zum Thema wird, da er dann alles sagt, was er die ganze Zeit über denkt. Er will offensichtlich nicht normal mit mir darüber sprechen. Dennoch spukt ihm immer der Gedanke im Kopf herum, dass er wegen mir auf Dieses und Jenes verzichten muss.

    • (14) 16.06.17 - 14:16

      Hmm...ist ja schon mal toll, dass er sein Freizeitverhalten etwas geändert hat.

      Trotzdem weiss man doch, dass wenn ein Kind da ist, dass man etwas an seinem Lebenstil ändern muss. Ich verstehe nicht ganz, wie er DIR die Schuld dafür geben kann. Aus deinem Text sehe ich nirgends heraus, dass du ihm seine Auszeit verbieten würdest.

      Vielleicht hat er das Gefühl, dass du ihn davon abhälst, da er genau weiss, dass du das nicht supertoll findest. Und somit ist er auch nicht 100% bei seinen Kumpels dabei, weil im Kopf die ganze Zeit herumschwirrt: Meine Frau sitzt nun enttäuscht, traurig (was auch immer) zu Hause. Ich finde es ziemlich merkwürdig, dass er wegen DIR verzichten MUSS!

      Wie wärs, wenn du dir einfach auch mal ein paar Auszeiten nimmst, auch wenn dies völlig gegen deine Natur ist. Und wenns nur eine Stunde spazieren ist, wobei du dir Zeit für dich nehmen kannst? Für mich hört es sich im momentan danach an, dass du Gibst und er Nimmt - so st das Geben und Nehmen einer Beziehung aber gewiss nicht gemeint.

      Versuch auch mal etwas raus zu kommen, was zu tun, was dir gefäll. Wer weiss, vielleicht entdeckst du mal ein neues Hobby...

Ich finde es zum Kotzen, dass immer die Ehefrau Schuld ist, wenn Mann nicht mehr so in der Gemeinschaft mitmacht wie vor Kind/Ehe.

Er hat nun mal eine Familie und die ist jetzt das Wichtigste.

Die Männer, die Kinder machen und sich dann wundern, dass nichts mehr so ist wie früher, finde ich echt zum Kotzen. Sorry dafür, aber nicht nur die Mütter sind dazu da, ein Kind zu erziehen und sich darum zu kümmern.

Eltern sollten ihren Hobbies nachgehen, aber auf jeder Party rumtanzen geht nun nicht mehr.

Dein Mann sollte erwachsen werden.

  • (16) 16.06.17 - 14:07
    Gefrustete Ehefrau

    Dummerweise ist er schon 35, also Erwachsenwerden ist da wohl nicht mehr drin.

    Es ist einfach ein Charakterzug von ihm. Er braucht die Bestätigung von außen. Meine reicht ihm da wohl nicht aus.

Versucht es mal mit Gewaltfreier Kommunikation nach Rosenberg.

Ein Kompromiss ist immer eine Lösung bei der einer oder beide das Gefühl haben, sie verzichten auf was, dem anderen zuliebe. Also eine Art "Deal".
Bei der Gewaltfreien Kommunikation geht es darum, seine grundlegenden BEDÜRFNISSE (Nicht seine Wünsche!) so auszudrücken, dass der andere sie verstehen kann, und das in beide Richtungen. Wenn beide den Punkt verstehen worauf es dem anderen ankommt ergibt sich IMMER eine Lösung, die für beide passt.

Bei deinem Mann könnten das z.B. folgende Bedürfnisse sein:
Autonomie, Anerkennung (durch seine Freunde), Herausforderung (Abenteuer), ...

bei dir:
Sicherheit, Anerkennung (durch deinen Mann), Nähe...

wenn Ihr auf der Ebene miteinander sprecht, dann geht es nicht mehr um Handlungen oder Aktionen, sondern wie beide Bedürfnisse realisiert werden können. Und dann findet Ihr auch eine Lösung.

Google mal nach Rosenberg und gewaltfrei Kommunikation - hilft auf allen Ebenen in der Partnerschaft, mit den Kindern, im Beruf, in jeder Art von Beziehung.

Alles Gute!

Du machst recht viele Kompromisse zu seinem Wohlbefinden, wo bleist du dabei? Es ist auch SEIN Kind oder irre ich mich da? Wenn du so weiter machst, wirst du vlt eines Tages sehen, wo du stehst..... Gaaaaaaaaaanz am Ende vom "Wir"

  • (19) 16.06.17 - 14:09

    Ja, es ist auch sein Kind.

    Mein Wohlbefinden bleibt sowieso auf der Strecke, da mich Unser Zwerg mit der Stillerei sehr einnimmt. Leider...
    (Abstillen würde hier zu noch mehr Chaos führen).

Bei diesem Satz: 'Dennoch schwebt schon immer der unausgesprochene Gedanke im Raum, dass ICH daran Schuld bin, dass mein Mann nicht mehr so raus könne wie früher und er auch deswegen im Ort nicht mehr der Beliebteste sei.'

geht mir die Hutschnur #sorry

ABER Erwachsene die eine Familie haben, sollte es doch nicht mehr wichtig sein WER WO am beliebstesten ist.

Auch in einer Ehe sollte JEDER sein eigenes Hobby haben und auch zeit für sichund Freunde nehmen. Dass ist sehr wichtig und tut sehr gut.

Das bei euch sogar Kurzurlaube mit dabei sind - und dass obwohl ih noch nen Kleinen daheim habt, toll. MEHR denke ich sollte Mann sich doch nicht mehr wünschen?

Du bist in meinen Augen ZU fair. Denn er scheint ja nur zu wollen... Ich denke grundsaetzlich wenn man Familie hat sollte man seine Prioritaeten neu ordnen.... Und wenn da trozt aller Kompromisse IMMER noch einer seits Frust herrscht - tja dann muss man da einfach mal Tacheles reden.

WIE stellt er sich das alles in Zukunft vor? Wie soll es denn so weiter gehen? Sprich offen mitihm über das was du dir vorstellst und was du gern haettest. Und hö dir an was er zu sagen hat.

Ist der Herr dann immer noch nicht zufrieden mit dem was ihman Freizeit eh schon zu steht - dann sollte man wirklich alles überdenken. Fordere du deiner Seits mal Freizeit an (regelmaessig) denn das waere ja nur Fair... Eine Beziehung solle immer auf Nehmen und Geben bassieren...

lg

Mir fehlt ehrlich gesagt auch das Verständnis für Deinen Mann. Wenn ich mich in meinen Hobbys und Freiheiten nicht einschränken möchte, dann sollte ich keine Kinder bekommen.

Meiner Meinung nach gehst Du schon genug Kompromisse ein, wenn er zweimal im Jahr alleine Urlaub macht und sonstigen Hobbies nachgeht, vor allem Wenn Euer Kind noch so klein ist.

Der Mann meiner besten Freundin hat sie nach der Geburt ihres Kindes auch viel alleine gelassen. Fußballspiele, Fußball mit Freunden schauen, Fitnessstudio. Alles nahezu wie vorher. Nach etlichen Gesprächen hat er nun sein Traineramt aufgegeben und verbringt mehr Zeit mit der Familie, macht auch mit dem Kleinen öfter mal etwas alleine. Es hat sich einiges getan, aber ihr Mann hat einfach Zeit gebraucht sich umzustellen. Für sie ist es ok, so wie es jetzt ist - für mich persönlich wäre es das nicht. Mein Mann und ich achten darauf, dass jeder in etwa gleich viel Zeit für sich alleine hat. Bzw. wir kommunizieren es einfach, wenn wir gerade mal wieder etwas Zeit alleine brauchen.

Schlafmangel ist sowas von anstrengend. Wenn Du keine Zeit mit Freunden brauchst, solltest Du wenigstens mal Zeit zum Ausruhen haben.

Ich habe einfach kein Verständnis dafür, wenn die Frau ganz selbstverständlich alle elterlichen Aufgaben übernehmen und dem Mann gleichzeitig bitte noch genug Freiheiten einräumen soll.

Liebe Grüße

Ich vermute mal, dass dein Mann vordergründig ein Problem mit sich hat.

--------dass ICH daran Schuld bin, dass mein Mann nicht mehr so raus könne wie früher und er auch deswegen im Ort nicht mehr der Beliebteste sei. -------

Er sagt das also nicht so oder was meinst du mit "unausgesprochener Gedanke"?

Die Frage scheint mir, wofür braucht er das? Was gibt es ihm, wenn er sich für den Beliebtesten im Ort hält? Mit welchen Menschen umgibt er sich, wenn man daran gemessen wird, wie oft man allein unterwegs sein kann? Irgendwann haben die meisten Menschen Familie und nur die ganz Jungen oder Ungebundenen können tun und lassen, was ihnen beliebt. Es müsste doch im Verein und im Umfeld eine Menge Väter geben, denen es ähnlich ergeht wie deinem Mann (und die sogar freiwillig verzichten oder Kompromisse eingehen).

Habt ihr euch mal zusammengesetzt und geklärt, wie viel Freizeit und Freiheit ER braucht, um glücklich zu sein und wie viel Familienzeit du und das Kind brauchen und wo da Kompromisse möglich sind? Wäre er die ganze Woche unterwegs, wenn es euch nicht gäbe oder was wünscht er sich? Ich kenne keinen Mann mittleren Alters, der ständig in der Woche und am WE unterwegs ist. Allein aus beruflichen Gründen ist es vielen nicht mehr möglich und viele wollen das in dem Alter auch gar nicht mehr.

Könnte es sein, dass dein Mann grundsätzlich genervt ist und jetzt seine Probleme auf dich projiziert? Du lässt ihm seine Hobbys, du meckerst nicht (mehr) und dennoch schiebt er dir die Schuld zu, dass er nicht mehr so kann, wie er will - selbst wenn er dich gar nicht informiert über eine anstehende Vereinsfahrt. DU hättest es ja sowieso nicht erlaubt. Finde ich reichlich unfair und klingt wie bei einem Kind.

Ich hätte keine Lust, mir immer die Schuld zuweisen zu lassen, als wäre alles meine Idee gewesen und das Kind und die damit verbundene Verantwortung plötzlich vom Himmel gefallen. Wenn eine Trennung für dich keine Option ist und ihr so auf keinen verträglichen Nenner kommt, würde ich ihm alles erlauben (klingt blöd, aber du weißt hoffentlich, was ich meine). Er soll sich austoben, mit Freunden unterwegs sein, verreisen etc. Ganz nach Geschmack. Wenn du dich trennst, bleibt vermutlich sowieso alles oder das meiste an dir hängen. Also kannst du auch die Ehe aufrecht erhalten und die Vorzüge daraus mitnehmen und schauen, wie es sich entwickelt.
Ich befürchte nämlich, dass er damit auch nicht glücklicher wird. Nur dass er dann nicht dir die Schuld daran geben kann, dass sein Leben nicht ausgefüllt genug ist. Vielleicht wird ihm das dann selbst klar und ihr hättet wieder eine Basis für Gespräche darüber.

Denn es ist ja schön einfach zu sagen, DU bist Schuld daran, dass ICH nicht glücklich genug bin.

Ich würde da zwei Ebenen unterscheiden: Den Kompromiss auf der einen Seite und wie man mit dem Kompromiss umgeht auf der anderen Seite.

Die erste Ebene ist der Kompromiss selbst. Grundsätzlich hat jeder hat andere Bedürfnisse und grundsätzlich ist jedes Bedürfnis legitim: Es ist legitim, dass Du Familienzeit möchtest und es ist genauso legitim, dass er etwas ohne Familie machen möchte. Es bringt m.E. nur böses Blut, wenn man die Bedürfnisse des anderen abwertet (so was das in anderen Antworten anklang, so nach dem Motto - ich übertreibe -: der Mann ist doof, weil er nicht mehr Zeit mit der Familie verbringen möchte).

Wenn man aber als Familie zusammenleben möchte, dann muss man sich auf einen Kompromiss einigen, mit dem _beide_ leben können. Wenn es diesen Kompromiss nicht gibt, weil die Schnittmenge zu klein ist, dann wäre die logische Konsequenz die Trennung. Vielleicht sollte man sich das mal konkret klar machen: Würde Dein Mann lieber mit nach Malle fahren und dafür die Familie sausen lassen? Würdest Du lieber alleine leben und dafür nicht abends auf Deinen Mann warten müssen? Falls ja, dann müsste Ihr Euch eben trennen. Wenn die Antwort aber für beide Nein ist, dann wollt Ihr offenbar doch lieber als Team leben denn als Einzelkämpfer und es gibt irgendwo einen Kompromiss zwischen Euren unterschiedlichen Bedürfnissen.

Die zweite Ebene ist der Umgang mit dem Kompromiss. Wenn der Kompromiss darin besteht, dass er z.B. zwei Mal die Woche abends rausgeht und eine Woche Kumpelurlaub im Jahr macht, dann sollten damit auch beide gut leben. Du solltest ihm also den Spaß gönnen und nicht z.B. meckern, warum er denn wirklich noch eine zweites Mal abends raus möchte -- es ist Euer Kompromiss und Du hast ihn akzeptiert. Und umgekehrt darf er natürlich nicht grummeln, dass er nicht noch ein drittes Mal feiern kann - es ist Euer Kompromiss und er hat ihn akzeptiert.

Insofern müsstet Ihr:

a) Eure unterschiedlichen Bedürfnisse als gleichermaßen legitim anerkennen (und nicht unterschwellig abwerten)
b) einen Kompromiss finden, mit dem beide leben können und
c) diesen Kompromiss dann auch ohne Grummeln und Nörgeln leben.

  • (24) 16.06.17 - 15:04
    Gefrustete Ehefrau

    Ich finde deine Antwort klasse und sie verschafft mir viel mehr Klarheit. Vielen Dank dafür. Ich nehme dies als Anregung für ein klärendes Gespräch.

    Ich glaube unser Problem war nämlich oftmals, dass wir nicht konkretisiert haben, wie viel Freizeit er in der Woche braucht. Wenn wir aber grob gemeinsam darüber entscheiden, wie oft er weggeht, fällt es ihm dann vielleicht auch leichter, andere Dinge sausen zu lassen. Mhhh... hoffe das ist nun in der Realität umsetzbar.

Hallo,

wie alt ist denn euer Sohn? Diese Schlafgewohnheit hört sich wirklich anstrengend an. Lässt sich da nix dran ändern?

Jetzt nur mal angenommen, du würdest deinem Mann voll und ganz die Entscheidungen darüber überlassen, wann, mit wem, wie lange er wegfährt...? Denkst du, dann wäre er wirklich mit nach Malle geflogen? Oder hätte er evtl. aus eigener Einsicht die Entscheidung getroffen, zuhause zu bleiben?

Ich kenne solche Männer auch aus unserem Bekanntenkreis. Da fallen mir spontan zwei ein, die wirklich auch immer überall dabei sein "müssen". Ich frage mich manchmal, warum dies eigentlich so ist? Mittlerweile sind wir alle um die 50 - der eine ist seit ein paar Jahren nun geschieden, bringt es aber nun (erst recht) nicht auf die Reihe, mal einen Ruhepol zu finden.

Bei dem anderen ist halt immer wieder dann der Haussegen mal ordentlich getrübt deswegen. Der hat mir mal anvertraut, er würde halt eigentlich viel lieber mit seiner Frau mehr unternehmen, sie viel öfter gerne dabei haben... aber es geht halt wegen der Kinder oft nicht.

Du sagst ja, dein Mann ist trotz allem für euch da, wenn es wichtig ist. Ich habe so ein bisschen den Eindruck, daß da Trotzreaktionen mitspielen. Wie könnte man aus diesem Verhalten ausbrechen?
LG

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