Arbeit zerstört Beziehung

    • (1) 17.06.17 - 16:50
      Blöde Gastronomie

      Hallo ihr lieben. Ich muss mich einfach mal auskosten. Vielleicht für einige vielleicht meckern auf hohem Niveau. Für mich allerdings ein Handfestes Problem.
      Mein Mann ist Koch. Als wir uns kennenlernten war schon klar er ist mit seinem Job verheiratet. Muss man wohl auch bei dem vergleichsweise geringen Lohn. Damals arbeitete er noch in einem Gutbürgerlichen, vielleicht leicht gehobenen Restaurant. Er hatte zwar für diesen Beruf ungewöhnlich gute Arbeitszeiten und spätestens um 19: 30 Feierabend, aber dafür so gut wie nie Urlaub. Und wenn dann immer abrufbar. Wir konnten nie wirklich viel unternehmen oder mal was planen. Aber gut ich lernte ihn ja so kennen und immerhin waten die täglich geleisteten Stunden nicht so extrem. Er war aber sehr unglücklich in dem Betrieb. Mieser Chef der null Ahnung hatte aber davon ganz schön viel und den Mitarbeitern das schwarze unterm Nagel nicht gönnte.
      Er sah sich also um auf dem Arbeitsmarkt und fand eine Stelle von der er recht begeistert war. Ich muss dazu sagen mein Mann ist ein verdammt guter Koch. Der einiges auf dem Kasten hat. Doch fühlte er sich in der Edel Mikroküche nie wohl. Seiner Meinung nach viel Tamtam und rüschen ohne viel dahinter.
      Beim Vorstellungsgespräch in dem Laden wo er jetzt seit knapp einem Jahr arbeitet wurde er in eine für ihn neue Möglichkeit in der Gastronomie gezogen.
      Er kocht nun für Filmsternchen bei Film-Produktionen, Werbungen und Seriendrehs. Vor Ort am Set. Sein Chef lässt ihm freie Hand was er da macht. Für ihn ein nie dagewesene Luxus sich culinarisch ausleben zu können, dauernd positives Feedback von den belohnen und vom Chef.
      Und ich freue mich für ihn. Aber es gibt Schattenseiten die er nicht sehen will , ausblendet oder was auch immer.
      Beim Vorstellung gs Gespräch hieß es 5 Tage Woche, Wochenende frei 28 Tage Urlaub im Jahr Überstunken werden bezahlt. Drehen im Ausland ca. Einmal im Jahr für ein paar Wochen.
      Wer die Gastronomie kennt weiß wie Traumhaft sich das anhört.

      Nun mal der Blick auf dem Job aus dem Realitätsgeprüften BlickWinkel.

      Im Durchschnitt 16 Stunden pro Tag arbeiten. Wochenenden nicht unbedingt frei. Das Filmten bestimmt welche Tage frei sind. Oft Nachtdrehs. Von dem Jahr wo er da arbeitet, war er fast ein halbes Jahr auf Auslandseinsatz. Möglichkeiten an den Wochenenden nach hause zu kommen bestehen fast gar nicht. Wird nicht gezahlt und oft arbeitet er dann am We auch und hat bereits zelten Tage in der Woche frei. Überstunden werden ganz bescheuert unter der Hand bezahlt. Er verdient um die 1600 netto. Sein Chef versteckt die Überstunden als Resekostenpauschale die er aber eigentlich nichr bekommt.
      Für die 8 Std.täglich welche ja eigentlich bezahlte Überstunden sein sollen, bekommt er knapp 1000 Euro im Monat extra. Die tauchen aber nirgends auf. Der Chef zockt ihn total ab nach meiner Meinung. Einkaufen gehen macht er auf Bestellung oder er geht an nem freien Wochenende in die Metro. Oder er kocht manchmal an nem freien Tag vor damit das schaffbar für ihn bleibt.
      Mir ist jetzt der Hals geplatzt weil er noch keinen Urlaub hatte und unser Sommerurlaub lange schob geplant und gebucht ist und der Vhef hat die Dreistigkeit ihn zu bitten das er seinen Urlaub verschieben soll.
      Wir haben 2 Kinder und sind auf Die Ferien angewiesen. Mein Mann versteht mich zwar, aber er spricht nur in den höchsten tönen von seinem Chef.
      Meiner Meinung nach nutzt er meinen Mann nur aus und verheizt ihn.
      Ich seh mich in 10 Jahren als Witwe da stehen. Und mein Mann sagt aber er hatte noch nie in der Gastronomie so einen guten Job. Der so viel Spaß macht.
      Mittlerweile streiten wir uns nur noch darum. Wenn ich nur die Augen verdrehen oder was negatives sage zu dem Job dann wird er sauer.
      Er schützt seinen Chef und die Arbeit. Sie ist ihm wichtiger als alles andere.
      Und wehe ich lass daran kein gutes Wort.
      Was kann ich tun um meinen Mann die Augen zu öffnen.
      Oder müsste ich einfach hinter meinem Mann und seiner Entscheidung stehen.

      Ich will das er glücklich ist aber nicht soo sehr auf unsere Kosten.
      Es bleibt ja auch nun alles an mir hängen. Und er mosert das ich das nicht immer alles schaffe.

      Ich gehe auch Vollzeit arbeiten. Aber in seinen Augen ist das nichts.

      Familienleben gibt es kaum noch.
      Jeder Geburtstag im letzten Jahr war er im Auslandseinsatz. Sogar auf seinen eigenen. Und dann ist er meist auch immer 2 Monate weg.
      Ich hasse seinen Job.

      Am liebsten würde ich den Chef anzeigen. Er verstößt ja auch Rechtlich gegen so einige Arbeitsschutzgesetze.

      Lg
      Die Strohwitwe

      • Hallo,

        tja - das hört sich schon heftig an.

        Ich bin bei den Details nicht so ganz durchgestiegen. Ist dein Mann, wenn er arbeitet, so weit weg, daß er dort auch schläft? Weil du ja schreibst, er kann die WE teilweise nicht nach Hause kommen. Wieviele km liegen zwischen Wohnung und Arbeitsplatz?

        Diese 16 Stunden täglich - ist das nicht eher so, daß er dazwischen dann eben Pausen hat?

        Ich verstehe deinen Ärger absolut. Aber wenn dein Mann nicht auf eigene Initiative etwas ändern will, dann wirst du wenig machen können .... die Überlegung, den Chef anzuzeigen - puh, das ist heikel. Ich mein, dein Mann wird das nicht verstehen und da wird dann bei euch wohl Feuer unter dem Dach sein. Außer du spielst mit dem Gedanken, dies heimlich zu tun... aber ob das dauerhaft gut für eure Beziehung ist.... ???

        Ich denke, dein Mann weiß um seine Stärken und da dürfte er ruhig etwas selbstbewusster auch mal nein sagen. Deswegen fliegt er noch lang nicht raus.

        Sich Überstunden auszahlen zu lassen, ist meist nicht besonders rentabel.

        Wie alt ist denn dein Mann, wie alt sind eure Kinder?
        LG

        • (3) 17.06.17 - 18:19
          Blöde Gastronomie

          Also wirklich anzeigen mache ich nicht. Weil er sehr sauer wäre und heimlich will ich das nicht machen.

          Der Arbeit sortiert ist nicht weit weg. Nur wenn im Ausland gedreht wird muss er mal für knapp 2 Monate weg. Wenn er hier einen Dreh hat, arbeitet er aber auch 16 Stunden. Im Ausland genauso. Und dann ist es oft nicht möglich das er am Wochenende nach hause kommt.

          • Naja, wie gesagt, wenn dein Mann da nix dran ändern will ist es schwierig.

            Mein Mann arbeitet auch sehr viel. Offiziell hat er 35 h-Woche ... aber davon ist er weit entfernt. Zum einen hat er täglich einfach mehr als eine Stunde Fahrtweg, macht also schon mal gut zwei Stunden. Zum anderen hat er oft Bereitschaftsdienst, d. h. es kann abends um 9 passieren, daß er nochmal los muss, samstags arbeiten ist auch immer wieder mal angesagt. Überstunden hat er massig, teilweise lässt er sich diese Auszahlen.

            Ich glaube ja manchmal, dass er in gewisser Weise auch ein bisschen in seine Arbeit "flieht". Da weiß er was zu tun ist, da redet keiner groß drein, da kommt keiner, der sagt "Hast du immer noch nicht...." "Könntest du endlich mal..."

            Ich meine, ich gehe auch gerne zur Arbeit, weil das für mich allenfalls "befriedigender" ist, als die übliche Hausarbeit zu Hause und es mir eben auch viel mehr Spaß bereitet als Wäsche verrichten, Fenster zu putzen etc.

            Dennoch gesteh ich: Hin und wieder "kracht" es bei uns dann auch mal, wenn mein Mann es über längere Zeit wieder arg "übertreibt" mit den Arbeitszeiten. Weil dann eben zuhause einfach viel zu viel an mir hängen bleibt, bzw. liegen bleibt. Wir haben nebenher noch Nebenerwerb-landwirtschaft, Wald und einige Gebäude zu unterhalten, großen Garten usw.

            Manchmal ist alles einfach (zu) viel....

            LG

      (5) 17.06.17 - 18:01

      Hallo,

      Das dumme an der Situation ist das es dein Mann anders sieht als ich. Ich kenne das von meinen Eltern. Ich liebe meinen Vater der nie da war. Als meiner Mutter irgendwann der Kragen platzte fand er was neues aber 500km entfernt. Meine Mutter wollte nicht mit also blieb alles beim Alten. Die Einsicht kam erst als es meinen Vater gesundheitlich aus dem Rennen nahm. Da war ich inzwischen ausgezogen. Für meinen Vater war die Arbeit der Ausgleich zum Familienleben.

      Ich würde auch wenn es mir wehtun würde ihm mit den Konsequenzen drohen. Wenn er das nicht einsieht weist du das er die Arbeit über die Familie stellt. Mein Mann arbeitet auch viel und lang, aber es gibt Momente da sagt er seinen Chef ganz klar das die Familie über dem Job steht.

      Vg

      Die Trotzreaktion mit der Anzeige vergiss mal ganz schnell. Dein Mann wüsste schnell, was Sache ist und dann......#zitter
      Dein Problem ist, dass sich Dein Mann wohlfühlt in seinem Job, egal wie stressig er ist. Es klingt allerdings auch interessant, was er so macht.
      Mein Mann war 25 Jahre unserer Ehe als Tontechniker bei Großveranstaltungen im Sommer unterwegs, den Job hatte er vor mir und ich wusste immer, dass das sein Lebensinhalt war. Geburtstage, Familienfeiern, Urlaube...alles unterlag seinen Verträgen, da klappte nicht immer alles, ärgern zwecklos. Selbst bei der Beerdigung seines Bruders flitzte er, kurz nachdem der Sarg im Boden verschwunden war, los, weil er eine Veranstaltung laufen hatte. Ich arbeitete mit und hatte entsprechend auch oft genug Stress bis zum Umfallen, weil ich auch Vollzeit arbeitete und zwei Kinder hatte. Kenne das Tohuwabohu recht gut.
      Dein Mann ist ganz sicher gut in seinem Job, dann soll er sich mal auf die Hinterbeine stellen und sich seine Arbeit wenigstens ausreichend bezahlen lassen. Das kannst Du wenigstens von ihm verlangen, aber ansonsten wirst Du nicht viel machen können, wie ich das sehe. Seine Motzerei würde ich mir allerdings auch entschieden verbitten, wenn Du auch arbeitest. LG Moni

    • Ich bin nicht der Typ für so eine Beziehung 3hung. Ich erwarte von meinem Mann, dass er mehr ist als nur wochenendvater. Und ich erwarte von meinem Mann, dass ihm seine Familie wichtiger ist als sein Job. Zumindest dann, wenn er vor die Wahl gestellt werden würde. Von daher käme ich auch nicht mit eurer Situation klar und würde mich lieber trennen wollen als mit einem Mann verheiratet dein, der nie da ist und dem seine Arbeit wichtiger ist als unsere Familie. Da wäre man ja alleinerziehend sogar besser dran, denn dann WEIß man, dass man eh alles allein regeln muss und wird nicht enttäuscht, wenn man Pläne macht, bei denen der Mann eh nicht mit ziehen will.

      • (8) 17.06.17 - 21:35

        Klingt danach als ob alle Männer mit Jobs an Feiertagen und Wochenende, von dir mit gerümpfter Nase betrachtet werden.

        Aber wenn du dann Samstag Nacht um 3 Uhr in die Notaufnahme schlappst, da soll natürlich sofort das Personal springen gell?!

        • 1600€ bei so viel Zeit die investiert wird finde ich ehrlich gesagt beschämend.Dazu noch schwarz 100€ für die vielen Überstunden ....... Was verdient er umgerechnet auf die Stunde? 2€?

          • (10) 18.06.17 - 06:51

            Meine Antwort ging an sassi,

            weil sie schreibt das sie solche Arbeitszeiten bei ihrem Mann nicht tolerieren würde. Sie erwartet da mehr von ihrem Mann.

            Übrigens bekommt der Mann der TE 1000 Euro schwarz (also insgesamt 2600 Netto)

        Ich sage nur, dass ICH damit nicht klar komme. Ich bin nicht der Typ dafür. Mein Mann und ich hatten vor unserem Kind schon eine wochenendbeziehung geführt, da mein Mann 5 Tage die Woche auf Montage war. Und das war mir too much. Ich brauche einen Mann, der abends bei mir ist, ich brauche seine Nähe jeden tag und mich geborgen fühlen jeden tag. Ich brauche seinen halt jeden tag und ich brauche ihn jeden tag bei mir. Ich bin nicht dafür gemacht, Fernbeziehung en zu führen und mehr wollte ich damit nicht sagen.

        • (12) 18.06.17 - 09:44

          Gegenfrage:

          Du hättest dich also getrennt wenn er keinen anderen Job gefunden hätte?!

          Es gibt sicher tausende Frauen denen es ähnlich geht wie der TE und deren Männer nix anderes finden!

          Und auch ich lebe ebenfalls so. Denn mein Mann hat einen Job im Krankenhaus. Wochenenden, Feiertage, Nächte und Bereitschaftsdienst, glaubst du da bleibt viel Zeit übrig für ein Familienleben?

          Ich muss hier alleine klar kommen. Und woanders arbeiten bringt da nichts, denn es gibt Jobs, da ist das überall so.

          Du bist eine der Frauen die es gerne bequem haben und nichts alleine gebacken kriegen!

          Da du hier auch gerne auf andere drauf haust, musst du dir das jetzt halt auch mal sagen lassen!

          • Ist doch nur konsequent sich vor dem Kind zu trennen wenn man mit dem Beruf des anderen nicht klar kommt.

            Mein Mann hatte auch ein Angebot für einen Job mit Auslandsaufenthalten. Ich hab ihm klar gesagt wenn er das macht gibt es keine gemeinsamen Kinder (und auch keine Ehe). Für mich persönlich ist das nichts und so will ich nicht Leben. Dann passt es halt nicht.

            Im Fall der TE ist es ja auch sehr extrem. Halbes Jahr im Ausland, sehr lange Arbeitszeit usw. So einen Job kannst du ohne Familie machen, oder mit Frau die gerne allein ist. Ich kenne zwei Köche mit Familie und die haben weitaus mehr Zeit für die Kinder und Frau. Die würden so einen Beruf aber auch nicht machen.

            Von einem feigen grau nicks muss ich schon mal gar nichts. Wer wirklich zu dem steht, was er sagt, schreibt unter seinem nick. Und ja, ich hätte mich von meinem Mann getrennt, wenn er weiter Montage gemacht hätte. Denn mit so einer Beziehung komme ich nicht zurecht.

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