Zusammenziehen - wie einigen?

    • (1) 19.06.17 - 10:50
      was tun?

      Hallo!

      Ich bin ja froh, dass ich dieses Problem nicht habe ... ich frage nur mal interessehalber, wie andere das sehen würden:

      Es geht um den Freund meines Mannes. Er wohnt im Haus seiner Eltern im OG. Macht derzeit alles neu. Zahlt nur Nebenkosten.
      Seine Freundin (seit fast 2 Jahren) wohnt in einem anderen Ort zur Miete (ca. 700 €).

      Nun sprechen sie natürlich schon länger über das Zusammenziehen und auch über Heirat. Er möchte gern, dass sie zu ihm zieht, groß genug wäre die Wohnung und sie soll sich dann nur an den Nebenkosten beteiligen.
      Sie würde gern was gemeinsames neues suchen, weil sie sich in der Wohnung nicht richtig wohl fühlen würde weil es nie "ihrs" wäre ...
      Keine Ahnung warum, sie ist ja jetzt auch ständig dort ...

      Tja, jetzt haben sie natürlich ständig Zoff, weil keiner der beiden nachgeben will. Er will verständlicherweise nicht umziehen, weil er ja günstig wohnt und gerade alles neu ist.
      Sie würde lieber gleich bauen. Aber er möchte gern erstmal "richtig" zusammen wohnen und nicht sporadisch wie bisher.

      Ich bin da aber ganz seiner Meinung, dass das absoluter Quatsch wäre, wenn er aus dem Haus (das er ja irgendwann erbt) auszieht.

      Wenn das so weitergeht, befürchten wir, wird es wohl auf eine Trennung hinauslaufen, was sehr schade wäre wg. sowas.

      Wie seht ihr die Sache? Was würdet ihr tun?
      Vielleicht gibt es ja noch eine Einigung, auf die wir alle noch nicht gekommen sind ...

      Danke und LG

      • >>>Ich bin da aber ganz seiner Meinung, dass das absoluter Quatsch wäre, wenn er aus dem Haus (das er ja irgendwann erbt) auszieht.<<<

        Wie alt sind die Beteiligten?

        Wie lange hast du bei deinen Eltern gewohnt?

        • (3) 19.06.17 - 10:59

          Sie ist 30, er 34.
          Ich bin etwas älter als er und mit 21 zu meinem Freund (inzwischen Ehemann) in das Haus seiner Eltern (eigene Wohnung) gezogen #aha

          • Naja, das ist kein Alter, um auf ein Erbe zu warten.

            Wenn du nie den Wunsch hattest, dir etwas mit deinem Mann zusammen aufzubauen und für euch zu sein, kannst du nicht automatisch davon ausgehen, dass andere Leute das auch so sehen.
            Im Grunde hast du nie die Situation gehabt, "Herrin" in deinen vier Wänden zu sein, ist ja ok, wenn du nie das Bedürfnis hattest.
            Aber das gibt dir nicht das Recht, es als "Quatsch" zu bezeichnen, wenn jemand nicht so handelt wie dein Mann und du.
            Für viele Menschen ist die Unabhängikeit mehr mehr wert, als nur darauf zu achten, möglichst mietfrei zu wohnen.

            • (5) 19.06.17 - 11:35

              Glaube mir, auch ich weiß was es heißt, Ärger mit Schwiegereltern zu haben, in dessen Haus man wohnt.
              Inzwischen wohnen wir im Eigenheim.

              Mit "Quatsch" meinte ich, dass wenn er auszieht, er mehr Kosten hätte. Im Grunde ja beide.
              So würde zumindest sie sparen können.

              Aber es steht ja jedem seine Meinung dazu frei, meine wie deine - genau danach hatte ich ja gefragt ;-)

          Also von Hotel Mama gleich ins nächste Nest, ohne jemals eigenständig gelebt zu haben.

          Deine Meinung ist sowas von unqualifiziert, da du nicht annähend nachvollziehen kannst, wieso eine erwachsene Frau ihre Freiheit, Selbständigkeit und Unabhängigkeit mittels einer neutralen Wohnung behalten möchte.

          Ich kann ihre Beweggründe gut nachvollziehen und würde nie und nimmer in diese Konstellation einziehen. Zumal es kein zukünftigen Veränderungen gibt: er wird das Renovationsargument noch Jahre nutzen, das Geld für immer und bequem warten, bis er das Haus erbt.

    Hallo.

    Da ich never ever mit ins Haus der Schwiegereltern einziehen würde, bin ich auf der Seite der Frau ... ich kann auch nachvollziehen, dass sie mit ihm etwas gemeinsames aufbauen möchte und nicht irgendwo leben will, wo es ihr nicht so richtig gefällt, bis die Bude mal endlich Schwiegereltern-frei ist ...

    ... und dass sie jetzt im Moment immer da ist, liegt wohl daran, dass er da eben im Moment wohnt ... nichtsdestotrotz steht es ihr zu, sich auf diese Wohnung nicht langfristig festlegen zu wollen.

    LG

    • (8) 19.06.17 - 11:02

      Im Grunde kann ich sie ja auch verstehen, aber es wäre doch nun wirklich Quatsch, wenn sie nicht - zumindest vorerst - zu ihm ziehen und das Geld von ihrer Miete sparen würde.

      Aber was wäre die Konsequenz? Wohl nur die Trennung.
      Mir persönlich wäre es das eben nicht wert, wenn man sich doch liebt und sogar von Hochzeit spricht...

      • Vielleicht will er nicht bauen?

        Ansonsten finde ich es immer heikel, mit Eltern/Schwiegereltern unter einem Dach zu leben.

        Höchstens als Übergangslösung.

        Gruss
        agostea

        • (10) 19.06.17 - 11:13

          Nein, er will nicht bauen.
          Klar, er hat eine sehr "bequeme" Situation, aber sie würde ja davon auch profitieren, kann ja viel Geld sparen.

          Die Beziehung zwischen ihr und seinen Eltern ist sehr harmonisch, sie lieben sie abgöttisch. Klar kann es auch mal Stress geben, aber das kann es zwischen ihnen und anderen Nachbarn auch (kann man hier ja tagtäglich lesen) und mit den Eltern lässt sich das sicher einfacher lösen.
          Und selbst wenn nicht, kann man doch dann immer noch nach einer anderen Lösung suchen und dann wäre er sicher auch kompromissbereiter.

          Ich finde halt, unter diesen Umständen wäre es doch einen Versuch wert!

          • Das stimmt. Wenn sie ja grundsätzlich mit den Eltern gut zurecht kommt, dann sollte sie es ausprobieren. Geld zu sparen, ist ja auch ein Argument. Ausziehen könnte sie immer noch wenn es nicht funktioniert.

            Andererseits will sie vielleicht einfach autark sein. Hasipferdi hat es sehr treffend beschrieben, wie so ein Modell Allerwahscheinlichkeit nach aussehen könnte. Ob das so erstrebenswert ist....und ist man einmal drin, zieht es sich nicht mehr so einfach aus, zumindest nicht für ihn, der sich vielleicht im Laufe d. Zeit seinen Eltern ggü. immer mehr in der Verpflichtung sieht.

            Ich finde, dass sind schon alles Punkte, die sollte man gut überlegen.

            • (12) 19.06.17 - 11:37

              Klar, das weiß man nie, wie es kommt. Aber darüber kann man sich auch noch Gedanken machen, wenn es soweit ist.
              Muss man ja dann eh...

              • Ich verstehe Deinen Ansatz. Es kann sicher einen Versuch wert sein, aber da müssen alle Parteien bereit zu sein!
                Ich bin bspw. kein Mensch, der sich erst mit Problemen beschäftigt, wenn sie auftreten, sondern sie schon im Vorfeld versucht zu vermeiden. Wahrscheinlich hätte ich in dieser Wohnsituation ständig das Gefühl, gleich kracht es, und das tut es dann meist auch. Oder wäre unzufrieden und würde tausend Gründe finden, warum etwas blöd ist. Durchaus auch unbewusst.

                Meine Schwiegerfamilie ist auch eher finanziell orientiert. Eine Sache muss richtig sein, wenn man damit Geld sparen kann. Das fing wie eben schon beschrieben bei der Wohnsituation an und hörte bei Kinderbetreuung (Oma ist halt gratis, Kita kostet) auf. Trotzdem gibt es eine menge Gründe, warum man ggf. sogar gerne bereit ist, mehr Geld auszugeben. Denn es entsteht auch ein Mehrwert. Unabhängigkeit, Ungestörtheit etc.

                Ich bin übrigens der Meinung, dass sich Probleme im Mietverhältnis mit fremden Parteien unemotionaler lösen lassen als innerhalb der Familie. Aber das sind nur meine Erfahrungswerte (nicht mit den Schwiegereltern).

                Sorry, aber so einfach ist das nicht, wenn man als Kind seiner Eltern so ganz nebenbei immer mehr Aufgaben in deren Alltag übernimmt. Da kommt man nicht so einfach raus.

                Man liebt seine Eltern ja, sieht sehr genau, wie deren Probleme so langsam wachsen, und weg ziehen fühlt sich einS tück weit an wie "im Stich lassen". Deine Schwiegereltern waren eben noch jung und fit genug, als ihr ausgezogen seid.

                Aber der Vater von Deinem Bekannten ist ja jetzt schon alt, und sicher merkt er auch,d ass seine Mutter manchmal schon Hilfe braucht. Und wenn jetzt auch noch seine Freundin mit einzieht, wird das eher mehr.

                Ob sie dann in 5 Jahren immer noch ausziehen könnten, wenn die gesundheitlichen und kognitiven Probleme altersgerecht zunehmen bei den Eltern?

                Ich habe es nicht geschafft, die Wohnung im Haus meines Vaters wieder zu verlassen, bis es so schlimm war, dass die Pflege nur noch im Pflegeheim zu bewältigen war - und ich habe mich schrecklich gefühlt, ihn "abzuschieben" obwohl wirklich klar war, dass es eben zwei Pflegerinnen braucht, um ihm von der Toilette hoch zu helfen, so steif wie er war. Davor habe ich ihn aber auch schon richtig gepflegt, mit Hintern abwischen und waschen. Eben weil ich so im Zugzwng war, ihn nicht "im Stich zu lassen" weil ich einfach den Zeitpunkt verpasst habe, wo ich ihn noch hätte alleine lassen können.

                Ja, diese Probleme kommen auch, wenn man nicht mit den Eltern unter einem Dach wohnt, aber es ist dann doch wesentlich einfacher, zu sagen: "Liebe Eltern es geht zu Hause einfach nicht mehr, ihr müsst in betreutes Wohnung oder ein Pflegeheim umziehen". Wohnt man unter demselben Dach rutscht man da wesentlich mehr in die Hilfe mit rein.

          Weißt Du, was das Beste wäre ...

          ... Du hältst Dich da völlig raus ...

          ... Du bist total parteiisch, voreingenommen und hast null Verständnis für die Ansprüche und Wünsche der Frau ...

          ... wenn Du den Freund Deines Mannes jetzt auch noch bestärkst, dass er richtig liegt und sie falsch (und sich nicht so anstellen soll ... ist doch alles ganz toll und billig und die Schwiegereltern sind soooo lieb), kannst Du Dir aber so was von den Schuh anziehen, wenn die Beziehung jetzt scheitert!

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