was tun, mädchen depressiv?

    • (1) 21.06.17 - 09:48
      wirklich wichtig

      hallo ihr lieben,

      folgendes hat sich zugetragen, ein mädchen aus der klasse meines sohnes hat in der klassengruppe (whatsapp) sachen geschrieben wie..

      ich bin ganz alleine, ich habe keine geschwister, meine familie ist die ganze zeit in griechenland (ein angehöriger ist kürzlich gestorben und die mutter ist öfter dort) und zum schluss schrieb sie wohl, sie wolle sich umbringen, weil ja eh niemand da ist...

      nun meine frage, sollte man die eltern informieren? oder wen sonst? klassenlehrer, mit dem mädchen reden? ich bin total ratlos, wie man damit umgeht. denn ich bin sicher, die die es sagen sind nicht weniger gefährdet als die, die nicht darüber sprechen...

      lg

      • Ich würde es der schule mitteilen.

        Lg fatty

        (3) 21.06.17 - 10:47

        Hallo,

        bei solchen Texten mit Selbstmordankündigungen fackelt man nicht lange, sondern greift zum Telefon und wählt die Nummer eines psychatrischen Notdienstes, Polizei oder Notruf.

        Was sonst? Alles andere ist fahrlässig!

        • Wenn das wirklich alle tun würden, wenn ein Teenager mal einen "schwarzen Tag" hatte, würde diese Einrichtungen die eh schon völlig überfordert sind in einer Explosion verdampfen.

          Mag sein dass ich altmodisch bin, aber diese Mentalität der nervösen Zeigefinger wie im wilden Westen mag ich nicht leiden. Jeder Mäusepups wird gemeldet, über alles wird diskutiert aber selbst etwas tun....das macht keine Sau !

          Zudem: Bis diese Institutionen reagieren, ist das Mädel vermutlich aus der Pubertät raus, und selbst wenn nicht, ist die Handlung immer die gleiche: erst mal schön wegsperren und mit Pharmazeutika vollpumpen....wird schon helfen ... Ursache aber uninteressant !!!

          Was wäre in meinen Augen besser?

          Gespräch mit den Eltern....Info an die Lehrer, oder wenn man den betreffenden Jugendlichen aus dem Freundeskreis des eigenen Kindes kennt....einfach mal selbst mit der Lütten sprechen, oder auch über das eigene Kind mal "nachhaken" lassen. Das hat dadurch dass es einem davon erzählt hat nämlich schon gezeigt, dass es für es selbst von Belang ist was da gerade geschieht.

          • (5) 21.06.17 - 11:29

            Hallo,

            nun, ich denke, dass professionell geschulte Fachkräfte Suizidankündigungen durchaus einschätzen und dann auch dementsprechend besser bewerten und beurteilen können als Angehörige, Lehrer, etc. aufgrund der Erhebung diagnostischer Daten.

            Da Selbstmord leider eine der häufigsten Todesursachen im Teenageralter ist, gehört das in meinen Augen auch entsprechend professionell beurteilt - von wegsperren und Psychopharmaka ist nichts gesagt worden in meinem Beitrag.

            LG

            • <<<professionell geschulte Fachkräfte >>>

              Drei Worte, die das Problem perfekt beschreiben !!!

              Ja...solche Leute können das....das Problem ist nur, dass die so rar sind, dass man die mit einem einfachen Anruf bei einer Hotline ganz sicher NICHT aktiviert !

              Wer das glaubt, hatte mit der Thematik noch nie wirklich zu tun.

              Und ja.....weiter unten schrieb jemand "besser als nichts".

              Stimmt.....alles ist quasi "besser als nichts", aber wenn man sich das Bein gebrochen hat und jemand kommt mit einem Pflaster an, ist das komplett für den Arsch, und hilft nur dem mit dem Pflaster sich besser zu fühlen, weil sie ja was "getan hat".

          Da spricht doch niemand von Psychopharmaka und Wegsperren, Seele.

          Es gibt in der Tat entsprechende Notrufe, die Polizei kann weiter helfen, Seelsorgetelefone für Jugendliche, Pro Familie etc. All die kann man anrufen, wenn man sich um einen Jugendlichen in seiner Nähe derart sorgt.

          Und das macht in der Tat Sinn.

          Wenn man die Person persönlich kennt, sie einem vertraut, kann man natürlich das Gespräch suchen.

          Aber, mit Verlaub, wer kann denn halbwegs verlässlich beurteilen, "das ist nur ein Hilferuf, sie braucht Zuwendung und Aufmerksamkeit" oder "das Mädchen braucht jetzt sofort dringend psychiatrische Hilfe"?
          In meinen Augen können das immer noch die Profis besser als Angehörige, Freunde oder auch Lehrer. Wobei Lehrer schon nah dran sind an der Professionalität. Alle anderen haben garantiert zu viele Emotionen mit im Spiel, zu viel Kopfkino oder eben zu wenig davon.

          Bei offen geäusserten Suizid-Gedanken würde ich IMMER die Profis ranlassen. Denn die Verantwortung für eine eventuelle Fehleinschätzung würde ich als Freundin oder Angehörige nicht tragen wollen.

          Und wie gesagt, da werden nicht sofort Tabletten verabreicht und Kinder in Gummizellen gesperrt. Falscher Film, Seele. :-D

          Wie auch immer.

          Lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig!!!!

    Hallo,
    ich würde vermutlich die Eltern von dem Mädchen kontaktieren und ihren Text eins zu eins weiterleiten.

    Allerdings solltest du anrufen oder persönlich mit ihnen reden.
    Je nach Reaktion der Eltern die Schule informieren (Klassenlehrer).

    Ignorieren würde ich es nicht, aber auch noch nicht in größte Panik verfallen.
    Gruß

    • (10) 21.06.17 - 11:42

      Hallo,

      und da es hier noch einmal erwähnt wurde, hier noch Gründe, weshalb ein solches Vorgehen in meinen Augen gut gemeint, aber keine besonders gute Idee sein kann:

      Wenn das Eltern-Kind-Verhältnis gestört ist, kann eine Benachrichtigung der Eltern nach hinten losgehen. Wenn das Kind Probleme in oder mit der Schule hat, kann eine Benachrichtigung der entsprechenden Lehrkräfte nach hinten losgehen.

      Mit nach hinten losgehen ist gemeint, dass sich im schlimmsten Fall das Mädel aus Scham (oder Druck, niemand kennt die Familienstruktur) soweit verschließen wird, dass sie künftig im Krisenfall sich keinem mehr anvertrauen wird, sondern in aller Ruhe und heimlich einen Suizidversuch begeht oder sich suizidiert. Es geht hier nicht um "Panik", sondern eben auch um die nackte Faktenlage, dass Suizid im Teenageralter nun einmal eine der häufigsten Todesursachen ist. Hier nicht entsprechend professionell geschulte Stellen zu informieren, die dann auch weitere Maßnahmen einleiten können (nicht nur ein psychiatrischer Aufenthalt, wie hier benannt wurde, sondern ggf. Therapieanbindung, Benachrichtigung Jugendamt, etc. pp.) ist schlichtweg fahrlässig, da es bei einer ernsthaften Selbstmordabsicht in etwa die Wirkung hat, als würde man einem Ertrinkenden nicht den Schwimmreifen zukommen lassen, den man in der Hand hält. Und selbst bei einer nicht ernsthaften Selbstmordabsicht sind solche Äußerungen absolut ernstzunehmen und eine sehr laute Bitte um Hilfe, die aber dann entsprechend professionell erfolgen sollte.

      LG

      • Hallo,
        Danke für deinen ausführlichen Text.

        Nehmen wir an, die TE ruft die Polizei. Diese wendet sich wahrscheinlich (wenn überhaupt, kommt auch auf die Stelle an) an die Erziehungsberechtigten.
        Dann ist es wiederum die persönliche Beurteilung des Beamten, ob er das Kind dem polizeilichen Psychologen vorstellt oder nicht.

        Der psychiatrische Notdienst fährt nicht raus um das Kind abzuholen oder zu begutachten.
        Das Kind muss dahin gebracht werden, von den Erziehungsberechtigten, meines Wissens.
        Da es sich um keinen akuten Notfall handelt.

        Ich möchte diesen Text noch komplett verharmlosen, aber auch erwähnen, dass bestimmt so manche Tagebücher diese Form von Texten beinhaltet.

        Natürlich kann es ein Hilferuf sein.

        Oder aber auch nur der Wunsch nach Aufmerksamkeit.

        Deswegen würde ich es auch nicht ignorieren.

        • (12) 21.06.17 - 12:16

          Hallo,

          dir auch danke für die Antwort. Ich kenne es eigentlich nur so, dass bei einer konkreten Suizidankündigung, wie sie hier vorliegt, und, welche der Polizei, Notdienst, etc. gemeldet wurde, diese dazu verpflichtet sind, für diese Person eingeleitet wird, ob diagnostisch akut tatsächlich Hinweise auf Selbst-/oder Fremdgefährdung vorliegen, was ein Polizist beispielsweise nicht beurteilen darf, und unabhängig davon, welche Haltung die Erziehungsberechtigten dazu haben. Aber ich mag mich täuschen.

          LG

          • (13) 21.06.17 - 12:26

            Vorgehensweise die ich aus dem Rettungsdienst kenne.

            Ankündigung des Suizid. Rettungsdienst und Notarzt fahren raus.

            Polizei kommt dazu.

            Vor Ort wird die Lage begutachtet.

            Die betroffene Person wird in eine Klinik mit Psychiatrie verbracht.
            Dort wird innerhalb von 24 Stunden durch einen Mitarbeiter des Amtsgerichts entschieden ob die Person dort verbleibt.

            Soweit die vorgehensweise die ich kenne.

            Mit weg sperren hat das grade mal garnichts zu tun. Und mit Medikamenten vollpumpen ebenfalls nicht.

            Das Bild vom Patienten der fixiert und zusediert in einem Raum vor sich hindämmert, ist in vielen Köpfen verankert. Bis es dazu kommt, muss viel passieren - und auch dazu braucht es einen richterlichen Beschluss.

            • "Das Bild vom Patienten der fixiert und zusediert in einem Raum vor sich hindämmert, ist in vielen Köpfen verankert. "

              Hmm, ich glaube unsere Omas und Opas denken noch so.

              Aber in der heutigen Zeit sind doch alle schon aufgeklärter.

              Gesprächstherapien, Coaching, Psychologischer Beistand ist doch mittlerweile eher "in Mode" (soll nicht negativ klingen) und nicht mehr abschreckend wie noch vor 30 Jahren.

              Depression, Erschöpfungsdepression, Trauma aus der Kindheit usw haben doch für Aufklärung im psychiatrischen Bereich gesorgt.

              PS: du darfst auch die 36 Stunden Klausel nicht vergessen.

              Die besagt, im Notfall von Selbst-/ Fremdgefährdung darf ohne richterliche Genehmigung 36 Stunden fixiert werden.
              (kommt bei Kindern aber wirklich eher selten vor, aber leider bei erwachsenen Menschen immer noch. Jedoch natürlich viel weniger, da gebe ich dir recht)

Top Diskussionen anzeigen