Heirat und andere Frau

Kurz zur Vorgeschichte:
ich bin seit 10 Jahren in einer Beziehung. Wir haben schon einiges durchgemacht, wir haben eine kleine Tochter von 8 Monaten zusammen. Wir verstehen uns auch inzwischen wieder sehr gut, nachdem wir nach der Geburt einige Probleme miteinander hatten. Wir werden Anfang September heiraten. Nun hat Anfang des Jahres eine neue Kollegin bei uns angefangen und wir haben uns direkt sehr gut verstanden. Wir haben immer gemeinsam Pause gemacht, über Gott und die Welt gesprochen, uns gegenseitig Tipps gegeben, viel gelacht und waren auch manchmal nach der Arbeit noch mit anderen Kollegen etwas trinken, was ich auch immer sehr schön fand. Ich denke ich habe mich ein wenig in sie verguckt. Wir haben auch öfter privat geschrieben und ich habe mich jedes Mal gefreut wenn eine Nachricht von ihr kam. Ich wollte es mir nicht eingestehen aber irgendwann waren wir in der Mittagspause zusammen im Park spazieren und da sagte sie, sie fühlt mehr für mich als nur Freundschaft. Wir haben uns geküsst und es war wunderschön aber irgendwann habe ich dann doch mein Hirn wieder eingeschaltet und gesagt da kann nichts laufen, ich werde heiraten. Seitdem gehen wir uns aus dem Weg so gut es geht, doch immer wenn ich sie sehe fühle ich diese Schmetterlinge im Bauch. Ich habe so viel Disziplin mich nie wieder mit ihr zu treffen, nicht einmal mehr gemeinsam in die Mittagspause zu gehen. Wir schreiben auch nicht mehr privat. In der Arbeit sprechen wir nur noch über berufliche Dinge. Doch ich merke meine Gedanken sind immer noch bei ihr. Letztens hat sie mit Kollegen im Büro erzählt, sie hätte einen neuen Freund und es hat mir einen Stich versetzt. Dabei sollte es mich doch kalt lassen. Ich möchte es abstellen. Denn obwohl nichts geschehen ist, habe ich ein schlechtes Gewissen meiner Verlobten gegenüber. Ich werde heiraten, da sollte sie die einzige Frau sein an die ich denke. Wer hat Erfahrung mich solchen Gefühlen? Verschwinden diese irgendwann von alleine wenn man diese Distanz einhält?

Vielleicht sind hier auch andere Männer denen etwas ähnliches passiert ist.

Hallo!

Je seltener Du die Kollegin siehst, desto schneller werden die Gefühle für sie verschwinden. Ideal wäre ein Wechsel des Arbeitsplatzes, damit du ihr gar nicht mehr begegnest.
Da muss man leider durch, es tut weh, wenn sich Gefühle entwickeln man ihnen aber nicht nachgehen will. Solange Kontakt besteht wird es weiter weh tun.

Denk also besser drüber nach, ob es nicht überhaupt mal an der Zeit wäre, für die Karriere was zu tun mit einem Jobwechsel.

Außerdem sorg für viel Zweisamkeit mit Deiner Verlobten, möglichst oft einen Babysitter nehmen oder wenn die Kleine schläft ganz bewusst TV ausschalten und Handy weg legen, sondern zu zweit mit was nettem zu trinken auf den Balkon setzen und reden, das tut euren Gefühlen füreinander gut und auch die Streitereien werden dabei weniger werden, weil dann eure Paarebene wieder besser passt und ihr dann auch besser mit den Rollenveränderungen vom kinderlosen Paar zu Eltern besser klar kommt.

Ich verstehe, dass Du eine groß geplante Hochzeit nicht so einfach absagen willst, aber Dir trotzdem Gedanken machst. Es ist schön, dass Du euch eine Chance geben willst, aber ein wenig Arbeit macht es trotzdem. Aber es wird besser werden.

Das ist meine Hoffnung, dass die Gefühle mit der Zeit verblassen. Dass es Arbeit bedeutet ist mir bewusst, doch ich möchte es versuchen. Meine Verlobte und ich haben die Krise überwunden, wir sind uns wieder näher und verbringen mehr Zeit miteinander. Deswegen bin ich auch optimistisch dass es noch besser wird. Ob ich wirklich den Arbeitsplatz wechseln sollte nur wegen ihr? Das erscheint mir doch ein recht drastischer Schritt. Doch du hast Recht, so lange ich sie täglich sehe tut es weh und macht es schwerer. Vielleicht sollte ich abwarten und sehen wie sich die Gefühle entwickeln. Ob es reicht wenn wir diese normale berufliche Distanz einhalten. Jobwechsel erscheint mir als letzter Schritt.

Hallo!

Ganz grundsätzlich kann ein Jobwechsel Deiner Karriere auch sehr gut tun, also stell Dich da nicht gar so sehr quer. Es kann eine wirklich gute und rationale Entscheidung sein, weil man eben oft in der "alten" Firma immer nur als der Wahrgenommen wird, was man eben von anfang an getan hat - der ehemalige Azubi bleibt in den Augen der Kollegen oft immer noch ein Stück weit Azubi, auch wenn er schon 5 Jahre mit der Ausbildung fertig ist. Auchd as Einkommen ist in anderen Betrieben oft besser, Du bringst ja Erfahrung und Wissen mit.

Ich würde den Schritt schon wichtig finden, damit Du einen klaren Cut hast. Im Moment klingt es eben echt eher so, als ob Du nur wegen der großen Feier mit einer Braut die sich total rein steigert geheiratet werden sollte, und nicht, weil Du es auch von Deinen Gefühlen her willst.

Ja, Männer sind im Falle einer Trennung wirklich meistens die gekniffenen wenn es um die Kinder geht und dürfen brav Dankeschön sagen, wenn sie jeden Monat hunderte Euros überweisen und jedes Zweite Wochenende das Kind sehen dürfen. Wechselmodelle sind viel zu selten, auch aus Sicht der Kinder.

Aber es hilft Dir recht wenig weiter, wenn Du in ein oder zwei Jahren in die nächste Kollegin verliebt bist und die Ehe spätestens zu Kind Nummer 2 in die nächste Krise gerät.

Also es gehört schon auch dazu, dass Du wirklich dran arbeitest, und das nicht nur für ein paar Tage, sondern dauerhaft. Du musst es auch wirklich WOLLEN, nicht nur aus Pflichtgefühl, sondern auch für Dich selbst.

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Bist Du denn sicher, dass Du Deine Partnerin noch heiraten möchtest?
Man könnte die Hochzeit auch verschieben, besser als einen Fehler zu machen.

Ich möchte sie ganz sicher heiraten. Ich liebe sie und unsere Tochter sehr und bin froh dass wir uns wieder angenähert haben nach den Problemen die wir nach der Geburt hatten. Doch diese Gedanken lassen mich nicht los und es macht mich verrückt. Verschieben kann ich die Hochzeit auf keinen Fall. Sie wollte schon so lange heiraten, dann wurde sie schwanger und sie wollte eigentlich noch vorher heiraten und es hat doch nicht geklappt. Sie ist überglücklich und hat alles bis ins kleinste Detail geplant. Es würde ihr das Herz brechen wenn ich die Hochzeit verschiebe und das wäre wohl das Ende für uns weil sie dann denken würde ich liebe sie nicht mehr.

Die Frage lautet doch eher: würde sie ihn noch heiraten wollen, wenn sie das wüsste?

Ich finde es nämlich unfair, dass er ihr so gar nichts sagt. Das kann nicht gut gehen.

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Ich finde es sehr unfair deiner Partnerin gegnüber.
Du hast Gefühle für deine Kollegin. Hast sie sogar geküsst

Sorry, aber würde deine Partnerin dich noch heiraten wollen wenn sie davon wüsste?!

Das man mit einem Kind Stress miteinander hat ist völlig normal. Das macht jedes Paar durch. Deswegen vergucken sich aber nicht alle anderen Männer in eine Kollegin und küssen sie!

Was du da getan hast ist echt nicht harmlos. Eine Ehe mit dir solltest du deiner Partnerin erspaRen!

Es wird nichts dergleichen mehr geschehen in Zukunft. Ich habe mich sehr gut unter Kontrolle. Wir haben schon sehr viel zusammen erlebt in den ganzen Jahren seit wir zusammen sind und sind immer noch glücklich zusammen. Wäre es etwa fair ihr gegenüber mich deswegen zu trennen? Und unserem Kind die Familie zu nehmen? Wegen einem Kuss?

... auch wenn du dich gut unter Kontrolle hast, wird es doch immer irgendwie spürbar sein, dass du eigentlich am liebsten einen anderen Schritt gegangen wärest
... und du nur "mitgemacht" hast, weil du sie nicht verletzen wolltest.

das ist noch viel verletzender, weil sie es spüren wird auf Dauer, aber möglicherweise nicht greifbar für sie wird.

wenn du ganz sicher eure Familie behalten möchtest, würde ich es aber auch nicht erzählen, aber Wege suchen, dass eure Nähe viel mehr gestärkt wird und in eure Beziehung Leichtigkeit und Humor kommt, alles das, was du in der kurzen "Affärenzeit" genossen hast.

aber schlaf noch ein paar Nächte darüber und finde heraus, was DU wirklich unbedingt willst; wenn eine Fee käme und du drei Wünsche offen hättest und die Fee würde dir versprechen, wie auch immer du dich entscheiden würdest, würden alle Beteiligten als Gewinner hervorgehen, was würdest du dir wünschen?

und nur um dir den Stress in deiner Entscheidung herauszunehmen: meine Erfahrung ist, dass doch alles irgendwie gut wird - aber ich muss ehrlich zu mir und authentisch den anderen gegenüber bleiben.

eine Beraterin hat mal gesagt, wenn du in einem Dilemma steckst, schreib dir auf zwei Zetteln alle für und wider auf und lass das wirken
dann nimmst du zwei unterschiedliche Kissen, die stellvertretend für eine Option sind (heiraten, erst mal nicht heiraten und Zeit gewinnen). Dann nimmst du jedes Kissen für 5 Minuten in den Arm, wiegst es und lässt es wirken. Meistens ist das Körpergefühl die beste Entscheidungshilfe.

Und noch etwas: für viele Menschen gab es bisher Momente, wo ihnen der Boden unter den Füssen weggezogen wurde und ein richtiger Schockmoment entstand. Aber davon kann man sich erholen und auch daran wachsen und gewinnen. Entscheidend fände ich, dass du weiterhin respektvoll ihr gegenüber trittst. ... und du weißt gar nicht, auch wenn sie sich freut, ob in ihr nicht auch eine Unsicherheit steckt, die sie gerade mit "Beschäftigt sein" überdeckt...

mein Fazit: in dich gehen, herausfinden, was dir wichtig ist; und weiterhin verantwortungsvoll mit allen Beteiligten umgehen...

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Stell dir mal die Frage:

Angenommen eine Wunscherfüllungsfee käme daher und würde dir einen Wunsch erfüllen.
Zu welcher Frau würde es dich ziehen, wohin würdest du gehen?

Die Fee sorgt dafür, das niemand verletzt ist und leidet. Das Kind erleidet keinen Schaden, die Hochzeit spielt keine Rolle, deine Freundin wäre dir nicht böse. All das regelt die gute Fee. Nur du darfst frei entscheiden und deinen Gefühlen nachgehen.

Wohin gehst du?

Ich finde diese konstruierte Fragestellung ziemlich überflüssig. Das Leben ist kein Ponyhof und aus dem Alter an Märchen zu glauben bin ich wohl raus. Das Leben besteht aus Verantwortung und Verpflichtung. Keiner kann so leben wie er es möchte ohne Rücksicht auf sein Umfeld. Das ist nunmal Realtität

Die Frage ist in des konstruierten Beispiels scheinst du nicht verstanden zu haben.

Wenn du sowieso aus Pflichtgefühl und Verantwortung gegenüber einer erwachsenen Frau eine Ehe eingehen willst, dann wundere ich mich, warum du hier fragst. Demnach spielt es doch gar keine Rolle, ob du noch 2 Wochen oder 2 Jahre an die Kollegin denkst.
Du bist nicht zu beneiden. Das klingt ja jetzt schon verbittert. Dabei hat die Ehe für die nächsten 30 Jahre noch gar nicht begonnen.

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Ich sehe die Situation nicht so schwarz. Ja du hast dich verliebt aber statistisch gesehen hört das nach drei bis sechs monaten wieder auf. Du entscheidest dich bewusst für deine verlobte und hast allen grund dazu. Du sagst, ihr seid glücklich und ich gehe davon aus, dass ihr richtige liebe empfindet. Der weg, den ihr bis jetzt gegangen seid, würde euch kein anderer geben ohne nochmal 10 jahre hinein zu investieren. Lass doch mal revue passieren, was an eurer beziehung so unersetzbar ist, dass ein aufgeben zu schade wäre und was du an ihr liebst. Die verliebtheit der anderen frau gegenüber wird wieder vergehen, da bin ich mir ziemlich sicher. Vielleicht kommen dir ja gerade auch ein wenig kalte füße, gerade weil eure krise erst seit kurzem überwunden ist. Frag doch mal ganz offen deine verlobte, wie es ihr damit geht, vllt seid ihr euch da näher als du denkst. Liebe Grüße

Hi
2015 bis 2016 war ich verliebt in Freund vom Mann. Dachte er auch in mich. Heute weiß ich, er ist Narzisst. Ne schöne Blase und nichts dahinter.

Gelaufen ist nichts, sind beide verheiratet, Kinder, ich glücklich, er gar nicht, was aber an seiner Störung liegt, die mir erst 2017 klar wurde.

Ich hätte auch in der Verliebtheitsphase nicht meine Ehe riskiert, immer meinen Mann geliebt, Sexleben auch gut.

Es war einfach prickelnd, so umschwärmt zu werden usw. Es tat gut und tat gleichzeitig weh, weil ja nie was werden durfte.

Natürlich zum Glück, wie ich heute weiß.

Alles, alles im Nachhinein ist seinem Narzissmus geschuldet, ich hätte es eher merken müssen.

Riskier nicht Dein vorhandenes Glück für diese Frau.

Alles Gute.

Hallo,

vor einigen Jahren hat mein Partner mir aus für mich heiterem Himmel eröffnet, daß er sich trennen möchte, da er sich in seine Arbeitskollegin verliebt hat.
Wir waren damals schon über 10 Jahre zusammen und es war alles irgendwie eingeschlafen. Wir hatten Probleme, um die wir uns nicht gekümmert haben und die ihn in eine andere Richtung getrieben haben. Er fühlte sich nach der Trennung wirklich gut, dachte er sei frisch verliebt, flirtete und dachte auch nur selten an mich.

Nach etwa 4 Monaten in denen er sogar ausgezogen ist, hat er gemerkt, daß das nur ein Strohfeuer war. Die Gefühle für die andere waren nicht mer da war und er wollte zurück.

Bei Euch kommt nun noch hinzu, daß ihr beide in einer ganz besonderen Situation seid. Ihr seid nun Eltern, Deine Freundin und Du müsst Euch (noch) neu finden, neu organisieren und Euer Verhältnis ist nicht nur noch romatischer Natur. Du bist bei Deiner Freundin nicht mehr die Nummer 1. Da sehnt man sich auch manchmal nach der "guten, alten Zeit".
Wenn es "nur" das ist, dann sag ihr nichts, heirate sie und arbeitet an Eurem Miteinander.

Wenn es aber mehr ist und das kannst nur Du wissen, dann sag es ihr, denn alles andere wäre unfair.
Einfach abstellen wirst Du es nicht können. Echte Gefühle lassen sich nicht unterdrücken und sie ignorieren wäre sowohl für Dich als auch für Deine Freundin und Euer Kind der schlechteste Weg. Irgendwann kommt das durch und der große Knall, der dann folgt, wäre viel schlimmer.

Viele Grüße