In Trauer, alle Menschen verletzt

    • (1) 10.07.17 - 15:03
      inTrauer

      Hallo,

      ich habe einen Verlust, vor knapp 2 Wochen, erlitten, der mich sehr sehr schwer getroffen hat. Es geht aber "nur" um mein Tier. Ich trauere als hätte ich meinen Ehemann verloren.

      In der Folgenden Zeit war ich unsicher und manchmal auch ungerecht zu den Menschen in meinem Umfeld. Und ich bin so sensibel, das ich sehr ängstlich auf vieles reagiert habe.
      Man hat versucht mir zu helfen und ich konnte das nicht so gut annehmen. Und auch nur wenig Dankbarkeit zeigen. Also versucht habe ich es, aber ich bin so tief in Trauer, dass nichts davon wirklich vom Gefühl her kam. Ich hatte auch Suizidgedanken, weil ich das Gefühl hatte mit diesem Schmerz nicht weiter leben zu können. Es war die Verzweiflung und ich habe die auch so mitgeteilt. Ich wollte mir nichts tun, aber ich konnte nur von Stunde zu Stunde leben und keine Tage Überblicken. Ich habe das Gefühl meine ganze Welt ist durch den Verlust zusammen gebrochen. Es ist alles nur noch grau in grau.

      Man hat mir mitgeteilt, daß ich ab und zu ungerecht bin und man mir bloß helfen wollte und ich habe sie dafür auch noch getreten. In meiner Trauer habe ich das gar nicht bemerkt, kann also gerade nicht mal sagen, mit was genau ich die Leute getreten habe.

      Ich stimme ihnen zu, dass ich die Hilfe nicht besonders gut annehmen kann gerade. Also es ist zb. wirklich nett mir eine neues Tier suchen zu wollen, aber ich hatte an allen bisher etwas auszusetzen und die die ich gewollt hätte, waren schon weg. Es ist also auch noch schwierig so ein Tier zu finden.

      Und habe auch nicht gesagt wenn ich etwas nicht machen wollte. Also gab es viele Missverständnisse und ärgerliche Dinge für mein Umfeld. Also ja ich verstand ja warum ein neues Tier und stimme dem im Kopf auch zu. Bin mir aber nicht sicher ob ich schon bereit bin, was ich aber eben nicht gesagt habe. Das ist glaube ich das was die Freunde am meisten verletzt, sie tun und machen etwas und ich sag immer Ja und mache auch mit. Ich spüre dann irgendwann das mein Bedürfniss doch ein anderes ist, oder es ist kurzfristig ein anderes, weil ich unsicher werde und platze dann damit raus und verletze damit, weil ich ja vorher doch ja gesagt habe.

      Als die eine mir mitgeteilt hat das sie sauer auf mich ist, habe ich sie in Ruhe lassen wollen, weil ich nicht verstanden habe warum und ich sie nicht weiter verletzen wollte.

      Ich bin nun von fast allen meinen Freunden, bis auf einer bei WhatsApp blockiert worden. Zumindest sehe ich nur noch ein altes Profilbild, keinen Status, oder sonstiges und meine Nachrichten werden nicht mehr zugestellt. Und die Gruppen in denen wir zusammen waren sind verlassen worden. Man hat mir also sehr deutlich und unmissverständlich mitgeteilt, dass man nichts mehr mit mir zu tun haben möchte.

      Ich weiß nicht was ich jetzt machen soll? Das kann es doch jetzt nicht sein, dass ich zu meinem Seelenpartner auch noch meinen gesamten Freundeskreis verliere.

      Was würdet ihr den jetzt machen?

      LG

      inTrauer

      • (2) 10.07.17 - 15:39

        Hallo.
        Wir haben auch vor einigen Wochen ein Haustier verloren.

        Aber anstelle uns abzuschotten, gingen wir offensiv damit um. Grabgestaltung, weinen, viel Reden und oft daran traurig denken.

        Auch ich, die selten und schon gar nicht offen weinen tut, weinte laut und schluchzend, dabei war das Tier nicht meins, sondern meiner Tochter. Wir haben dann noch 2 gehabt und neulich noch 2 dazu gekauft (keine Hunde/Katzen).

        Jetzt gehts bergauf. Klar reden wir oft darüber, die 2 neuen haben den vorh. "Laden" aufgemischt, unsere Tiere sind Scharentiere und man merkte, 2 sind jetzt zu wenig zumal einer seine "Frau" verlor (die, die starb).

        Wir haben mit unsrer Trauer keinen verletzt, höchstens genervt (meine Söhne sind groß und haben unsere Trauer nicht ausgehalten)

        Aber Freunde vergrault usw haben wir nicht. Wir haben Zuspruch erfahren.

        Jemanden zu blocken ist kindisch und macht man bei Drohungen und Schlimmeren...aber nicht wenn jemand halt etwas zu massiv trauert.

        Das sollte man wegstecken.

        • (3) 10.07.17 - 17:28

          Hallo,

          Danke für deine Antwort. Ich habe mich auch nicht abgeschottet.

          Für die Einzeleinäscherung und die Urne war das Geld leider nicht mehr da, weil mein Tier die letzten Jahre einige Tausender beim Tierarzt gelassen hat.
          Aber ich habe viel geweint und getrauert und bin immer noch super traurig. Kann zb. noch nicht viel essen, weil mein Magen sich noch wie zugeschnürrt anfühlt. Breche unvermittelt in Tränen aus, etc..
          Und ich war und bin zwischendurch verzweifelt vor Trauer.
          Und ich bin auch eher jemand der sonst wenig weint. So tief getrauert wie jetzt habe ich noch nie.

          Bedroht habe ich keinen. Beleidigt aber schon, aber nicht mit Absicht. Ich habe sagen wollen wie tief ich trauere und das mit der Trauer um einen Ehemann verglichen. Angekommen ist, das ich den Ehemann als Tier sehe.

          Ungerecht war ich ab und zu.Schon am ersten Tag als ich noch unter Schock gestanden bin, war ich ungerecht, weil ich alles mit Ja beantwortet habe und erst ein paar Stunden später plötzlich gesagt habe, was ich in diesem Moment wollte und das ich das so gar nie wollte. Und das war echt Mist. Eine viertel Stunde später wollte ich dann doch wieder das abgesprochene.

          Und dass man so mit Menschen nicht umgeht weiß ich ja. Die Freundin hat sich die Finger wund telefoniert für mich und ich mache so ein Wirr Warr daraus. Ich kann das schon verstehen, dass einen das richtig verärgert.

          LG

          inTrauer

          • Hallo,

            Ich finde es total daneben einem Menschen, der gerade sein geliebtes Tier verloren hat, vorzuschlagen "einfach ein Neues" zu kaufen.
            Das lässt mich darauf schließen dass deine Freunde keine Ahnung von Haustieren haben und dann können sie auch nicht verstehen dass du trauerst.
            Ich würde an deiner Stelle erst mal den Tod des Tieres verarbeiten und mich danach um die "Freunde" kümmern.
            Du könntest auch mal im Unterforum schreiben das sich mit Tieren beschäftigt. (Weiß grad nicht den Namen). Da findest du bestimmt Zuhörer.

            Ach und zu den anderen Kommentaren hier: ja es klingt schon erst mal seltsam wenn man das Tier mit dem Ehemann vergleicht. Aber hast du denn einen Partner? Ich finde es klingt nicht so. Und somit war das Tier das für dich wichtigste Lebewesen. Und dieses ist nun gegangen, klar bist du traurig!
            Vielleicht hattest du auch nie eine feste Partnerschaft und kennst keine innigere liebe als die zu deinem Tier. Fände ich jetzt erst mal nicht bedenklich wenn das so wäre.

            Alles gute dir! Der Schmerz wird besser!

            • (5) 10.07.17 - 23:22

              Hallo

              Danke für deinen Trost.

              Das mit dem neuen Tier war aus Sorge, weil ich so verzweifelt war. Also nachvollziehen und den Gedanken dahinter verstehen kann ich schon. Also mein Kopf sagt auch, es wäre besser so. Mein Gefühl ist sich eben nicht sicher.

              Ja so richtig nachvollziehen können das wohl nur wenige.

              Und ich weiß auch, dass dieses Tier etwas ganz besonderes in meinen Gefühlen war.

              LG

              inTrauer

      Ganz ehrlich, aber ein Verlust vom Tier mit dem Verlust von Ehemann zu vergleichen finde ich nicht gesund. Und in Trauer ALLE Menschen um sich herum, wirklich alle zu vergrauen finde ich auch der sehr fragwürdig.
      Hol dir bitte psychologische Hilfe...!
      K

      • (7) 10.07.17 - 17:30

        Hallo,

        Danke für deine Antwort.

        Ich weiß das es für viele komisch ist, aber ich trauere wirklich wie als hätte ich einen Partner verloren.

        LG

        inTrauer.

        (8) 15.07.17 - 10:57

        Mein Gott, es soll Menschen geben, die mehr mit Tieren klarkommen, als mit anderen Leuten. Was ist daran pathologisch?

        Du bist bestimmt so eine, die ihr unbedingt von Asperger heilen wollen würde...

        • Komm, sei nicht gleich so verletzend. Ich bin ganz sicher nicht "so eine", ich passe nicht gut in Schubladen ;-)

          Die Frau hat ALLE Menschen um sie herum verjagt, na klar kann es sein dass sie alle böse waren, aber es ist wahrscheinlicher dass das Problem bei ihr liegt. Es wäre besser wenn sie daran arbeitet. Sie kommt offensichtlich mit Menschen nicht klar.

          K

    Tut mir leid, dass Dein Tier gestorben ist. Ich habe auch schon ein sehr geliebtes Haustier verloren.

    Aber ehrlich - dein Verhalten hört sich jetzt echt nicht mehr gesund an. Wenn Du dadurch dermaßen aus der Bahn geworfen wurdest, würde ich mir überlegen, was wirklich dahinter steckt. Vielleicht würde Dir eine psychologische Beratung weiter helfen?

    ...vorausgesetzt, deine Geschichte ist keine Märchenstunde#sorry

    Viele Grüße
    hundkatze.maus

    • (11) 10.07.17 - 17:36

      Hallo,

      Danke für deine Antwort.

      Ich habe bereits eine Psychiaterin, weil ich eine sadistische Mutter hatte, die mich schwer misshandelt hat. Also ich hab mir schon Hilfe geholt. Aber sie finden, meine Trauer nicht ungewöhnlich und das ich da halt nun durch muss.

      LG

      inTrauer.

Hallo!

Ich habe auch schon geliebte Tiere verloren, aber um keines habe ich so tief getrauert wie um meinen Vater - und auch das ist ein ganzes Stück weniger schlimm, wie der Verlust eines Ehepartners.

Sorry, aber auch ich denke, dass da was größeres dahinter steckt, vielleicht eine Depression die durch den Verlust des Tieres getriggert wurde?

Bitte such Dir Hilfe, bei Selbstmordgedanken besser in einer Klinik.

  • (13) 10.07.17 - 17:40

    Hallo,

    Danke für deine Antwort.

    Wie oben schon geschrieben, ich habe psychologische Hilfen. Eine Depression ist nicht Reaktiviert worden.

    Und es ist nicht mein erstes Totes Tier und nicht mein erster geliebter toter Mensch. Bei allen habe ich sehr getrauert. Aber ich habe tatsächlich noch nie so heftig getrauert wie jetzt.

    LG

    inTrauer

    • Vielleicht zieht das auch frühere Gefühle, Verluste und nicht verarbeitete Trauer wieder hoch. Und deswegen schießt es über das normale Maß hinaus.

      Klar irritiert das deine Freunde und es ist besser, wenn Du Dich da erst mal zurück hälst, das kann im Moment eben nicht mal ein Tierhalter so 100% nachvollziehen.

      • (15) 10.07.17 - 21:12

        Hallo,

        Das kann natürlich sein, dass es was mit hoch holt. Das Tier war ja auch schon bei mir, als ich die letzten Male getrauert habe und vielleicht habe ich da auch einiges auf sie Übertragen.

        Ja ich glaub nun, nach den Antworten hier auch, dass ich mich den anderen zuviel zugemutet hatte in letzter Zeit und deswegen das ganze so Eskaliert ist.

        Hoffe jetzt mal das kann sich irgendwann wieder einrenken und den die noch da sind, werde ich erstmal aus dem Weg gehen, bis ich etwas weniger Trauere.

        LG

        inTrauer

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