Partner burnout und denkt an trennung

    • (1) 10.07.17 - 22:04

      Hallo.

      Ich bin neu hier und hoffe auf ein paar hilfreiche antworten. Die ausgangssituation ist folgende:

      Mein mann und ich sind seit 14 jahren ein paar, seit 6 jahren verheiratet. Es gibt zwei gemeinsame kinder 6/1 jahr. Er ist vom typ her eher ruhig, ihm fällt es eher schwer über gefühle zu sprechen. Das jüngere kind war im ersten jahr sehr anspruchsvoll, was mich oft an meine grenzen gebracht hat. Ich hatte quasi rund um die uhr das baby an mir kleben, das große kind fordert natürlich auch Aufmerksamkeit ein. Es blieb einfach kein raum mehr für meinen mann geschweige denn mich selbst. Ich habe mich physisch zurück gezogen aber versucht ihm klar zu machen, dass es nicht an ihm liegt, sondern an mir. Als das baby größer wurde und somit selbstständiger war wieder mehr raum für uns als paar, was ich auch versucht habe zu nutzen. Mehr als einmal wurden meine Annäherungsversuche egal welcher art von ihm abgeblockt. Mit der zeit frustriert das natürlich. Es ist nicht so, dass es gar keine nähe mehr gab, aber ich wollte gerne mehr. Beruflich ist mein mann stark eingespannt. Die chefs und kollegen waren nicht sonderlich begeistert, dass er elternzeit genommen hat. Am wochenende hat sich die situation allerdings so zugespitzt, dass er mir eröffnete kurz vor bzw im burnout zu stehen, und dass er auch bereits über eine Trennung nachgedacht hat. Er sagt zwar das seien keine konkreten gedanken aber es hat mich eiskalt erwischt. Mit der situation burnout komme ich zurecht/kann ich umgehen, auch wenn es hart wird. Aber mir macht es schwer zu schaffen, dass er bereits über trennung nachdenkt und ich komplett ahnungslos bin. Es zerreißt mich förmlich, zur Tagesordnung überzugehen, den kindern zu liebe. Ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll. Ich liebe ihn sehr, auch wenn ich das im letzten jahr vermutlich nicht gezeigt habe/zeigen konnte.

      Vielen dank an alle, die bis hierher gelesen haben.

      • Nur kurz als Antwort, bevor es Dich die ganze Nacht wachhält: Wenn ein Mensch das Gefühl hat, dass sein Leben in sämtlichen Bereichen gerade den Bach runtergeht, dann sind auch Trennungsgedanken da, weil man sich quasi von allem befreien will, was einen vermeintlich in diese Situation gebracht hat.
        Genauso will man dem Partner vielleicht kein "Klotz am Bein" sein und meint, diesem einen Gefallen zu tun, wenn man ihn verlässt.
        Und jeder Psychologe sagt: In einer solchen gesundheitlichen Ausnahmesituation keine so weitreichenden Entscheidungen wie Trennung treffen.
        Sprich mit Deinem Mann, sag ihm, dass Du für ihn da bist und sucht gemeinsam einen Weg, der für Euch machbar ist.

        (3) 11.07.17 - 10:09

        Hallo,

        mach dir wegen der Aussage keinen Kopf.

        Ich stehe momentan gefühlt auch kurz vorm Burnout oder so. Kenne ich von mir gar nicht.

        Mir ist ALLES zu viel, ALLES nervt mich an und auch ich denke manchmal, dass ich einfach gern meinen Koffer packen würde und weg will. Ich hab aber auch einen Ehemann und 2 Kinder, ich ich über alles liebe.

        Manchmal ist einfach alles zu viel.

        LG

        (4) 11.07.17 - 13:05

        Also, das muss ich doch einmal hinterfragen, du hattest das "Jüngste an dir kleben" ? und dein Mann war in Elternzeit? Wenn es so ist, habt ihr primär ein Organisationsproblem, eure Ehe regelrecht (aus Zeitmangel???????) vernachlässigt. Ich abe hier im Forum von etlichen Frauen gelesen, die ihre Familie, Kleinkinder, Haushalt, Beruf und Mann hervorragend gemanagt haben und du hast nicht gemerkt, dass sich dein Elternzeitmann von dir distanziert?
        Bitte versucht beide, die Kuh ganz schell vom Eis zu ziehen, sollte es nicht klappen, sofort in die Eheberatung.

        Ich wünsche dir freundliche und hellere Tage.

      Vielen Dank für eure antworten. Nachdem sich heute nacht die Situation verschärft hat und mein mann körperliche Symptome zeigte waren wir heute gemeinsam bei unserem hausarzt. Er wollte, dass ich mitgehe. Unser arzt hat bereits nach wenigen sätzen meines mannes eine depression für wahrscheinlich gehalten. Wir werden nun weitere termine bei fachärzten wahrnehmen und müssen schauen, wie es weitergeht.

      • (7) 11.07.17 - 20:33

        Eing guter Schritt und ich wünsche euch alles Gute!

        Mein Mann hat sich vor kurzem auch ganz überraschend von mir getrennt und sagte, er liebt mich nicht mehr. Es war schrecklich und ein wochen- und monatelanges auf und ab.
        Er hatte ganz schnell eine eigene Wohnung und als er eine Nacht weg war, ist er weinend bei mir im Hausgang zusammen gebrochen und sagste schluchzend, er ist völlig ausgebrannt und es täte ihm alles so leid. Die Wochen danach waren nicht weniger turbulent. Jeden Tag, jede Woche was anderes, ein ewiges auf und ab.

        Auch bei der Eheberatung waren wir ein paar Mal. Aber was die nette Dame uns da geraten hat, war für UNS in UNSERER SItuation genau das falsche. Hätten wir so weiter gemacht, wäre unsere Ehe am Ende endgültig gegen die Wand gefahren.

        Ich hatte von Anfang an gesagt, er hat Burn out, villeicht auch midlife crisis oder so.

        Eine Freundin meinte, ein Mensch in dieser emotionalen Lage, kann seine Gefühle nicht mehr einordenen. Manche fühlen auch gar nichts mehr.
        WIr haben zwei sehr sehr schwierige Kinder. Er einen sehr anstrengenden Job, sowohl körperlich, als auch geistig. Und als Paar haben wir uns einfach nicht wichtig genug genommen. Immer waren da die Kinder, seine Arbeit, meine arbeit... ich war auch nur noch genervt und überbelastet von/mit den Kindern.

        Seit kurzem wohnt mein Mann wieder zu Hause und hat die Wohnung gekündigt. Ihm ist in der Zeit die er weg war, wohl einiges klar geworden.

        Jedenfalls hat er eingesehen, dass von uns beiden was kommen muss und nicht nur von mir.
        Im Moment ist zwar nix einfacher, aber es ist sehr schön zwischen uns. Vielleicht muss man manchmal die Dinge nur anders betrachten.

        Alles Gute für euch! #liebdrueck

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