Partnerschaft

  • 17.07.17 - 13:10
    kirschkern23 (1)

    Keiner gibt uns eine Chance

    Hallo

    um euch mein Problem zu beschreiben muss ich etwas länger ausholen. Und zwar war ich 3 Jahre mit meinem Freund zusammen und wir haben auch ein Kind. Das Problem damals war er war drogenabhängig und hat sich auch deswegen sehr daneben benommen. Also gegenüber allen, meinen Eltern seinen Eltern, Geschwistern, Freunden. Er hat viel Mist gebaut und das Ende vom Lied war er ist dann auch ins Gefängnis gekommen. Ich habe dann gesagt es reicht mir so geht es nicht weiter und habe mich getrennt. Das ist nun 2 1/2 Jahre her und vor 4 Monaten ist er wegen guter Führung vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen worden. Er hat natürlich Kontakt zu uns gesucht auch wegen unserem Sohn und wir haben uns einige Male getroffen. Und ich muss sagen, er ist wirklich ein anderer Mensch geworden! Er ist clean und will sein Leben wieder auf die Reihe bekommen. Er hat versucht den Mist den er gebaut hat wieder auszubügeln aber die meisten wollen nichts mehr mit ihm zu tun haben. Ich liebe ihn immernoch und bin sehr stolz auf ihn was er alles geschafft hat in den 2 Jahren und wie er sich verändert hat. Und er wohnt auch inzwischen wieder bei uns und unser Sohn freut sich auch sehr dass sein Papa wieder da ist. Leider machen das die meisten aus unserem Umfeld schlecht und reden auf mich ein ich soll den gleichen Fehler nicht nochmal machen. Sie wollen nicht verstehen dass er sich verändert hat und jeder eine zweite Chance verdient hat. Letztens hatte mein Vater Geburtstag und er ist natürlich auch mit gegangen zur Feier, er gehört doch zur Familie. Was hat mein Vater gemacht? Er hat ihn raus geworfen. Ich habe ihm gesagt wenn er nicht bleiben darf dann gehen unser Sohn und ich auch. So ist es dann auch gekommen, weil er einfach stur war. Der einzige der wirklich noch zu ihm hält ist sein Bruder und ich, alle anderen wollen nichts mit ihm zu tun haben. Das macht ihm schon auch zu schaffen. Er ist kein schlechter Mensch, auch wenn er sich zum Schluss sehr schlecht benommen hat. Doch diese Ablehnung ihm gegenüber ist auch für mich schrecklich. Meine Schwester hat auch einen Sohn der fast so alt ist wie unserer und der darf jetzt nicht mehr zu uns zum spielen kommen seit er wieder hier wohnt und so. Sie kommt auch nicht mehr her, wenn ich sie sehen will muss ich zu ihr gehen oder wir treffen uns in der Stadt. Er weiß nicht wie er allen beweisen soll dass er sich geändert hat. Soll ich auf sie pfeifen und ihnen sagen dann eben nicht? Ist es nur unsere Sache? Andererseits waren sie sehr für mich da als ich alleine mit meinem Sohn da stand und sie mich unterstützt haben als er im Gefängnis war oder auch vorher als ich gelitten habe unter seinen Ausrastern. Was denkt ihr dazu? Soll ich versuchen noch mit denen zu reden? Oder bringt es die Zeit mit sich dass sie sich wieder an ihn gewöhnen und merken dass er sich verändert hat?

    Danke & Grüße

    Antworten  1
    • Ja, die Zeit wird es bringen. Wobei ich Deine Leute verstehen kann, er ist erst kurz draußen und niemand kann die Hand dafür ins Feuer legen, ob es so bleibt wie es ist.

      • 17.07.17 - 13:26
        kirschkern23 (3)

        Sollte man nicht als Familien da eher unterstützen als ihn auszuschließen und den Kontakt abzubrechen? Immerhin ist er der Vater von ihrem Enkel/Neffe.

        • So wie ich dich verstehe hast du sehr viel Unterstützung bekommen von deiner Familie und indirekt auch dein Partner, denn andere haben dir und seinem Kind die Hilfe geleistet die notwendig war weil ER Sch..... gebaut hat.
          Nun kommt der Zeitpunkt, wo ER sich erstmal bewähren muss, sich das Vertrauen wieder verdienen muss. Auch das gehört zum Konsequenzen tragen wenn man Sch..... baut.


        • Nein sollte man nicht.

          Der typ hat es einfach verschissen und du bist so selten blöd und nimmst ihn natürlich soooofort wieder auf!

          Damals als es dir wegen dem Knasti schlecht ging waren alle gut genug um deine tränchen zu trocknen und für dich da zu sein. Nun trittst du alle in den arsch! Du hast mit deiner Familie gebrochen und da wird nicht die Zeit bringen. Der typ ist die wichtiger, angekrochen brauchst du dann sicherlich nicht mehr bei deiner Familie kommen. Für dein kind alles gute!

    • 17.07.17 - 13:25

      "Er ist clean und will sein Leben wieder auf die Reihe bekommen."

      Ich denke, das ist der entscheidende Satz. Dass Du ihn wieder aufgenommen hast, und ihm damit quasi einen Vertrauensvorschuss gibst, ist Deine Sache. Alle andern aus Eurem Umfeld werden wohl so lang ihm gegenüber negativ eingestellt bleiben, bis er sich bewiesen hat. Und das nicht einmal, sondern dauerhaft. Richte Dich also drauf ein, dass Deine Familie braucht, bis sie ihn als Familienmitglied akzeptieren kann.

      • 17.07.17 - 13:28
        kirschkern23 (12)

        Aber das ist doch ein Teufelskreis. Sie lehnen ihn ab und schließen ihn aus und dann ist er wieder frustriert und keine Ahnung dann drängen sie ihn schon wieder in so eine Ecke aus der er nicht raus kommt.

        • Wenn er sich so sehr verändert hat, wie Du meinst, dann muss er die Ablehnung de anderen verstehen, seine Frustration aushalten und demütig bleiben. Sich weiter beweisen, auch wenn es ausweglos scheint. Nur so kann er Deinem Umdeld zeigen, dass er was gelernt udn sich wirklich verändert hat.

          • 17.07.17 - 13:36
            kirschkern23 (14)

            Das ist ganz schön schwer. Sogar mir tut es weh wie sie ihn behandeln und ich bin nicht persönlich betroffen wie er. Er konnte früher schon nicht gut mit Ablehnung umgehen und auch wenn es jetzt besser geworden ist habe ich schon Angst wie es wird wenn es dauerhaft so weiter geht. Er hatte gedacht er findet durch meinen Vater vielleicht einen Job dass der ein gutes Wort für ihn einlegt aber das hat sich demnach auch erstmal erledigt und wenn man nur zu Hause sitzt und grübelt ist es ziemlich demotivierend.

            • Wie praktisch... Du hast jetzt schon alle Entschuldigungen und Ausreden für den Fall, dass er wieder rückfällig wird, parat ...

              ... und da wunderst Du Dich, dass Familie & Co. (erst einmal) nichts mit ihm zu tun haben wollen ... und sie, was Dich anbelangt, resigniert haben.

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