Partnerschaft

17.07.17 - 13:10
kirschkern23

Keiner gibt uns eine Chance

Hallo

um euch mein Problem zu beschreiben muss ich etwas länger ausholen. Und zwar war ich 3 Jahre mit meinem Freund zusammen und wir haben auch ein Kind. Das Problem damals war er war drogenabhängig und hat sich auch deswegen sehr daneben benommen. Also gegenüber allen, meinen Eltern seinen Eltern, Geschwistern, Freunden. Er hat viel Mist gebaut und das Ende vom Lied war er ist dann auch ins Gefängnis gekommen. Ich habe dann gesagt es reicht mir so geht es nicht weiter und habe mich getrennt. Das ist nun 2 1/2 Jahre her und vor 4 Monaten ist er wegen guter Führung vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen worden. Er hat natürlich Kontakt zu uns gesucht auch wegen unserem Sohn und wir haben uns einige Male getroffen. Und ich muss sagen, er ist wirklich ein anderer Mensch geworden! Er ist clean und will sein Leben wieder auf die Reihe bekommen. Er hat versucht den Mist den er gebaut hat wieder auszubügeln aber die meisten wollen nichts mehr mit ihm zu tun haben. Ich liebe ihn immernoch und bin sehr stolz auf ihn was er alles geschafft hat in den 2 Jahren und wie er sich verändert hat. Und er wohnt auch inzwischen wieder bei uns und unser Sohn freut sich auch sehr dass sein Papa wieder da ist. Leider machen das die meisten aus unserem Umfeld schlecht und reden auf mich ein ich soll den gleichen Fehler nicht nochmal machen. Sie wollen nicht verstehen dass er sich verändert hat und jeder eine zweite Chance verdient hat. Letztens hatte mein Vater Geburtstag und er ist natürlich auch mit gegangen zur Feier, er gehört doch zur Familie. Was hat mein Vater gemacht? Er hat ihn raus geworfen. Ich habe ihm gesagt wenn er nicht bleiben darf dann gehen unser Sohn und ich auch. So ist es dann auch gekommen, weil er einfach stur war. Der einzige der wirklich noch zu ihm hält ist sein Bruder und ich, alle anderen wollen nichts mit ihm zu tun haben. Das macht ihm schon auch zu schaffen. Er ist kein schlechter Mensch, auch wenn er sich zum Schluss sehr schlecht benommen hat. Doch diese Ablehnung ihm gegenüber ist auch für mich schrecklich. Meine Schwester hat auch einen Sohn der fast so alt ist wie unserer und der darf jetzt nicht mehr zu uns zum spielen kommen seit er wieder hier wohnt und so. Sie kommt auch nicht mehr her, wenn ich sie sehen will muss ich zu ihr gehen oder wir treffen uns in der Stadt. Er weiß nicht wie er allen beweisen soll dass er sich geändert hat. Soll ich auf sie pfeifen und ihnen sagen dann eben nicht? Ist es nur unsere Sache? Andererseits waren sie sehr für mich da als ich alleine mit meinem Sohn da stand und sie mich unterstützt haben als er im Gefängnis war oder auch vorher als ich gelitten habe unter seinen Ausrastern. Was denkt ihr dazu? Soll ich versuchen noch mit denen zu reden? Oder bringt es die Zeit mit sich dass sie sich wieder an ihn gewöhnen und merken dass er sich verändert hat?

Danke & Grüße

19 direkte Antwort(en) auf den ausgewählten Beitrag:

17.07.17 - 13:23

Ja, die Zeit wird es bringen. Wobei ich Deine Leute verstehen kann, er ist erst kurz draußen und niemand kann die Hand dafür ins Feuer legen, ob es so bleibt wie es ist.

17.07.17 - 13:25

"Er ist clean und will sein Leben wieder auf die Reihe bekommen."

Ich denke, das ist der entscheidende Satz. Dass Du ihn wieder aufgenommen hast, und ihm damit quasi einen Vertrauensvorschuss gibst, ist Deine Sache. Alle andern aus Eurem Umfeld werden wohl so lang ihm gegenüber negativ eingestellt bleiben, bis er sich bewiesen hat. Und das nicht einmal, sondern dauerhaft. Richte Dich also drauf ein, dass Deine Familie braucht, bis sie ihn als Familienmitglied akzeptieren kann.

17.07.17 - 13:43

Hallo,

bis Deine Familie ihm (vielleicht irgendwann) vertraut, wird es wohl sehr lange brauchen. Sie haben gesehen, wie es in eurer Beziehung gelaufen ist, was er Dir und eurem Kind und allen anderen zugemutet hat.

Ob er sich wirklich geändert hat, wird sich zeigen: wie wird er mit der Belastung der Ablehnung und der schwierigen Arbeitssuche umgehen? Hat er Unterstützung durch eine Beratung so quasi Resozialisierung?

Vielleicht wäre es gut, wenn er sich prophylaktisch Unterstützung sucht?

das wäre für mich ein nicht unerhebliches Zeichen, dass er wirklich anders leben möchte als vorher. Bei aller Freude würde ich vorsichtig bleiben.

Viele Grüße
hundkatze.maus

17.07.17 - 14:11

Für mich käme das ehrlich gesagt darauf an, was genau vorgefallen ist. Jeder verdient eine zweite Chance sagt sich so leicht, aber auch in meinem Universum gibt es Dinge, die ich nicht so einfach vergessen und verzeihen könnte.

Wenn ich mir vorstelle meine Tochter und Enkel hätten vielleicht jahrelang unter den wie auch immer gearteten Eskapaden eines drogenabhängigen Kriminellen gelitten oder waren vielleicht sogar selbst unmittelbar betroffen, dann kann ich verstehen, dass sie dich nicht uneingeschränkt unterstützen, wenn Du ihn einfach so wieder in Dein Leben lässt. Ich würde dafür zumindest mehr Zeit brauchen und erstmal sehen wollen, was sich wirklich geändert hat.

17.07.17 - 14:19

Hallo,

Ich kann dein Umfeld total verstehen, tut mir leid für euch.
Ich habe in der nahen Verwandtschaft oft genug mitbekommen wie viel es bringt jemanden immer wieder sofort zu vertrauen.
Letztendlich sind die Leute die es taten immer wieder ordentlich auf die Schnauze gefallen, trotz Unterstützung , finanzieller Hilfe usw.

Da müsst ihr nun einfach durch, insbesondere er.
Er kann sich nicht darauf verlassen das andere nach so einer schwerwiegenden Nummer nun sein Leben regeln. Er muss schon selber zeigen das er in der Lage ist sich einen Job zu suchen, eigenständig sein Ding durchzuziehen und dabei nicht schon wieder in den Drogensumpf abzutauchen.
Wenn er das langfristig bewerkstelligen kann, dann kommen auch die Kontakte wieder.

Es ist schön das du ihn wieder aufgenommen hast und hinter ihm stehen möchtest , aber man kann das nicht automatisch von allein aus Familie und Freundeskreis erwarten und na klar sind die skeptisch, grad weil bei dir auch ein Kind im Spiel ist.
Weiter auf alle einreden wird nichts bringen, sie entscheiden selber wann sie wieder vertrauen bereit sind aufzubauen.
4 Monate sind da echt noch keine lange Zeit, auch wenn ihm das so erscheint.
Das er einen Sozialarbeiter hat ist doch gut, soll er weiter Hilfe und Unterstützung von diesem annehmen.

LG

17.07.17 - 14:24
erstviermonate

Hallo,

ob er sich geändert hat , wird die Zeit bringen...er ist ja gerade mal vier Monate aus dem Gefängnis raus und das ist nichts...lasse erstmal einige Monate/Jahre , ins Land gehen und dann kann man sehen ob er sich wirklich geändert hat....und das deine Familie so reagiert ist doch klar....jetzt kann er doch erstmal zeigen das er wirklich anders geworden ist und irgendwann wird dann eben deine Familie sehen das da wirklich ein anderer Mensch sietzt

Ich drücke dir die Daumen...mein Bruder ist Justizvollzugsbeamter und meinte mal es ist wirklich nur ein kleiner Prozent Satz der es schaft sich zu ändern , die meisten landen früher oder später doch wieder im Gefängnis.

Lg

17.07.17 - 14:41

"Er ist clean und will sein Leben wieder auf die Reihe bekommen."

das find ich super! lass ihn mal 2 jahre lang liefern, dann könntet ihr es ja nochmal probieren. aber vorher nicht ....

17.07.17 - 15:27

Hallo!

Ist Dir schon aufgefallen, dass Du eine ziemlich dicke rosarote Brille auf hast?

Dein Freund war im Knast, und jetzt lebt er schon wieder wie die Made im Speck bei Dir.

Er erwartet, dass Dein Vater sich für ihn einsetzt, wo er ihn vor wenigen Jahren noch belogen und ausgenutzt hat und immer noch Schulden bei ihm hat.

Er hat schon seinen Bruder enttäuscht, weil er sich zu fein ist, in einer Landschaftsgärtnerei zu arbeiten, und für Mc Doof ist er sich auch zu fein.

Als Ehemaliger Knacki kann er es sich aber wirklich nicht aussuchen, und eigentlich ist er mit seinem Verhalten auf dem Besten Weg zu einem Rückfall. Weil ja alle soooo böse zu ihm sind - nicht er ist schuld, weil er sich zu fein ist, einen miesen Job für wenig Geld zu machen, sondern die anderen.

Hast Du mal nachgedacht, wie sein Bruder da steht, der versucht hat, ein Vorstellungsgespräch für ihn klar zu machen? Und wie steht Dein vater da, wenn der ein gutes Wort für ihn einlegt, und er baut wieder Mist? Sonderlich oft kann man solche Nummern nicht bringen, dann ist der Ruf ruiniert. Gerade wenn Dein Vater eine bessere Position hat, geht das gar nicht.

Ganz ehrlich, es wäre besser, wenn Du Druck machst. Er soll auch eine miese Stelle annehmen, oder sich eine eigene Wohnung suchen, bevor er euch wieder in die Scheiße rein reitet. 1000 Euro sind besser als Hartz IV. Basta.

17.07.17 - 15:32

Ob er sich geändert hat oder nicht, das wird die Zeit zeigen.
Ich kann die Ablehnung aller verstehen, die dich durch die damalige Zeit begleitet haben und die ihn erlebt haben. Das ist der Preis den man für so ein Leben nun mal zahlt. Sie haben dich unterstützt, nicht der Mann, der es eigentlich tun sollte. Nicht sein Wunsch nach einem anderen Leben hat ihn damals gestoppt, es war der Knast.

16 Wochen sind ein Fliegenschiß in einem Menschenleben, von daher würde ich nichts auf Lippenbekenntnisse geben. Er müsste mir über seinen sehr langen Zeitraum deutlich zeigen, das das alte Leben wirklich vorbei ist. Niemals hätte ich ihn sofort ihn mein Leben und in das Leben eines Kindes gelassen und schon überhaupt nicht in meine Wohnung. Packt er es nicht, dann reißt er dich und dein Kind mit rein.
Alle die rauskommen haben große Pläne, bei vielen scheitert es an der Umsetzung. Das neue (nicht ganz hürdenlose) Leben beginnt am Tag der Entlassung. Und dann kommt irgendwann der Punkt wo sich die Spreu vom Weizen trennt, ein Teil packt es, der andere wendet sich wieder dem Bekannten und Gewohnten zu. Welchen Weg der Vater deines Kindes entgültig einschlägt, das ist doch noch komplett offen.

Zwei Dinge machen mich wirklich stutzig, einmal das er freiwillig gleich wieder zu dir gezogen ist obwohl er weiß, das die harte Zeit eigentlich jetzt erst beginnt und das er mit zu deinem Vater gegangen ist. Das er dort mit hingegangen ist, das finde ich wirklich dreist, denn er ist dort nun mal nicht willkommen. Das es dort eskaliert war vorprogrammiert.

Mein Rat an dich: Tritt jetzt nicht die Menschen weg, die immer eine Stütze für dich waren. Du gehst viel zu euphorisch an die Sache mit dem Mann ran, schalte dein Gehirn nicht ganz ab. Der Vater deines Kindes sollte eigentlich vollstes Verständnis für ablehnendes Verhalten aus seinem alten Umfeld haben, denn er hat viel Mist gebaut. Er ist alleine daran Schuld und nicht dein Umfeld. Und liegt ganz alleine an ihm, seinen Ruf durch Taten wieder herzustellen....und das braucht nun mal Zeit.

17.07.17 - 15:36

Hi,

ich glaube wirklich das du etwas sehr wesentliches nicht verstanden hast und darüber solltest du dir mal gedanken machen.

Bevor dein Freund ins Gefängnis ging hat er die Menschen um sich herum verletzt. Belogen, betrogen und enttäuscht. Deine Eltern mussten mit ansehen wie du leidest und haben Ängste um dich ausgestanden. Vielleicht hast du ihnen weinend erzählt was er dir angetan hat, vielleicht haben sie an der Wundmale gesehen, vielleicht hatten sie Angst ob ihr Enkel überleben würde. Wahrscheinlich waren sie einfach froh als ihr in Sicherheit wart.

Du verlangst von eben diesen Eltern (und auch Freunden und Verwandten) das sie jemandem verzeihen dem sie nicht mehr trauen. Der ihnen unter Umständen Angst eingejagt hat. Jemand der eventuell im Knast mit noch kriminelleren Umständen in Kontakt gekommen ist.

Du kannst Entscheidungen für dich selbst fällen. Und in der momentanen frischen Verliebtheit siehst du da eine Wesensänderung. Mag sein das er Geläutert ist, mag aber auch sein das du momentan auf Wolke sieben schwebst. Aber bitte denk an deinen Sohn! Den wollen alle in Sicherheit sehen!

Unsere Gesellschaft basiert darauf, dass jeder seinen Anteil leistet und sich so verhält das jeder nebeneinander friedlich leben kann.

Dein Freund hat das nicht getan. Er hat sich nicht an die Regeln gehalten und sich somit selbst "aus dem Rudel" ausgestossen.

Die Gesellschaft fängt ihn finanziell auf und gibt ihm die Möglichkeit über Resozialisierungsmassnahmen, Unterstützung in Weiterbildung, Beratung und psychische Betreuung. Aber gewisse Schritte muss er selbst machen.

Dazu gehört das man seine Fehler einsieht und unten an der Karriereleiter anfängt hochzukrabbeln.

Es ist nicht der Job deiner Familie und Freunde ihn weiter mitzuschleifen. Es ist der Job deines Freundes nun zu beweisen das er sich wirklich geändert hat. Dazu gehört ein kontinuierlicher Lebenswandel, Arbeit, gefestigtes soziales Verhalten, Abstand zu Drogen und dem Umfeld das ihn dazu ermutigt hat.

Er muss zeigen das er ein guter Vater, Freund, Mitarbeiter und "Schwiegersohn" ist. Das kann Jahre dauern. Aber man wird ihm verzeihen.

Ich würde ihm dazu raten regelmässig eine Gruppe für ehemalige Drogenabhängige aufzusuchen, den Job bei McDonalds anzunehmen (das er sich an einen Arbeitsrhytmus gewöhnt) und sich als der Mann zeigen der er sein möchte.

Einen weinerlichen Exknacki der nicht versteht das er sich beweisen muss würde ich meiner Tochter auch nicht wünschen..

Gruss

Ornella

17.07.17 - 18:30
?@?

Die Kinderbespaßung ist das beste Alibi, das er dir liefern kann. Keinen Bock auf Arbeit, warum auch. Er hat es warm, Essen und Trinken, Eine (blind für die Realität), die ihm den Rücken freihält. Warum soll er etwas ändern?

Es dauert nicht mehr lange, da wird ihm langweilig, das Kind nervt plötzlich doch, du auch. Vielleicht traust du dich, ihn auf Arbeit anzusprechen, und er rastet aus und wird rückfällig. Die Schuld bekommst natürlich du.

Genau dieses Szenario wird deinem Umfeld vorschweben, und ich kann sie verstehen. Alle diese Menschen haben sich um dich und das Kind gekümmert, weil ihr dem KV scheißegal wart. Das ist ein Schlag ins Gesicht für diese Menschen.

Du redest dir alles schön, und es hat den Anschein, dass du alles tust, um nicht unbenannt dazustehen. Bist du dir echt so wenig wert? Du weißt doch ganz tief in dir drin, dass das so nichts mehr wird.

17.07.17 - 19:24

Hallo ,

Du bist ja schon ein sehr gutmütiger und leichtgläubiger Mensch :-)

Man kann Dir nur raten , bei aller Liebe und Wunsch nach einer kleinen glücklichen Familie, eine gesunde Portion Skepsis und Ratio zu bewahren.

Wer sich so in die Scheiße reitet und dabei seine gesamte Familie belügt und betrügt kann nicht erwarten , eben mal mit offenen Armen empfangen zu werden. Egal ob von Familie oder eventuellen Arbeitgebern.

Das wäre schon sehr viel verlangt .....

Ich möchte Dir noch einen Rat geben :

Geh zu Deinem Vater und entschuldige Dich!

Das muss ein Schlag ins Gesicht gewesen sein , einfach uneingeladen die Persona non grata zum Geburtstagsfest mit zu bringen. Jahrelang haben sie Dich unterstützt wegen dem Mann und dann bringst Du ihn mit , weil er " zur Familie " gehört.

Nein , er gehört für Deine Familie nicht dazu.
Er hat Dir bisher nur Ärger und Verdruss gebracht. Da kannst Du doch nicht erwarten , daß sie ihn freudig herein bitten.

Das war in meinen Augen wirklich etwas unverschämt.

Zwei Jahre Gefängnis verändern einen Menschen , aber er ist deswegen bestimmt kein anderer Mensch geworden.

Die Wesensveränderung die durch Drogen hervorgerufen wird ist weg.

Übrig ist jetzt ein Mensch , der sein Leben neu ordnen muss und etwas dafür tun muss.

Wenn er das nicht schafft ist der Weg in die Drogensucht wieder vorprogrammiert. Denn die meisten greifen zu Drogen um sich zu betäuben, weil sie mit ihrem Leben nicht klar kommen und rutschen dann in die Sucht.

Wenn Du ihm jetzt nicht klare Ansagen machst , was Du von ihm erwartest wiederholt sich im schlimmsten Fall alles und Du und Dein Sohn leiden dann darunter.

Alles Gute

Tina

17.07.17 - 20:11

Gib ihnen etwas Zeit. Sie haben dich so toll unterstützt und waren immer für dich da. Ich denke, sie haben dich in der Zeit, als es am schlimmsten war, sehr leiden sehen. Und Menschen, die man liebt, möchte man nicht leiden sehen. Man möchte sie beschützen vor allem Bösen. Wahrscheinlich sitzt der Stachel tief und ich kann verstehen, dass sie skeptisch sind. Ich würde an deiner Stelle auch auf ihre Gefühle Rücksicht nehmen. Triff dich weiterhin ohne deinen Freund mit Ihnen. Er soll jetzt erstmal beweisen, dass er sich wirklich (dauerhaft!!) verändert hat. Die Zeitspanne ist wohl noch viel zu kurz seit er aus dem Gefängnis entlassen wurde. Er muss vielleicht auch erstmal in neue stressige Situationen kommen, um auch für sich selbst rauszufinden, ob er auch dann den Drogen widerstehen kann. Erkläre ihm aber auch dein Vorgehen. So dass er es verstehen kann, wenn er vorerst aus deiner Familie ausgeschossen ist, du aber weiterhin Kontakt zu ihnen hast. Ich wünsche dir, dass sich deine Wünsche und seine Erwartung/Hoffnung in ihn wirklich bewahrheiten und er dich nicht enttäuscht.

17.07.17 - 21:12

Hallo,
ich möchte dir noch eine Sache zu "jemandem eine Chance geben, nachdem er sich geändert hat" sagen.

In meiner Familie habe ich ein Mitglied, dem etwas richtig Schlimmes vom Partner angetan wurde.
Ich gehe hier nicht in die Details, es ist nicht meine Geschichte.
Dieser Person wurde auch von meinem Familienmitglied eine 2. Chance wegen Änderung etc gegeben..und wir sollen da mitmachen.
Aber das ist mir nicht möglich.

Ich werde das nie verzeihen/vergessen oder einen auf heile (erweiterte) Familie machen.
Ich bin kein Amt, keine Institution- ich bin Privatmensch und niemand kann eine 2. Chance erwarten/verlangen, egal ob er "ein anderer Mensch geworden ist" oder es nur verdammt gut vortäuscht .
Es gibt Konstellationen, wo man jemandem so etwas schenkt!
Aber das ist es auch:
Ein Geschenk!
Du kannst nicht erwarten, dass deine Familie alles vergibt, nur weil DU dazu in der Lage bist.

Ich habe das Familienmitglied sehr, sehr lieb.
Und es ist immer willkommen - aber nur ohne diesen Anhang.
Wenn er sich geändert hat- schön.
Aber das muss er für sich tun und durchhalten ---und depressiv zu tun, weil man doch "erwartet" die anderen würden das würdigen und müssten einem ne Chance geben, nein, das klingt nicht nach einer Änderung!

Und ich könnte im Strahl kotzen, dass er sowohl seinen Bruder auflaufen lässt als auch sich nicht für den Fastfood Job bewirbt -- wo er doch "erwartet" hat, dein Vater würde ihm "einen respektierten, gutbezahlten Job" besorgen.
1. Landschaftsgärtner und Gastronomie SIND gute Berufe!
Jeder ehrliche Beruf, mit dem man sein Geld verdient, hat Respekt verdient!
Dass er/ihr das so geringschätzt, macht mich sowas von sauer!

2.Er erwartet so etwas von deinem Vater?
Er ERWARTET ERNSTHAFT, DASS ANDERE LEUTE IHM EINEN JOB VERSCHAFFEN?

Bitte überdenke diesen Satz!

Es ging mir selbst schon verdammt dreckig im Leben- nie habe ich jemanden um Hilfe gebeten - das nennt man Eigenverantwortung und Stolz!

3.Er will Vater spielen?

Dann soll er verdammt noch mal seinen Sohn angucken und arbeiten gehen!
Statt dessen bemitleidet er sich selbst-- wegen Dingen, die ER SELBST ZU VERANTWORTEN HAT.

Es gibt Menschen, die entstellt oder stark behindert sind, die nie jemandem etwas getan haben und die es so schwer haben, einen Job zu bekommen.
Ohne Eigenverantwortung!
Und die reißen sich den Arsch auf und haben keine Erwartungshaltung an andere.
Da tut mir das Herz weh, wenn jemand ohne eigenes Verschulden stehen gelassen wird.

Sich selbst zum Opfer zu stilisieren ist übrigens typisches (Ex-)Knackiverhalten.
Gibt auch immer genug Frauen, die darauf anspringen.
Solange er nicht den Pöppes in der Hose hat zu sagen "Ich muss mit meinen Fehlern klarkommen, hab ich mir selbst zuzuschreiben, ich geb jetzt einfach mein Bestes!"und das auch UMSETZT, würde ich der Charakteränderung keine 5 m weit trauen.

Ich wünsche dir und deinem Sohn alles Gute- und lass dich nicht deiner Familie, die dich liebt, entfremden.
Ich kann deine Eltern wirklich gut verstehen.
Du musst dich nicht für eine Seite entscheiden, zwing sie auch nicht dazu.

Lg, Emmi

17.07.17 - 21:34

Soso, der Knabe war also gute 2 Jahre im Knast und hat sich von Grund auf geändert.

Und? Warum hat er sich nicht bereits AUS DER HAFT HERAUS um einen Job gekümmert? Das wäre sehr einfach gewesen, deutlich einfacher als jetzt auf eigene Faust. Denn in jeder JVA arbeiten Sozialarbeiter, die die Inhaftierten bei der Jobsuche unterstützen. Diese haben auch zahlreiche Kontakte zu Firmen, die bereit sind, (Ex-)Häftlinge einzustellen. Sie unterstützen auch beim Verfassen von Bewerbungen, der Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche etc. Hat er diese Angebote genutzt? Warum hat er dann keinen Job gefunden? Und: Wenn das nicht mal mit einem außerordentlich gut organisierten Netzwerk geklappt hat, wie soll es dann jetzt funktionieren?

War er im offenen Vollzug oder hat wenigstens aus dem geschlossenen heraus die Eignung für vollzugsöffnende Maßnahmen erhalten? Hat er diese für Vorstellungsgespräche, Praktika usw. genutzt? Worauf begründet sich seine positive Legalprognose - hat er an einem Anti-Aggressions-Training oder sonstigen Behandlungsmaßnahmen teilgenommen?

Ich bin einigermaßen schockiert, wie naiv du bist und wie dick deine rosarote Brille ist.

18.07.17 - 09:12

Ich muss bald echt lachen bei all dem Quatsch, den ich hier lese. Ich stell mich mal vor, ich bin Vertreterin des Gesetztes, also in deinen und seinen Augen bestimmt vollverantwortlich dafür, dass er eine Haftstrafe bekommen hat. Mausi, jetzt mal ganz im Ernst, wer in Deutschland bekommt denn so ein Ding aufgebrummt? Der hat doch ein Register bei der Polizei von mindestens 100 Einträgen minderschwerer Kriminalität. Und du hast den Mist die ganze Zeit mitgemacht/mitgetragen. Dass er letztlich verurteilt wurde, ist zwar der Gipfel des Eisbergs (so hoffe ich, nach oben hin ist ja bekanntlich immer noch Luft), aber wem zu verdanken? Richtig, seinen Pampelmusen-Ideen. Und niemandem sonst. Hat er das falsche Umfeld? Wenn ich merke, die bauen nur Mist, verabschiede ich mich. Hatte ich eine schlechte Kindheit? Sitze ich nicht rum und bade in Selbstmitleid. Gibt mir keiner nach meiner wohlverdienten Knastkarriere einen Vertrauensvorschuss? Würde ich auch nie erwarten, sondern jeden, aber auch jeden Strohhalm ergreifen, der sich mir in den Weg hängt, und sei es der mit dem M drauf. Ich finde nichts verwerfliches daran, dort zu arbeiten, besser als gar nichts. Er ist sich zu fein dafür? Er war sich ja auch nicht zu fein dafür Scheiße zu bauen, OBWOHL er Verantwortung für eine Familie trägt und mit Verlaub gesagt, Vorbild für seine Kinder sein sollte. Dass du ihm noch eine Chance gibst, finde ich nett von dir, das stärkt ihm sicher auch den Rücken, du solltest aber ganz klare Rahmenbedingungen aufstellen und eine Null-Toleranz-Strategie fahren, ansonsten zieht er dich bei einem Rückfall mit in den Abgrund. Hase, ER hat die Scheiße verbockt, ER muss sich sein Leben wieder aufbauen, jeder ist seines Glückes Schmied. Wenn er wieder im Knast landet, wer ist dann Schuld? Richtig, er allein, ganz allein. Gutes Kind, hast gut aufgepasst.

An die Kollegen, die "Schuld" an der Misere sind: Gute Arbeit (man muss sich ja heutzutage schon fast entschuldigen, wenn man beanstandungs- und lückenlose Ermittlungsarbeit geleistet hat).

18.07.17 - 12:39

Kannst du die reaktionen denn so gar nicht verstehen?

Im Grunde weiss doch niemand, ob er sich wirklich geändert hat.

Er saß 2 Jahre im Gefängnis und ist gerade mal 4 Monate draußen und SAGT, dass er sich geändert hat.

An Stelle deiner Familie wäre ich da auch sehr skeptisch und würde ähnlich reagieren, wenn ich sehe, wie du ihn wieder mit offenen Armen aufnimmst und vielleicht der gleiche Tanz von vorne los geht.

Du wirst erst sicher sein, dass er sich geändert hat, wenn er bewiesen hat, dass er Krisen ohne Drogen und Ausraster händeln kann und in der Lage ist sich ein ordentliches Leben aufzubauen.

Dann kannst du hoffen, dass deine Familie diese Änderungen auch sehen und ihm eine zweite Chance geben.

Aber erwarten darfst du das nicht und ich finde daher die Aussage, "er gehört doch zur Familie" etwas naiv. Also zu meiner Familie würde auch niemand gehören, der einen Familienangehörigen so schlecht behandelt hat und auch noch so kriminell war, dass er für 2 Jahre (!) ins Gefängnis musste.

18.07.17 - 14:10

<<<will sein Leben wieder auf die Reihe bekommen.>>>

Er kann sich gerne melden wenn aus dem Wort "will" das Wort "hat" geworden ist.

Ja...JEDER verdient eine zweite Chance....aber dazu reicht "guter Wille" nicht, sondern nur Taten die diesen Willen auch langfristig (!) beweisen.

<<<Er weiß nicht wie er allen beweisen soll dass er sich geändert hat.>>>

Was hat er denn geändert? Zähle doch bitte mal auf !

18.07.17 - 19:32

Hallo ,

nachdem ich nochmals alle Beiträge und Antworten durchgelesen habe fällt mir auf , daß Du nirgends erwähnst , daß er Reue zeigt und mal wenigstens versucht hat , sich bei den Leuten zu entschuldigen.

Wenn man dermaßen Bockmist baut, sollte man etwas Reue und Demut zeigen , auch wenn man es dadurch nicht mehr ändern kann.

Aber das würde davon zeugen , daß man es einsieht und sich vielleicht etwas geändert hat.

Aber man kann nicht einfach erwarten einfach wieder in die " Familie" aufgenommen zu werden.

Ebenso würde ich bei den Bewerbungen durchklingen lassen , daß man das was war zutiefst bereut und bereit ist sich zu beweisen und auch Abstriche zu machen.

LG

Tina

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