Ist das zu viel verlangt?

    • (1) 20.07.17 - 14:00
      Mannmannmann

      Hallo!

      Ich brauche mal einen Rat. Es geht um das Streitverhalten meines Mannes. Ich finde es fürchterlich und mittlerweile können wir Probleme kaum noch lösen, weil wir wegen seinem Streitverhalten streiten. #augen
      Seit Jahren läuft das so. Er hat ein Problem und spricht es an. Dabei ist er meist mega emotional und innerhalb kurzer Zeit hagelt es von seiner Seite aus Vorwürfe. Früher bin ich darauf angesprungen und es hat mega geknallt. Oft fielen dann die Worte: Dann lassen wir uns halt scheiden. Mit den Jahren habe ich gemerkt, dass es nichts bringt und bleibe deutlich rühriger. Versuche Sachen zu besprechen und hinterfrage seine Anschuldigungen. Oft möchte ich Beispiele und frage danach, einfach auch um seine Vorwürfe besser zu verstehen. Beispiele kann er mir dann oft nicht nennen. Stattdessen kommen noch mehr Vorwürfe. Lösungsvorschläge oder ruhiges Reden totale Fehlanzeige. Ich habe nun schon öfter Diskussionen beendet mit der Aussage, dass ich jetzt nicht mit ihm weiterdiskutieren, da es mir nichts bringt und mich im Gegenteil noch unheimlich viel Kraft kostet.

      Ist es echt zu viel verlangt, dass er sein Streitverhalten mal überdenkt und etwas daran endet? #gruebel Das kann doch nicht so schwierig sein. Ich verstehe es nicht. Ihm bringt es ja auch nichts und macht hier nur miese Stimmung. Und er sinkt in meiner Achtung. Komme mir manchmal vor, als wenn ich mit einem Kleinkind streiten. #augen

      Vielen Dank für euren Input.

      • (2) 20.07.17 - 14:34

        Hi du,

        ich fürchte, da kannst du nur wenig tun, es geht mir genauso, nur in meinem fall ist es meine frau. ich denke du handelst richtig, du springst nicht darauf an, lass ihn reden, seinen frust abbauen und sprich mit ihm nochmal in einem ruhigen moment über die situation. das hinterfragen, das suchen nach lösungsvorschlägen bringt nichts, oft, so denke ich, liegt es bei meiner frau an mangelndem selbstvertrauen, zu wenig anerkennung und einer großen unzufriedenheit mit ihr selbst. da kann ich wenig ändern, daher akzeptiere ich sie so wie sie ist, schliesslich hat sie ja viele andere, gute, seiten.

        lg

        • ....eigentlich auch schön, wenn sie trotzdem so viele andere gute Eigenschaften hat, daß man bei dem obigen Thema ein Auge zudrücken kann...! Manchmal fährt man mit 'einfach annehmen' besser.

          Tolle Einstellung von Dir!

          Mare88

      Hallo,

      daß Du ihm mit, von Deiner Seite beendeten Diskussionen schonmal gezeigt hast, dass Du auf diesem Niveau nicht brereit bist, mit ihm zu sprechen, war sicher richtig. Reine Vorwürfe würde ich auf jeden Fall weiterhin abblocken, ganz besonders, wenn sie evtl. aus der Luft gegriffen oder übertrieben sind.
      Wie ist das denn, hat er denn meistens recht?

      Kann man mit ihm überhaupt vernünftig reden? Ich meine, wenn jetzt nicht grade vorher irgendeine Aktion gelaufen ist, worüber er sich aufregt? Dann finde doch mal einen solchen Zeitpunkt und bitte ihn, dir für 10 Minuten zuzuhören. Formuliere Dein Anliegen aber nicht so: "Ich will nicht, daß Du..." oder "Du musst endlich aufhören mit....", sondern lieber so: "Mit dem, was Du neulich (oder immer wieder) zu mir gesagt hast, geht es mir so und so...!" oder "Ich möchte gerne auf Augenhöhe mit Dir sprechen, aber wenn Du so etwas sagst, fällt mir das wirklich schwer...!"

      Beschreibe ihm, wie es Dir mit seinem Gesagtem oder Getanem geht. Frage ihn, ob er mal versuchen kann, ebenfalls zu formulieren, wie er sich fühlt mit bestimmten Verhaltensweisen oder Aussagen von Dir. Nur, wenn Ihr voneinander wisst, wo dem anderen der Schuh drückt, könnt Ihr über Kompromisse und Lösungen sprechen. Das wird für ihn bestimmt nicht einfach. Wenn er für vernünftiges miteinander reden nicht bereit ist, würde ich zunächst mal weiterhin abblocken und scauen, ob er irgendwann einlenkt.

      Gruß
      mare88

    • (5) 20.07.17 - 14:45

      er weiß vermutlich nicht, wie...

      süß der kleine Schreibfehler, dass du dann deutlich "rühriger" bleibst.
      Den Ansatz finde ich gut

      ich fände es vermutlich auch gut, wenn Anschuldigungen gar keinen Raum mehr bekommen. die führen nämlich nie zu Lösungen.
      stattdessen wäre die Frage interessant, was er denn will. hinter Anschuldigungen steckt meistens etwas anderes.
      deswegen fände ich es wichtig, dass du rechtzeitig Grenzen ziehst, dass es auf beiden Seiten nicht zu Verletzungen und Schuldzuweisungen kommt. Das viele Verständnis aufbringen macht manchmal die andere Seite näher aggressiver... dann lieber in kurzen Worten: sag, was du willst und hör auf mit den Anschuldigungen, die uns - erwiesenermaßen - nicht weiter bringen. (und dann geht es natürlich nicht darum, dass du machst, was er will - also nicht als Konsequenz daraus - ... aber das ist ja klar).

      und ich würde sagen, dass du damit Schwierigkeiten hast und nicht mehr weiter weißt. Etwas muss sich ändern, aber das kannst du nicht alleine.
      Hat er denn Interesse, etwas zu ändern, damit ihr beide eine vernünftige Basis zum Zusammenleben habt? Oder ist er so verrannt darin, nach dem Motto "ich bin wie ich bin und entweder du kommst damit zurecht oder nicht?"

      lg

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