Über den Umgang mit Phobien des Partners

    • (1) 26.07.17 - 21:50
      Sancho Pansa

      Mein Frau ekelt sich vor allerlei Getier, Spinnen insbesondere, aber am allerschlimmsten sind fliegende Ameisen. Diese hatten heute Hochzeitstag, flogen in der Gegend herum, draußen, wohlgemerkt, und landeten dann auf der Terrasse. Als ich gerade beim Rasen mähen war, tat ich meiner Frau den Gefallen und trampelte ein paar von den Viechern tot.

      Später bat mich meine Frau, nochmal rauszugehen und die nächste Ladung totzutrampeln. Da hatte ich aber nun nach der Arbeit schon Rasen gemäht, ihr Fahrrad in Ordnung gebracht, den Kindern ihre Geschichten vorgelesen und war gerade beim Abendessen und meinte, nein, das würde ich nicht mehr machen.

      Daraufhin war sie enttäuscht, beleidigt, den Tränen nahe, weil ich ihre Ängste so wenig ernst nehmen würde. Daraufhin zog sie Regenhose, -jacke und Gummistiefel an (bei 24 Grad) und ging selbst raus, um die neue Generation von Ameisenköniginnen zu zertreten.

      Meine Frage: Wie geht Ihr mit solchen Phobien Euer Partner um? Unterstützt Ihr mehr, werdet Ihr mehr unterstützt? Also partnerschaftlich unterstützen, aber damit die Phobie ernst nehmen oder aber offenkundig pathologisches Verhalten nicht auch noch fördern? Das Verhalten meiner Frau ist ja offensichtlich neben der Spur, jedenfalls kenne ich sonst keinen Menschen, der sich bei fliegenden Ameisen derartig anstellt und zugleich aus dem Haus gehen würde, um sie totzutreten...

      • Ich bin ja auch so eine Frau mit Phobie, allerdings überwiegend Spinnen (wobei fliegende Käfer auch eklig sind). Bei meinem Freund hängt das Verständnis von seiner Laune ab, allerdings will ich mit den Viechern "nur" nicht die Wohnung teilen.

        Wie ist es denn bei dir selbst, hast du irgendwelche (irrationalen) Ängste, Situationen, die du deswegen vermeidest? Welche Art von Reaktion wünschst du dir da von ihr?

        • (3) 26.07.17 - 22:23

          Im Haus will ich sie auch nicht haben und da kille ich auch jedes Biest, das ich finde. Nur im Garten ist das ein bisschen illusorisch, oder?

          (4) 27.07.17 - 07:39

          Übrigens habe ich auch eine Phobie und zwar Höhenangst, was Donna Quijote nicht davon abhielt, einmal für die ganze Familie den Eintritt fürs Riesenrad zu bezahlen, weil die Kinder da unbedingt reinwollten. Als ich dann unter dem Ding stand und in die Höhe schaute, habe ich in letzter Sekunde Reißaus genommen - den nicht verbrauchten Eintrittschip haben wir heute noch...

      Die fliegenden Ameisen hatten heute Hochzeitstag?

    Ich würde sie fragen, wovor sie denn genau Angst hat. Die Ameisen interessieren sich nun mal nicht für Menschen, sondern für ihre Hochzeit, sonst nichts.

    Aber du musst nicht ständig all ihren Wünschen nachkommen. Bleib gelassen.

    Ich finde, du hast genug Einsatz gezeigt. Dann muss deine Frau eben rein gehen, draußen ist eben Natur mit allem Für und Wider....

    Ich mag Spinnen und Getier auch nicht, aber genauso wenig hysterisches Prinzessinnengetue (iiiieks Spinnääää mach die tohooot! *kreischheul*)

    LG Küstenkönigin

Eine Phobie wird nicht durch Vermeidung geheilt, sondern durch Konfrontation. Das sollte jedem Menschen bewusst sein, der unter Ängsten leidet. Und letzteres ist der Knackpunkt: Leidet man selbst zu sehr oder zwingt seine Umgebung dazu, sich über Grenzen hinweg mit den Phobien auseinander zu setzen, sollte man sie doch behandeln lassen. Dass sich Deine Frau anzieht und selbst Ameisen zertritt empfinde ich als förderlicher, als Dich zu schicken.

Und Du hast ihr ja auch den Gefallen getan und sie unterstützt. Das kann ja auch so bleiben. Wenn es passt hilfst Du ihr, ansonsten kommt sie ja auch so klar. Spinnen einsammeln ist ja nun auch kein besonders aufwändiger Akt.

Aber verabschiede Dich vom Gedanken, dass Phobien logisch sein sollten. Es gibt Leute, die haben Angst vor Clowns. Oder vor Knöpfen. Oder ich hab eine Phobie vor aufgeblasenen Luftballons.
Da ist nichts Logisches dran, aber es ist so. ;-)

  • Oder ich hab eine Phobie vor aufgeblasenen Luftballons.

    Du auch? Ich hab echt gedacht, ich bin als Einzige so schräg drauf. Erklären kann ich´s nicht und ich sag mir auch immer wieder, wie hirnrissig das ist, aber stehe ich den Dingern dann gegenüber hab ich sofort Fluchtreflexe hoch 10 #zitter

Und deshalb muss man grau schreiben? #gruebel Nagut.

Mein Mann hatte keinerlei Phobien, deswegen weiß ich auch nicht, wie man mit Partner-Phobien umgeht. Ich selber mag auch keine Spinnen, sauge sie dann lieber auch gerne mal mitten in der Nacht weg. Ende.Sobald man die Viecher selber entsorgen muss, geht man übrigens irgendwann gelassener damit um. Konnte ich mir früher auch schlecht vorstellen.
Ich würde an Deiner Stelle Deiner Frau das nicht abnehmen, wenn sie bei etwas überreagiert. Da bist Du ja dauernd beschäftigt.

Hätte mein Mann bei mir auch nicht getan, höchstens im Keller - diese fetten Kellerspinnen, die durfte schon er entsorgen, da hab ich mich zu sehr geekelt. Aber das kam selten vor. Und eine Ratte hat er auch mal totgeschlagen, das wollte ich auch nicht unbedingt tun.

Wenn Deine Frau gleich enttäuscht und beleidigt ist wegen sowas, dann rate ihr zu einer Therapie. Denn was macht sie, falls Du mal im Krankenhaus liegst oder ähnliches - und in der Wohnung sind unliebsame Mitbewohner? Die Nachbarschaft oder Feuerwehr alarmieren?
LG Moni

Also ich kenne auch viele Mädels mit Phobien gegen jegliches Getier. Mir tun dkie armen Ameisen ehrlich gesagt leid.

Ich würde so gerne nachvollziehen können, woher solche Ängste kommen,kann es aber nicht. Ich glaube,dass ein gewisser Ekel wohl normal ist. Wobei ich das nicht mal nachvollziehen kann. Für mich ist ein Leben- Leben. Aber das scheint ja eine Urangst bei vielen Menschen zu sein. Wie Du ihr helfen kannst? Wahrscheinlich gar nicht. Kenne zumindest niemanden,der plötzlich davon geheilt wurde. Arne Tierchen

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