Interesse am ungeborenen Baby

    • (1) 29.07.17 - 16:46
      traurigInSchwarz

      Hallo liebe Urbianer,

      nach einigen Jahren Kinderwunsch inklusive Kinderwunschbehandlung und auch zwei frühen Aborten bin ich im 6. Monat schwanger. Seit ein paar Wochen spüre ich unser Baby und auch durch die Bauchdecke kann man es sehr deutlich spüren, wenn der Kleine tritt. Der Papa hat einmal, als es das erste Mal durch die Bauchdecke zu spüren war, einen Tritt gefühlt. Ansonsten interessiert es ihn nicht. Wenn wir gerade im Bett liegen und ich sage: "Oh, fühl mal, er tritt gerade total stark!" sagt er, dass er es ja schon mal gefühlt hat und sich kümmern würde, wenn das Kind dann da wäre. Er bedauert auch nach wie vor (obwohl wir es schon seit gut 5 Wochen wissen), dass es ein Junge wird.

      Zum Ultraschall wollte er auch nicht mit. Ich hatte ihn dann für einen langen Ultraschall um die 14. Woche herum überredet, dass er doch mitkommt. Das ist für ihn jetzt auch abgehakt. Er war ja einmal mit. Dass er mich überhaupt zur Geburt begleitet, musste ich fast erbetteln "Was soll ich da? Dafür gibt es doch Hebammen." Zum Glück werden und wurden relativ viele seiner Kollegen gerade Eltern und erzählen alle, dass sie mitgehen oder mitgegangen sind. Seitdem ist es nun ok für ihn, dass er mitkommt.

      Mich macht das unendlich traurig. Bevor wir zusammenkamen, meinte er, er wolle keine Kinder. Ich sagte ihm, eine Beziehung mit mir gäbe es nur mit Familie. Ich wollte immer schon Familie. Irgendwann meinte er, eins sei ok. Und als wir dann nach 2 Jahren Beziehung den Kinderwunsch angingen, war er ja auch offen und hat auch bei zum Teil wirklich sehr unangenehmen Maßnahmen ohne Murren (Untersuchung beim Andrologen, Spermaproben abgeben usw.) mitgemacht und da bin ich ihm auch unendlich dankbar.

      Ich verstehe das nun alles nicht. Ich hatte schon den Eindruck - nach und nach - wir würden uns beide ein Kind wünschen. Und nun wirkt er einfach nur wahnsinnig desinteressiert. #schmoll

      Sind andere werdende Väter auch so? Ich habe immer das Gefühl, die meisten wären spätestens bei den Tritten dann auch ganz begeistert, weil sie dann endlich auch das Kind spüren können oder würden irgendwie auch Ehrgeiz und Freude daran entwickeln, sich auf das Baby vorzubereiten...

      Traurige Grüße

      • Kann es sein das diese vielen Erlebnisse zuseiten Verhalten geführt haben?

        Eine Kinderwunsch Behandlung ist immer belastend, dazu noch die Fehlgeburten. Alles doch sehr einschneidende Erlebnisse.

        Für mich klingt es danach als ob er Schwierigkeiten hat sich ganz auf das Kind einzulassen, wohl aus Sorge er könnte es verlieren.

        Dazu passt auch die Aussage das er sich kümmert, wenn das Kind da ist.

        Sprecht mal miteinander darüber.

        • (3) 29.07.17 - 16:59

          Hm.. Ich habe ihn da auch mehrmals gefragt, aber er streitet es ab. Er meint, es würde dem Kind doch überhaupt nichts bringen, wenn er jetzt Tritte fühlt und es wär doch völlig ok, wenn ich alles allein entscheiden würde (Kinderwagen, Wickeltisch, ...) und fragt mich, was ich davon habe, wenn er zum Ultraschall mitkäme. Er müsse arbeiten und Geld verdienen.

          Dafür sprechen würde allerdings, dass letztes Jahr auch die nur drei Wochen alte Tochter meiner besten Freundin gestorben ist. Das war nur einen Monat nach meinem ersten frühen Abgang. Das hat er alles natürlich auch sehr eng mitbekommen. Ich habe mit ihr während der Zeit als einziger Kontakt "nach Außen" täglich hunderte Nachrichten geschrieben und hatte damit emotional sehr zu kämpfen.

          • "Bevor wir zusammenkamen, meinte er, er wolle keine Kinder. Ich sagte ihm, eine Beziehung mit mir gäbe es nur mit Familie. Ich wollte immer schon Familie. Irgendwann meinte er, eins sei ok. "

            Naja: er wollte dich nicht verlieren, deshalb hat er deinem Kinderwunsch zugestimmt. Aber er selbst hatte und hat keinen Kinderwunsch. Sei froh, das er dich so liebt, dass er von seiner eigenen Lebensplanung Abstand genommen hat und 20 Jahre Verantwortung für ein Kind akzeptiert. Akzeptanz ist kene Begeisterung, und das wäre unter diesen Umständen meiner Meinung nach auch zuviel verlangt.

            Im Moment ist das Ungeborenee DEIN Baby. Mit etwas Glück wird es EUER Kind, wenn es auf der Welt ist. Dafür brauch es aber etwas Sensibilität auch von deiner Seite, keine Forderungen, Zeit. Das Ziel einer gemeinsamen Elternschaft wäre es mir wert.

            Alles Gute, d.

      Mein Noch-Mann war auch so. Du musst leider damit rechnen, dass es nicht besser wird, wenn das Kind da ist. Mein Mann wußte nichts mit dem Baby anzufangen, deshalb habe ich alles gemacht.

    Ich weiß, dass die meisten Schwangeren erwarten, dass alle rund herum genauso happy sind wie sie und alles genauso empfinden. Das ist absolut nicht abwertend oder böse gemeint, sondern nur eine Feststellung, hab es ja selber auch erlebt ;-) Aber dem ist nicht so. Für Männer im Besonderen ist das Baby irgendwie noch was Abstraktes, immerhin kann man mit dem ja noch nichts anfangen #schwitz Und nein, eine Schwangeren-Euphorie haben nicht alle Männer. Das heißt noch lange nicht, dass er ein schlechter Papa wird.
    Keine Sorge, wenn ihn das kleine Wesen das erste Mal anschaut, schmilzt der genauso wie die meisten anderen auch.
    Als meine Nichte ihr Kind erwartete, war sie auch ziemlich euphorisch und der Papa eher staubtrocken#augen.....später war er der tollste Papa, den sich der Junge wünschen konnte - bis heute, nun ist er schon 18. :-)
    Mein Schwiegersohn hat meines Wissens auch nicht laufend am Bauch meiner Tochter gelauscht, aber als seine Tochter da war, ein Extremfrühchen, war er einer der wenigen Papas, die regelmäßig zum Känguruhen im Krankenhaus erschienen. Er vergöttert seine Maus #verliebt
    Lass ihm Zeit und bedränge ihn nicht laufend. Ich denke, das kommt schon noch alles.
    LG Moni

    Ja Moni,

    das "für den Rest der Welt ist meine Schwangerschaft aber jetzt DAS Highlight" Phänomen.

    Und dann registrieren alle nur mal kurz die SS, vieleicht noch ne Gratulation, dann machen alle weiter mit dem eigenen Leben.

    Da stehen die Schwangeren da und fassen es nicht! (Gibt's unzählige Beiträge zu!)

    Bei Kind 2 ist es dann noch extremer.

    Die Erfahrung machen irgendwie alle und der eine kann besser damit umgehen, der andere stürzt in eine Kriese.

    Papa werden ist aber auch Typabhängig.
    Die einengen voll mit (haben SSApps auf dem Handy, GVK, alle FA Besuche usw - die anderen sind ganz distanziert)

    Am Ende haben sie aber alle dieses kleine Bündel im Arm und sind vollkommen fasziniert. Da gibt's keine Unterschiede. Der erste Papa-Blick im Kreißsaal - mit nichts vergleichbar!

    • Hm. :-( "das "für den Rest der Welt ist meine Schwangerschaft aber jetzt DAS Highlight" Phänomen."

      Das finde ich jetzt aber auch irgendwie gemein und nicht passend. Es ist überhaupt nicht so, dass ich da von jedem oder Fremden erwarte, aus dem Häuschen zu sein. Von meinem Partner auch nicht.

      Aber einmal in der ganzen Schwangerschaft einen einzigen Tritt fühlen, einmal mit zum Ultraschall, einmal kurz übers Ultraschallfoto gucken (nichts davon aus eigenem Antrieb) und ansonsten kein Interesse, ist doch was ganz anderes als die Erwartungshaltung, man wäre jetzt für alle stets und ständig der Mittelpunkt.

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