Sch*** Patchwork, Sch*** Ex, Sch*** Liebeskummer

    • (1) 30.07.17 - 00:29

      Guten Abend ihr Lieben #winke,

      Eines vorweg: Irgendwo las ich neulich "Patchwork muss man wirklich wollen, dann kann es gelingen". Ehrlich. Ich will das wirklich.

      Trotzdem muss ich heute Abend hier schreiben, denn ich bin einfach nur unglücklich und bitte euch um eine Einschätzung. Ich fühle mich wie gelähmt und weiß absolut nicht, was ich tun soll. Seit April habe ich einen neuen Partner. Er hat 3 Kinder aus einer langen Ehe, ich habe meine 2 Jungs. D.h. wir müssen viel organisieren und gut planen, wann wir uns sehen, da die Kinder zwar von der Beziehung wissen, sie aber gerade jetzt am Anfang nur am Rande miterleben sollen (Ich hatte dazu hier geschrieben und viele hilfreiche Denkanstöße bekommen).

      Eigentlich ist alles toll. Zwischen meinem Freund und mir stimmt die Chemie nach wie vor. Wir können reden, harmonieren im Bett, haben sehr ähnliche Ansichten und Gewohnheiten. Und trotzdem hätte ich vorhin aus einem Impuls heraus die Beziehung am Liebsten sofort beendet. Ich habe von Anfang an ein Problem damit, dass wir uns eher selten sehen können. Dass seine Kinder immer vor gehen, ist logisch. Leider hängt da immer seine Exfrau mit dran. Immer. Sie ist (gefühlt) überall. Heute Nach z.B. schläft sie bei ihm (die Kinder haben sie eingeladen). Ich bin entsetzt über mich, dass mir das mittlerweile etwas ausmacht. Hat es bisher nie. Im Gegenteil, mit den Exen meiner früheren Partner kam ich immer hervorragend zurecht. Jetzt macht es mir etwas aus. Ich bekomme schon Pickel, wenn ich nur ihren Namen höre.#schrei Dabei ist sie nett, obwohl sie nicht damit umgehen kann, dass er sich neu verliebt hat. Ich werde aber das Gefühl nicht los, dass er eigentlich auch noch nicht über sie und seine Ehe hinweg ist. Ich habe sogar schon Alpträume, in denen ich mich von ihm trenne, damit er es mit ihr, den Kindern zuliebe, noch einmal versucht. Natürlich haben wir darüber gesprochen. Er sagt, es sei nicht so. Er liebe mich. Er wolle mit mir lange und dauerhaft glücklich sein. Ich frage mich allerdings seit einiger Zeit, warum ich dann immer an letzter Stelle stehe. Allein diese Woche verbringt er mehr Zeit mit der Ex als mit mir. Mit den Kindern zusammen und der Kinder wegen. Ich kenne weder seine Freunde, noch seine Familie (nicht einmal einen Teil, nicht einmal einen Einzigen (und während ich das schreibe, wird mir eigentlich klar, was das bedeutet #heul ). Und es verletzt mich. Mit ihm darüber reden traue ich mich nur bedingt. Ich will nicht diejenige sein, die nur fordert, dazu noch gegen das Wohl seiner Kinder. Mittlerweile denke ich, er führt seine Ehe mit ihr relativ normal weiter, nur den Sex hat er ausgelagert zu mir. Ich kenne mich nicht wieder. So eifersüchtig und besitzergreifend war ich noch nie (und es gab Situationen, da hätte ich allen Grund dazu gehabt). Also ist es nur mein angekratztes Selbstbewusstsein, oder habe ich Grund zu sagen: „Ich bin auch wichtig und ich möchte nicht immer an letzter Stelle stehen.“ ?

      LG Joeri

      • Ich finde deine angst und sorgen berechtigt. Und natürlich bist du wichtig. Du solltest wichtiger als sie sein. Gerade WEIL ihr eine Beziehung miteinander habt. Du solltest wichtiger als die ex sein. Ich verstehe gar nicht, warum seine ex Frau bei ihm schläft. Sie sind getrennt, da übernachtet Menschen nicht bei dem ex. Auch nicht wegen der Kinder. Wenn die Kinder ihre Mutter sehen möchten, können Sie zu ihr gehen. Warum unternimmt er mit ihr etwas als Familie mit den Kindern? Sie sind getrennt. Da unternimmt MSN nichts mehr miteinander außer absprechen wegen der Kinder treffen. Ehrlich gesagt wäre ich verdammt wütend, wenn mein neuer Freund mehr mit deiner ex zu tun hätte als mit mir.

        • Ich wäre froh, wenn ich wütend sein könnte. Ich bin einfach nur total traurig. Es war klar, dass sie eine große Rolle spielt. Lange zusammen, im Guten getrennt..Aber sogar mir ist das langsam too much.

          Sie schläft wohl da, weil die Kids eigentlich jetzt 3 Wochen bei ihm sind und sie heute aus dem Urlaub wieder kam. Da haben die Kids sie eingeladen.

          Mi/Do fahren sie dann wieder zusammen weg, zu Freunden.

          Ich weiß, das mit ihm und mir ist ganz frisch und muss erst wachsen. Aber so haben wir dazu vermutlich keine Chance...

          • Nein, so werdet ihr wirklich keine Chance haben. Gerade WEIL man getrennt ist, lässt man die ex weder bei sich schlafen noch fährt man gemeinsam mit ihr weg. Man ist getrennt. Da besucht man nicht ZUSAMMEN Freunde, fährt nicht ZUSAMMEN irgendwo hin, eine Übernachtung der ex bei sich geht absolut zu weit, selbst wenn sie Kinder sie bitten. Da hätten beiden nein dazu sagen MÜSSEN. Es scheint leider wirklich so, als wäre die Trennung eigentlich gar nicht gewollt und sie würden es doch noch mal miteinander versuchen wollen.

      >>>Im Gegenteil, mit den Exen meiner früheren Partner kam ich immer hervorragend zurecht.<<<

      Ich vermute, das lag daran, dass die anderen Exen keine Kinder mit deinem aktuellen Freund hatten und dadurch weniger Berührungspunkte nach der Trennung nötig waren.

      >>>da die Kinder zwar von der Beziehung wissen, sie aber gerade jetzt am Anfang nur am Rande miterleben sollen<<<

      Hast du denn so viel mehr freie Zeit als dein Freund, dass du dich so zurückgesetzt fühlst?

      • >>Hast du denn so viel mehr freie Zeit als dein Freund, dass du dich so zurückgesetzt fühlst?<<

        Teilweise ja. Oder sagen wir mal, dadurch dass ich jetzt erst nach den Ferien langsam wieder anfange zu arbeiten, kann ich mir meine freie Zeit viel besser einteilen als er.

        Die Kinder kennen mich und meine Kinder. Wir wollten aber beide, dass wir es langsam angehen lassen damit, sie weiter zu involvieren. Allerdings erkenne ich keine Steigerung dessen und sehe mich auch in 2 Jahren noch die Beziehung genauso leben, wie wir es jetzt tun. losgelöst vom Alltag und den Kindern. Aber das will ich nicht.

    (9) 30.07.17 - 01:41

    Mittlerweile denke ich, er führt seine Ehe mit ihr relativ normal weiter, nur den Sex hat er ausgelagert zu mir.

    Ich denke damit hast du den Nagel auf den Kopf getroffen und dem ist nichts hinzuzufügen.

    Och Du

    Bei dem Übernachtungswunsch der Kinder, hätte er dann eigentlich sagen sollen: "Spitzen Idee, schlaf ich heute mal bei Joeri. "

    Und gemeinsam zu Freunden fahren geht auch nicht mehr, das ist vorbei, wenn einer einen Partner hat.

    Wenn bei Ihnen die letzten Jahre nur noch "WG der Erwachsenen" mit Kindern war, hast du ja eigentlich nichts zu befürchten.

    Ist schon doof...........

    Alles Gute

    Claudia

Was für eine bescheidene Situation. Ich kann beide Seiten ein wenig verstehen.
Wie alt sind denn seine Kinder?

Ich bin nur so unschlüssig, was ich von dem halben Familiending hatten soll. Haben seine Kinder denn so nicht ständig die Hoffnung, die Eltern könnten doch wieder zusammen kommen? Vielleicht forcieren sie es auch, indem sie die Mutter eben zu sich einladen für eine Übernachtung und die Eltern trauen sich nicht, da nein zu sagen.
Gerade hier hätte er ja sagen können, dass sie bei den Kindern bleibt und er zu dir fährt. Eine bessere Gelegenheit gibt es eigentlich nicht.

Mir fehlt da die Fantasie, wie die nächsten Monate oder Jahre mit euch ablaufen könnten. Wenn die Kinder erst involviert sind, macht ihr dann Ausflüge mit 3 Erwachsenen, wo seine Ex immer mit dabei ist? Bei 4 Erwachsenen soll so was wieder gut funktionieren können. Es soll so Patchworkfamilien geben, die dann ALLE zusammen Weihnachten feiern, Geburtstage usw.
Dafür müsste die Exfrau auch einen überaus toleranten neuen Partner finden. Wie groß da die Wahrscheinlichkeit ist?!

Ich weiß nicht, ob es wirklich besser wird, wenn sich die Kinder alle kennen und ihr die Zeit gemeinsam verbringt. Bei 5 Kindern auf dem Haufen hat ja dauernd irgendwer irgendwas, das anliegt. Vom Kindergeburtstag, Sportveranstaltung, Training, Freund zum Verabreden etc.etc. Immerhin bleiben euch dann die Abende, wenn die Kinder in ihren Zimmern oder im Bett sind.

Einen Rat kann man dir wirklich nicht geben. Niemand weiß, wie es sich entwickelt. Eigentlich würde ich es gut finden, wenn du dem Ganzen einfach noch mehr Zeit gibst, sich irgendwann alle kennen lernen, um dann zu schauen, ob sich etwas zum Positiven ändert.
Aber falls das Gegenteil der Fall ist, hat man die Kinder involviert und du musst ihnen nach X Monaten sagen, dass die Sache gegessen ist bevor sie richtig angefangen hat.

Ich kann dich voll und ganz verstehen. 5 Kinder wäre mir eindeutig zu viel und mir käme kein Mann mit 3 Kindern ins Haus. Dem würde ich nicht gerecht werden wollen, weil es sich fast nur um deren Belangen dreht. Hätte ich Interesse an so vielen Kindern, dann hätte ich sie wohl bekommen. Aber noch 3 Fremde....???? Never.....

Wirklich schade für euch, wenn sonst alles so gut passt.

  • Danke für deine ausführliche Antwort (btw., ich nehme immer viel aus deinen Antworten mit), auch zu anderen Themen!

    >>Wie alt sind denn seine Kinder?<<

    Seine Kinder sind 11, 9, und 7 Jahre alt. Meine sind 8 und 1 Jahr.

    >>Mir fehlt da die Fantasie, wie die nächsten Monate oder Jahre mit euch ablaufen könnten. Wenn die Kinder erst involviert sind, macht ihr dann Ausflüge mit 3 Erwachsenen, wo seine Ex immer mit dabei ist? Bei 4 Erwachsenen soll so was wieder gut funktionieren können. Es soll so Patchworkfamilien geben, die dann ALLE zusammen Weihnachten feiern, Geburtstage usw.
    Dafür müsste die Exfrau auch einen überaus toleranten neuen Partner finden. Wie groß da die Wahrscheinlichkeit ist?!<<
    Ja, ich habe schon öfter zu ihm gesagt, dass ich aus der aktuellen Situation nicht weiter denken kann. Dass ich keine Vorstellen davon habe, wie es weiter gehen kann. Grundsätzlich hätte ich nicht mal ein Problem damit, wenn wir auch zu dritt etwas unternähmen. Würde allerdings voraussetzen, dass seine Ex damit klar kommt, was scheinbar nicht der Fall ist. Hätte ich nicht den Willen und wäre grundsätzlich der Meinung, dass ich patchworken kann, hätte ich mich mit ihm nie getroffen, da ich seine Situation ja von Anfang an kannte. Diesen Partner hatte sie übrigens, wir hatten sogar ein Treffen mit allen Kindern und uns 4 Erwachsenen auf ihre Initiative hin. Ich fand dieses Treffen sogar ganz nett. Allerdings hat sie die Beziehung wieder beendet.

    Wie gesagt, die Kinder kennen sich und auch uns. Mehr als 2-3 gemeinsame Treffen gab es aber noch nicht. Ich denke schon, dass es machbar wäre. Und ich liebe Kinder, ich mag seine. Ich habe gerne Kinder um mich und ich fände es eine Bereicherung für alle, wenn wir es schaffen würden klassisch als Patchworkfamilie zusammen zu kommen. Ich mit den Jungs (am WoE beim Vater), er mit seinen Töchtern (im Wechselmodell). Ich hätte auch gerne noch mehr eigene Kinder bekommen, aber aus diversen Gründen ist für mich nach dem 2. jetzt Schluss ;)

Liebe Joeri, ich bin der Meinung, dass du da ganz offen mit ihm sprechen musst. Das hat auch nichts mit fordern zu tun, sondern ihr befindet euch gerade erst am Anfang einer Beziehung, in der sich jetzt Vertrauen aufbauen soll. Sie hat nicht bei ihm zu übernachten und wenn er mit dir zusammen sein will, dann darf das nicht nochmals vorkommen. Das würde ich ihm exakt so mitteilen. Aber vielleicht denkt er sich gar nichts dabei. Viele Männer sind da auch einfach unendlich...naiv. Sie denken, nur weil sie irgendwann mal irgendetwas geklärt und erklärt haben, sei ihr weiteres Verhalten dadurch legitimiert. Vielleicht gehört er zu der Sorte? Da kommen noch weitere Faktoren hinzu. Wie lange ist die Trennung her? Erfolgte sie einvernehmlich?

Du musst unbedingt mit ihm darüber sprechen. Auch dass du deswegen überlegst, dich zu trennen. Zu verlieren hast du nichts. Denn jetzt bist du mit der Situation nicht glücklich und das sollte nach drei Monaten einfach nicht sein. Alles Gute für dich!
Liebe Grüße

  • So ein wenig scheint das zuzutreffen, was du geschrieben hast. Er war vorhin kurz da um mit mir persönlich zu sprechen (s. unten).

    Dabei bedankte er sich auch ganz ehrlich bei mir für meine Offenheit, er habe nicht geahnt, wie sehr mir das zu schaffen macht.

    Was mir Bauchweh macht ist seine Aussage, dass es ja "irgendwann" anders werden würde. Auf meine Frage wann denn genau, konnte er sich allerdings nicht richtig festlegen (und wir alle wissen, was "irgendwann" bedeutet).

    Insgesamt hat er wohl wirklich Angst, dass ich die Beziehung beende, und ich denke ja nach wie vor darüber nach.

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