Kann man sich so täuschen??

    • (1) 30.07.17 - 19:55
      Egal, was war

      Hallo zusammen, Sorry für den langen Text aber es musste einfach mal gesagt werden. Ich weiß nicht ob das hier so hineinpasst, aber ich versuche es mal.
      Also ich war nun drei Jahre in einer Beziehung, war irgendwie auch glücklich aber irgendwie habe ich im Nachhinein ständig Zweifel. Am Anfang war alles gut, beide frisch verliebt, wir waren füreinander wie geschaffen und wir haben miteinander gelebt. Aber nach knapp 2 Jahren steckten wir in einem Trott, aus dem wir nicht mehr raus kamen. Ich war beschäftigt mit dem Studium und habe auf meinen Abschluss hingearbeitet. Selbst da wurde mir immer nachgesagt, ich würde Ihn mit Absicht hinten anstellen und nie für Ihn Zeit haben. Dies war meiner Meinung nach nicht so, ich war diejenige, welche neben zu den Haushalt gemacht hat und sich um dies und jenes gekümmert hat. Und irgendwie sind wir in einen Teufelskreis geraten aus dem wir nicht mehr raus kamen. Und jetzt kam er vor kurzem an und meinte, seit einem halben Jahr hat er keine Gefühle mehr, wusste nicht wie er es mir hätte sagen sollen und außerdem hat er keinen bock mehr auf mich. Der Haken an der Sache war, ich habe nach knapp 6 Wochen Beziehungsaus festgestellt, dass ich in der 11 Woche schwanger war, aber der Krümel tot ist. Nachdem ich es erfahren habe, brauchte ich erst mal ein paar Tage um damit klar zu kommen, hab es ihm dann aber doch gesagt. Und es hat mich einfach nur entsetzt, wie egal es einem Menschen ist, den man wirklich mal geliebt hat, was mit seinem eigen Fleisch und Blut passiert. Ich wollte eigentlich nur wissen, ob er das kleine auf dem Ultraschall wenigstens sehen möchte oder beim Abgang dabei sein wollte, da es ja auch ein Teil von ihm war. Kann man sich so in einem Menschen täuschen?? Oder war ich einfach nur naiv??

      • Das kann sogar in einer Ehe passieren, dass ein Mann mit dem Thema Abgang überfordert ist.
        Da würde ich jetzt nicht so viel hinein interpretieren.

        Es ist verständlich, dass du dir mehr Reaktion erhofft hast, aber wie gesagt, das würde ich jetzt nicht als Spiegel für eure damalige Beziehung sehen.

        >>>Ich wollte eigentlich nur wissen, ob er das kleine auf dem Ultraschall wenigstens sehen möchte oder beim Abgang dabei sein wollte,<<<
        Du hast ihm die Wahl gelassen und er hat sich dagegen entscheiden. Warum wirfst du ihm das jetzt vor?
        Dass du da gefühlsmäßig anders dabei bist, ist klar, aber für ihn war es wahrscheinlich "nur" ein lebloser, kaum sichtbarer Fötus.

        • (4) 30.07.17 - 20:37

          Ja ich wollte ihm die Möglichkeit geben, den "Krümel" zu sehen und dabei zu sein. Ich will es ihm nicht vorwerfen, es ist eben schwer zu verstehen, dass es einem so egal ist. Er war immer der, der den Wunsch nach einem Kind hatte. Und während der Beziehung haben wir schon einiges gemeinsam durchstehen müssen, wo er egal wie wir gezofft hatten immer da war.

          • >>>Und während der Beziehung<<<

            Ihr seid aber nicht mehr in einer Beziehung. Du schreibst, dass für ihn die Beziehung schon monatelang am Ende war, bevor er mit dir gesprochen hat. Er ist dir also um einiges voraus, was seine Gefühlslage angeht.
            Vielleicht ist er sogar erleichtert, dass er nicht für die nächsten 25 Jahre Unterhalt zahlen muss.

      (6) 30.07.17 - 21:27

      nicht mit "sich täuschen" zu tun. Oder damit dass du naiv bist. Jeder reagiert eben anders - und ihr seid eine Weile getrennt. Was hast du gehofft?! Dass er dir in die Arme fällt und es aus diesem Grund nochmal versuchen möchte?

      Mir ist es auch einmal passiert, so "früh ", und ich habe auch nicht getrauert. Es ist eben passiert. So früh, und dann noch ungeplant hat meistens einen Sinn.

      Daher kann ich schon verstehen, dass ihn das "kalt" lässt. Was hat er von einem
      Ultraschallbild, auf dem man eh nichts groß erkennt?

      Davon ab weißt du ja gar nicht, wie er sich wirklich fühlt.

      Schau nach vorne.

    • Ich drücke es mal ganz drastisch aus und ihr dürfte auch gern mit Steine werfen:

      Wenn ICH mich in der Position deines Exfreundes befände, hätte ich auch dem Herrgott gedankt und vermutlich zuhause einen Freudentanz heimlich aufgeführt, dass DER Kelch mit einem ungeplanten Kind mit einer Exfreundin, von der ich mich seit vielen Monaten schon emotional entfernt habe bis es endlich zur Trennung kam, an mir vorbei gegangen ist. Alles andere wäre schlicht geheuchelt gewesen.

      Allerdings wäre es empathisch gewesen, dir wenigstens Hilfe anzubieten und vielleicht in der Klinik dabei zu sein. Immerhin war er an der Produktion beteiligt.

      Klingt sehr herzlos, ich weiß, aber alles andere wäre doch pathetischer Unfug - als wenn tatsächlich jemand bedauernd darüber nachdenkt, wie ein Kind mit der Ex sich wohl ausgemacht hätte und Mann Jahrzehnte hätte zahlen dürfen und die Ex ständig mit im Gepäck für die Zukunft. Glaube ich nix derart.....

      Für ihn war es einfach nicht sein Fleisch und Blut, sondern einfach ein Zellhaufen.

      War wahrscheinlich auch ein Art Selbstschutz, sich da nicht auch noch Bilder , auch wenn es nur Ultraschallbilder sind, reinzuziehen.

      Auch Du solltest versuchen Dich da nicht noch mehr reinzusteigern.

      Er hat Dir nichts schlimmes angetan.

      (9) 31.07.17 - 01:09

      Du verklärst die Situation.
      Für ihn ist es kein "Krümel", kein "mein Fleisch und Blut" und kein "das Kleine". Es war eine unangenehme, abstrakte Überraschung mit der du ihn kalt erwischt hast. Schlimmstenfalls hat er hin und her gerechnet, weil er überlegte, ob du ihm ein Kind anhängen wolltest um die Trennung aufzuhalten und du deshalb bis zur 11. Woche gewartet hast mit der Offenbarung (und alle Überlegungen seinerseits zur Abtreibung sowieso zu spät gewesen wären). Den Gedanken hätten sicherlich viele gehabt.

      Hallo!

      Wie ist das denn abgelaufen? Du hast ihn angerufen, ihm gesagt, dass du schwanger bist, das Baby aber tot ist und ob er zum Arzt mit will?

      Sorry, aber so ohne jede Möglichkeit, das sacken zu lassen, überhaupt erst nachzudenken, wie er emotional dazu stehen soll, kannst Du echt mit keiner Reaktion rechnen.

      So eine frühe Schwangerschaft ist für Männer wenig mehr als ein Strich auf einem Test, ein Schatten auf einem Ultraschall (wobei ich gut und gerne mein Myom als Fruchthöhle ausgeben könnte, so groß anders sieht das nicht aus), aber doch kein "Krümel", Baby oder Kleines.

      Erst recht bei einer Schwangerschaft der Ex-Freundin, die ja sowieso sein Leben nur sehr sehr kompliziert gemacht hätte. Für einen getrennt lebenden Vater ist es nicht leicht, eine Bindung zum Kind aufzubauen, er kann ja einen Säugling nicht ein Wochenende zu sich holen, sondern erst mal nur 1-2 Stunden in Deiner Wohnung sitzen, zugucken wie du stillst und zwischendurch versuchen mit dem Baby zu spielen. Und das über längere zeit bis er wenigstens mal auf den Spielplatz gehen kann. Das ist ja alles viel komplizierter als bei einem Vater, der in der Familie lebt und die Trennung erst erfolgt, wenn die Kinder größer sind.

      Noch dazu ist die Schwangerschaft der Ex-Freundin ja auch mit großen finanziellen Belastungen verbunden, gerade in der Kleinkind-Zeit kann er heilfroh sein, wenn der Kelch an ihm vorrüber geht.

      Ich denke, ein anderes Gefühl als Erleichterung war einfach gar nicht zu erwarten von seiner Seite. Schon gar nicht ohne jede Bedenkzeit. Vielleicht kommt viel später sowas wie Wehmut, aber dafür ist es jetzt viel zu früh.

      Du hattest ja wenigstens ein paar Tage, das Ganze zu verdauen, das ist eine ganz andere Situation.

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