Gleichberechtigung

    • (1) 03.08.17 - 19:42
      Rolenium

      Hallo,

      Mein Mann und ich hatten gestern eine Diskussion mit zwei befreundeten Paaren.
      Im Prinzip ging es darum, dass die Männer sich benachteiligt fühlen.

      Und zwar aus folgenden Gründen : von Männern wird heute erwartet, dass sie sich in die Kindererziehung und Kinderbetreuung einbringen , Elternzeit nehmen und eine vernünftige Work- Life- Balance hinbekommen.

      Sie stehen nachts auf, bleiben auch mal zu Hause wenn ein Kind krank ist, wickeln, baden, füttern, gehen auf den Spielplatz und schieben den Kinderwagen.

      Das fanden die Väter auch ok und gut und für sich als Bereicherung.

      Aber: die Frauen bewegen sich ihrer Meinung nach zu wenig aus ihrer angestammten Rolle heraus.
      Die Männer haben ihre Schwerpunkte überdacht und angepasst, sind Familienbezogener geworden. .
      Die Frauen " hocken " aber nach wie vor auf den Kindern bzw. sind zu Hause, obwohl die Männer sich mehr einbringen und die Frauen dadurch entlasten.
      D.h sie können oder wollen dieses Engagement der Väter teilweise gar nicht bzw. lehnen das sogar als Einmischung in ihren Bereich ab...das frustriert die Väter.
      Andererseits sagen sie, dass sie sich wünschen, dass die Frauen sich auch mehr am Erwerbsleben und der Finanzierung der Familie beteiligen.

      Die Kritik ist, dass sie als Väter einiges getan haben um sich mehr in die Familie einzubringen, die Frauen sich aber kaum aus ihrer Rolle heraus bewegen.
      Also im Gegenzug mehr Verantwortung fürs Geld heran schaffen übernehmen und auch den Vätern was die Kindderbetreuung angeht, mehr zutrauen und einfach mal das Feld räumen.
      Wie seht ihr das?
      Sind die Frauen auch mal dran, den Männern etwas mehr entgegen zu kommen und Veränderungen zuzulassen?

      • (2) 03.08.17 - 20:01
        sehe ich anders

        Hallo,

        in meinem Bekanntenkreis sind 2/3 der Frauen nach einem Jahr Elternzeit wieder arbeiten gegangen. Einige nur noch Halbtags, andere zu 70% und zwei der Frauen sogar wieder ganztags.

        Bis auf ein paar wenige müsste keine der Frauen des Geldes wegen wieder arbeiten, da die Männer genügend verdienen. Sie wollen einfach weiterhin unabhängig sein, ihr eigenes Geld zum Familienleben beitragen, im Falle einer Trennung nicht vom Mann unabhängig sein, haben zum Teil tolle Jobs, wollen trotz Kinder Karriere machen .....
        Den Haushalt und die Kindererziehung üben sie zum größteneil weiterhin zu 90% aus. Sicher spielen die Männer mit den Kindern, gehen auch mit dem Kinderwagen spazieren, übernehmen im Haushalt mal das ein- und ausräumen der Spülmaschine oder bringen den Müll raus. Aber wie gesagt zu 90% sind weiterhin die Frauen für den Haushalt und auch der Kindererziehung zuständig.

        Wo bitteschön bewegen sich die Frauen zu wenig aus ihrer "angestammten Rolle" hinaus?
        Ich würde sagen, dass in Deutschland 50% aller Frauen ziemlich schnell nach der Geburt wieder arbeiten gehen (weil sie schon alleine vom Geld her müssen) und trotzdem weiterhin den Haushalt und die Kindererziehung fast komplett alleine schmeißem (müssen).

        Sicher hat sich die Männerrolle in den letzten Jahren auch verändert, aber im Gegenzug zu früher sind sie meisten nicht mehr die Alleinverdiener in der Familie, sondern die Frauen tragen durch ihre Arbeit einen großen Teil dazu bei und haben trotzdem weiterhin fast die ganze Last von Haushalt und Kindererziehung auf ihren Schultern.

        LG

        Das sehe ich nicht so. Wenn man sieht wie viele Frauen heutzutage wieder nach einem Jahr in den Beruf einsteigen, evtl. sogar Vollzeit, dann hat sich schon einiges getan. Ich glaube nicht, dass das vor 10 oder 15 Jahren bereits so war. Ich kenne kaum eine Frau die nicht arbeitet und sich ebenso am Familieneinkommen beteiligt.

      Ich glaube, die Antwort, die man auf diese Fragen gibt, werden maßgeblich davon bestimmt, in welchem Teil Deutschlands man lebt. Im Osten ist es vollkommen normal, nach maximal einem Jahr wieder in den Job einzusteigen, in der Regel auch Vollzeit oder mit mindestens 30 Stunden. Da ich so sozialisiert wurde, meine Freundinnen in aller Regel das gleiche Modell leben und sich Frauen in meiner Branche gar nicht leisten können und wollen, so lange rauszugehen, blicke ich immer sehr verwundert auf das westdeutsche Alleinversorger-Modell und kann den Frust dieser Männer nachvollziehen. Ich finde aber, sowas klärt man vor der Familiengründung zwischen beiden Partnern, dann sollte diese Verwunderung nach ein paar Jahren eigentlich obsolet sein.

      Ich denke dass man als Paar vorher darüber sprechen sollte, wie man sich das vorstellt, bevor man Familie gründet. Was die Gesellschaft so vorschreibt oder erwartet - da pfeiff ich drauf. Ich finde es okay, wenn Frauen sofort wieder arbeiten gehen und ich finde es okay, wenn Frauen Zuhause bleiben und sich um Kinder und Haushalt kümmern. Das gilt selbstverständlich auch für Männer. Es ist doch eine individuelle Entscheidung der Eltern.

    • Irgendwie hinkst du mit deinem Beitrag etliche Jahre zurück.

      (8) 03.08.17 - 20:19

      Hallo,

      doch, ich beobachte das durchaus auch im Rahmen meiner Tätigkeit sowie bei anderen jüngeren Frauen. Die unter der Ein-Kind-Belastung ächzen und dann weder eine Ausbildung anstreben, noch wenn sie diese beginnen (z.B. Studium), diese zu Ende führen, oder arbeiten gehen. Und andererseits wird von den Männern sehr viel abverlangt.

      Entweder ist mein Bild verzerrt oder es findet gerade wirklich eine Verschiebung zu Ungunsten der Männer statt, mit sehr fordernden Frauen die sich auf die hohe Belastung durch die Kinderversorgung berufen und dementsprechend hohe Ansprüche stellen.
      Ich kann es nicht abschließend sagen.

      LG

      (9) 03.08.17 - 20:37

      Ehepartner die in Schule, Ausbildung und Studium Zeit und Geld investiert haben, vereinbaren und organisieren sich vorher, wie das Familienleben nach der Geburt eines Kindes sich gestaltet. Das hier angesprocheneOst/West Gefälle kann ich nicht bestätigen, eher aber schon ein signifikantes Nord/Süd Gefälle. Die Frau in der heutigen Gesellschaft sollte (und ist in zunemenden Maße) selbstständig und sehr selbstbewusst und hat ihren festen Platz im Wirtschaftsleben. Prämien und sonstige Zuwendungen die vom "großen Vorsitzenden südlich der Mainlinie" bewirken genau das Gegenteil. Aber so kommt wenigstens ein monetäresTrostpflästerchenin den Bayerischen Wald.

      (10) 03.08.17 - 21:48

      In meiner Welt ist das nicht so. Da arbeiten Männer und Frauen und kümmern sich auch alle um Kinder und Haushalt. Nicht in allen Familien sind alle Aufgaben 50/50 aufgeteilt, aber beide Elternteile tragen zu allen Aufgabenbereichen bei.

      Bei uns ist es tatsächlich 50/50 weil wir beide gleich viel in vergleichbaren Bereichen arbeiten.

      (11) 03.08.17 - 22:13
      Das ist das Ergebnis

      der Emanzipation! Nun haben die Männer die Lunte gerochen und sind ihrerseits scharf auf mehr und mehr Geld! Deshalb wollen sie jetzt ihre Frauen frühzeitig wieder arbeiten schicken.
      Früher war der Mann noch stolz, seine Familie zu ernähren. Heute denkt er sich: je mehr Kohle, desto besser!
      Ich würde von meinem Mann nicht verlangen, dass er nachts aufsteht, wenn er arbeiten muss! Aber einer muss nun mal mehr fürs Kind da sein. So sehe ich das. Und das geht nicht, wenn beide viel arbeiten. Das wird sich vielleicht in einem Forums schön geredet. Aber um Kinder gut und mit Engagement groß zu ziehen, bedarf es viel Zeit!

      Und jetzt soll mir keiner mit dem verschissenen Argument der Rente kommen. Die heutigen 20-40-jährigen werden sicher noch eine Inflation erleben!

      Ich hätte keine Lust auf einen Mann, dem es nur um Knete geht. Unter dem Deckmantel: ich passe ja auch mal auf und stehe auf.
      Nee, danke. Ein anständiger Mann sollte seine Familie ernähren, so lange die Kinder klein sind und sich selbst zurücknehmen! Anstatt von seiner Frau Arbeit und Haushalt und Kindererziehung zu verlangen!
      Im Gegenzug sollte die Frau dann aber auch den Hauptteil an Kindererziehung und Haushalt übernehmen und nicht ihren Mann damit belasten, wenn der viel arbeitet.

      • Wer behauptet denn, es geht den Männern um mehr geld? Die meisten Menschen arbeiten nicht, damit sie ein lebrn im Luxus führen, sondern damit sie sich das Leben leisten können. Väter sind nun mal auch Eltern und gaben demnach die gleichen Rechte und Pflichten wie Mütter. Erziehen und pflegen des Kindes ist die Aufgabe von beiden. Es ist ja auch das Kind von beiden. Also haben beide ihren Teil dazu beizutragen. Männer haben nicht im Haushalt zu helfen sondern ihren Anteil im Haushalt genauso zu erfüllen wie jeder andere, der in diesem Haushalt lebt. Männer müssen das gleiche können wie Frauen, was die Pflege des Kindes angeht. Nur weil wir Frauen sind, heißt das nicht, dass wir all das automatisch können. Wir Frauen mussten das alles auch erst lernen. Gleiches gilt für den Mann. Ein Kind ist eine GEMEINSAME Entscheidung und Verpflichtung. Ein Mann hat demnach das gleiche zu können wie die Frau, was alles rund ums Kind betrifft. Und Haushalt ist nicht Frauen Sache sondern Sache von ALLEN, DIE in diesem Haushalt leben.

    Das ist doch total individuell und jede Familie muss für sich entscheiden wie es richtig ist.

    Wir wollen unsere Kinder nicht früh in die fremdbetreuung geben - sprich erst mit 3. Finanziell ist es uns aber nicht möglich das mein Mann 50% der Elternzeit übernimmt. Also bleibe ich zu Hause (was ich auch sehe gerne mache) und mein Mann geht ganz klassisch arbeiten. Was sollen wir auch anders machen? Klar er würde gern ein paar Monate daheim bleiben, aber wir wollen ja auch leben.

    Trotzdem wickelt, füttert, badet und spielt er ganz selbstverständlich mit den Kindern. Das ist für ihm aber auch total selbstverständlich und er will die Zeit mit ihnen verbringen und eine Bindung zu ihnen aufbauen. Es ist ja nicht so das ich in der Zeit dann Freizeit habe oder sonstwas. Jeder erfüllt seinen Part (er arbeiten, ich Haushalt, Organisation und Tiere) und die Kinder sind unsere gemeinsame Aufgabe. Jeder bringt sich da ein wir er kann.

    (14) 03.08.17 - 23:36

    So ein Quatsch! Frauen werden durch 2 Monate EZ nicht entlastet. Die Doppelbelastung bleibt.

    Hi,

    teilweise kann ich es nachvollziehen. Wenn ich manchmal von meinen Kolleginnen gehört habe, wie die sich Gleichberechtigung vorstellen..
    Da soll dann Abends bitte immer der Partner kochen, er ist ja 30 Minuten früher zu Hause, und der Haushalt soll dann doch bitte auch erledigt sein.
    Oder auch letztens zwei Mütter: Bin froh wenn mein Mann heute Abend heimkommt, dann bekommt der gleich die Kinder und kann die beschäftigen und Abendessen machen.

    Ich bin ja der Meinung Gleichberechtigung bedeutet eben nicht, dass man alles gleich machen muss..
    Sondern dass jeder den anderen in seiner Art respektiert und sich so unterstützt dass beide zufrieden sind und dass lässt sich eben nicht verallgemeinern.

    Mein Mann und ich sind uns da einig, ich bleibe 3 Jahre zu Hause und mein Job ist Haushalt und Kind. Mein Mann verdient das Geld und macht alles handwerkliche.
    Wenn mein Mann Abends heimkommt werkelt er meist noch am Haus mit meinem Schwiegervater, danach koche ich essen und entweder schaut Sohnemann zu oder er spielt mit Papa.

    Ich käme nicht im Traum darauf, meinen Mann dann nach der Arbeit noch im Haushalt einzuspannen. Ist mein Job.
    Mein Mann verlangt im Gegenzug aber auch nicht, dass ich den Haushalt liegen lasse und dafür bei der Renovierung helfe oder was auch sonst anliegt.
    Wenn ich mit meinem Job fertig bin helfe ich zwar, aber weil ich auch gerne heimwerke und nicht weil ich muss. Und weil ich unser Haus mit schön machen möchte.

    Ich empfinde mich auch nicht als abhängig von meinem Mann.
    Wir haben ein gemeinsames Konto und es ist unser Geld und ich habe eine eigene Karte und bin völlig frei in dem was ich kaufe.
    Bei größeren Anschaffungen besprechen wir uns natürlich.
    Wir sind seit 12 Jahren glücklich mit diesem Model und ich musste mir von vielen Frauen anhören, wie ich so nur leben könnte, ich müsse ja unglücklich sein so unterdrückt und abhängig.
    Ich denke jeder hat seine Ansprüche ans Leben und soll diese auch ausleben.
    Mir war Karriere nie so wichtig weil ich wusste, dass ich eh irgendwann Kinder habe und dann erst Mal zu Hause bin, trotzdem war ich Abteilungsleiterin und es war toll und hat Spaß gemacht.
    Ich hätte aber mein Kind nie nach 1 Jahr abgeben wollen und bin froh, dass ich einen Mann habe, der mich da unterstützt und nicht verlangt, dass ich arbeiten gehe.

    Denn mal ehrlich, ist dass dann nicht das gleiche wie früher?
    Da wurde von der Gesellschaft verlangt, dass Frauen zu Hause bleiben, heute verlangt die Gesellschaft, dass Frauen arbeiten gehen und redet ihnen ein dass Kinder von fremden Menschen besser betreut werden können als von den eigenen Eltern.
    Irgendwie ist für mich die Frau hier der klassische Verlierer.
    Früher war sie nur für Haushalt und Kinder verantwortlich, heute für Haushalt, Kinder und noch mit für das Familieneinkommen.

    Habe schon von Männern gehört, dass auf die Nachfrage nach bessere Bezahlung gesagt wurde, dann soll die Frau doch auch wieder arbeiten gehen, dass Kind kann ja in die Kita, dann haben sie ja mehr Geld.

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