Alles nicht so einfach

    • (1) 09.08.17 - 02:03
      Es könnte lebenswert sein

      Hallo,

      Ich liege wach und bekomme kein Auge zu.

      Es ist eine schwierige Situation in der ich mich befinde, was ich schreibe kann daher chaostisch wirken. Ich versuche mich möglichst klar auszudrücken.

      Beleidigungen werde ich schlicht überlesen da ich kein Interesse an "Krieg" habe.

      So nun gehts los - achtung wird lang.

      Ich bin Mutter von 4 Kindern und 30 Jahre alt.
      Ungelernt und seit 13 Jahren verheiratet.

      Ich habe mit 17 heiraten dürfen. Ich war schwanger und das Gericht etc. gab das ok.

      Wir wohnten zunächst getrennt.

      Weiterhin bei unseren Eltern.

      Ich brachte unser Kind in der 27. Ssw tot zur Welt. Ich unterbrach die Schule und machte einen 12 wöchigen stationären Aufenthalt durch, wegen schwerer Depressionen und Selbstmordgedanken.

      Ich kam soweit wieder klar. Machte noch 1,5Jahre eine ambulante Therapie und nahm schon während dessen die Schule wieder auf.

      Ich wiedetholte die 12. Klasse. Ich hab es einfach nicht mehr gepackt.

      Mein Mann beendete die Schule und begann eine Ausbildung.
      Wir zogen zusammen.
      Ich beendete die Schule und bekam den Kinderwunsch nicht mehr aus dem Kopf.

      Meine Bewerbungen auf einen Ausbildungsplatz verliefen schlicht negativ. Ich bewarb mich im Umkreis von 80km schrieb knapp unter 2800 Bewerbungen in 2 Jahren und hatte genau 7 Vorstellungsgespräche.

      Aus denen auch nichts wurde.

      Vermutlich hätte ich nicht so dumm sein dürfen zu sagen weshalb ich die Schule unterbrochen hatte. Tja, naja zu spät.

      In der Zwischenzeit hatte mein Mann aus gesundheitliche Gründen die Ausbildung abbrechen müssen und suchte etwas anderes.

      Ich wurde vom Arbeitsamt in einem Maßnahme vermittelt die 1€ Jobber vermittelte.

      Nach einigen Monaten hatte mein Mann eine neue Ausbildubgsstelle gefunden und bald darauf wurde ich schwanger.

      Bekam dann im 2 Jahrestakt ein Kind. Insgesamt 4 Kinder.

      Mein Mann schloss die Ausbildung erfolgreich ab und arbeitete in mehreren Bertieben. Er erlernte Handwerk und ist über den Winter immer arbeitslos.

      So bewarb er sich auf eine Stelle als Quereinsteiger in einem ganzjährigen Berufsfeld. Wurde genommen.

      Soweit so gut. Finanziell ist es knapp aber machbar. Es sind noch Schulden aus dem Zeitraum der Arbeitslosigkeit vorhanden, die getilgt werden und somit bleiben nur 50€ um für Sachen wie Waschmaschine etc. anzusparen.

      Aber die Arbeitszeiten inkl Fahrzeit ist schlimm. Schlimm im Sinne von einem möglichen Einstieg meinerseits ins Berufsleben.

      Alle 4 Kinder werden ab übernächste Woche in der Kita/ Schule betreut.
      Ich habe die Möglichkeit von 9 - 13 arbeiten zu gehen.

      Ich finde aber keinen Job den ich innerhalb dieser Zeiten inkl Weg dahin und zurück ausüben kann.

      Ich bin auf Bus und Bahn angewiesen und hier fährt nur stündlich ein Bus.

      Einen Führerschein habe ich nicht.

      Ein Auto können wir uns nicht leisten.
      Den Roller mit dem mein Mann zur Arbeit kommt finanzieren seine Eltern. Als sein jährliches Geburtstagsgeschenk übernehmen sie die Versicherung und zu Ostern und Weihnachten bekommt er einen Gutschein für jeweils 1 Tankfüllung.

      Mir fällt die Decke auf den Kopf und die Schulden belasten mich.

      Ich möchte gern arbeiten. Etwas auf 450€ Basis weil mehr mit den Betreuungszeiten nicht machbar ist. (Ein Zeitenwechsel ist innerhalb eines KiTa jahres nicht möglich. Die Stundenzahl muss im Januar vor KiTa Jahr beantragt und genehmigt werden. Eine Stundenaufstockung ist im Jahr nicht machbar und ohne nachweisliche Arbeit ist ein Ganztahsplatz ausgeschlossen.)

      Auf Bewerbungen kommt nur zurück ich sei zeitlich zu unflexibel.

      Und ja es ist wirklich so. Je nach Ort wo ich hin müsste kann es problematisch werden wenn ich zb. mal einen Anschlussbus/ Zug verpasse.

      Sowohl auf dem hinweg als auch auch dem Heimweg wenn ich die Kinder einsammeln muss. Wenn ich mich verspäte kostet das in der KiTa Strafe. Geld was wir auch mit einem 450€ Job zusätzlich NICHT über hätten. Komme ich in einer Kita zu spät, komme ich es in den anderen beiden auch.

      Ein Umzug ist finanziell nicht drin.

      Wir wohnen hier sehr billig. Weil die Wohnumstände mieserabel sind, aber wir können es ohne staatliche Hilfe finanzieren. Aber es ist nicht schön für die Kinder. Freunde können sie hier keine mit herbringen.

      Wir haben keine Freunde und ich würde gern mal andere Menschen sehen.

      Bekanntschaften schließen.

      Und vorallem Geld verdienen.

      Das JobCenter wo ich um Hilfe bat hat mich quasi ausgelacht, zumindest empfand ich mich nicht ernstgenommen.

      "4 Kinder mit 30, ungelernt, chronische Erkrankungen und noch nie gearbeitet, das wird wohl nichts mehr, noch dazu weder Führerschein, noch Auto und zeitlich total KiTa abhänig,..."

      Und nun versinke ich in Depressionen. Nehme wieder Medikamente ein. Bin zwar ansich glücklich mit Mann und Kindern. Aber ich will einen Job. Eine Aufgabe, mehr als nur Haushalt und Erziehung. Mehr als Putzen, Bügeln und Klo schrubben.

      Ich möchte Geld verdienen um die Schulden mit zu tilgen und mehr ansparen zu können.

      Und ich möchte wie gesagt Leute kennen lernen. Vielleicht sogar sowas wie eine Freundschaft aufbauen.

      Aber sowohl das eine als auch das andere gestaltet sich schwer.

      Bekanntschaften ergaben/ ergeben sich nicht mal über die Kinder in der KiTa.

      Ich kann auch niemanden von denen nach zu Hause einladen und an Verabredungen zb. auf einem Spielplatz oder im Park oder zum Kinderfest besteht von seiten deren offenbar kein Interesse.

      Liebe Grüße

      • Hallo,

        meiner Meinung nach sind Deine Lebensvorstellungen ein Wunschtraum.

        Du hast keine Ausbildung.
        Du hast 4 kleine Kinder.
        Ihr wohnt in einer komischen Wohnsituation.
        Die Betreuung der Kinder ist nicht gesichert.

        Ich denke, Du verstehst schon, dass ein Arbeitgeber Dich nicht einstellen kann - würde ich als Arbeitgeber auch nicht machen. Klar sollte man jedem eine Chance geben, aber objektiv ist in Deinem Fall abzusehen, dass diese mögliche Chance den gleichen Weg nehmen, wie alle Chancen zuvor: ungenutzt versickern.

        Du bist depressiv, weil Du Dir etwas in den Kopf gesetzt hast, was aktuell nicht umsetzbar ist.

        Noch dazu ist die finanzielle Situation so angespannt, dass nicht mal wirklich gespart werden kann. Immerhin werden Kinder auch teurer, wenn sie älter werden.

        Was mir Sorgen macht, ist Deine Aussage, dass die Kids keine Freunde mit nach hause bringen können, weil es unmögliche Wohnverhältnisse sind.

        Also alles in allem: viele Baustellen, keine Lösungsmöglichkeiten

        Wenn ich in Deiner Situation wäre, würde ich wie folgt vorgehen:

        1. einige Tage Zeit nehmen, um gründlich zu überlegen, was ich im Leben eigentlich wollen würde (so ganz ohne finanzielle Zwänge und andere Probleme).

        Was liebe ich zu tun?
        Wo liegen meine Stärken und Schwächen?

        2. danach alle Probleme, die Du erkennen kannst, auflisten - dabei auch an die mittelbare Zukunft denken

        - gesundheitliche Probleme Deinerseits inkl. Depressionen
        - Finanzen
        usw.

        3. Lösungen finden

        Nimm Dir jede Woche ein Problem vor, informiere Dich über alles dazu und versuche, Lösungen zu finden.

        Z. B. kann man umziehen, eine Privatinsolvenz anstreben, eine Weiterbildung in Teilzeit machen, eine Therapie (ganz wichtig!) machen usw.

        Wichtig ist, etwas produktives zu tun, etwas, was eure angespannte Situation voran bringt. Das hilft Dir auch, Dein Selbstwertgefühl zu stärken und Depressionen haben weniger Chancen, Dich niederzureißen.

        Es müssen ja jetzt nicht meine Lösungsvorschläge sein, es gibt so viele Möglichkeiten. Aber es macht Arbeit, diese Lösungsmöglichkeiten zu finden und umzusetzen.

        Sprich mit Experten zu Deinem Problem, an dem Du gerade arbeitest, verliere dabei nicht Dein Ziel aus den Augen.

        Ein 450-Euro-Job von 9 - 13 Uhr ist NICHT die Antwort auf all Deine Baustellen - dadurch kämen aktuell nur noch mehr Baustellen dazu, insbesondere weil ich das Gefühl habe, dass Deine Belastbarkeit gar nicht gegeben ist und Du aufgrund Depressionen und chronischen Krankheiten noch weiter einsinken würdest.

        Das ist doch kein Leben für Kinder. Depressive, unglückliche Eltern zu haben und in prekären wohnlichen und finanziellen Verhältnissen zu leben, hinterlässt seine Spuren.

        Ich würde daher als Mutter meine Energie dort hin stecken, wo sie nicht verpufft und der Familie wirklich eine Stütze ist.

        Du kannst Dir Dein Leben wie eine Treppe vorstellen:

        Jedes Problem, dass gelöst werden muss, ist eine Stufe - Du kommst immer weiter voran, bis es irgendwann ganz leicht ist, weil Du trainiert hast, Probleme zu lösen. Dein "Problem-Lösungs-Muskel" ist dann sozusagen voll ausgebildet.

        Wenn Du dann einen Job finden möchtest, musst Du Dich auch nicht mehr auf einen schlecht bezahlten Minijob stürzen, sondern wirst bessere Möglichkeiten finden.

        Und nie vergessen: Wir jammern hier im Schlaraffenland Deutschland auf ausgesprochen hohem Niveau ;-) - das allein ist schon ein Grund, dankbar und froh zu sein.

        Ich wünsch Dir alles Gute!

        LG

        (5) 10.08.17 - 02:48
        Es könnte lebenswert sein

        Hallo,

        Ich danke dir für deine lieben und helfenden Worte.

        Die gesundheitlichen Probleme lassen sich nicht ganz abstellen.

        Die Depressionen werde ich aber behandeln lassen, allein schon weil ich eigentlich wegen der Kinder gern Medikamenten frei leben möchte.

        Zudem dürfte ich z.B. mit einigen Medikamenten weder Maschinen bedienen noch ein Auto fahren.

        Gut beides ist grad nicht aktuell aber auf lange Sicht gesehen hätte ich schon gern irgendwann einen Führerschein.

        Meine Bandscheibenvorfälle sind operiert und behandelt. Außer weiterhin regelmäßig Sport und Physio bleibt da nicht viel zu machen.

        Und sonst bin ich noch wegen einem Kapaltunnelsyndrom was nach der 2. Schwangerschaft nicht mehr richtig zurück ging in TENS Therapie. Allerdings mit mäßigem Erfolg, jedoch komme ich damit gut zurecht. Sollte sich das ändern muss es ebenfalls operiert werden, aber mein Arzt sagt das sei nicht zu unterschätzen und solange es ohne OP geht ist das sie beste Alternative.

        Wie meinst du das mit den Chancen ungenutzt versickern?

        Wegen der "vermasselten" Vorstellungsgespräche? Ja ich war damals jung und so ehrlich/ dämlich, zugegeben zu haben das ich eine Totgeburt hatte und damit in dem Moment nicht zurecht kam und psychische Unterstützung brauchte, mich darauf hin halt therapieren ließ und in der Schule den Anschluss verpasste und somit eine Ehrenrunde drehte.

        Heute weiß ich auch, das es sinniger gewesen wäre das nicht offen zulegen.

        Man lernt eben dazu.

        Was ich im Leben wollen würde OHNE finanzielle Zwänge ?
        Das hab ich erreicht. Ich bin glücklich verheiratet und habe Gott sei dank gesunde Kinder.

        Mein Mann liebt mich und ich ihn.

        Alles was mir noch fehlt ist ein Job oder "ohne Finanzielle Notwendigkeit" gesprochen, ein "Hobby" um mal raus zu kommen und soziale Kontakte zu erfahren.

        Ich habe 4 Kinder und bin einsam. Ich würde gern mit anderen Müttern mal auf den Spielplatz gehen und mich unterhalten. Über die Kinder austauschen.

        Über Gott und die Welt reden. Es geht mir garnicht so sehr um ausgehen oder shoppen etc. Aber einfach mal mit einem Erwachsenen sprechen und dabei nicht meinen Mann vor mir haben.

        Mein Mann arbeitet Mo- Sa von 7- 19 Uhr (inkl Pause) + 20-45 min. Fahrtweg.

        Ich hab einfach manchmal auch Fragen bezüglich der Kinder und würd gerne Erfahrungen von Freunden einholen und nicht alles in einem anonynen Forum fragen. Ich bin froh das es die Möglichkeit gibt, aber mir fehlt einfach inzwischen enorm das menschliche.

        Da aber nunmal finanzielle Zwäge bestehen ist ein Hobby nicht machbar. Daher würde ich gern "das Hobby" gegen einen Job "tauschen". Ebenfalls um mal Menschen zu begegnen, viel mehr aber um unsere finanzielle Lage zu bessern.

        Meine Stärken und Schwächen werden da eher zum Problem. Stärken habe ich keine sonst hätte ich nach der Schule eine Ausbildung gemacht.
        Schwächen kann ich jedoch Seitenweise verfassen. Das würde hier den Rahmen sprengen und hilft mir lwtzlich nicht viel. Kein Arbeitgeber ist scharf darauf jemanden mit ausschließlich negativen Schlüsselqualifikationen zu beschäftigen.

        Ein Umzug wäre schön aber nicht machbar. Allein die Kaution ist ein riesen Problem weshalb einige Vermieter uns nicht nehmen würden. Zudem wohnen wir hier ländlich und (ich nenne es mal nett -) bescheiden.

        Allein 4 KM näher an der Stadtmitte "in geordneten Verhältnissen" kostet die gleiche Wohnfläche beinah das 1/3 mehr.

        Gut dafür bröckelt kein Putz von der Wand, man könnte Leitungswasser trinken, hätte immer warmes Wasser und in jedem Raum eine funktionierende Heizung, alles wäre vermutlich isoliert usw.

        das haut finanziell nicht hin.

        Wir zahlen hier für 107 qm 650€

        Das zahlt man näher an die Stadtmitte für 100qm kalt. Das können wir uns schlicht nicht leisten.

        Klar wir könnten Wohnzuschuss beantragen. Aber ganz ehrlich? Ich denke das steht uns nicht zu. Wir haben diesen Weg freiwillig gewählt. Wir sind selbst Schuld daran das es ist wie es ist. Wäre ich damals nicht so ehrlich gewesen sähe ggf. alles anders aus, man weiß es nicht, alles spekulieren nutzt nichts. Es ändert an der Situation nichts. Es ist aber nunmal so das wir für unsere Entscheidungen die Verantwortung tragen müssen und allein deshalb will ich nicht das der Staat meine Fehler ausbügelt.

        Die Allgemeinheit kann für meine Dummheit nichts, uns steht das Geld nicht zu. Wir sind nicht durch plötzlichen Jobverlust oder andere Schicksalsschläge in einer kurzzeitigen Notsituation. Nein! Wir haben uns unser Leben selber versaut, andere für unsere, insbesondere meine Fehler aufkommen zu lassen ist nicht fair.

        Danke du hast mir enorm weiter geholfen. Ich werde mir in Ruhe Gedanken machen.

        Danke für die lieben Wünsche, dir auch alles gute.
        Liebe Grüße

    Bleib optimistisch! Du kannst auf jeden Fall irgendeinen Job finden.

    Wohnst du in der Nähe einer Stadt oder eher ländlich? Es muss irgendeine Möglichkeit geben. In manchen Regionen gibt es so viele Jobs, der würdest du sicher etwas finden. Nur wenn ihr nicht umziehen können im Moment muss man eine Zwischenlösung finden. Es gibt auch Heimarbeit, aber das ist natürlich nicht so toll, wenn man nicht unter Leute kommt.

    Könntest du dir vorstellen auch in anderen Haushalten zu putzen? Hauptsache es beginnt mal irgendetwas. Manchmal muss man einfach irgendeinen Job annehmen damit mal was vorwärts geht und danach kann man sich verbessern.

    Lass es dir auf jeden Fall von niemandem vermiesen und bleib dran! Du kannst auf jeden Fall eine Arbeit finden. Und du kannst vielleicht auch in die Abendschule gehen irgendwann.

    Es gibt immer einen Weg. Ich kenne mich im Berufsleben sehr gut aus. Wenn man wirklich will und etwas Glück hat, dann klappt es. Man muss aber auch an sich selbst glauben.

    Oder gibt es sowas wie Zeitung austragen? Das ist natürlich nicht wirklich viel Geld, aber jetzt geht es erstmal darum, dass du überhaupt irgendetwas hast, um dein Selbstbewusstsein zu stärken. Und im zweiten Schritt kann man weitersehen.

    Im Bereich Pflege werden händeringend Leute gesucht und da kann man auch eventuell noch mal eine Ausbildung machen. Vielleicht kannst du dich auf so etwas bewerben und wenn du die Zusage hast, dann musst du alles in Bewegung setzen um eine Betreuung für die Kinder zu finden.

    Manchmal gibt es auch teilzeitpflege in Privathaushalten. Ein paar Vormittage in der Woche einer älteren Person im Privathaushalt helfen.
    Da könnte man zur Not auch mit dem Fahrrad vielleicht hinfahren?

    Gibt es irgend jemand in deiner Familie, der zur Not auch mal die Kinder abholen würde?

    • "Hauptsache es beginnt mal irgendetwas."

      Klarer Fall von "Hauptsache ich hab was gemacht" - mein Lieblings-Hass-Spruch, man muss auch nachdenken, ob es zielführend ist, was man macht.

      Denk doch mal so:

      Wenn Du ein Ausflugsziel hast, wirst du das ganz sicher erreichen, weil Du die Wegbeschreibung dazu finden kannst.

      Wenn Du kein Ziel hast, kannst Du auch nichts erreichen.

      Erst denken, dann tun. Man kann seine ganze Energie verschießen, etwas zu tun, oder man kann das richtige tun. Und das muss man doch erst mal ermitteln, bevor mal wild in die Welt rennt und "irgendetwas beginnt".

      LG

Hallo!

Also unter den Voraussetzungen kann Dich keiner einstellen. Du hast ja nur 4 Stunden Zeit zum Arbeiten, aber nichts gelernt. in dem kurzen Zeitfenster kannst du maximal putzen als ungelernte Kraft. Und auch da sind die zeiten eher ungünstig.

Aber du kannst vielleicht schon was ändern. Informiere dich wegen Wohngeld: umziehen in eine bessere Wohnung, schöner für die Kinder, so nahe an einem Ort, dass Du mit dem Fahrrad hin kommst. Kinder nicht auf 3 Kitas verteilen, sondern am neuen Wohnort zusehen, ob vielleicht eine Kita reicht. Und die lieber richtig ganztags, nicht nur vormittags.

Dann wäre die Frage: Hast Du abitur? Klingt so, wenn Du mal in der 12. Klasse warst. Vielleicht wäre dann ein Fernstudium eine Möglichkeit, dann könntest Du wenigstens einen Bachelor vorweisen, wenn Du schon keine Ausbildung hast. Das ist noch nicht mal teuer und mit 4 Kindern dürftest Du auch mit 30 noch Anspruch auf Bafög haben. Auch darüber lernt man Leute kennen, etwa in Lerngruppen. Und da sind viele schon über 30 und haben nicht den allereinfachsten Lebenslauf.

Also ein paar Möglichkeiten gibt es schon...

  • Ein Fernstudium schafft sie nie und nimmer unter diesen Umständen. Es kostet nicht nur Geld, sondern sehr viel Zeit und...ganz wichtig, unbedingtes Wollen und ganz viel Durchhaltevermögen. Das alles lese ich bei ihr leider nicht raus. LG Moni

    • Ich weiß, wie viel Arbeit das ist, ich mache selbst eines - neben der Arbeit.

      Geld ist dagegen kein so großes Problem - bei der Fernuniversität haben zahlt man ca. 330 Euro für ein Semester in Vollzeit, und man kann Bafög beantragen. Auf den Monat runter gerechnet ist das wirklich nicht viel Geld, und die meisten Fachbücher kann man von einer Bibliothek organisieren.

      Wenn sie jeden Tag 4 Stunden hat, während die Kinder in der Kita sind, ist das in der Zeit realisitsch zu schaffen, wenn sie die Zeit dann wirklich mit Lernen verbringt. Kochen und putzen kann sie dann natürlich erst, wenn die Kinder wieder da sind. Falls ihr Mann ihr unter die Arme greift und ihr die Kinder am Wochenende vom Hals hält oder sie Abends betreut, wäre es sogar in der Regelstudienzeit machbar. Wenn nicht, braucht sie eher länger.

      Kontakt mit Kommilitonen habe ich trotzdem über Lerngruppen, die wir online organisieren und im Internet miteinander unsere Themen besprechen. Wenn ich wollte könnte ich auch zu diversen Veranstaltungen der Uni fahren, mir ist das meiste nur zu weit weg. Kommt davon, wenn die Uni in Hagen ist und ich in Bayern wohne.

      Eigenmotivation und Wille gehören natürlich dazu, aber gerade wenn die Sache mit der Arbeitssuche nicht gut klappt und man nur wenige Stunden Kinderbetreuung hat, kann das wirklich der richtige Weg sein, weil man eben keine langen Fahrzeiten hat, sondern zu Hause lernen kann. Die Zeit muss nur konzentriert genutzt werden, nicht erst "schnell das Bad putzen und die Blumen umtopfen".

      Aber mal ehrlich, wenn ich das neben der Arbeit schaffe, dann schafft sie das auch, wenn sie nur wirklich WILL. Da liegt eher das Problem.

      • Respekt, wenn Du das durchziehst! Und das meine ich ehrlich. Wir haben beim Bund ein paar wenigen Soldatinnen mit Kind SGD bezahlt, es haben leider nur zwei voll durchgezogen, die anderen gaben auf. Ich habe auch div. Lehrbriefe in den Händen gehabt, schon ganz schön happig, nebenher auf einer Backe geht das natürlich nicht. Stimmt, man muss WOLLEN, jammern ist halt bei einigen leichter #kratz LG Moni

        • Die ersten Monate sind die schlimmsten, da sitzt man ständig mit Fremdwörterbuch da und schlägt Sachen "teleologisch" oder "Äquilibrationsebene" nach, Aber wenn die Begriffe des passenden Wisschenschafts-Sprech erst mal sitzen wird es einfacher. Mit Arbeit ist es natürlich schon verbunden, und Zeit kostet es auch. Machbar ist es aber trotzdem.

          Gerade wenn die Kinder wenigstens ein paar Stunden in der Kita sind, könnte die TE da halt richtig viel schaffen, wenn sie es schafft, sich da dann auch ernsthaft dran zu setzen. Zumindest geht das einfacher, als eine Ganztagsbetreuung aus dem Ärmel schütteln und einen Ausbildungsplatz finden. Insbesondere wenn sie weder mobil noch körperlich belastbar ist.

          Mit Studium ist die körperliche Sache auch weniger schlimm, sie würde eben mehr mit dem Kopf als mit dem Körper arbeiten. Und bis sie fertig wäre, wären die Kids auch schon eine Ecke älter.

          Es ist zumindest realistisch machbar, und gerade Fernuniversität Hagen wäre auch wirklich bezahlbar (ein Bruchteil vom SGD) und dabei voll anerkannt. Und sie könnte noch dieses Jahr anfangen, statt nochmal ein Jahr auf einen Ausbildungsplatz zu warten.

In den 4h die sie Zeit hätte, ist aber auch schon der Fahrweg inbegriffen. Da bleibt nicht mehr viel.

Als ungelernte Kraft kannst Du außer Zeitung austragen, putzen oder Regale einräumen wahrscheinlich nichts finden. Und bei der kurzen Betreuungszeit Deiner Kinder und der Unflexibilität was das mobil sein betrifft wird es auch mit einer Ausbildung in Teilzeit nicht klappen. Bist Du sicher, dass Du im Falle, dass Du was findest, nicht die Betreuungszeiten aufstocken kannst? Oft geht das, wenn man nachfragt. Und sonst würde ich wirklich über einen Umzug nachdenken..

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