Probleme wg. unerfülltem Kinderwunsch

    • (1) 14.08.17 - 11:20
      sodown

      Liebe urbia-Gemeinde,

      mein Leben steht total Kopf seit einiger Zeit. Wir wissen nun schon gut ein Jahr, dass wir keine gemeinsamen leiblichen Kinder bekommen können. Mein Mann ist aufgrund eines Gendefekts zeugungsunfähig. Am Anfang waren wir beide einverstanden, dass wir den Weg der Samenspende gehen. Wg. ein paar unerwarteter Ereignisse hatten wir es ein bisschen aufgeschoben und nun, da es konkreter wird, sagt mir mein Mann, dass er das doch nicht kann.

      Ich werde darüber gerade total verrückt und die Wut bricht oft aus mir heraus. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass es unausweichlich zu unserer Trennung führt. Daran ist vielleicht nicht mal der Kinderwunsch an sich schuld, sondern dass die ganze Sache die Beziehung bis weit über die Maßen erschöpft hat. Außerdem ist mein Kinderwunsch echt schrecklich ausgeprägt. Es ist schlimm - ich habe das Gefühl an einer Kreuzung zu stehen und egal welchen Weg ich gehe, es wird einfach super hart.

      Habt ihr einen Rat? Wart ihr vielleicht mal in der selben Situation?

            • (5) 14.08.17 - 12:14

              Ich wünschte, er hätte dazu eine wirklich eindeutige Meinung. Ja, er will Kinder. Und nein, er will keine Kinder um jeden Preis..

              • (6) 14.08.17 - 12:31

                Hallo,

                dann denkt Dein Mann sehr vernüftig, finde ich. Ich glaube Dir gern, daß es sehr schwer für Dich ist, aber auch Du läufst Gefahr, bei einem "auf Teufel komm raus Kinderwunsch" daran einfach zu zerbrechen.
                Wie alt seid Ihr denn?

                LG

          Das kommt aber ganz aufs bundesland an! Hier kommen niemals 9 paare auf ein kind. Langzeitpflege ist auch nicht gleich langzeitpflege. Hier werden nur 0.3 Prozent zurück geführt, anderswo sind die zahlen höher. Alles Gute

      (8) 14.08.17 - 12:13

      Selbst damit hat er Probleme und ich denke mir manchmal, dieser Weg wird noch viel härter. Es gibt einfach so wenige Adoptivkinder (was ja gesellschaftlich eigentlich auch ein gutes Zeichen ist!) und so viele Adoptivwillige. Die Wartezeiten sind horrend und man weiß am Ende nicht, ob das besser funktioniert, als eine Samenspende. Ich würde auch adoptieren.

    (10) 15.08.17 - 17:18

    :-[:-[:-[:-[:-[

    Ist das auch deine erste Frage, wenn du im wahren Leben mit so einer Geschichte konfrontiert wirst?

    :-[:-[:-[:-[:-[

    Warum ist das immer das erste, was man als ungewollt Kinderloser an den Kopf geknallt bekommt als sei es die Lösung allen Übels auf dieser Welt?

    Wenn er schon keine Samenspende will, warum dann ausgerechnet eine Adoption?

    • (11) 15.08.17 - 17:50

      Mit dem falschen Fuß aufgestanden?

      Der User fragt nach möglichen Alternativen, die sich sicherlich nicht wenige Paare mit Kinderwunsch überlegen.

      Komm mal runter.

(12) 14.08.17 - 12:31
Herzentscheidung

Hallo,

ich kann was das Thema angeht, nicht aus Erfahrung sprechen.
Meine Freundin und ihr Mann hatten auch Probleme, haben es über Jahre mit künstl. Befruchtung versucht und es hat auch - beim abgesprochenem letzten Versuch - geklappt.

In der vorherigen Zeit hat man sich natürlich auch darüber Gedanken gemacht, wie es mit einem Samenspender wäre und wie man selbst das finden würde.

Ich kann jeden Mann verstehen, er hätte im Grunde nichts "beigesteuert", es wäre wie ein Kind von jemand anderem. Gefühlt.
Die Frau hätte es aber ausgetragen, es wäre zur Hälfte von ihr. Ob das allein aber reicht? Manchen Männern vielleicht schon, aber das weiß man(n) erst hinterher.

Du hast den totalen Kinderwunsch, möchtest diesen Weg gehen - evtl. bist du dann alleinerziehend, hast aber "dein" Kind.
Oder aber du "verzichtest" und die Ehe geht aufgrund deiner Zweifel und der Wut/Enttäuschung wg. ihm kaputt. Oder vielleicht findet ihr auch andere Wege ein erfülltes Leben zu führen.

Was für dich der richtige Weg ist, kann niemand sagen und auch mit Erfahrungen/Meinungen anderer kannst du doch eigentlich nichts anfangen. Du bist nicht die.

Hör auf dein Herz!
Alles Gute!

(13) 14.08.17 - 12:48

Die Situation kenn ich so ähnlich. Ich wurde erst trotz jahrelangem üben nicht schwanger (aufgrund diverser Probleme bei mir), und als es dann mit etwas Unterstützung doch geklappt hat, hatte ich eine FG. Ich war fertig mit der Welt, vor allem weil ich wusste dass der Kinderwunsch meines Mannes mindestens so groß war wie meiner und ich ihm seinen Wunsch nicht erfüllen konnte. Nach der FG mussten wir sowieso zwangspausieren, und wir haben beide gemerkt dass es uns gut tat, mal wieder die Gedanken vom Kinderwunsch wegzukriegen, und uns auf uns als Paar zu besinnen. Die Zeit hat uns sehr geholfen, wir haben uns beide ein wenig vom Kinderwunsch verabschiedet und sind nun (das ist nun 1,5 Jahre her) auch kinderlos glücklich.

Meine Empfehlung wäre daher, daran zu arbeiten, dass ihr euch am Kinderwunsch nicht verliert. Redest du regelmäßig mit deinem Mann darüber? Weißt du wie er es verkraftet dass er dir deinen Wunsch nicht erfüllen kann? Wie hält er deine Wut aus? Was ist ihm wichtiger, eure Beziehung oder euer Kinderwunsch? Was ist dir wichtiger? Ich denke, wenn ihr diese Fragen klärt, dann seht ihr euch, wie es für euch weitergeht. Wie das jetzt konkret aussieht kann ich dir nicht sagen.

Alles Gute

#winke

(14) 14.08.17 - 13:14

Ich kenne den Kinderwunschweg auch, nach 5 Jahren bin ich endlich schwanger. Ich würde euch raten, in euerm Kinderwunschzentrum zu fragen- bei uns gibt es sowohl eine Selbsthilfegruppe als auch eine Psychologin. Vielleicht könntet ihr dort gemeinsam hin und sehen, wohin euch euer Weg führt, und ob gemeinsam oder getrennt.

Alles Liebe für euch!

(15) 14.08.17 - 13:17
Ich kann dich verstehen

Hallo!

Lass dich mal trösten. #liebdrueck

Ich kann gut verstehen, was in dir vorgeht. Mein Mann und ich sind auch in der KiWu-Klinik, allerdings mit keiner so schlimmen Diagnose. Momentan versuchen wir, uns den Wunsch nach einem Baby mit GVnP (Clomi, Spritzen) zu erfüllen.

Mein Kinderwunsch ist auch enorm. Er war es schon immer und ich habe geduldig gewartet, bis die Umstände gepasst haben. Leider geht es jetzt nicht so einfach, wie gedacht. Das war schon immer meine größte Angst, selbst mit 15, 16 habe ich immer gedacht, dass mir das hoffentlich nicht passiert.

Mein Mann weiß, dass ich diesen Wunsch nicht ziehen lassen könnte, ohne alles versucht zu haben. Erst vor zwei Wochen sind wir durch etwas, das ich hier gelesen habe, darauf gekommen. Ich meinte nur, dass ich, falls unser jetziger Weg nichts bringt und er keine weiteren Maßnahmen ergreifen würde (IUI, IVF, ICSI), damit nicht wohl umgehen könnte. Ich denke, ich könnte nicht ertragen, dass ich die Chance auf Mutterschaft abgeschrieben hätte, ohne alles zu versuchen. Ich liebe ihn über alles, glaube aber, dass ich ihm dann wahnsinnige Vorwürfe machen würde. Innerlich. Das wäre ein Riss, bei dem ich mir nicht sicher bin, ob wir ihn mit Gesprächen flicken könnten.

Glücklicherweise weiß er das und wir ziehen an einem Strang. Er baut mich auf, er trägt mich auch mal durch schwere Tage mit negativem Bluttest oder einfach nur Tage, an denen ich mich leer und recht verzweifelt fühle.

Ich denke, du solltest dich mit deinem Mann mal ruhig hinsetzen und ihm die Sachlage erklären. Ihn natürlich nicht erpressen, aber ihm auseinandersetzen, wie wichtig das für dich ist. Und erforschen, warum er auf einmal davon abgekommen ist. Vielleicht könnt ihr ja mal etwas von Betroffenen lesen oder eine Reportage schauen.

Wenn es bei ihm daran liegt, dass diese Kinder dann nicht "seine" Kinder wären, dann würde er vielleicht noch mal einen anderen Blickpunkt erhalten. Denn diese Kinder wären seine. Vielleicht nicht leiblich. Aber er wäre bei der Schwangerschaft und der Geburt dabei, könnte die Nabelschnur durchtrennen (wenn er denn will), er würde in kurzen Nächten einen kleinen Menschen durch das dunkle Zimmer tragen, würde später das Radfahren beibringen, Pflaster auf aufgeschlagene Knie kleben, bei den Hausaufgaben helfen, den ersten Freund / die erste Freundin misstrauisch beäugen, vor Stolz beim Schulabschluss platzen und irgendwann mal als glücklicher Opa heimlich Süßigkeiten zustecken. Er wäre ein Vater, ein Papa, einfach, weil ER immer da ist, weil ER derjenige sein wird, in dem sein Kind den Papa sieht.

Ich hoffe, ihr findet einen Weg, darüber zu reden, und findet wieder zueinander. Ich wünsche euch alles Gute.

(16) 14.08.17 - 15:17

Angenommen Du trennst Dich, wie geht es dann weiter? Samenspende in Holland oder Dänemark, ohne Partner? "Unfreiwillige Samenspende" durch einen ONS? Der Versuch, schnellstmöglich wieder einen Partner zu finden, mit dem man dann möglichst schnell wieder ein Kind zeugt? Was, wenn es da auch nicht klappt bzw. klappen kann?

Was macht das alles mit Deinen Finanzen, mit Deinen Zukunftsplänen, mit Deinen Gefühlen?

Für mich war immer klar, dass ich Familie wollte, aber nicht um jeden Preis. Es gab Phasen, da war es auch ganz schlimm und dann gab es wieder Phasen, da war es okay. Seit einem halben Jahr haben wir ein Haken an das Thema Kinderwunsch gemacht. Eine Samenspende wäre für meinen Mann nie in Frage gekommen und ein operativer Eingriff nie bei mir. Eins von beidem wäre der nächste logische Schritt gewesen und deshalb haben wir es enden lassen - nach über 8 Jahren KiWu.

Wir haben Hunde, haben ein Haus, haben Hobbies. Freuen uns ehrlich daran, dass Geld für unseren ganz privaten Luxus zu "verprassen", mein Mann hat sich ein neues Hobby gesucht, was mit Kind nie drin gewesen wäre, ich ebenso. Wir saßen gestern noch zusammen und haben Urlaube geplant, die mit Kind so nicht möglich wären. Wann immer wir junge Eltern sehen, die mit Zombieaugen so gar nicht romantisch-glücklich aussehen, sondern einfach nur scheiße im Arsch, dann schauen wir uns an und sind zufrieden, so wie es jetzt ist. Es geht nicht darum, Kinder oder Eltern zu "verteufeln", sondern das Gute an der aktuellen Situation für uns zu finden.

Wir haben uns und mein Mann ist einfach so verdammt großartig, dass ich ihn keine Sekunde lang missen möchte, was würde mir ein Kind nützen, wenn es nicht von ihm wäre? Familie muss nicht Vater-Mutter-Kind sein, Familie ist alles woran Dein Herz so richtig dolle hängt.

(17) 14.08.17 - 21:02

Ui, das ist sicherlich keine leichte Situation und es wird dir niemand sagen können, was richtig ist! Es ist, wie es immer ist: es kommt drauf an: wie groß ist denn dein Kinderwunsch? Ist dein Mann geschockt und braucht nur bisschen Zeit? Wie alt seid ihr?

Unser Weg zum Kind war auch nicht ganz einfach, so dass wir alle Möglichkeiten diskutiert hatten!

Ich persönlich denke schon, dass Adoptiveltern, Pflegeeltern und Patchwork Eltern ihre Kinder genauso lieben können wie leibliche. Daher spricht für mich nichts gegen eine Samenspende! Es klingt blöd, aber dieses Kind wäre deinem Mann doch eigentlich näher... und mir war es immer sehr sehr wichtig, irgendwann Mama zu sein, inkl Schwangerschaft und Geburt! Dafür hätte ich alles gegeben!!

Mein Mann wäre grundsätzlich gegen künstliche Befruchtung. Er ist eher einer der denkt, es sollte halt nicht so sein!

Ich denke, in unserem Fall hätte es irgendwann zu einer Trennung geführt! Nicht weil wir uns nicht lieben, aber bei so einem Thema gibt es keinen Kompromiss!

Natürlich muss das nicht bei jedem so sein. Den Beitrag weiter oben fand ich sehr schön und treffend: Familie muss nicht Vater, mutter, Kind sein!!

(18) 14.08.17 - 22:08

Dein Mann kann keine Kinder bekommen aufgrund seines Spermas. Du schon! Sorry wie egoistisch ist er eigentlich? Nur weil er keine Kinder zeugen kann, musst du dein Leben ohne Kinder planen. Na aber hallo! Da würde bei mir die Hutschnur losgehen. Entweder er aktzeptiert Fremdsperma oder er sieht mich von hinten, der Loser! Selbst keine Kinder zeugen können und deshalb muss die Partnerin auch verzichten! Na sorry aber, ne!!! Ich weiß, es klingt hart, aber das ist meibe Meinung. Mit 70 sagst du dir: "Ja, mein Mann war zwar nett, Kinder und Enkelkinder hätte ich zwar schon gerne, nur leider konnte mein Mann nicht. Deshalb bin ich halt jetzt allein." Ach ja, mein Mann ist mit der Sekretärin durchgebrannt:-)

  • (19) 14.08.17 - 22:43

    Endlich mal eine gescheite Antwort hier :-)

    NIEMALS hätte ich auf Nachwuchs verzichtet, weil mein Partner nur heiße Luft verschießt.

    Dann lieber Dänemark im Notfall.

    • (20) 15.08.17 - 17:05

      Dein Mann ist ein Mensch mit Gefühlen und Nöten und nicht nur ein Stück Fleisch zum Samenspenden.
      Man merkt deiner Antwort so richtig an, dass du absolut keine Ahnung hast, sonst würdest du nicht so einen Mist von dir geben. Schäm dich.
      Umgekehrt fändest du das auch legitim, wenn dich dein Mann verjagt, wenn du ihm keinen Stammhalter schenken kannst und mit einer Eizellspende nicht einverstanden wärst?

      • Ich finde die Worte zwar hart, aber die Einstellung, dass man um jeden Preis Kinder will, durchaus legitm und nachvollziehbar, und nichts wofür man sich schämen muss. Ich habe meinem Partner nach der FG die Trennung angeboten für den Fall dass er es ähnlich sieht, weil ich eben nicht wollte, dass er mir die Kinderlosigkeit irgendwann zum Vorwurf macht.

        • (22) 15.08.17 - 18:47

          Nein, dafür muss man sich nicht schämen. Das muss auch jeder selbst entscheiden, was der richtige Weg ist. Und niemand sollte dafür verurteilt werden.

          Aber die Posterin sollte sich für ihren Post schämen. Weil es sich so liest, als ob sie nicht in derselben Lage steckt. Und wenn man einmal in so einer Situation ist, wird aus einem schnellgeschossenen "niemals" und "heiße Luft" (das klingt ganz erbärmlich jedem unfruchtbaren Mann gegenüber) ganz schnell ein ganz schlimmer Kampf um Beziehung, Kinder, Zukunft, Familie usw.

    (23) 17.08.17 - 16:54

    Auch eure Kommentare muss ich respektieren, aber man merkt, dass ihr einfach nie in der gleichen Situation wart. Bei der Diagnose "Zeugungsunfähigkeit" gibt es nämlich mehr als nur den einen Aspekt "Kinderwunsch". Es geht eben auch um die Beziehung, die wir beide wollen, um das (Wieder)Vereinen zukünftiger Lebenspläne, gemeinsam einen Weg zu finden.

Weil Männer die Kinder wollen ja an jeder Ecke warten und dann am besten auch gleich loslegen mit der Familienplanung #pro

Klar wenn der Kinderwunsch so stark ist bitte...aber weder Alleinerziehend sein noch neuen Partner finden ist so einfach wie es hier immer klingt:

Ganz genau so ist es! Man sollte niemals! Wegen einem anderen Menschen auf kinder verzichten! Entweder man tut gemeinsam alles dafür eltern zu werden (wie auch immer) oder man sollte getrennte wege gehen. Wegen ihm auf kinder verzichtet zu haben wird sie mit hoher Wahrscheinlichkeit bitter bereuen.

Top Diskussionen anzeigen