Fühle mich wie im Hamsterrad - Mann arbeitslos und depressiv

    • (1) 23.08.17 - 14:36
      Hamsterrad2.0

      Hallo,

      ich habe lange überlegt, ob ich schreibe, denn eigentlich kann uns im Moment niemand helfen, aber vielleicht gibt es ja jemanden, der mich versteht oder auch mal so eine Zeit durchgemacht hat.

      Weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Fakt ist, ich habe das Gefühl ich laufe auf der Stelle, jegliche Bemühungen, die ich unternehme, führen nicht zum Ziel, denn ich kann nicht mehr als arbeiten gehen und versuchen, positiv in die Zukunft zu schauen.

      Es gelingt mir aber nicht mehr und das macht mich müde und krank.

      Es hat alles letztes Jahr angefangen, als unser absolutes Wunschkind geboren wurde.
      Kurze Zeit später wurde mein Mann gekündigt, einige Wochen später erlitt er mehrere Bandscheibenvorfälle hintereinander und war dementsprechend lange krankgeschrieben inkl. Krankenhausaufenthalt aufgrund der OP.

      Dann merkte ich eine Veränderung, mein Mann wurde depressiv.
      Wir sind dann umgezogen und mein Mann hatte einen neuen Job und ich dachte es geht bergauf.
      4 Wochen hielt er durch und brach eines Abends vor mir zusammen, heulend.

      Da wir schon immer ein starkes Team waren, haben wir beschlossen, dass es nun Zeit ist, dass er sich endlich helfen lässt.

      Folge: die Kündigung kam 1 Tag nach seiner Krankmeldung.

      Mehrere Wochen Therapie und es ging so langsam bergauf. Zwischenzeitlich merkte ich bereits, dass es mir immer schlechter ging und suchte einen Ausgleich in Arbeit. Also bewarb ich mich und erhielt auch prompt ein Jobangebot für 4 Stunden täglich.

      Nun merke ich zunehmend wie mich das alles belastet. Arbeit, Haushalt (den mein Mann mittlerweile mit übernimmt, aber der Großteil bleibt halt immer noch an mir hängen) und mich ums Kind kümmern, einkaufen, kochen etc.

      In weniger als einem halben Jahr läuft sein ALG I aus. Dann ist Ende, dann sind wir im Hartz IV Bezug.

      Ich hätte nie und nimmer damit gerechnet, dass uns das mal passiert.

      Ausgerechnet habe ich, dass wir etwas über 250,00 € mehr hätten, wenn ich weiterhin meinem Job nachgehe. 150,00 € davon gehen für Sprit drauf. Ich könnte eigentlich nur noch den ganzen Tag heulen.

      Wenn ich unsere Fixkosten zusammenrechne, dann hätten wir gerade noch 200 € im Monat für Lebensmittel, Sprit und Kosmetikartikel usw.

      Natürlich würden wir hier und da mal von unserer Familie Hilfe bekommen, aber ich komme mir dabei so schäbig vor.
      Ich überlege die ganze Zeit, ob ich meinen Job hinschmeiße, weiterhin ALGI (was übrigens höher ist als mein aktuelles Gehalt!!!) beziehe, mir eine Stelle mit mehr Stunden in der Nähe suche oder ganz zuhause bleibe.

      Wenn ich dran denke, dass dann auch noch unsere Steuererstattung (ich habe noch Steuerklasse 5, weil mein Mann eigentlich damit gerechnet hat, schnell was zu finden, aber Pustekuchen) nächstes Jahr flöten geht, weil es mit Hartz IV verrechnet wird, könnte ich schreien.

      Versteht mich jemand?

      • Nein ehrlich gesagt nicht so recht. Was sind in eurer situation denn 4 stunden am tag???schau dass du einen Vollzeitjob bekommst. Eventuell wäre auch ein umzug eine Lösung, in eine Gegend wo der Arbeitsmarkt besser ist.

        • (3) 23.08.17 - 14:47

          Ich habe den Teilzeitjob angenommen, als mein Mann eine Vollzeitstelle in Aussicht hatte. Das hatte sich aber dann leider erledigt.

          Ein Umzug kommt nicht in Frage, wir haben hier bereits mehrere tausend Euro in die Wohnung investiert.

          Ich werde mir wohl einen Vollzeitjob suchen müssen, wenn es soweit ist.

          Aber danke für deine Antwort.

      Wann dein Mann wieder komplett arbeitsfähig sein wird, steht in den Sternen.

      Um finanziell nicht komplett abzusaufen, rate ich dir, Vollzeit einzusteigen.

      Im übrigen finde ich daran nichts wahnsinnig ungewöhnliches, wenn "Frau" fürs Einkommen sorgt. Dein MAnn kann ja umgekehrt stundenweise irgendwo einsteigen, wenn er sich seelisch und körperlich regeneriert hat.

      Allerdings sollte er - wenn du schon die Brocken verdienst - mehr zu Hause anpacken.

      Gruss
      agostea

      • (5) 23.08.17 - 19:45

        Hallo,

        Es würde leider nichts bringen Vollzeit zu arbeiten, da wir einfach sein fehlendes Gehalt nicht ausgleichen können. Wir wohnen auf dem Land und sind aus persönlichen Gründen hierher gezogen, die es erst möglich machen, dass ich überhaupt arbeiten kann. Wir haben vorher in einem anderen Bundesland gewohnt und über 500 Euro für einen Teilzeitplatz bezahlen müssen, zudem haben wir dort die doppelte Miete bezahlt im Gegensatz zu jetzt.

        Hier haben wir familiäre Unterstützung. Das hatten wir vorher nicht

    Hi,

    vier Stunden am Tag arbeiten und Haushalt, etc. machen....obwohl Dein Mann auch am Haushalt beteiligt ist....wo ist das der Stress?

    Ich denke Dein Stress steckt eher in den Existenzängsten, wie es weiter gehen soll.

    Genau diese Stress hat auch Dein Mann.

    Wegen Krankheit kann einem nicht wirklich gekündigt werden ansonsten hättet ihr rechtzeitig zum Anwalt gehen müssen.

    Ansonsten....Dein Mann bleibt zu Hause so lange er wieder 100% fit ist und Du suchst dir einen Vollzeitjob und kannst nebenher noch Kellnern, etc.

    Es sind mal harte zeiten und ehrlich, das würde jede Frau auch von ihrem Mann erwarten, wenn die Frau mal ausfällt, oder?

    LG
    Lisa

    • (7) 23.08.17 - 19:48
      Hamsterrad2.0

      Hallo, ja genau. Diese Angst lähmt mich, das stimmt sogar.
      Er war dort 4 Wochen = Probezeit. Daher die Kündigung, die somit rechtens war.

      Und Vollzeit und abends kellnern? Bisschen weit hergeholt. Den Vorschlag kann ich auch nicht ernst nehmen. Tut mir Leid.

      Ich hoffe du kommst nie in solch eine Situation mit Kind.
      Liebe Grüße

      • ich war schon in vielen Situationen mit Zwillingen, daher, kein Geld und die Sorge an die Zukunft, kann einen nervlich an den Rand bringen.

        Es ist halt die Frage, ob du es schafftst oder soweit überfordert bist, das du hoffst, das dein Mann wieder zum Ernährer wird. DAS wird wohl so schnell nicht passieren.
        Also entweder du schaffst es für die Familie oder ihr müsst ersteinmal von HarzIV leben, etc.
        Aber daraus zu kommen ist noch schwerer

        lg
        lisa

        (9) 24.08.17 - 12:28

        Hallo,

        wieso ist das weit hergeholt. Es gibt viele Leute, die neben dem Hauptjob sich noch etwas dazu verdienen wollen/müssen. Oder die generell täglich mehr als 10 Stunden arbeiten - frag mal jemanden, der selbstständig ist.

        Du möchtest einerseits kein ALG II beantragen, aber auch nicht mehr arbeiten? Das beißt sich leider. Ich kann verstehen, dass Du momentan kein Licht am Ende des Tunnels siehst - aber ehrlich, viele Paare müssen ähnliche Probleme stemmen und entweder man kneift die Arschbacken zusammen oder man steckt den Kopf in den Sand. Vom Rumjammern wird es leider nicht besser.

        Von nix kommt nix.

        • (10) 24.08.17 - 13:08

          Wer sagt denn, dass ich nicht mehr arbeiten möchte? Habe ich nirgends geschrieben. Es geht doch darum, dass im Endeffekt nicht wirklich mehr hängen bleiben würde und da es mir momentan psychisch auch nicht gut geht ist die Frsge, ob ich es durchziehen kann.

          Es scheint mir, als hätten so einige hier überlesen, dass ich ein 1-jähriges Kind zuhause habe.

          Man kann viel raten wenn man nicht selbst schon in so einer Situation gesteckt hat.

          Scheint doch alles glasklar zu sein, was zu tun ist.

          Nein, ist es nicht, da hängen Emotionen dran.

          • (11) 24.08.17 - 13:57

            Tut mir leid, wahrscheinlich stehe ich auf der Leitung, aber wieso bleibt durch Mehrarbeit (immerhin die doppelte Stundenanzahl, wenn du Vollzeit arbeiten gehst) nicht mehr hängen?

            Und ein 1-Jähriges Kind hindert auch nicht an einer Vollzeitstelle - wo ein Wille da ein Weg.

            Einerseits jammerst Du über Existensängste - andererseits konterst Du jeden Vorschlag/Denkanstoss aus.

            Wenn Du momentan psychisch nicht in der Lage dazu bist, mehr zu arbeiten, dann ist das auch verständlich. Aber auch dann hilft kein Jammern, sondern dann mußt Du versuchen, ganz schnell Hilfe zu bekommen, damit es Dir in naher Zukunft besser geht.

            Wenn Du Dich nur einmal hier auskotzen wolltest, auch das ist in Ordnung. Aber mich beschleicht das Gefühlt, dass Du nur hören möchtest "Ach Du Arme, das ist ja ganz schrecklich", damit Du Dich weiter in Deinem Selbstmitleid suhlen kannst,. denn alle Vorschläge werden von Dir abgelehnt.

            So schlimm Dir Deine Situation momentan auch vorkommen mag, dass ist "nur" der normale Wahnsinn namens Leben.

            • (12) 24.08.17 - 14:17

              Nein, das stimmt doch gar nicht ?
              Ich bin froh, wenn man mal von außen hört, wie die Situation eingeschätzt wird.

              Man selber findet es ja immer schlimmer, da man ja schließlich damit zurecht kommen muss.

              Bezüglich der Aussage, dass nicht wirklich mehr hängen bleibt beruht auf der Tatsache, dass hier die nächsten Industriebetriebe, die Vollzeit anbieten, weiter weg liegen.
              D.h. abzüglich der Werbungskosten hätten wir 150 Euro mehr im Monat als Hartz IV und es würde TROTZDEM nicht reichen, um unser Leben zu finanzieren.

              Es war ja auch alles anders geplant und ich alleine kann uns nicht ernähren.

              Das meine ich damit: selbst all meine Möglichkeiten sind nicht genug.
              Theoretisch müsste ich tatsächlich nach dem Vollzeitjob bzw. nebenher noch mehr arbeiten.

              Dazu bin ich einfach nicht in der Lage.

              Vielleicht kommen in ein paar Monaten nochmal irgendwo her Monsterkräfte, aber auch ich bin gesundheitlich so angeschlagen, dass es für mich momentan undenkbar ist.

              Welche Vorschläge meinst du?

              Umziehen? Dazu habe ich bereits mehr als ausführlich die Gründe genannt, die dagegen sprechen.
              Vollzeit arbeiten ? Siehe oben.
              Kur? Da mache ich mir Gedanken drum.

              Nochmal: es geht mir hier einfach darum, dass ich evtl von Leuten , die in ähnlichen Situationen waren, Tipps und Erfahrungen sammeln kann, um mir ernsthaft Gedanken darüber zu machen, wie ich damit besser umgehen kann und ob man vielleicht etwas übersieht , was tatsächlich in den eigenen Möglichkeiten steht umzusetzen.

              Ich hoffe du kannst mir jetzt folgen, was in mir vorgeht.

Hallo,

noch sind ja ein paar Monate hin, bis es dann soweit ist.

Wie geht es denn deinem Mann mittlerweile? Ist / wäre er wieder arbeitsfähig?
Kannst du nicht deine täglichen 4 Stunden auf 3x die Woche umlegen, damit die Spritkosten dafür nicht so hoch anfallen?

Ich kenne mich nun nicht aus mit Steuererstattung in Verbindung mit Hartz 4. Ich weiß nur, daß es normalerweise unterm Strich egal ist, wie ihr euch die Steuerklassen aufteilt.

LG

  • (14) 23.08.17 - 19:51

    Hallo, mein Mann ist auf dem Weg der Besserung.

    Er traut sich aber zu wieder arbeiten zu gehen und schreibt auch fleißig Bewerbungen.

    Steuererstattungen werden wohl während des Bezugs von Hartz Iv als Einkommen gerechnet.

    Es ist leider nicht möglich nur 3 Tage zu arbeiten, zumal die Ersparnis sich nicht sonderlich auswirken würde.

    • Okay - wenn drin Mann also wieder arbeitsfähig ist, dann findet er ja evtl. auch Beschäftigung, ehe es soweit ist, dass ihr bei hartz4 ankommt.

      Welche Möglichkeiten gibt es noch? Was lässt sich noch ändern?

Top Diskussionen anzeigen